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 Betreff des Beitrags: Dich küssen wollen
BeitragVerfasst: 23.06.2006, 23:26 
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Dich küssen wollen
deine Finger und deine Handflächen
deine Lippen und deine Zunge
deine Augen und deine Brüste
deine Achselhöhlen und Kniekehlen
und deinen Schoß

Dich einatmen wollen
und ausatmen
und wieder einatmen beim Küssen
dich berühren und sehen wollen
und riechen und kosten beim Küssen

Dich anbeten beim Küssen
und bei jedem Gedanken daran
dich geküßt zu haben
und dich wieder zu küssen

Und wissen daß du es bist
beim Denken an dich
und beim Küssen

Erich Fried
(1921-1988)


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 Betreff des Beitrags: Paradies
BeitragVerfasst: 23.06.2006, 23:32 
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Ganz nah
stehst du
heute vor mir
hebst langsam
deinen Seidenrock
nichts drunter
nur
die heißen Schenkel
und dein feuchtes
Paradies

"Hans-Christoph Neuert"


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 Betreff des Beitrags: Kleine Dinge
BeitragVerfasst: 23.06.2006, 23:35 
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Manchmal sind es die kleinen Dinge

Du fühltest dich unausgefüllt
Ich hoffe
ich konnte dir
ein paar Zentimeter
weiterhelfen

"Martin Mooz"


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 Betreff des Beitrags: Naheliegend
BeitragVerfasst: 23.06.2006, 23:36 
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Naheliegend

Wir hatten Sex
Du quietschtest vor Vergnügen
Da mußte ich dich einfach
ölen


"Martin Mooz"


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 Betreff des Beitrags: DU WILLST ES NICHT IN WORTEN SAGEN
BeitragVerfasst: 23.06.2006, 23:39 
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Du willst es nicht in Worten sagen;
Doch legst du's brennend Mund auf Mund,
Und deiner Pulse tiefes Schlagen
Tut liebliches Geheimnis kund.

Du fliehst vor mir, du scheue Taube,
Und drückst dich fest an meine Brust;
Du bist der Liebe schon zum Raube
Und bist dir kaum des Worts bewußt.

Du biegst den schlanken Leib mir ferne,
Indes dein roter Mund mich küßt;
Behalten möchtest du dich gerne,
Da du doch ganz verloren bist.

Du fühlst, wir können nicht verzichten;
Warum zu geben scheust du noch?
Du mußt die ganze Schuld entrichten,
Du mußt, gewiß, du mußt es doch.

In Sehnen halb und halb in Bangen,
Am Ende rinnt die Schale voll;
Die holde Scham ist nur empfangen,
Daß sie in Liebe sterben soll.

Theodor Storm
(1817-1888)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.07.2006, 10:16 
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Wohnort: Hoher Norden
Ich möchte

Ich möchte Dich begreifen, Dich berühren,
Mich mit Dir befassen.
Ich möchte Dich verführen
Und nicht mehr von Dir lassen.

Ich möchte Dich erfahren, Dich begehren,
Mich mit Dir vereinen.
Ich möchte Dich verehren
Und lustvoll mit Dir weinen.

Ich möchte Dich besteigen, Dich bedecken
Und Wollust mit Dir leben.
Ich möchte Dich beflecken
Und alles, was ich fühl', Dir geben.

(Steffen Sprüssel)

_________________
Menschen sind wie Musikinstrumente; ihre Resonanz hängt davon ab, wer sie berührt.
(C.C. Virgil)


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 Betreff des Beitrags: Hände erinnern sich
BeitragVerfasst: 12.07.2006, 21:52 
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Wohnort: NRW im Rheinland
Hände erinnern sich

meine Hände streicheln,
speichern jeden Zentimeter
deiner Haut
speichern Dich
fühlen deine Wärme
machen sich vertraut
mit deiner Haut
mit Dir
meine Hände senden Signale
über deine Haut
in deinen Körper
in deinen Kopf
in Dich
meine Lippen schweigen wenn
meine Hände dich lieben
mein Körper dich liebt
meine Haut dich liebt
weil Worte nicht ausreichen
meine Hände erinnern sich
danach, am nächsten Tag
für immer, an Dich
ich erinnere
deine Haut, deinen Körper
ich erinnere Dich

von Heidi Lachnitt


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 Betreff des Beitrags: lass uns Liebe machen
BeitragVerfasst: 12.07.2006, 21:54 
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Beiträge: 134
Wohnort: NRW im Rheinland
viens, je suis la...
komm, spiel mit mir
lass deine Träume frei
deine zärtlichen
deine sanften
deine wilden
deine fordernden
schenk sie mir
spiel deine Melodie auf mir
tout est possible
tout est permis
lass meine Haut glühen
lass meine Kehle stöhnen
lass meinen Atem stocken
unter deinen Händen
mit deiner Wärme in mir
mit deiner Härte in mir
komm
lass uns Liebe machen
komm
lass uns zärtlich sein
ich will dich küssen
an deinen Lippen saugen
mit deiner Zunge spielen
ich will dich streicheln
jeden Zentimeter deiner Haut
berühren, fühlen
ich will dich in meine Hand nehmen
das Pulsieren deiner Leidenschaft
tief in mir spüren
ich will dich aufnehmen
mit all meinen Sinnen
und mit meiner Liebe
zu Dir
komm
lass uns Liebe machen
komm
lass uns zärtlich sein
komm
lass uns lieben

