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BeitragVerfasst: 01.06.2009, 18:06 
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Jahrhundertposter
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Beiträge: 4357
Liebe Prinzessinen (und Prinzen),

jede Frau träumt vom Traumprinzen (der sie erlöst) und jeder Mann von der Prinzessin (die ihn erhebt).

Märchen sind einfach genial. Doch muss frau sie verstehen und begreifen, richtig deuten, also richtig interpretieren können, um deren Weisheit zu sehen.

Märchen sind romantisch. Sie sind - genau wie die Träume - die Sprache der Seele. Die Seele drückt sich in Bildern, in Symbolen aus, das ist ihre Sprache. Die Traumdeutung beschäftigt sich damit, mit den Traumsymbolen.


Jedem sein Märchen. Es gibt die unterschiedlichsten Märchen zu den unterschiedlichsten Herausforderungen. Vor allem über die Liebe.

Als Fischegirl hab ich nen Händchen für Märchen und werde mal ein bisschen übersetzen für Euch. Von der Sprache der Seele in die Alltagssprache.

Ich beginne heute mit dem ersten Märchen, weil es sicher eines ist, wo sich ganz viele Leser wiederfinden können.


DORNRÖSCHEN



Bild


Inhalt



Nach langem vergeblichen Warten prophezeit ein Frosch der Königin die Schwangerschaft und es wird dem König von der Königin eine Tochter geboren. Aus Freude darüber lädt er seine Untertanen zu einem Fest, darunter auch zwölf weise Frauen (Feen). Die dreizehnte, die aus Mangel an Geschirr nicht zur Taufe der neugeborenen Königstochter eingeladen worden war, belegt das Mädchen mit einem Fluch, dass es sich an seinem fünfzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen und daran sterben solle. Eine der zwölf übrigen Feen, die an dem Fest teilnehmen durften, wandelt den Todesfluch in einen hundertjährigen Schlaf um, woraufhin der König alle Spindeln im Königreich verbrennen lässt.
An des Mädchens fünfzehntem Geburtstag erkundet es ein Turmzimmer, in dem es eine alte Frau beim Spinnen entdeckt. Die Prinzessin will es auch einmal versuchen und sticht sich mit der Spindel in den Finger. Sie fällt gemeinsam mit dem gesamten Hofstaat in einen tiefen Schlaf. Jahr für Jahr wird das Schloss mit einer undurchdringlichen Dornenhecke umringt, in welcher viele Helden stecken bleiben und verenden. Nach genau hundert Jahren verwandelt sich die Hecke in Rosen verwandeln. Erst an diesem Tag gelingt es einem Prinzen, in den Turm zu gelangen, wo er die Königstochter wach küsst und dann heiratet.


INTERPRETATION:


König/ Königin:
Im Märchen wie im Traum geht das „Ich“ meistens vom königlichen Ursprung aus, von dem es dann getrennt wird, um seine Abenteuer zu bestehen. Der König oder königliche Ursprung bedeutet in diesem Zusammenhang Vollständigkeit und Ganzheit.

Die Große Mutter, die im Traum immer als „Königin“ symbolisiert wird, stellt immer ein Bild der Ganzheit dar. Ferner wird im Bild der Königin auch die fruchtbare Mutter im Träumenden selbst angesprochen. Darin liegt ein Hinweis auf die eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu erziehen und aufzuziehen, sich selbst Heimat zu sein.

Der Große Vater ist Symbol des wachen und hohen Bewusstseins. Man steht aufmerksam in der Welt. Und zu dieser Bewusstheit gehört auch die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Selbstkontrolle (man kann sich selbst regieren).

Frosch:

Bei Frauen: Angst vor Sexualität. Es geht um die seelische Beziehung zum Sexualpartner. Dadurch, dass der Schatten als das, wovor man sich zutiefst ekelt, aufgelöst wird, verwandelt man sich. Es kommt zur Selbstüberwindung und Selbstbefreiung. Dieses Traumbild kommt fast nur bei Frauen vor. Männer träumen eher von Kröten. Wenn ein Mann doch mal von einem Frosch träumt, dann ist fast immer Feigheit gemeint („Sei kein Frosch!“). Der Ekel und die Selbstüberwindung bestehen jedoch bei beiden in der Deutung.

Tochter:

Das kreative Weibliche, das noch viele Möglichkeiten zu entwickeln hat. Zukunftshoffnungen. Junge, neuartige Seelenkräfte und seelische Bedürfnisse.

Tafel:

Unbeschwerte Verbindung mit anderen. Zusammenhalt und Zugehörigkeitsgefühl. Edle Gesinnung.

12:
Zahl des Zeitmaßes, die auf Vollendung, Ende und Neubeginn verweist.

Teller:
Soziales Glück und Lebenshunger

Gold:
Symbol der höchsten Kostbarkeit des Träumers, sein größter Schatz, das höhere Selbst. Die Sonne in der Seele und die Unsterblichkeit.

13:
ist für Hexen eine heilige Zahl. Das Jahr hat 12 Monate, aber 13 Monde vollenden das Jahr im Lauf der Erde um die Sonne. Die Dreizehn steht mit dem Mond in Verbindung und somit auch zu allen Mondgöttinnen. Die Dreizehn entspricht der Ordnung der großen Göttin, der großen Mutter. Viele Hexenzirkel nehmen nicht mehr als 13 Mitglieder auf. Frauen sind durch ihren Zyklus mit dem Mond und der Zahl dreizehn verbunden. Die Dreizehn wurde erst durch das Frauen verachtende, patriarcharlische Christentum zu einer Unglückszahl gemacht. Die Dreizehn symbolisiert die Unglückszahl des Christentums. Naturreligionen sehen die Dreizehn aber nicht als Unglückszahl.

Gute Fee:
Die befreite Weiblichkeit. Die fruchtbare Mutter. Die Königin, der Teil, der einen selbst erziehen und für einen sorgen kann.

Böse Fee:
Die verzauberte Weiblichkeit, die befreit werden muss. Die furchtbare Mutter. Die verfluchende Hexe.

Fluch:
Schuld. Verstrickungen aus Schuldzuweisungen oder Schuldgefühlen heraus.

15:
Keine besondere Symbolik. 15 Jahre als jugendliches Teenager-Lebensalter.

Alte Frau:
Wenn eine Frau von einer Frau träumt, ist fast immer ihr Schatten und selten ihr Selbstbild gemeint. Die alte Frau symbolisiert dabei die -> Hexe: Immer Kraft des Unbewussten.

Hexe:

Im Märchen wie im Traum spielt die Hexe eine archetypische Rolle, das sie den Helden, bzw. das Traum-Ich von seinem königlichen Ursprung trennt, auf das er ihn nach bestimmten Prüfungen zurückgewinnen muss.a

Turm:
Häufiges Penissymbol. Vor allem in Frauenträumen. Man will sich einen Überblick verschaffen. Auch ein Machtsymbol. Sexuelle Handlungen.

Spindel:
Spinnereien, Ideen. -> Faden:
Flüchtige Ideen, spontane Einfälle.-> Kreisel: Verweist auf Kindertage und -> Tanz.
Häufiger Frauentraum. Mit dem Körper Freude oder Leid ausdrücken. Den weiblichen Körper verführerisch einsetzen.

Stich:
Verletzung

Sterben:
Sich rächen.

Schlaf:
Man bekommt etwas Wichtiges nicht mit. Fehlende Klarheit und Unbewusstheit.

Hecke:
Grenze und Abgrenzung. Hindernis. Aber auch Lebensraum.

Dornen:
Hindernisse und Schwierigkeiten mit einer Frau oder der Weiblichkeit.

Rosen:
Venussymbol. Liebe und Zuneigung. Die Rose ist im Traum auch häufig ein Symbol des Selbst. Immer ein Symbol der Ganzheit.

Rosengarten:
Seelengrundstück. Große Wahrhaftigkeit, große Schönheit. Aber auch viel Dornen und viel Arbeit. Der Rosengarten stellt ein Abbild des Paradieses auf Erden dar: Einen Ort mystischer Veränderung.

Held:
Das Sehnen nach Anerkennung und Bestätigung. Hoffnung auf Hilfe. Von Helden träumt man meistens in Krisenzeiten.

100:
Zahl der Ganzheit.

Prinz:
Der Träumer, die Träumerin selbst. Oft die verzauberte, verlorene Würde, neue seelische Selbstständigkeit und Ausdrucksfähigkeit.

Kuss:
Vereinigung, Verbindung, Glück. Versöhnung.

Hochzeit:
Tritt meist in der Bedeutung der Hoch-Zeit auf. Die hohe Zeit des Lebens. Der andere, der schönere Alltag.


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BeitragVerfasst: 01.06.2009, 18:25 
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Jahrhundertposter
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Anselm Grün hat in seinem Buch "Grenzen setzen - Grenzen achten" das Märchen von Dornröschen interpretiert:

"Hier geht es um Grenze. Das Mädchen ist mit 15 Jahren seiner Sexualität begegnet. Sie hat sich daran verletzt. Sie ist noch nicht fähig, mit ihr umzugehen. Das führt dazu, dass sie die Dornenhecke um sich herum braucht. Sie möchte auf der einen Seite eine Beziehung zu einem Mann. Auf der anderen Seite wehrt sie sich dagegen. Sie hat Angst, nochmal gestochen zu werden. Daher sticht sie lieber die, die um sie werben. Manche Mädchen schaffen so eine Dornenhecke um sich, die die Männer gerade anzieht. Doch sobald ihnen ein Mann zu nahe kommt, ziehen sie sich hinter die undurchdringliche Mauer zurück.

Die Dornenhecke symbolisiert auch eine zeitliche Grenze. Das Mädchen ist mit 15 Jahren noch nicht reif, mit der Spindel richtig umzugehen. Sie muss erst 100 Jahre schlafen, bevor sie zur Liebe reif ist. 100 ist das Bild der Ganzheit. Dornröschen muss erst ganz sie selbst werden, bevor ein Freier zu ihr vordringen kann. Die Grenze der Dornenhecke gewährt ihr den Schutzraum des Ganzwerdens und des Reifens. Nach 100 Jahren, nachdem sie ganz geworden ist, werden die Dornen in Rosen verwandelt. Jetzt öffnet sich die einladende Hecke.

In unserem Leben erfahren wir immer wieder: Es gibt auch zeitliche Grenzen, die wir beachten müssen. Wir möchten etwas erzwingen, aber es geht nicht. Wir müssen warten, bis es an der Zeit ist. Wir müssen warten, bis die Zeit für eine Entscheidung reif ist. Sonst bleiben wir in den Dornen hängen und verletzen uns selbst mit unseren Grübeleien oder den gewaltsamen Versuchen, eine Entscheidung zu erzwingen."



Das ist eine Seite des Märchens. Ich aber sehe noch eine weitere: Nämlich einen offensichtlich unerwünschten, verdrängten Teil der Weiblichkeit. Die 13.te Fee, die ungeladen ist.

Der verdrängte Teil kommt aber wieder: In Form der alten Hexe, dem Unbewussten.


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BeitragVerfasst: 03.06.2009, 13:38 
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Jahrhundertposter
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Meine persönliche Interpretation:

Es geht in Dornröschen auch um Macht ("Turm"). Die weibliche Macht ("13"), die in der partriarchialischen männlichen Gesellschaft ("12 goldene Teller") unterdrückt und nicht zugelassen wird. Die 13te Fee muss draußen bleiben. Vielleicht geht es gerade um sexuelle Macht ("Turm"). Vielleicht geht es auch um esoterische Weisheiten. In jedem Fall geht es um etwas, was Frauen charakterisiert, aber was als "männliche Eigenschaft" nicht "wertvoll" (goldene Teller) erscheint. Gesellschaftlich unakzeptiert ist in einer maskulinen Gesellschaft.

Das weibliche Machtstreben kann sich in unreifer Form in "Rache" ausdrücken: Rache ist immer ein Gefühl von Ohnmacht - gepaart mit Wut! Die Wut der Frauen, der scheinbar machtlosen Frauen in einer patriarchialischen Gesellschaft. Rache scheint naheliegend: Es ist für junge Frauen nicht besonders schwer, Macht über Männer zu haben - durch sexuelle Abhängigkeit, die sie schaffen. Die Versuchung ist in unreiferen Jahren ("15") groß. Kennen das hier nicht viele Veni? Ich war auch mal so :oops:. Die Versuchung ist besonders groß, wenn eine Frau verletzt worden ist. Den Glauben an die Liebe verloren hat. Den Glauben an das Gute im Leben. Die 13te Fee ist nicht erwünscht: Das weibliche Wesen (im Gegensatz zum männlichen Wesen, also 12) ist unerwünscht. Was bleibt, ist SEX. (Und die Macht die damit verbunden ist).

Doch Rache ist immer selbstverletzend. Man/ frau wird sich selber "untreu" dadurch, also verschwindet, "stirbt" sozusagen, geht aus der Welt.

Es gibt hier 2 Feen, 2 weise Frauen, 2 Arten von Selbsterziehung und Selbstbemutterung, wie frau damit umgehen kann: Mit der weiblichen Macht, die Männern irgendwo "etwas zuviel" ist (12 <-> 13). Die böse Fee ruft nach Rache, danach, die Männer "sexuell abhängig zu machen". Zu manipulieren. ("Wenn Du nicht tust was ich sage, gibt es keinen ..... (whatever).")

Die gute Fee, weise Frau, Mutter, Selbstbemutterung sagt etwas anderes.
Die gute Fee, die befreite Weiblichkeit, die einem weisen Rat und Hilfe in bestimmten Lebensfragen geben kann, ruft auf, sich nicht zu rächen, sondern selbst zu heilen, ganz zu werden. Und wenn ich die Zahlen 12 und 13 ansehe, dann ist 13 dasselbe wie 12 - nur etwas "mehr". Ich fühle mich da an Männer und Frauen erinnert: Wir Frauen sind irgendwie "noch ein bisschen mehr". Wir kapieren und durchschauen sie, die Männer, wir haben das auch in uns "drin" in unserem Wesen - aber ihnen entzieht sich etwas, etwas typisch Weibliches, etwas was sie - noch völlig - "unfassbar" finden. Ganz werden heißt jedoch auch, die unterdrückten Anteile (der natürliche Wunsch nach "Macht" auch bei Frauen) mit zu integrieren. Die weibliche Macht mit in sein Wesen zu nehmen. Durch die Hecke (hier ist auch ein Anklang an "Hexe", Hexen sitzen auf Hecken!), durch die ABGRENZUNG zur Außenwelt hat die Prinzessin Möglichkeit, ihre Macht zu ihrem eigenen Wohle einzusetzen. Keine Macht mehr ÜBER die anderen, die Außenwelt, die Männer, sondern Macht FÜR SICH SELBST.

Die Dornen verwandeln sich, Rosen und Liebe entstehen durch die Verwandlung zur Selbstwerdung und der Autonomie. Die Verbindung zum Selbst (Kuss mit dem Prinzen), Erwachen zum Bewusstsein.

Und das alles IM TURM (Machtsymbol und Sexualitätssymbol).

Da schließt sich der Kreis zum Frosch, der der Königin die Schwangerschaft vorhersagt.


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BeitragVerfasst: 04.06.2009, 08:28 
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Beiträge: 1656
hmmmm

Tilde....

was sagst du zu Aschenbrödel, Rapunzel, Rotkäppchen, König blau Bart, Schneewittchen, Frau Hole usw???

Ich weiss nur über Märchen, dass sie früher unter anderem nicht nur der Unterhaltung dienten sondern des lernen, warnen und vorallem des aufklärens. Z.B. Rotkäppchen soweit mir bekannt ein von Frankreich stammendes Märchen, dienend der sexuellen Warnung....usw..

lg

_________________
Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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BeitragVerfasst: 04.06.2009, 08:47 
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Jahrhundertposter
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Kommen noch! :wink:
Dafür brauch ich aber nen beeden Tied.

Für Interessierte und Ungeduldige:

[buch=3423350288]
Inhalt: Einleitend postuliert Bettelheim die Analogie von Märchen und Psychoanalyse, wobei er sich an Sigmund R Freud (1856–1939) orientiert. Der erste Teil des Buchs unterscheidet zwischen Märchen einerseits, Fabel, Mythos und Sage andererseits und begründet die Notwendigkeit des Zauberhaften für das Kind. Der zweite Teil konzentriert sich auf die exemplarische psychoanalytische Dechiffrierung ausgewählter Märchen wie Hänsel und Gretel (Überwindung ungezügelter oraler Befriedigung, Doppelgestalt Mutter/Hexe), Schneewittchen (Überwindung des kindlichen Narzissmus, Probleme der Adoleszenz, wobei die Zwerge als Phallussymbole fungieren), Rotkäppchen (Pubertät), Dornröschen (»Fluch« der Menstruation) und Aschenputtel (Rivalität unter Geschwistern). Neben Volksmärchen in der Überlieferung durch Charles Perrault (1628 bis 1703) und die Brüder Jacob und Wilhelm R Grimm werden antike Märchen (Amor und Psyche) und die arabischen Märchen aus R Tausendundeiner Nacht herangezogen, um auf vielfältige Weise zu illustrieren: Märchen führen stets zu einem guten Ende, spenden Trost und weisen Wege im Ringen um den Sinn des Lebens.


[buch=3476200167]

Eher weiterführene Literatur weit über die psychologische Komponente hinaus, v.a. für Schulen - kein Einstieg in die Tiefenpsychologie. Standardwerk für Literaten, Intellektuelle und Lehrer.

Auf gut 120 Seiten findet der interessierte Leser einen komplexen und kompakten Überblick über die Märchenwelt und Märchenarten, ihre Wesenszüge, Handlungsverläufe, Psychologie etc. und weltweiten Unterschiede. Das Buch ist in folgende Hauptkapitel unterteilt:
Name und Begriff - Abgrenzungen gegen benachbarte Gattungen (Sage, Legende, Mythus, Fabel, Schwank) - Typen des Märchens - Wesenszüge des europäischen Volksmärchens (Handlungsverlauf, Personal und Requisiten, Darstellungsart) - Aussereuropäische Märchen (Indien, Semiten, Naturvölker) - Zur Geschichte des Märchens (Altertum, Mittelalter, Neuzeit) - Aus der Geschichte der Märchenforschung - Märchenbiologie - Psychologie des Märchens - Das Märchen als Träger von Wirklichkeit und als Dichtung.

[buch=3499174480]
Dieses Buch ist eine -auch für Laien verständliche- Einführung in die ganzheitliche Trauminterpretation. Erich Fromm beschreibt sowohl die Geschichte der Traumdeutung als auch die Traumdeutung von Freud und Jung. Insgesamt ist das Buch sehr anschaulich geschrieben und enthält auch viele praktische Beispiele von Träumen und deren Auslegung. Jedoch muß man an einigen wenigen Stellen zweimal hinsehen, da er Fachbegriffe benutzt, die er nicht erklärt. Auch hätte der Teil der Traumdeutung noch etwas ausführlicher sein dürfen. Das Buch erweckt auf jeden Fall Neugierde auf weitere Literatur.
Der Psychoanalytiker Erich Fromm befasst sich damit, inwieweit man in Träumen Zugang zu den vergessenen Symbolen, zu einer unbewußten Sprache der Seele, der Instinkte, des Wissens unserer Altvorderen durch die Träume vorzudringen vermag und sich ihnen wiederfindet. Fromm versteht die Traumsprache als eine Kunst, die es zu erlernen gilt, dazu braucht man Kenntnisse, Erfahrung, Talent und Geduld.

[buch=342335173X]
Kurzbeschreibung
Die Traumdeutung gehört zum Kern jeder psychologischen Schule. Wie alle Forscher hat auch Jung das, was in Träumen zum Ausdruck kommt, in seine psychologischen und therapeutischen Überlegungen miteinbezogen. Jung hat den Traum als symbolische Ausdrucksform der spontanen Selbstdarstellung des Unbewußten in seiner aktuellen Situation verstanden. Für die Deutung der Bildersprache stellt er einen sehr breiten Kontext her, indem er auch überindividuelles, kulturelles Material wie Märchen, Mythen, Religion, Kunst und Díchtung miteinbezog.

Dieser Band versammelt die wichtigsten Arbeiten Jungs über den Traum und die psychologische Traumdeutung.

Über den Autor
Carl Gustav Jung wurde am 26. Juli 1875 in Kesswil in der Schweiz geboren. Er studierte Medizin und arbeitete von 1900 bis 1909 an der psychiatrischen Klinik der Universität Zürich (Burghölzli). 1905 bis 1913 war er Dozent an der Universität Zürich, 1933 bis 1942 Titularprofessor an der ETH und 1943 Ordentlicher Professor für Psychologie in Basel. Jung gehört mit Sigmund Freud und Alfred Adler zu den drei Wegbereitern der modernen Tiefenpsychologie. Er entwickelte nach der Trennung von Sigmund Freud (1913) die eigene Schule der Analytischen Psychologie.


[buch=3423350210]
Kurzbeschreibung
Das Märchen kann noch mehr als Lebenshilfe sein. Ursprünglich hatte es auch die Funktion des Heilens. Richtig angewandt, kann es eine große therapeutische Hilfebedeuten u. sogar schicksalswendend wirken. Dieses Buch zeigt das eindrucksvoll.Verena Kast, Jahrgang 1943, studierte Psychologie, Philosophie und Literatur und promovierte in Jungscher Psychologie. Sie ist Professorin für Psychologie an der Universität Zürich, Dozentin und Lehranalytikerin am dortigen C.-G.-Jung-Institut und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a.: "Märchen als Therapie", "Die beste Freundin".

Einen wesentlichen Teil der Schilderungen stellen Interpretationen dar, die sehr an analytische Traumdeutung erinnern. Die Autorin greift tief in die Schatzkiste der Mythologie, besetzt Symbole und Metaphern mit vorgegebenen Bedeutungen und leistet unter Verwendung eines klassisch-analytischen Repertoires fundierte tiefenpsychologische Analysearbeit. Ihre Beschreibung ist einfühlsam, in Detail- und Gesamtsicht gut dosiert und sie nimmt bei aller fachlichen Seriosität voll Rücksicht auf das Lesepublikum dieses Buches - immer verständlich, immer interessant und zum Mitdenken anregend.

[buch=3579023098]
Das "Praxisbuch Märchen" von Linde Knoch ist das, was es behauptet zu sein: ein praktischer Zugang zum Volksmärchen. Übersichtlich gegliederte Kapitel, viele (auch unbekannte) Märchen als Beispiele und am Ende der Kapitel jeweils kurze Zusammenfassungen ermöglichen ein zielgerichtetes Stöbern in diesem Lesebuch. Vor allem wird es diejenigen ansprechen, die ahnen, daß an den Märchen "mehr" dran ist und die einen ersten Schlüssel zum Verständnis suchen.


[buch=3453700651]
(Gehört meiner Ansicht nach in jeden anständig geführten Haushalt.)

Kurzbeschreibung
Die Bildersprache der Träume verstehen und nutzen - Das unerreichte Standardwerk

Träume sind das Fenster zur Seele. Wer sein Traum-Ich versteht, dem wird unschätzbarer Rat und nützliche Hilfe zuteil - für eine erfolgreiche Lebensgestaltung, zur Lösung von Alltagsproblemen und für mehr Lebensfreude. Geordnet von A bis Z werden über 2.000 Traumsymbole erschlossen, inklusive hochaktueller Traumbilder wie "Computer", "Piercing" und "E-Mail". Beispiellos in Kompetenz, Übersichtlichkeit und Praxisnutzen - eine unverzichtbare Hilfe zur Deutung der Träume.


Zuletzt geändert von Tilde am 04.06.2009, 09:25, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.06.2009, 09:21 
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Liebe Lila,

über Märchen gibt es eine ganze Menge zu sagen. Darf ich?, wo ich doch nicht Tilde heiße :D
Märchen wurden ehemals mündlich überliefert, dabei wurde vieles weggelassen oder sehr individuell und dabei auch häufig eigentümlich interpretiert (siehe den Versuch von Tilde ). Es gibt mehrere Märchengesellschaften, in Deutschland und Europaweit, die sich mit der Bedeutung von Märchen und deren ursprüngliche Überlieferung etc. beschäftigen. Sogar prof. Märchenerzähler gibt es und manche Märchenerzähler messen sich und ihre Kunst im Wettbewerb.
Auch der Psychologe C.G. Jung war ein Pionier auf diesem Gebiet und auch einige seiner Nachfolger und Schüler haben Märchen teilweise tiefenpsychologisch betrachtet. In Märchen steckt sehr viel drin.


Kurz gesagt, stellen Märchen Hilfen für das Leben dar. Wir erfahren aus den Märchen wie das Leben läuft, darum ist es wohl auch Brauch Kindern Märchen vorzulesen. Wir lernen davon, welche Widrigkeiten sich uns stellen können, wir erfahren über kleine Helfer (wir erfahren, dass es solche überhaupt gibt, für manche Menschen ohne Zuversicht gar nicht vorstellbar), wir erfahren von Intrigen und Bosheiten, von Trost, Hoffnung und Zuversicht und sie lehren uns vor allem wie wir aus eigener Kraft oder mit unviverseller oder menschlicher Hilfe, Befreiung und Verwandlung erleben können.

Märchen sind sozusagen psych. Ratgeber, die lange Zeit nicht in ihrem Wert erkannt wurden und von denen niemand genau weiß, wann sie entstanden sind. Dabei verkörpern doch Märchen unser menschliches kollektives Wissen.