von Heidi Lachnitt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.07.2006, 23:13 
So bist du also wirklich, dachte ich, immer hatte ich ihn erregt sehen wollen, immer hatte er Kälte und Fremdheit ausgestrahlt, wie eine Maschine, und jetzt war da etwas anderes, seine Hände betasteten mich weniger gelangweilt, waren gespannter und geschmeidiger. Plötzlich fing es an zu regnen, ein richtiger Guß, gefolgt von Donnern und Blitzen, und die kleine Wonung sah auf einmal aus wie die Arche Noah, dämmrig und baufällig, und sie schwiegen, ließen den Donner sprechen, und Schaul blickte mich an, in seinen Augen stand eine Frage, vielleicht wollte er wissen, was eine junge Frau wie ich im Ohr eines pathetischen alten Mannes zu suchen hatte oder so ähnlich, und einen Moment lang hatte auch ich Zweifel, doch Arie, der meinem Rückzug offenbar spürte, begann, mir die Strumpfhose abzustreifen, dann stand er auf, stellte auch mich auf die Beine, die Strumpfhose spannte sich um meine Knie wie eine Fessel, und er sagte, komm ins Bett, im Bett wird es dir bequemer sein, und ich sagte, aber was ist mit Schaul, und Arie sagte, das stört Schaul nicht, stimmts, Schaul? Er sprach laut und nachdrücklich, wie eine Kindergärtnerin und Schaul sagte mit seiner dünnen, gehorsamen Stimme, nein, es ist in Ordnung, ich werde nur dasitzen und zuschauen, als würde er uns einen Gefallen tun, und Arie machte im Gehen seine Hose auf, und für einen Moment sahen wir aus wie zwei kleine Kinder, die zum Klo rennen, mit nackten Ärschen und heruntergelassenen Hosen, er legte sich auf den Rücken und wartete, bis ich ihm die Stiefel und Socken ausgezogen hatte und mich auf ihn setzte, es war deutlich, daß er das wollte, und ich bemühte mich, mit aufrechtem Rücken zu sitzen und mich anmutig zu bewegen, wie eine Schauspielerin, denn ich spürte die ganze Zeit Schauls Blicke auf mir, es war das erste Mal, daß ich Publikum hatte, und ich wußte, daß dies eine Verpflichtung war.

Von Sekunde zu Sekunde wurde ich ehrgeiziger, ich wollte mein Publikum mit meiner Darbietung überraschen, deshalb spannte ich meinen Rücken zu einer Brücke, bis meine Hände den Bettrand berührten, und eigentlich hätte ich beifälliges Klatschen erwartet, statt dessen hörte ich lautes Atmen und das Geräusch fallender Kleidungsstücke und bemerkte, daß die Gestalt auf dem Sessel immer weißer wurde, seine helle Haut wurde entblößt, als die Kleidungsstücke fielen, er leuchtete fast, doch plötzlich sah ich nichts mehr, denn Arie richtete sich auf und bedeckte mich vollständig, und jetzt war er es, der mit einer besonderen Darbietung Eindruck zu machen versuchte, sein Becken vollführte energische Bewegungen, und ich begann zu stöhnen, nicht nur vor Vergnügen, denn es begann mir weh zu tun, und ich war auch ein bißchen überdrüssig, zugleich empfand ich aber eine Art Verpflichtung, den Ton zu liefern, damit die Sache kein Stummfilm blieb, und das feuerte ihn immer mehr an, und er sagte, das hast du gern, das hast du gern, das hast du gern, wie ein mantra, und ich hatte Lust, plötzlich nein zu sagen und alles kaputtzumachen.

Dann bewegte sich das Bett, als sei etwas schwer darauf gefallen , und Arie zog sich mit einem Mal heraus, und ich spürte Schauls weiche Hände, die mich streichelten, und die ganze Zeit suchte ich Aries Körper und hielt ihn fest, ich wollte nicht mit Schaul allein bleiben und war nur bereit, ihn als Art Gesandten Aries zu empfangen, und ich fühlte, wie er in mich einzudringen versuchte, sein weißes, weiches Glied stocherte herum wie der Stock eines Blinden, und Arie hielt mich fest, als fürchtete er, ich könnte fliehen, und sagte, in Ordnung, in Ordnung, du hast das gern, und seine Stimme war so klar und überzeugend, daß ich es schließlich selbst zu mir sagte, und Schaul sagte, du bist schön, du bist schön, und ich freute mich, daß Arie das hörte, und er versuchte wieder und wieder, in mich einzudringen, schaffte es aber nicht, vermutlich bedrückte ihn Aries demonstrative Männlichkeit, und als er aufgab, empfand ich Erleichterung, und es machte mir nichts aus, daß er mich streichelte und mich am ganzen Körper leckte, solange Arie mich nur fest im Arm hielt.

Und dann brachten sie die Flasche zum Bett, und wir tranken, indem wir die Flasche von einem zum anderen reichten, wie beim Wahrheitsspiel, und das scharfe, süße Gefühl kam zu mir zurück, und ich dachte, vielleicht hat es sich trotzdem gelohnt, geboren zu werden, und Arie gab mir seinen Schwanz zurück, und ich lehnte mich an Schaul, und beide bewegten wir uns im Takt seiner starken Stöße, bis ich beide kommen hörte, fast gleichzeitig, als wären sie das vollkommene Paar, und ich fühlte am Rücken den Samen Schauls und vorn den Samen Aries und fühlte mich wie ein saftiger Knochen, den Hunde oder Katzen von allen Seiten ablecken, und mir fiel der Hund ein, der das Kätzchen zerfleischt hatte, und die geheimnisvolle Krankheit meines Vaters, die Verabredung mit dem Dekan, und ich fing an zu weinen, und die ganze Zeit hallte in meinem Kopf der Satz, vorbei ist vorbei, vorbei ist vorbei.

Zeruya Shalev. Liebesleben.


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