LG
Cloe

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Was immer du tun kannst oder träumst,
es zu können,
FANG DAMIT AN!
Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

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Goethe


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BeitragVerfasst: 04.06.2009, 09:38 
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Olympiareiftipper
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Und wo ich die Büchertipps von Tilde sehe, noch ein Gedanke:

Jeder Autor z.B. auch Bettelheim hat seine persönlichen Vorlieben und Eindrücke und so wird auch seine, wenn sicher auch sehr geschätzte Interpretation, doch auch nur höchst subjektiv sein. Wie zu lesen ist, orientiert Bettelheim sich an den Theorien von Freud. Unter dieser Voraussetzung ist anzunehmen, dass die interpretierten Märchen eine sexuelle Färbung erhalten. Der Leser darf berechtigter Weise kritisch sein-bei jedem dieser Autoren!
Wer nicht den Anspruch hat, Märchen wissenschaftlich zu untersuchen, mag ein Märchen besser auf sich wirken lassen.

Lüthi ist echt schwere Kost, würde ich nicht weiter empfehlen und auch Verena Kast ist nichts für normal Interessierte, eher interessant für Menschen die ziemlich tief in der Tiefenpsychologie wühlen wollen und nichts für Einsteiger.


Apropos: Wenn ihr Märchen lesen wollt, dann empfehle ich die Hausmärchen von den Brüdern Grimm. Andere Märchen, wie bsp. Andersen sind Kunstmärchen und die sind weil vom Autor "erfunden", anders (als nette Unterhaltung) zu be-WERT-en.
Viel Spass beim Lesen

LG
Cloe

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BeitragVerfasst: 04.06.2009, 11:58 
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Liebe Cloe,
hab oben auch geschrieben, dass ich Lüthi nicht als Einstiegsliteratur zum Thema nehmen würde. Also ich persönlich würde das so machen wie ich es selbst tue:

Hab das Traumdeutungslexikon von Klausbernd Vollmar, bin super zufrieden damit (gibt auch viele andere, aber das hier find ich gut), und Vollmar differenziert da auch immer zwischen

A) Freudscher Traumdeutung
(immer sexuelle Färbung, egal was, ALLES ist für Freud sexuell! :mrgreen: )

und

B) Jung'scher Traumdeutung
von der ich hoch beeindruckt bin und die auch irgendwo immer zutrifft. Also daran orientiere ich mich und hab ihn deshalb auch oben gesondert empfohlen, ganz toller Typ!


Fazit:
Die Jung'sche Traumdeutung finde ich super interessant und zutreffend, mit der Freud'schen kann ich persönlich nischt anfangen. Ganz persönliche Meinung.

Und dann schau ich immer nach, was die Symbole so bedeuten und übersetze das Märchen wie ein Traum "für mich selbst" mithilfe der Jungschen Traumsymbole. So hab ich das ja oben auch versucht.

Dennoch finde ich es auch interessant, mal die Interpretationen der anderen zu lesen. Auch um zu sehen, wo Übereinstimmungen oder Anregungen sind.

Aber in der Tat - am besten man interpretiert es für sich selbst!


-> Lüthi - würde ich nicht im psychologischen Sinne empfehlen, musste ich aber einfach als "Standardwerk" für näher Interessierte mit angeben. Hatten wir damals auch im Deutsch Leistungskurs, als Sekundärliteratur, als wir Märchen bearbeiteten, daher kenn ich den. Wer an Märchen einen Narren frisst, der sollte den schon zuhause haben, ist schon interessant!

--------------

Meine Vorgehensweise für jedes Märchen:

also ich werde hier immer die Symbole anhand der Jung'schen Traumdeutung übersetzen (Freud lass ich weg, iss sowieso alles Sex, also ich kann damit nischt anfangen) mit den Ergänzungen von Vollmar. Anschließend stell ich dann eine Interpretation eines anderen vor (wie oben von Anselm Grün), die ich soweit "okay" finde und schließlich meine eigene.


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BeitragVerfasst: 18.06.2009, 19:09 
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Liebe Lila,

Du hattest nach weiteren Märchen gefragt. Ich habe jetzt gerade ein wenig Muße und bin zuhause, so dass ich ein Neues von der Seelensprache in die Alltagssprache für Euch übersetzen kann, hier ist auch mein Traumdeutungslexikon nach Vollmer und Jung.


Ich habe mich - da wir viel über Narzissmus sprachen in letzter Zeit - für Schneewittchen entschieden! :wink:

Bild

Schneewittchen

Inhalt


Eines Tages wünscht sich die schöne Königin sehnlichst ein Kind. An einem kalten Wintertag sitzt sie am Fenster, das einen Rahmen aus schwarzem Ebenholz hat, und näht. Beim Betrachten der Schneeflocken wird sie abgelenkt und sticht sich mit der Nähnadel in den Finger. Als sie das Blut auf den Schnee tropfen sieht, denkt sie: „Hätt ich ein Kind, das Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut, und Haare so schwarz wie Ebenholz.“

Bild

Nach Schneewittchens Geburt stirbt ihre Mutter. Nach einem Jahr nimmt sich der König eine andere Gemahlin. Diese ist sehr schön, aber stolz, hochmütig und böse. Sie kann es nicht ertragen, an Schönheit übertroffen zu werden. Als ihr sprechender und allwissender Spiegel Schneewittchen und nicht sie die Schönste im ganzen Land nennt, beauftragt sie den Jäger, ihre Stieftochter umzubringen und ihr zum Beweis Lunge und Leber zu bringen, doch der Mann lässt das Mädchen laufen und bringt der Königin Lunge und Leber eines Frischlings.
Schneewittchen flüchtet durch einen Wald, und die wilden Tiere tun ihr nichts. Sie kommt zu einem Häuslein, in dem ein Tisch für sieben Personen gedeckt ist, und bedient sich von ihm. Als es ganz dunkel ist, kommen die Herren des Häusleins, die sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz gehackt und gegraben haben. Sie sind erstaunt, dass jemand von ihrem Tellerchen gegessen, aus dem Becherchen getrunken usw. hat. Im Bett des siebten Zwerges finden sie das schlafende Schneewittchen. Am nächsten Morgen erklärt Schneewittchen ihnen ihre Lage, und es darf im Hause wohnen bleiben, wenn es die Hausarbeiten verrichtet. Dann wird es ihm an nichts fehlen.

Währenddessen befragt die böse Königin ihren Spiegel ein weiteres Mal nach der schönsten Frau im Königreich. Er verrät ihr, dass Schneewittchen noch am Leben ist und sich hinter den Bergen im Haus der Zwerge versteckt.
Drei Mal versucht nun die Königin, Schneewittchen zu töten, indem sie sich als Händlerin verkleidet: mit einem Schnürriemen (Mieder), einem Kamm und einem Apfel. Die ersten beiden Male können die Zwerge Schneewittchen ins Leben zurückholen. Beim dritten Mal legen sie es in einen gläsernen Sarg, in dem es aussieht, als schliefe es nur.

Ein Königssohn reitet vorüber und verliebt sich in die scheinbar tote Prinzessin. Als der Sarg auf sein Schloss getragen wird, stolpert er über eine Wurzel und das giftige Apfelstück rutscht Schneewittchen aus dem Hals. Sie erwacht, und der Prinz heiratet sie.


Schneewittchen
Schnee-weiß. -> Schnee: Gefühlskälte ->Weiß: Unschuld -> „Die/ der unschuldig Gefühlskalte““die/ der unschuldig seelisch Tote“ ( = Narzisst, Narzissmus entsteht immer in der frühern Kindheit -> vor dem 7.ten Lebensjahr durch falsche (Selbst-)bemutterung und narzisstischen emotionalen Missbrauch).

Königin

Ursprung, Vollkommenheit, Ganzheit

Schön, Schönheit
Entweder Wahrheit, Aufrichtigkeit oder aber Eitelkeit, Erfolg und Glück

Kind
Entweder ein sehr positives Traumsymbol, das neue Möglichkeiten anzeigt, oder aber dem Zusammenhang nach ein Widerstand gegen Reife und Vollendung. Das Kind verdeutlicht Wesensteile des Traumichs, die erwachsen werden wollen.

Rahmen
Eitelkeit, man soll ruhig mal aus dem Rahmen fallen

Blick
Wahrnehmung

Schnee
Gefühlskälte, aber auch unberührte Unschuld

Nähen
List, Feigheit, Eitelkeit

Stich
Seelische Verletzung

Finger

Geschicklichkeit, nach konventioneller Psychoanalyse Penissymbol, männlicher Anteil in einem Selbst. Mut, Tapferkeit und Durchsetzungsvermögen. Selbstbehauptungskraft.

Blut
Leidenschaft, Liebe aber auch Verletzung und Enttäuschung.

Ebenholz
Schönheit

Blutsverlust
Liebesverlust, Verwundung

Wunde/ Verletzung

Man fühlt sich verletzt und getroffen. Eine Verletzung im Finger deutet auf eine Verletzung der eigenen Männlichkeit hin. Man fühlt sich schwach und hilflos.

Boden
Basis und Grundlage einer Angelegenheit

Lippen
Erotische Wünsche, Kommunikation

Haut
Zeigt als Spiegel der Seele den nervlichen und seelischen Zustand einer Person an. Abgrenzung gegen die Außenwelt, Schutz der Person.

Schnee
Gefühlskälte

Blässe
Blasiertheit, Angst, Krankheit

Haar
Vermögen, Potential

Schwarz
Seelischer Stillstand, Trauer und Tod

Tod
Radikaler Wechsel, Wandlung

König
Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Selbstkontrolle

Heirat
Verbindung zwischen verschiedenen Teilen in einem Selbst

Stiefmutter
Negatives Muttersymbol, die starke magische Frau, vor der man sich fürchtet und die ihre Pflicht gegenüber den kindlichen Bedürfnissen sträflich vernachlässigt. Immer ein Verweis auf das Unbewusste des Traumichs, der Teil der einen furchtbar erzieht und ängstigt anstatt für die echten Bedürfnisse zu sorgen und einem die Fähigkeit zur Selbsterziehung (wie die gute Mutter, Königin, Fee) zu geben. Archetypische Rolle, da sie das Traum-Ich, bzw. den Helden von seinem königlichen Ursprung der Vollkommenheit und Ganzheit trennt, auf dass er diesen nach bestimmten (Lebenprüfungen) zurückgewinnen muss.

Spiegel
Der einsichtige Intellekt, der die Realität reflektiert. Geläufige Allegorie der Selbstbetrachtung. Im Märchen und im Traum schaut man in den Spiegel, um sich der eigenen Identität zu versichern. Sieht man im Spiegel nicht sein echtes, sondern sein Scheinabbild, so verweist der Spiegel auf die Phantasiewelt und das Scheinleben des TraumIchs. Der Spiegel gilt als Attribut der Narren und er deutet auf die Eitelkeit als eine der 7 Hauptsünden hin. Das Traumsymbol des Spiegels muss im Detail analysiert werden – es ist immer enorm wichtig. Durch den Gebrauch eines Spiegels gerät man meist in die Gefahr der psychischen Aufgeblasenheit und verliert seine Erdung.

Schönheit
Doppelsinnige Botschaft, siehe oben: Entweder Wahrheit und Aufrichtigkeit oder aber Eitelkeit und rein körperliche Schönheit

Jäger
Verfolgung eigener Ziele. Der Jäger ist ein männlicher Archetypus und symbolisiert den Teil von uns, der die eigenen Ziele verfolgt und dabei männliche, marsianische Eigenschaften beweisen muss, um diese zu erreichen.

Wald
Häufigstes Traumsymbol und häufigstes Symbol des Unbewussten. Der Wald ist der Ort der Gefahr, wo sich das Geheimnisvolle noch Unbewusste abspielt und welches den Helden und das Traum-Ich in Gefahr bringen kann. Auf der anderen Seite kann dieses Traumbild auch anzeigen, dass man Kontakt mit seinem Unbewussten sucht.

Verstecken
Symbol des Unbewussten. Verdrängung und Flucht aus einer Problemsituation. Wer sich im Wald versteckt, verdrängt seelische Probleme in Unterbewusstsein. Im Wald als Ort der Gefahr können diese (unbewussten) Probleme aber umso größeren Schaden anrichten.

Wilde Tiere

Das Animalische als der bewusstseinsferne Instinkt (Anima, weiblicher Anteil in einem Selbst) oder als instinktfernes Bewusstsein (Animus, männlicher Anteil in einem Selbst)
Das Bild des Verdrängten oder auch teilweise des Schattens. Wilde Tiere bedeuten zumindest nach Freud böse Triebe und Leidenschaften.

Erschießen

Etwas in sich gewaltsam abtöten. Das kann eine Beziehung, ein Gefühl oder ein ungewollter Anteil in einem Selbst sein. Man sehnt sich nach Befreiung.

Lunge

Symbol der Stärke die man aus geistigen Energien, klaren Gedanken und persönlicher Urteilskraft gewinnt.

Leber

Symbol der Lebenskraft und der Leistung

Junges
Verweist auf eine noch schwache Männlichkeit oder auch schwach ausgeprägte Männlichkeit bei der Frau, schwaches Geschlechtsrollenbewusstsein beim Mann, mangelnde Heldenhaftigkeit und Tapferkeit

Schwein
Gier, sexuelle Gier, Geilheit, Faulheit, Wühlen im Dreck, Gemütlichkeit

Haus
Immer Symbol der Seele und Psyche des Traumichs.

Häuslein:
Man fühlt sich seelisch minderwertig. Aber auch kleine Sicherheit bei (seelischer) Armut.

Tellerchen:
(Lebenshunger) nach Gleichwertigkeit und Sicherheit

Becherchen:

Gefühle und Bedürfnisse der Seele nach Gleichwertigkeit und Sicherheit

Bettchen:
Sehnsucht nach seelischem Frieden aufgrund von Mindertigkeitsgefühlen und Angst.

Zwerge:
Der Teil von einem Selbst, der sich minderwertig fühlt. Man fühlt sich wie ein Kind, man ist emotional steckengeblieben. Man sollte eventuell etwas demütiger werden. Man empfindet sich noch als Kind und sehr klein.

Sieben

Heilige Zahl: 7 Zeiten sollen über den zerstörten König hinweggehen. Besitzt nach Jung immer Zeitcharakter. Etwas braucht seine Zeit.

Im Haus bleiben, sich schützen
Das Märchen-Ich schützt sich im "Inneren Gefängnis". Man fühlt sich befangen und bedroht. Es handelt sich um den wunden Punkt des Märchen-Ichs, dass sich schützt. Manchmal hat es auch die Bedeutung des "blinden Flecks".


Schnürmieder
Die Luft wird genommen. Etwas schnürt einem die Kehle zu. Man soll ausspucken was einem im Halse steckt. Etwas bedrängt einen. Man schreit nach mehr Freiraum. Man verlangt nach mehr Luft. als symbolischen Ausdruck von persönlichen Zukunftsaussichten, persönlichen Ansichten und persönlichen Vorstellungen dar.

Atem

Lebenskraft, Austausch mit der Umwelt

Giftig
boshaft

Kamm

Eitelkeit

Haare
Vermögen und Potential (boshaftes Potential, boshafte Macht)

Speise
Nahrung für die Seele. Die Art der Speise zeigt, was unsere Seele am dringendsten braucht.

Apfel

Gesundheit und Natürlichkeit, Sinnbild des Lebens

Giftiger Apfel

vergiftende Gedanken und Gefühle über
alles, was dem Leben und der Natürlichkeit und dem Gesunden entspricht

Essen
Etwas in sich hineinnehmen, sich in der Seele berühren lassen.

Tod/töten

Alte Lebenshaltungen sterben ab. Radikaler Wechsel. (Ver-)Wandlung.

Atem
Austausch mit der Umwelt, Lebenskraft

Bild

Glas, Glaswand, Glassarg
Man ist gefühlsmäßig vom anderen abgeschirmt, kontaktmäßige Isolation, denn man sieht etwas, was man nicht erreichen kann. Dennoch Zerbrechlichkeit und Überempfindlichkeit. Aber auch das Gefäß und die Retorte, in der die Wandlung und das Wachstum des Menschen wie jenes der Pflanze stattfindet.

Prinz
Der Träumer oder die Träumerin selbst. Oft die verzauberte seelische Würde, neue seelische Ausdrucksfähigkeit und Selbsständigkeit.

Erblicken
Man nimmt etwas wahr. Was man erblickt, sollte man genauer betrachten.

Leiche

Abgestorbener Persönlichkeits- oder Gefühlsanteil. Warnsignal: Man schleppt etwas Fremdes oder Totes mit sich herum. Ist dieses Traumsymbol bedeutend, sollte man einen Therapeuten aufsuchen.

Pferd
Leidenschaften des Menschen. Entweder Eros (Lebenstrieb) oder Thanatos (Todestrieb).

Reiten

Beherrschte Leidenschaft, beherrschte Bewegungen und Taten.

Stolpern

Etwas ist überhaupt nicht in Ordnung. Es wird einem klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es kann daraus eine neue Ordnung entstehen. Die Hindernisse des Lebens die es zu überwinden gilt. Das positive an diesem Symbol ist dass die unbekannten Widerstände und Schwierigkeiten in einem Selbst auf diese Weise bewusst werden was eine Voraussetzung ist, sie aus dem Weg zu räumen. Wichtig ist, worüber man stolpert.

Wurzel
Die Ahnen und Vorfahren. Die Herkunft. Auch Ahnungen.

Hinfallen:
Zweifel und Unsicherheit. Man soll sich fallen lassen. Wenn man vom Fallen träumt, steht man am Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt. Besonders wenn man etwas Neues ausprobiert, fällt man im Traum oder im Märchen häufig auf die Nase. Dieses Symbol zeigt also an, dass man gegen eine Begrenzung ankämpft. Im Traum hilft es sehr, wenn man Fallträume in Flugträume verwandelt, so dass einem Flügel wachsen.

Zerbrochenes Glas
Verletzung, Zerstörung der Unschuld - aber auch Glück

Ausspucken, Herausfallen des vergifteten Apfels
Zweifel und Unsicherheit über die Bosheit und der Lebensablehnung, der Ablehnung des Eros. Zweifel an der Leidenschaft des Thanatos. Übergang zu Neuem. Man entledigt sich von etwas.

Hals
Verbindung zum Kopf. Der Ort wo einem die (boshaften) Worte steckengeblieben sind. (??? Hier bin ich mir nicht ganz sicher -> unter Vorbehalt!)

Erwachen

Etwas wird einem bewusst.

Schloss
Archetypisches Muttersymbol. Seelische Sicherheit bei positivem Zusammenhang. Jedoch seelische Gefangenschaft bei negativem Zusammenhang (s.o. am anfang)





Interpretieren kannst Du nun selbst! :wink:
Versuch es doch mal?


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BeitragVerfasst: 18.06.2009, 21:18 
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Jahrhundertposter
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Stiefmutter

Bild

Teilung des Apfels (eine Hälfte giftig, eine Hälfte gesund für das Leben)


-> Abtrennung, Entfremdung und Verlust. Der Zusammenhang gibt Aufschluss über die Fähigkeiten des Märchen-Ichs. Ein Hinweis auf die Persönlichkeit des Traum-Ichs. Denn die Identität ist das Un-Teilbare.

Die Abspaltung vom "Bösen" auf das Gegenüber, das "Einverleiben" des Guten und Lebensbejahenden in sich selbst. Persönlichkeitsspaltung.


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BeitragVerfasst: 19.06.2009, 09:17 
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Championtipper
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MoinMoin

Sehr gerne doch erst am Nachmittag, nehme ich mir dan auch die Ruhe und tiefere hineinversetzung dazu, ansonsten käme es nur oberflächlich zuckzuck....da hat man ja auch wenig von :)

Hab dir aber was kleines zusammengestellt. Ich finde dieses passt sehr gut, zu dem Forum, da es immer wider ähnliche Fragen gibt und aber auch gewiesse Merkmale der Persönlichkeitsstürung, sind da vorhanden. Nur in welchem Ausmass.....

Bild



Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich



Einer Prinzessin fällt ihre goldene Kugel beim Spiel in den Brunnen, und ein Frosch erbietet sich, ihr zu helfen. Sie muss ihm dafür versprechen, seine Spielkameradin zu werden und Tisch und Bett mit ihm zu teilen. Als sie die Kugel zurück hat, läuft sie davon. Doch der Frosch folgt ihr und auf Drängen ihres Vaters bekennt sie sich widerwillig zu ihrem Versprechen. Als jedoch der Frosch einfordert, dass sie ihn mit in ihr Bett nehmen solle, ist ihr Abscheu so groß, dass sie das Tier an die Wand wirft. Im gleichen Augenblick verwandelt sich der Frosch in einen Prinzen. Nach dem Willen ihres Vaters führt er die Königstochter als seine Gemahlin in einer Kutsche in sein Königreich. Während der Fahrt springen Heinrich, dem treuen Diener des jungen Königs, aus Freude über die Erlösung seines Herrn mit lautem Krachen die drei eisernen Bande entzwei, die er (der „Eiserne Heinrich“) sich hatte um sein Herz legen lassen, als sein Herr in einen Frosch verwandelt worden war.



Deutungen
Sexuelle Initiation
Der Froschkönig kann (auch) als Geschichte sexueller Initiation eines jungen Mädchens gelesen werden. Der Brunnen steht für die Welt der unbekannten und daher zunächst beängstigenden männlichen Triebe, mit der die sexuell noch unerfahrene Prinzessin konfrontiert wird, als ihr argloses Spiel mit der goldenen Kugel am Brunnen eine plötzliche Wendung erfährt. Die goldene (runde) Kugel steht für weibliche Anziehungskraft. Der als ekelig empfundene Frosch steht nicht nur für die männliche Pubertät, die Jungen in diesem Alter als noch wenig attraktiv für gleichaltrige Mädchen erscheinen lässt, sondern auch allgemein für die zunächst als zudringlich und unheimlich empfundene männliche Sexualität. Erst als das Mädchen nach dem „Brunnenerlebnis“ zu einer jungen (selbstbewussten) Frau heranreift, kann sie die Angst vor dem anderen Geschlecht überwinden (der Wurf an die Wand), der Frosch entpuppt sich als Prinz.



Entzauberung und ihre Entsprechung in der Psychoanalyse
Als weiterer Aspekt möglicher Deutung: In dem Märchen wird mit dem Wurf an die Wand bzw. vor allem mit dem Ausspruch des den handelnden Personen (un)bekannten Wortes „Fretsche“ eine Entzauberung des zuvor verhexten Königsohns herbeigeführt bzw. abgeschlossen. Die Entzauberung findet durch Freisetzen bzw. Bekanntwerden von ablehnenden Emotionen statt. Entzauberungen finden sich in vielen Märchen, z.B. in dem Märchen Rumpelstilzchen. In dem Augenblick, in dem dessen wahrer Name ausgesprochen wird, ist der Zauber gebrochen bzw. gebannt. Eine Parallele besteht insoweit in der Psychoanalyse. Erst mit dem Bewusstwerden und Aufdecken von Ängsten und Verdrängungen ist der (negative) Zauber gebrochen, kann der Heilungsprozess beginnen.
Interpretation von C G Jung
Einer Interpretation von Carl Gustav Jung folgend handelt die Geschichte von einer Initiation der Psyche einer jungen Frau. Der Analyse Jungs folglich sind Märchen eine reiche Quelle für Archetypen und können wie Träume analysiert werden. Der Ego-Charakter in dieser Geschichte ist die Prinzessin. Als Jungfrau sieht sie ihre männlichen Mitmenschen noch wie fremdartige Tiere, genauer wie Frösche. Der goldene Ball steht für ihr bewusstes Selbst, das im Brunnen im Wald verloren ging. Sowohl der Brunnen als auch der Wald stehen für ihre Unbewusstheit. Während des Prozesses der Selbstsuche trifft sie einen Frosch, eigentlich: einen Mann. Der Frosch hilft ihr und will aus ihrem Becher trinken und von ihrem Teller essen, was für das Verlangen, sie zu küssen steht. Mit ihr in einem Bett schlafen zu wollen steht für die Intimität zwischen Mann und Frau. Als die jungfräuliche Prinzessin den Frosch gewaltsam an die Wand wirft, wird sie sich plötzlich über die männlichen Züge in ihrem eigenen Unbewussten klar: sie wird von der passiv erduldenden zur aktiv handelnden Person. Nach dieser plötzlichen Entdeckung wird der Frosch zum realistischen Bild eines Mannes oder in diesem Falle zu einem Prinzen mit wunderschönen Augen. Die Prinzessin ist nun eine erwachsene Frau, die fähig ist zu heiraten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Frosch ... e_Heinrich



Prinzessin
Die Prinzessin steht für Weiblichkeit, Sanftmut, Mitgefühl und Harmonie.
Oft versteht man sie als Symbol für Liebesglück.
Männer kann sie auffordern, die weiblichen Seiten ihrer Persönlichkeit nicht zu unterdrücken, sondern sie zu akzeptieren.



Kugel

Sie wird mit Vollkommenheit und Vollendung aller Möglichkeiten in Verbindung gebracht.
Er ist der Punkt, an dem alles beginnt, von dem aus sich auch die Form entwickelt.



Spiele
Wenn Sie Vergnügungsspiele arrangieren, bringt Ihnen das Glück, Freude und Angenehmes.
Daran teilnehmen verkündet Gefahr durch Leichtsinn und dabei gewinnen bringt Unglück in der Liebe.
Verlieren heißt, dass Sie durch Schaden klug werden.
Bei Kartenspielen und dgl. zusehen verspricht Gewinn und Freude.
Spielen Sie Kartenspiele und dgl., nehmen Sie eine harmlose Sache schrecklich ernst.
Sie pflegen recht abgedroschene Gewohnheiten oder sind im Bann einer Leidenschaft gefangen, die Sie nur verzehrt.
Sind es Vergnügungs-, Pfänder-, Ballspiele im Freien, werden Sie geneckt und gefoppt.
Bei einem Würfelspiel erleiden Sie durch Leichtsinn oder schlechten Rat anderer einen empfindlichen Verlust.
Beim Billardspiel stößt ein gewünschtes Zusammentreffen mit jemandem auf große Schwierigkeiten.
Brettspiele, Domino, Kugelspiel zeigen, dass sich mit dem Freund oder der Geliebten Schwierigkeiten oder Differenzen ankündigen.
Wenn Sie in der Lotterie spielen, müssen Sie sich auf Unehrlichkeiten vorbereiten und hegen dazu noch große Illusionen.
Glücksspiele bringen eine Enttäuschung, die den Ärger nicht wert ist.
Mit Geld spielen mahnt zur Vorsicht, Betrug und Ärger sind in Anmarsch.



Brunnen
Für einen Kranken kann dieser Traum baldige Genesung heißen.
Hinabsteigen in den Brunnen weist auf tiefe Erkenntnis oder auf das Unterbewusstsein hin.
Helles, klares Wasser, in das Sie eintauchen, bedeutet Jugend und Vitalität.
Wer in einen Brunnen stürzt, fällt in alte schlechte Angewohnheiten zurück und wird sich dadurch kaum Freunde machen.
Läuft der Brunnen über, deutet das manchmal auf Gefühlsüberschwang hin, kann aber auch zeigen, dass Sie sich durch zu viele Aktivitäten verzetteln, dann sollten Sie lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Geben Sie jemandem aus dem Brunnen zu trinken, ist Vorsicht geboten, denn nicht jedem Menschen soll man Vertrauen schenken.



Frosch

Der Frosch ist ein zweideutiges Tier.
Er ist ein Tier des Wechsels, pendelt er doch zwischen Wasser und Land hin und her.
Ist Ihnen der Frosch im Traum zuwider, hegen Sie vielleicht im realen Leben gegen jemanden große Abneigung.
Hat sich der Frosch in einen König verwandelt, ändert sich auch Ihre Gefühlslage zum Positiven.
Töten Sie einen Frosch, werden Sie sich selbst Schaden zufügen.
Hören Sie Frösche quaken, ist das ein Zeichen, dass Ihr Ruf unbeschadet ist.
Sehen Sie einen Frosch oder halten Sie einen in der Hand, verspricht das Glück und Gewinn.



Hilfe
Leisten Sie Hilfe, werden Sie belohnt.
Rufen Sie um Hilfe, können Sie sich aus einer Gefahr befreien.




Versprechen
Es gilt eine wichtige Entscheidung zu treffen, der richtige Entschluss führt zu glücklichen Zeiten, allerdings sollten Sie gut darüber nachdenken.



Tisch

Allgemein steht er für das äußere Leben, zum Beispiel die Arbeit. Ist er schön gedeckt, spricht das für Glück und Erfolge, andernfalls für Misserfolge und Kummer.
Ein Tisch kündet eine Geselligkeit an, Sie werden sich bei schön gedecktem Tisch gut dabei amüsieren, bei ungedecktem Tisch dabei langweilen,
- decken oder decken sehen: an einer großen Festlichkeit teilnehmen, auch: verheißt glückliche Verbindungen und positive Umstände,
- einen vollen sehen: jetzt können Sie häusliches Glück und zukünftigen Wohlstand genießen,
- von einem ohne Tischtuch essen: frei und unabhängig entscheiden, Geld oder das Verhalten anderer hat für Sie keine Bedeutung,
- abräumen: Freude wird bald Sorgen und Gleichgültigkeit weichen,
- einen leeren sehen bedeutet Armut oder Streit, Sie sollten sich in Zukunft vermehrt um Haus und Familie sorgen,
- bei guter Unterhaltung an einem sitzen: Freude,
- andere an einem sitzen sehen: sehr günstiges Omen,
- ein sich selbst bewegender Tisch: Sie werden von Unzufriedenheit heimgesucht und wollen etwas ändern,
- ein schmutziges Tischtuch symbolisiert Ungehorsamkeit von Dienern oder Kindern, Freude wird Streit Platz machen,
- ein zerbrochener Tisch ist ein Zeichen für schwindendes Glück,
- jemand auf dem Tisch sitzt oder steht, heißt dies, dass er seine Wünsche mit unlauteren Mitteln umsetzen will,
- jemand auf den Tisch klopfen hören: Sie werden Ihre Einstellung gegenüber Freunden ändern und sich in Gefahr bringen, auch: den Respekt von Freunden und Verwandten verlieren.




Bett

Der Zustand des Bettes weist auf Ihren Allgemeinzustand hin.
Ist das Bett ordentlich und sauber, zeigt es auf Beständigkeit hin.
Ist es zerwühlt, kommen unruhige Zeiten auf Sie zu.
Ein schmutziges Bett zeigt innere Unzufriedenheit.
Ein leeres Bett kündigt eine Trennung an.
Mit einem großen Bett messen Sie der Sexualität einen sehr großen Stellenwert bei, bei einem kleinen Bett gilt das Gegenteil.
Das Bett ist der Hort der Geborgenheit, in dem Sie manchmal tiefe Unruhe erfasst, Sie sollten diesem Gefühl im Wachzustand nachgehen, weil es auf irgendeinen verborgenen Herd seelischer Krankheitskeime hinweisen könnte.




Vater

Der Vater repräsentiert Autorität und die konventionellen Formen von Recht und Ordnung. Im Leben eines Mannes übernimmt der Vater die gleichgeschlechtliche Vorbildrolle (oder auch nicht).
Im Leben einer Frau stellt der Vater die Schablone dar, anhand derer sie alle zukünftigen Beziehungspartner bewertet.
Reifere Beziehungen sind jedoch nur möglich, wenn sie sich beispielsweise mit Unterstützung der Traumarbeit, von ihrem Vater löst.




Abscheu

Der Traum, dass Sie Dinge oder Menschen verabscheuen, ist ein Omen.
Wenn das Gefühl der Abneigung Ihnen ernsthaft zu schaffen macht, dann sagt es Schwierigkeiten auf Ihrem Weg voraus. Sollten Sie hingegen nur eine Aufgabe nicht sonderlich mögen und sich der entledigen können, dann werden Sie Ihre Sorgen überwinden,
- vor ekeligen Dingen haben: Unannehmlichkeiten werden Ihnen nicht erspart bleiben.
- selbst jemanden verabscheuen: eine Abneigung gegen jemanden hegen, und Ihr Verdacht wird sich als zutreffend erweisen,
- sich selbst verabscheut glauben: Ihre guten Absichten werden andere zur Selbstlosigkeit führen,
- (für eine junge Frau) ihr Liebster verabscheut Sie: Sie werden einen Mann lieben, der in keiner Weise sympathisch ist.




Wand

Sie repräsentiert eine Verhinderung des Fortschritts - Schwierigkeiten, welche Sie vielleicht haben oder auf die Sie stoßen werden.
Häufig geben uns die Eigenschaften der Wand näheren Aufschluss darüber, was blockiert wird.
Verputzte Wände sehen kündigen von Erfolg, der jedoch nicht von langer Dauer sein wird.
Von der Wand auf Sie herab fallender Putz deutet auf Katastrophen und Enthüllungen hin.
Eine Wand die alt aussieht, symbolisiert ein altes Problem, eine Wand aus Glas hingegen deutet auf Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung hin.
Eine umschließende Wand könnte Ihre Erinnerung an Gefühle während der Geburt symbolisieren oder aber dem Eindruck Gestalt verleihen, dass Sie sich durch Ihre eigene Lebensweise eingesperrt fühlen.
Eine Ziegelwand, Schutzwall oder Trennwand symbolisieren den Unterschied zwischen der inneren und der äußeren Realität.



Prinz
Der Prinz verkörpert Verstand, Vernunft und Männlichkeit, er gilt als allgemeines Glückssymbol und verheißt die Erfüllung von Wünschen.



Kutsche

Sie sehnen sich nach etwas Romantik und Erholung.
Gönnen Sie sich einen kleinen Ausflug aus dem Alltag, im Moment scheinen Sie es wirklich besonders nötig zu haben.
Sehen Sie eine Prunkkutsche, hegen Sie eitle, vergebliche Hoffnungen.
Wenn Sie eine Reisekutsche sehen, werden Sie belohnt werden, unverhoffte Einnahmen überraschen Sie, Sie werden Besuche bei anderen tun.
Sich fahren sehen zeigt Erfolge und sorgloses Dasein, das Ziel der Wünsche erreichen.
Wenn Sie in eine Kutsche ein - oder aussteigen, können Sie einen Verlust nur umgehen, wenn Sie in nächster Zeit sehr vorsichtig agieren.



fahren

Damit ist immer eine Veränderung in Ihrem Leben in Sicht, ein Weiterkommen.



Diener

Ein Diener kann vor dem Geschwätz oder Betrug anderer warnen, Sie sollten erforschen, ob es dafür tatsächlich Anhaltspunkte gibt, und sich rechtzeitig wehren.
Sie machen es sich in allem bequem,
- von ihm bedient werden: Sie werden Verdruss haben.
Ärger wird Sie vielleicht in überflüssige Sorgen und Streitigkeiten treiben.



König
Fast immer stellt ein König im Traum den Vater oder die Vaterfigur dar.
Ein Kaiser kann darauf hinweisen, dass manche Einstellungen des Vaters Ihnen fremd sind, dass Sie sie aber vielleicht dennoch akzeptieren sollten.
Wenn der König alt ist oder stirbt, sind Sie in der Lage, veraltete oder altmodische Familienwerte abzulegen.



Freude

Freude taucht als Gefühlszustand in verschiedenen Formen in Träumen auf, sie wird meist als Zeichen für ein ausgeglichenes und gelassen-heiteres Wesen mit guten Beziehungen zur Mitwelt verstanden. Je nach den persönlichen Lebensumständen fordert das Symbol manchmal aber auch dazu auf, sich um mehr innere Ausgeglichenheit und Selbsterkenntnis zu bemühen.



Herr

Sind Sie ein vornehmer Herr, werden Sie Beleidigungen ertragen müssen.
Ist er Ihr Arbeitgeber, verspricht das ein gutes Einkommen.



Eisen

Sie müssen Entschlusskraft und Härte beweisen, wenn Sie weiter kommen wollen.
Es stehen besonders schwere Prüfungen bevor.
Man deutet das Symbol je nach den weiteren Begleitumständen vor allem in folgender Weise:
Eisen schmieden kann Pläne ankündigen, die aber leicht zu Streitigkeiten führen werden.
Rostiges Eisen kündigt eine Enttäuschung durch eine nahestehende Person oder sogar eine Trennung von ihr an.
Glühendes Eisen steht für heftige, beständige Gefühle für einen geliebten Menschen.
Eisen schmelzen weist darauf hin, dass Sie durch Treue in einer Beziehung glücklich werden können.
Durch Eisen verletzt werden verkündet bevorstehende Sorgen und Enttäuschungen.
Eisen zu zerbrechen stellt Zwist und Hader in Aussicht.
Damit schlagen zeigt Selbstsucht und Grausamkeit gegenüber abhängigen Personen.




Eisenring
Ein Eisenring kann andeuten, dass Sie sich eingeschränkt, durch die Lebensumstände in Ihrer Beweglichkeit behindert (angekettet) fühlen.
Sie werden eine goldene Hochzeit erleben oder an einer teilnehmen.



Herz
Es ist das Zentrum des Seins und repräsentiert "emotionale" Weisheit statt intellektueller Klugheit.
Wenn Sie ein Herz sehen deutet das eine innige Liebesbeziehung an.
Ein Herz zerschneiden kündigt Kummer und Trennung von einem geliebten Menschen an.
Ein blutendes Herz warnt vor einer Beleidigung oder ähnlichen seelischen Verletzung durch einen nahestehenden Menschen.
Herz essen symbolisiert oft das Bedürfnis, mit einem geliebten Menschen in eine ganz innige Beziehung zu treten, kann aber auch vor der Vereinnahmung durch andere in einer solchen Beziehung warnen.
Wenn Sie Ihr eigenes sehen, drohen Krankheit und Energieverfall,
- das eines Tieres sehen: die Feinde aus dem Feld schlagen und sich Respekt verdienen,
- schlagen fühlen warnt vor einem Fehltritt,
- zerschneiden: Trennung von einem nahestehenden Menschen,
- ein krankes oder verwundetes haben: bringt Sorgen in der Verwandtschaft,
- ein schmerzendes haben: es gibt berufliche Probleme, Sie begehen einen Fehler, der Verluste bringt,
wenn Sie ihn nicht korrigieren,
- keines haben oder es verlieren: Vorteil für die Feinde,
- Herzklopfen haben: Sie empfinden Zuneigung,
- Herzleiden bedeutet innere Qualen und Unruhen,
- Herzlos sein: Kummer und Not.

Bild


jetzt aber mal erst ein Käffchen

lg

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Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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BeitragVerfasst: 19.06.2009, 13:13 
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Moinmoin Lila,

in den nächsten Tagen hab ich viel Arbeit und muss mich dringend um die Anliegen meiner Klienten kümmern. Ich hab aber eigentlich viel mehr Lust auf Märchen und Träume und Seele und Romantik, deswegen freue ich mich über den Froschkönig.

komisch gestern abend lag ich im Bett und dachte, das müsse das nächste Märchen sein - heute hast Du es reingestellt. :wink:

Beim Einschlafen ließ ich Schneewittchen noch auf mich wirken und eines fiel mir gleich auf, u.a.: Der männliche Anteil in dem Märchen-Ich (Narzissmus) ist sehr schwach. Fingerstich, Feigheit, König spielt überhaupt keine Rolle, schützt seine Tochter nicht, der Jäger ist zu unreif in seiner Männlichkeit, um die Lebenskraft der Stiefmutter zu bringen (sie ist wie ein Vampir, Neid auf das Leben und die Echtheit, Authentizität), zu schwach zu erobern. Und alles was Schneewittchen an Maskulinität zu bieten hat, sind ausgerechnet nur ZWERGE.

Das ändert sich entscheidend, als der Prinz auftaucht(der positive männliche Selbstausdruck, als Verbindung von Held (Mars/Widder -> Erobern, Neuland erobern, Mut, Tatkraft, Kraft) und König (Sonne/Löwe -> Würde, Bewusstsein, Edelmütigkeit, Selbst-Beherrschung und Selbstbestimmtheit).

Tatsächlich ist es so, dass als EINE der Ursachen von Narzissmus fast immer eine dominante, beherrschende Mutter, die ihr Kind narzisstisch missbraucht emotional zur Selbstaufwertung und darüberhinaus ein schwacher Vater, der beinahe keine Rolle spielt oder abwesend ist oder aber als Taugenichts wahrgenommen wird vom Kind, festgestellt wurde.

Die innere Männlichkeit ist überhaupt nicht entwickelt. Im seelischen (göttlichen) Sinne ist das eben der PRINZ.

Vielleicht ist das der ERSTE Schritt zur Heilung? Und erst danach die Beschäftigung mit der abgestorbenen Prinzessin (= Anima, also die abgestorbene Liebesfähigkeit). Erstmal im Bewusstsein, erstmal mit dem Verstand sozusagen???????


Lila,
ich freue mich auch auf den Froschkönig! Das wollte ich nämlich auch als nächstes machen.

Bis bald dann! Geht leider nicht sofort hier bei mir.

LG,
Tilde


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BeitragVerfasst: 19.06.2009, 13:53 
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:D bin bei der Stiefmutter auf einen anderen Gedankenpfad unterwegs und liess den Vater auchmal weg :wink: aber um es genau zu machen, habe ich es im Office gespeichert....

wenn man das alles auseinander pflückt und dan wider neue Verbindungen und Wege erschafft, gibbets soooooooooooooooooooo viel Seiten und dan muss das Hirn und die Logik wach bleiben.
Ich kann noch keine Antwort versprechen zur Deutung, von Schneewittchen.
Und freue mich schon auf deine Interpretation! :)

Ja, dass nimmt mich wunder, eigentlich ist oberflächlich gesehen der Froschkönig schnell erklärt, aber eben auch nicht....

spannend und zauberhaft, diese Haus und Volksmärchen sind sie alle mal und nie aus der Mode....
bis dan

lg

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BeitragVerfasst: 19.06.2009, 15:33 
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Jahrhundertposter
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Ja,
die Seele ist vielschichtig, sie kommuniziert auf vielen Ebenen (Makrokosmisch im Großen, mikrokosmisch im Kleinen - unendlich viele Ebenen, die doch zusammenhängen).

Deswegen braucht man Zeit, so ist das mit Kunst und allem, was die Seele betrifft. Um es auf sich wirken zu lassen. Immer wieder. Immer wieder neu. Immer vertiefender zu entdecken. Anfangs hat man nur eine Ahnung......... und dann geht die Reise und die Aus-einander-setzung los. In immer kleinere Details........ :wink:


Deswegen DARFST, ja SOLLST (!!!) Du es sogar ganz anders interpretieren als ich es tue. Sonst würde sich Kunst und Schönheit (als Sinnbild der Wahrheit) ja auch nicht im Auge des Betrachters spiegeln, wenn es nur eine Antwort gäbe. Viel spannender ist es dabei, soviele Betrachtungspositionen wie möglich einzunehmen, um eine umfassende Interpretation auf diversen Ebenen hinzubekommen. Das hat uns schon immer unsere Deutsch-LK-Lehrerin (ein echtes altes Schlachtross - mit dem Standardspruch: "Also nach über 35 Jahren Lehrerfahrung möchte ich Sie bitten, diese Ebene zu verlassen und auf einem anderen Niveau die Kommunikation fortzusetzen! Den bisherigen Verlauf der Interpretationen wollen wir nun mit dem Mantel der Nächstenliebe bedecken, um fortzufahren..." :mrgreen: ) gepredigt:

"Was unterscheidet Sie von den anderen im Mathematik- und Physikleistungskurs?"

Antwort: "Sie werden nie mit einem Ergebnis nach Hause gehen können. Sie werden niemals "fertig" sein. Sie können nichts nach Hause tragen. Es wird also in gewisserweise anspruchsvoller. Simpel kann man dabei also nicht sein - dafür ist es zu vielschichtig." :wink:

Von daher - lass es auf Dich wirken, und fang einfach an zu interpretieren, lass Dir Zeit .....

und ich mache meine Interpretation. Es gibt da nichts, "was man nach Hause tragen soll" um die Bücher zuzumachen. :mrgreen:

Wir hatten Märchen damals in der 13. Klasse übrigens im LK, da hab ich erstmal gecheckt was da alles hintersteckt. Faust 1 und 2 hatten wir vorher. Märchen sind schon von daher alles andere als "simpel".


Viel Spaß!
Melde mich nächste Woche wieder mit meiner Interpretation. Je mehr wir haben - umso bereichernder.


LG,
Tilde


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BeitragVerfasst: 26.06.2009, 22:03 
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Liebe Tilde und alle die gerne dabei sind :)

Wie versprochen habe ich WIRKLICH :shock: gaaaaaaaaaaaaanz viel zusammen gesammelt, für weitere Sichweisen zur Deutung und natürlich auch eine von mir.
Also ab zum Schneewittchen :wink:


Meine Deutung und wie ich auf diese Ergebnisse kam:
1.Die Narzisstische (mit diversen Mischformen von Psychischen Störungen) Mutter
Die Frau, lebte mehr oder weniger isoliert, bis zum tag der Schwangerschaft.
2.Auch während der Schwangerschaft, konnte sie keinen Bezug zum Kind aufbauen, aber auch nach der Geburt, fand keine Bindung statt. Äussere Einflüsse, von Personen sind dabei nicht auszuschließen.
3. Da lösten sich Hormonveränderungen auf ihr gesamtes Nervensystem aus, was aber vorher schon kleinere Hinweise gehabt hätte (Isolation und evtl. verdrängte depression). Die Geburt war ebenfalls von ihrem „Wunschdenken“ verblendet. Und es folgte eine Wochenbettdepression, mit folgen.
4.Somit „starb“ das Mutterbild und wandelte sich in eine Stiefmütterliche Form. (kalte Frau „die Böse“ ihre Schattenseiten)
5.Da sie in ihrem Wahn das Kind, als ihren Feind sah, war sie immer wider darauf gepicht, über dieses Mädchen besonder Macht auswirken zu wollen.
Durch diese Faktoren und durch das NICHTBEHANDELN, „frassen“ sich die Störungen, so massiv in ihr denken und fühlen ein, so das sie u. A. unter Wahnvorstellungen litt.
Das kind wurde von der Mutter nicht richtig Wahrgenommen, als ihr eigen Fleisch und Blut. In der Tierwelt, kann man ebenfalls beobachten, wie ein Muttertier ihr Junges, verstösst und es verhungern lässt. (keine Muttergefühle)
6.Das liebliche Mädchen und so unzugänglich die Mutter war, so unzugänglich wurde das Kind. Autistisches Kind, dass ihre eigene Welt um sich aufbaute und in diese Flüchtete.
7.Die Mutter aber konnte, da nicht durchdringen und versuchte all diese Züge, aus dem Kinde zu „töten“.
8.Was ihr nach aussen hin gelang bis zu jenem Tag der Erlösung.
9.Der Prinz, so evtl. in Dornröschens Augen, war eher eine Art Erlöser, oder einfach gesagt ein Arzt.
10. Er pakte sozusagen das Problem an der Wurzel. Also fing die Arbeit so an.
11. Die Heilung: Erkennung und Lösungswege sieben Tugenden:
Glaube, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung), sowie sieben Todsünden Stolz, Geiz, Wollust, Neid, Völlerei, Zorn, Trägheit)

So würde ich es deuten und oder interpretieren. Natürlich gibt es da, ganz viele verschieden Ergebnisse.


Stiefmutter

Eine Stiefmutter
ist die Frau, mit der ein Vater eine neue Lebensgemeinschaft eingegangen ist (z.B. neue Ehe). Sie ist im Verhältnis zu seinen Kindern nicht die leibliche Mutter. Die neue Familie bildet eine Stieffamilie.
In der Vergangenheit war es durch die hohe Sterblichkeitsrate bei der Geburt und im Wochenbett (Kindbettfieber) und der Notwendigkeit der Wiederverheiratung des Witwers nicht ungewöhnlich, dass Kinder mit Stiefmüttern aufwuchsen.
Die Stiefmutter im Märchen
Das Motiv der Stiefmutter wird somit in Märchen häufig verwendet. Sprichwörtlich und aus Märchen wohl bekannt ist das Stereotyp der „bösen Stiefmutter“. Weitere Beispiele:
Stief- bzw. Schwiegermütter verkörpern im Märchen oft das Böse, als Störer der Familienharmonie - sie gelten hier als das lieblose Gegenteil der wirklichen Mutter. Seltener kommt in Märchen ein „böser Stiefvater“ vor, beispielsweise wie in „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. In mehreren wissenschaftlichen Studien wurde bereits versucht diesem Phänomen nachzugehen.


Die Stiefmutter in der Wissenschaft Psychoanalyse

Die Figur der (bösen) Stiefmutter gilt für die Analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs als Ausprägung eines Mutterarchetyps mit zerstörerischen und verschlingenden Zügen.
Europäische Ethnologie
Auffallend viele deutsche Märchen setzen eine „matrilineare“ Erbfolge voraus. Dies zeigt sich daran, dass Prinzen bzw. „Schweinehirten“ kommen, heiraten und über die geheiratete Tochter erben. Wenn sie gleich bei deren Herkunftsfamilie bleiben, liegt auch Uxorilokalität vor. Hier wird die Tochter der Mutter als potentielle Herrschaftskonkurrentin gefährlich. In Dornröschen tritt die Mutter erst als böse Fee, Jahre später dann als altes Mütterchen mit der Schlafspindel auf.
Strukturalismus

In der Familiensoziologie wird im Rahmen des Strukturalismus folgende These vertreten:
In allen Kernfamilien gibt es Paarfiguren mit größerer emotionaler Nähe (z.B. Vater + Tochter plus Mutter + Sohn), die somit strukturell dafür sorgen, dass Vater + Sohn, Mutter + Tochter und übrigens auch Vater + Mutter auf merklich größerer Distanz zueinander stehen. Wenn jetzt die Tochter vom Kind zur Jugendlichen wird, tritt sie zunehmend in Konkurrenz zur Rolle der Mutter als erwachsener Frau; Konflikte sind vorauszusagen, ihr Kampffeld wird (mehr als bei Vater + Sohn) der eigene Haushalt sein, und die herkömmliche Distanz verstärkt sie. Aus der „lieben“ Mutter, und auch aus der „lieben“ Tochter, wird eine „böse“.Das überrascht oft beide Teile: Die Mutter wirkt hier „wie ausgetauscht“; und zwar zu einer feindseligen „Stiefmutter“.
Interpretation von Schneewittchen

Nach der analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs repräsentiert die Stiefmutter in vielen Märchen den Archetyp des Schattens oder der nefasten Mutter, also der zerstörenden und verschlingenden Mutter.

Nach der Anthroposophin Friedel Lenzstellt das Zwergenhaus den Körper des Kindes, die Zwerge seine Elementarkräfte dar.
Dabei ist Sieben die Zahl der Zeit.
Die Märchen Schneewittchen, Dornröschen und Rotkäppchen bilden eine Abfolge seelischen Niedergangs.
Durch das gemeinsame Essen des Apfels identifiziert Schneewittchen sich mit der Versucherin. Nur durch eigne Kraft kann sie das Gift wieder ausstoßen, und die Mystische Hochzeit (Alchemie) zwischen Seele und Geist (Königssohn) kann stattfinden.

In der Grimm-Ausgabe von 1812 isst Schneewittchen am Schluss zusammen mit dem Prinzen.

Der Erzählforscher Lutz Röhrich merkt an, dass Schönheit in Märchen immer mit Liebe korrespondiert, was hier aber ausschließlich in pervertierter Form geschieht.

In Grimms Märchen sind die Vorgänge – verglichen mit anderen Versionen – nahezu asexuell geschildert. Heinz Rölleke stellt fest, dass diese Tendenz in späteren Ausgaben noch zunimmt.

In der ersten Ausgabe von 1812 ist die Königin die leibliche Mutter. Schneewittchen erwacht, als ihr ein Diener des Prinzen einen Schlag in den Rücken versetzt, aus Ärger, dass er das tote Mädchen den ganzen Tag herumtragen muss. Darüber hinaus bestehen viele kleinere Unterschiede wie die ausdrücklich erwähnten roten Backen des Mädchens oder das gemeinsame Mahl mit dem Prinzen.

Die Brüder Grimm haben sich mehrere Versionen des Märchens zusammengesucht und den Wortlaut zurechtgefeilt.
So wurden z. B. aus ein paar Blutstropfen nachträglich drei Blutstropfen. Dies wirkt wie eine Anspielung auf das Blutstropfenmotiv in Wolfram von Eschenbachs Parzival, in dem das Bild der Geliebten, Condwiramurs, mit dem des Mitleids vor Parzivals geistigem Auge erscheint.
Die Motivlinie der „Drei Blutstropfen“ verbindet hier das Bild der Tropfen mit dem Gedanken der Trinität und der Passion.
Das Bild der drei Blutstropfen auf weißem Untergrund verbindet „Schneewittchen“ darüber hinaus mit „Die Gänsemagd“: drei Blutstropfen in einem Taschentuch neben dem Pferd Fallada als einziges Unterpfand für Leben und Achtung der Prinzessin.
Die Dreizahl der Blutstropfen korrespondiert auch mit den drei bedrohlichen Besuchen der Stiefmutter bei den Zwergen, bei denen sie in Form eines vergifteten Geschenks gerade die drei Attribute der Venus darbringt.
Stoff

In zwei nicht veröffentlichten Versionen lässt die Königin das Kind auf einer Kutschfahrt im Wald aussteigen, um ihr Rosen zu pflücken oder ihren Handschuh aufzuheben, und fährt sie dann weg .
In der einen Version ist es der Vater, der sich das Mägdlein wünscht, als sie an drei Schneehaufen, drei Gruben voll Blut und drei Raben vorbeifahren .

Als Herkunft der Grimmschen Fassungen werden Marie Hassenpflug, ferner Einflüsse von Ferdinand Siebert und Albert Ludewig Grimm (in Des Knaben Wunderhorn, 1809) vermutet.
Der Eingang mit den Blutstropfen der echten Mutter entspricht Vom Machandelbaum.

Eine andre literarische Variante des Stoffes vor Grimms Fassung war Richilde von Johann Karl August Musäus (1782).
Mündliche Überlieferungen sind schon früher in fast allen Völkern Europas nachweisbar.
Die sieben Zwerge gehören zu einer hessischen Variante. Sonst waren es oft sieben Räuber (aber auch Drachen, Riesen etc.). Besonders verbreitet war das Märchen in Italien, dort fallen die Blutstropfen etwa auf Marmor oder Käse.

Das Motiv, den Mord am eignen Kind in der Wildnis in Auftrag zu geben und zum Beweis Organe zu verlangen, während der angeheuerte Mörder nur Tiere tötet, taucht auch in Tausendundeine Nacht (224. Nacht) auf.
Rezeption

Ernst Ludwig Rochholz veröffentlichte im Jahr 1856 eine kurze Erzählung unter dem Titel Der Tod der sieben Zwerge.
Darin übernachtet ein Bauernmädchen bei sieben Zwergen, die sich streiten, wer es zu sich ins Bett nehmen darf. Als noch eine Bauersfrau herein will, schickt das Mädchen sie weg. Die Bäuerin schimpft und kommt mit zwei Männern zurück, die die Zwerge erschlagen.

Alexander Puschkin verfasste bereits in den 1820er Jahren ein Märchen in Versform unter dem Titel Das Märchen von der toten Prinzessin und den sieben Recken, oft auch kurz Die leblose/tote Prinzessin genannt.
Diese Version erzählt im Grunde das gesamte Märchen, jedoch mit zahlreichen Unterschieden zur Grimmschen Version:
Schneewittchen wird nicht als solches bezeichnet, sondern ist eine namenlose Prinzessin
Statt zu sieben Zwergen flüchtet sie zu sieben Rittern. Dort fehlen die Episoden mit dem geschnürten Mieder und dem vergifteten Kamm. Die Ritter gehen auf die Jagd statt in ein Bergwerk und würden das Mädchen gerne selbst ehelichen, geben sich aber mit ihrer Freundschaft zufrieden
Im Wald soll das Mädchen statt von einem Jäger von einer Kammerfrau getötet werden; der Mordanschlag im Haus der Ritter wird von ihr im Auftrag der Königin als Wiedergutmachung für ihren Betrug beim ersten Mordauftrag verübt
die Heldin ist mit dem Prinzen, der sie am Ende rettet, bereits aus der Zeit im Königsschloss verlobt
die böse Königin stirbt vor Gram, schon wieder nicht die Schönste zu sein

Historischer Bezug
Wie einige Grimmsche Märchen hat vermutlich auch „Schneewittchen“ einen geschichtlichen Hintergrund.

Schneewittchen in Bayern
Als Entstehungsort sowie Heimat Schneewittchens wird unter anderem Lohr am Main angesehen. Ein dortiges Schloss wird, seitdem Ende des 20. Jahrhunderts ein Apotheker und lokalpatriotischer Hobbyhistoriker die Schneewittchen-Theorie in die Welt setzte, häufig „Schneewittchen-Schloss“ genannt. In ihm wohnte ein verwitweter Landgraf mit einer Tochter, die sich nicht mit ihrer Stiefmutter verstand.

In Lohr wurde im 17. und 18. Jahrhundert vor allem Glas produziert und über den Main in alle Welt verschifft. Es wurden auch Spiegel hergestellt (Sammlung wertvoller Exemplare im Spessart-Museum).
Einer davon ist durch eine Inschrift ein „sprechender Spiegel“ und wird daher als der Schneewittchenspiegel angesehen. Ein einzelner alter Damenschuh ist vorhanden.
Die Rohstoffe für die Glasproduktion wurden damals in Bergwerken im Spessart vor allem von Kindern und kleinwüchsigen Menschen gewonnen, die in Hütten bei den Stollen wohnten. Aus ihnen dürften im übertragenen Sinne die Zwerge hinter den „Sieben Bergen“ geworden sein.


Schneewittchen in Hessen

Der hessische Heimatforscher Eckhard Sander sieht als Grundlage für den Märchenstoff und die junge Prinzessin das Schicksal der Waldecker Grafentochter Margaretha von Waldeck (ZDF-Dokumentation 2006 durch Kirsten Höhne und Claudia Moroni).
Laut Dokumenten im Stadtarchiv Bad Wildungen war sie wegen ihrer großen Schönheit weithin bekannt und hatte eine strenge Stiefmutter. Als sie etwa 16 Jahre alt war, schickte ihr Vater, Graf Philipp IV. von Waldeck, sie an den kaiserlichen Hof von Brabant ins heutige Brüssel.
Auf diese Weise sollte sie mit einem Prinzen verheiratet werden. Margareta reiste über das Siebengebirge. Doch es kam zu Schwierigkeiten, als sich mehrere hochrangige Persönlichkeiten wie Graf Egmont und der Thronfolger (später Philipp II.) um Margareta bemühten. Ihre Gesundheit wurde zusehends schlechter. Schließlich starb sie am 13. März 1554 im Alter von 21 Jahren. In der Heimatchronik von Waldeck findet man den Vermerk, sie sei vergiftet worden. Eine - fürs Mittelalter typische und hier wahrscheinliche - Vergiftung durch Arsen würde auch die zittrige Schrift ihres Testamtents erklären.
Der Wohnort der Sieben Zwerge soll im Bergwerksdorf Bergfreiheit gewesen sein, das sich heute Schneewittchendorf nennt. Dass Margaretha blond war, stört hier nicht: In einer früheren Version der Brüder Grimm von 1808 ist Schneewittchens Haar noch „gelb“.
Auch in dem kleinen mittelhessischen Dorf Langenbach im Taunus findet man historische Anhaltspunkte zu Schneewittchen und den sieben Zwergen, die insbesondere durch lokale Begebenheiten sowie alte Flur- und Gemarkungsnamen gestützt werden . Der Ort liegt an der gleichen historischen Hauptverbindungsstraße (Hessenstraße) wie Marburg, der Studienort der Brüder Grimm.
Im Ort selbst wurde früher Bergbau betrieben, im Talgrund gibt es den uralten Gemarkungsnamen „Im Zwerggrund“. In älteren Varianten des Märchens (teilweise heute noch in Österreich gebräuchlich) ist auch nicht von einem Glassarg, sondern einem Glasberg die Rede . Der Glasberg versinnbildlichte in heidnischer Zeit eine Totenstätte. Unweit des Zwerggrundes, gewissermaßen einen Steinwurf entfernt, liegt noch heute dieser Glasberg.
Schneewittchen in Niedersachsen
Vermutet wird die inhaltliche Herkunft des Märchens im südlichen Niedersachsen in den Sieben Bergen, einem Höhenzug im Leinebergland. Greift man den Höhenzug als geografischen Hinweis auf, so findet man nordwestlich von ihm den Bergwerksort Osterwald. Es handelt sich um einen Ortsteil von Salzhemmendorf am gleichnamigen Höhenzug Osterwald im Leinebergland.
Dort wurde seit dem 16. Jahrhundert ein Steinkohlenbergwerk (Hüttenstollen Osterwald) betrieben. Glasproduktion gab es in der Nähe durch das Lauensteiner Glas. Verlängert man die Linie von Osterwald über die Sieben Berge bei Alfeld, so kommt man zur Ruine der Stauffenburg, in der die böse Stiefmutter gewohnt habe. Auch ein örtlicher Bezug zu den Märchenerzähler in Form der Brüder Grimm liegt vor, da sie an der Universität im nahegelegenen Göttingen lehrten. 2002 haben Bürger von Alfeld, das an der Leine unmittelbar südwestlich der Sieben Berge liegt, in diesen einen Schneewittchenpfad ausgewiesen.
Die Sieben ist die Addition von drei und vier, von Geistseele und Körper, also das Menschliche. In der überkommenen christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die Drei für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und alle geistigen Dinge.

Die Vier ist die Zahl der Elemente und steht damit symbolisch für die materiellen Dinge, die nach antiker Anschauung alle aus der Kombination der vier Elemente hervorgehen. In Gebäuden wurde das Siebeneck oft bei Gräbern und Grabkapellen für die ewige Ruhe verwendet
Über ihre Anzahligkeit hinaus hat die Sieben eine Sonderstellung: Die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen im Märchen von Schneewittchen, die sieben Weltwunder, die sieben Tage einer Woche, und die Erschaffung der Welt in sieben Tagen sind nur ganz wenige der vielen Begriffe, in denen Sieben benannt wird. Wer in einer Bibliothek recherchiert, wird feststellen, dass die Sieben deutlich häufiger in Buchtiteln erscheint als die benachbarten Zahlen 6 und 8. Das gleiche gilt, wenn man in einem Lexikon nach Begriffen sucht, die mit Zahlen beginnen.

Experimente der Verhaltensforschung zeigen die Bevorzugung der Sieben: Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Lieblingszahl oder bei der Frage nach einer beliebigen Zahl zwischen Eins und Neun ist die Zahl Sieben. Weil die Farbe „blau“ so häufig als Lieblingsfarbe genannt wird, wird dieses Phänomen „blue-seven“-Phänomen genannt.
Erklärungsversuche für die Sonderstellung

Eine Erklärung für die Sonderstellung liefert die Tiefenpsychologie. Nach Paneth ist die Sieben, die erste Primzahl im psychologischen Sinn die Zahl des Tabus. Sie spiele in der Bibel eine so wichtige Rolle, weil kein Volk wie das des Alten Testaments in solchem Maße durch Tabus eingeschränkt wird.

Bei manchen Autoren wird jedoch davon ausgegangen, dass die Sieben nicht aus dem Volksbewusstsein ihre Besonderheit erhielt. Vielmehr wurden die astronomischen Besonderheiten und ihre Wahrnehmung durch die Babylonier weiter gepflegt. Aus den sieben sichtbaren „Wandelsternen“ entwickelte sich eine Sonderstellung, die in andere Kulturen, Völker und Religionen diffundierte.
Ungeklärt bleibt nach dieser Diffusionstheorie das Auftreten der Sonderstellung der Sieben in kleinen Völkerkreisen von Nord- und Mittelamerika. So lässt die Nahuatradition die sieben Stämme der Nahua in sieben Höhlen hervorgehen .
Ein anderer weit verbreiteter Erklärungsversuch für die Sonderstellung der Sieben in vielen Kulturen ist das Vorhandensein von den sieben Öffnungen der menschlichen Wahrnehmungsorgane im menschlichen Schädel: zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, zwei Augen und ein Mund.
Die volkstümliche Auffassung der sieben Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Orientierung und Gleichgewicht) korrespondiert damit.

Eine weitere Erklärung könnte die Bedeutung der Sieben in der Wahrnehmung der Menschen sein und stammt aus dem Gebiet der Kognitionspsychologie. Schon vor über dreihundert Jahren entdeckte John Locke das sogenannte „seven phenomena“, als er das Auffassungsvermögen eines Erwachsenen untersuchte. Er stellte fest, dass Testpersonen, die eine größere Anzahl von Gegenständen einen kurzen Augenblick lang sehen, bis zu sieben Objekten eine Trefferquote von fast hundert Prozent haben. Bei mehr als sieben Gegenständen kommt es zu einem schlagartigen Abfall der Quote). Wir sind so in der Lage nach nur einmaligem kurzen Sehen bis zu sieben Ziffern kurze Zeit später zu wiederholen, aber nur äußerst selten mehr.

Vielleicht liegt in solchen psychologischen Untersuchungen, wonach Menschen durchschnittlich über sieben Verarbeitungskanäle, sogenannte Chunks verfügen. Menschen können sieben Objekte simultan denken und wahrnehmen, das ergibt eine rationale Erklärung der besonderen Beziehung vom Mensch zur Sieben.

Unter Hinzuziehung der einschlägigen Literatur rd hier versucht, die Entwicklung der Sonderstellung der Sieben und deren Weitergabe durch die Kulturen, Völker und Zeiten aufzuzeigen. Nicht immer ist eindeutig zu klären, was Fakten sind und wo die Autoren die Zahl Sieben mystifizieren, der „bis in allerletzte Zeit fortwirkende Magnetismus der Symbol-Sieben“ hat auch Paneth in den Bann gezogen. Er behauptet, Österreich wäre nicht in die „Rhein-Union“ aufgenommen worden, wenn nicht ein Siebter im Bunde gefehlt hätte.

Das göttliche Geschehen im Weltall und sein mathematischer „Beweis“
Einige Autoren gehen davon aus, dass die Sonderstellung der Sieben auf die Beobachtung astronomischer Besonderheiten beruht. Sieben ist die Anzahl der mit bloßem Auge sichtbaren, scheinbar beweglichen Himmelskörper: Sonne und Mond, dazu die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn).
In frühen Gesellschaften wurde das Himmelsgeschehen als göttlich verstanden, diese Wandelgestirne wurden den Göttern gleichgesetzt. Die Babylonier sahen in diesen „Zeichen der Gesamtordnung des Kosmos“ ihre Bewegungen als „Äußerungen göttlicher Wesen“.
Aus diesen sieben „Wandelsternen“ entwickelten sie die Vorstellung von sieben Himmelssphären und ordneten den sieben Planeten dann sieben Flüsse, sieben Farben, sieben Töne, sieben Metalle zu. Von Andrian weist darauf hin, dass in allen von ihm untersuchten Kulturen, Völkern und Gruppierungen immer die sieben „Planeten“ oder die sieben „Planetensphären“ als Wohnorte der Götter oder von Dämonen auftauchen.
Durch Nikolaus Kopernikus und den Übergang vom geozentrischen zur heliozentrischen Weltansicht wurden die Himmelsbewegungen über die Sieben „Planeten“ modifiziert. Die Erde wurde ein Planet wie die anderen, der Mond wurde ihr Satellit und die Sonne das Zentrum des Systems. Es gab sechs echte Planeten, der siebte Planet Uranus wurde erst 1781 entdeckt. 1846 mit kam mit Neptun sogar der achte und später über 1000 Planetoiden hinzu.
Eine astronomische Ursache für die Sonderstellung der Sieben werden die Mondphasen genannt. Jeder lunare Zyklus teilt sich in vier etwa siebentägige Wochen. In den orientalischen Gebieten war der Mond der höchste Gott und seine periodische Zu- und Abnahme musste „dem weit mehr als wir die Natur beobachtenden Urmenschen auffallen“.
Mit Zahlen wurde im Altertum nicht nur gerechnet, sie hatten eine symbolische Bedeutung. Die Verbindungen der heiligen Zahl mit Abläufen im All und auf der Welt wurde für die Alten eindeutig belegt: 1+2+3+4+5+6+7=28. Durch die Addition der ersten sieben Zahlen erhält man 28, also die Anzahl von Tagen eines Mondzyklus. Für die Menschen des Altertums war obige Addition somit sogar der „mathematische Beweis“ für die Sonderstellung und die Bedeutsamkeit der Sieben im Weltgeschehen.
Die Sieben hat auch im Sexagesimalsystem der Mesopotamier mit der Basiszahl 60, in der assyrisch-babylonischen Kultur eine Sonderstellung. Die frühen Astronomen konnten das Sonnenjahr nur mit 360 statt mit 365,25 Tagen annehmen. Nicht der Sieben, sondern dem Stammbruch ein Siebtel (1/7) gilt in diesem 60er-System die besondere Aufmerksamkeit. Ein Siebtel ist der einzige Stammbruch unter denen mit einem Nenner zwischen 1 und 10, der nicht exakt darstellbar ist.
Die Sonderstellung der Sieben in der babylonischen Kultur
7
Die Sieben hatte nicht in jedem Fall die wichtigste und zentrale Rolle bei den Babyloniern, die jeweilige Zuschreibung der Sieben als Glücks- oder Unglückszahl wechselte. In allen großen Mythologien der babylonischen, und folgend der griechischen und römischen Kultur findet sich die Zahl Sieben als „besondere“ Zahl. Sie hat eine besondere Stellung in ihrer Zahlensymbolik.
Jedoch besitzt die Sieben im größten Teil von Afrika und Amerika, in Australien und sogar in einigen europäischen Völkern, z. B. bei den Albanern keine „mystische“ Rolle.
Andrian geht daher von einer ›Diffusion‹ der mystischen Sieben von den „ältesten Cultursitzen in Mesopotamien“ durch die vielen Völkerwanderungen und Handelsbeziehungen in die verschiedenen Weltrichtungen aus, die auch orientalisches magisch-mystisches Kulturgut verbreitete. Er beschreibt, dass eine unmittelbare Übernahme der mystischen Sieben in vielen europäischen Gebieten nur sporadisch auftritt. Eine unmittelbare Übernahme von den Eraniern war praktisch mangels Zusammentreffen nicht möglich und das Christentum zog z.B. in viele slawischen Gebiete erst ein, als die Stellung der Sieben durch die Neun arg bedrängt wurde.
Nach Paneth haben die Babylonier die Sonderstellung der Zahl Sieben im 4. Jahrtausend vor Christus von den Sumerern übernommen, die in Südmesopotamien lebten. Die Existenz von sieben bösen Dämonen, den Sabettu, die vom Gott An erschaffen wurden, der für die Sumerer die „Unendlichkeit des Himmels“ verkörperte, könnte dafür ein Hinweis sein .
Unter den Semiten waren nach Andrian die Babylonier die eifrigsten Verehrer der heiligen Sieben. Ihre mystische Auffassung der Sieben drang in das Volksbewusstsein der Babylonier und Assyrer. Nach Silver soll unter dem sumerischen König Lugulannemundu um 2500 vor Christus für die Göttin Nintu in Adab ein Tempel mit je sieben Portalen und Türen erbaut worden sein, zu dessen Einweihung 49 Ochsen und Schafe, also 7 mal 7, geopfert wurden. Diese Angaben stammen allerdings aus einem Buch über Glückszahlen.
Analog zu den sieben heiligen „Planeten“, in denen die Babylonier den Ausdruck göttlicher Äußerungen sahen bildeten sie sieben Weltteile, sieben Flüsse, sieben Winde, sieben Metalle und sieben Farben. Weitere Beispiele für die Sieben in der babylonischen Kultur sind die sieben Himmel, die sieben kosmischen Türme mit sieben Stufen, die sieben Locken des Gilgamesch, die sieben Zweige des Lebensbaums, die sieben Hauptsterne am großen Himmelswagen, die sieben Namen des Mars, die sieben Sühneriten, die Schlange mit sieben Köpfen oder sieben Zungen, die sieben Tore der Unterwelt in der Höllenfahrt der Ištar. Außerdem steigt die babylonische Flut sieben Tage und fällt sieben Tage. 1700 v.Chr. sollen in der Zeit des Königs Hammurapi in einem babylonischen Kalender der 7., 14., 21., 28. sowie der 19 (30+19=49) eines Monats als Unglückstage angesehen worden sein, an welchen der König bestimmte Dinge zu unterlassen hatte und Opfer bringen musste. Hundert Jahre später soll unter König Sargob die fünftägige Woche durch die siebentägige ersetzt worden sein.
Auch bei den Persern hat die Sieben eine wichtige Rolle, sie ist die Lieblingszahl der eranischen Heldensage. Herodot beschreibt einen arabischen Eid, bei dem sieben Steine mit Blut beschmiert werden.
Auch in Indien ist sie eine bevorzugte Zahl. Es werden die „sieben Kühe der höchsten Himmelsräume“ verehrt und erst in der siebten Generation wird eine Abänderung der Kaste nach „oben“ oder „unten“ erreicht.
Die Zahl Sieben ist die häufigste Zahl in den Buddhalegenden. Und auch in China besitzt die Sieben eine Sonderrolle In Ägypten spielt die Sieben eine geringere Rolle, aber die Hauptgötter, Ra und Osiris sind von sieben Gottheiten umgeben.
Die Sieben im antiken Athen und Rom
Im antiken Europa nahm die Sieben insbesondere im Apollokult eine Sonderstellung ein, die Zahl war dem Gott geweiht. Der Bund der Pythagoräer vertrat die Ansicht, die Zahlen seien mit geheimnisvollen Kräften ausgestattet und glaubte, dass die personifizierten Zahlen das Weltgeschehen regeln. Fast göttliche Verehrung genoss die „Zehnzahl“, dennoch galt die Zahl Sieben als Zahl der Lebensrhythmen. Die Sieben bildet die Summe aus Quadrat und Dreieck . Philolaos, ein Schüler des Pythagoras, schrieb im 5. Jahrhundert vor Christus einen Hymnus auf die Zahl sieben.

Sieben gegen Theben
Beispiele für Zahl Sieben in der griechischen Mythologie sind die sieben Weltwunder, die sieben Helden von Theben (“Sieben gegen Theben“), die sieben Weltmeere, der Siebenkampf.
Die Einteilung des Lebens in Jahrsiebte stammt wahrscheinlich von Solon, einer der „sieben Weisen“. Diese sieben Jahre haben noch heute in der Anthroposophie Bedeutung. Ein zerbrochener Spiegel bedeutet sieben Jahre Pech, gefolgt von sieben Jahren Glück.
Die sieben Weltwundern wechselten in der Geschichte häufiger, ihre Anzahl blieb immer bestehen. Dies gilt ebenso für die “sieben“ Weisen.
In der römischen Mythologie steht die Sieben für den Gott Neptun. Das alte Rom wurde auf sieben Hügeln erbaut: Palatin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius und Aventin. Die Republik wurde nach der Herrschaft von sieben Königen errichtet.
Die Sieben in den abrahamitischen Weltreligionen
Judentum und hebräische Bibel
Die Sonderstellung der Sieben imJudentum findet sich im Alten Testament, das mit der siebentägigen Schöpfungsgeschichte beginnt und sehr viele Beispiele für die Verwendung der Sieben enthält. Der Sabbat ist der siebente Tag der Woche. Der heilige Leuchter, die Menora, hat sieben Arme. Das große Festjahr der Juden erfolgt nach sieben Jahren (“Jobeljahr“).
Die jüdische Kabbala ging von dem alexandrinischen Juden Philo, der um die Zeitwende lebte. Die neupythagoräische Lehre wurde bestimmend für viele Sekten und Religionen, und damit auch für das aufkommende Christentum und seine Numerologie.
Die Sieben im Christentum
Neues Testament und Christentum
Im Christentum hat die Sieben ebenfalls ihre Bedeutung; sie wird hier als Kombination der göttlichen Trinität (Drei) mit der irdischen Vier Elemente gedeutet. Von Jesus Christus überliefern die Evangelien Sieben Letzte Worte am Kreuz und sieben „Ich-bin-Worte“. Bei der wundersamen Brotvermehrung sind es fünf Brote und zwei Fische, die 4000 Menschen sättigen. Im Matthäus-Evangelium gibt Jesus sieben Gleichnisse vom Himmelreich, im Johannes-Evangelium werden sieben Wunder Jesu beschrieben. Das Vaterunser besteht aus sieben Bitten.
In der Offenbarung des Johannes, einem Brief an sieben Gemeinden wird die Apokalypse vorhergesagt, im Buch mit sieben Siegeln wird die Sieben 54 mal genannt. Die „sieben Posaunen“ läuten jeweils eine weitere Endzeit-Erscheinung ein, es gibt sieben Schalen, sieben Plagen, ein siebenköpfiges Tier. Der Pilger besuchte an einem einzigen Tag alle sieben römische Pilgerkirchen für einen besonderen Sündenablass. Im frühen Christentum soll der Kirchenvater Tertullian Gott als einen siebenfältigen Geist bezeichnet haben, der als einziger in den Dunkelheiten leuchtete, immer heilig: „septemplex spiritus, qui in tenebris unus lucebat, sanctus semper“.
Die sieben Noten der Gregorianischen Musik galten als wahrnehmbarer Ausdruck der Weltordnung.


Die sieben freien Künste, 15. Jh.
Im Katholizismus gibt es zusammengestellt von Papst Gregor dem Großen
sieben Tugenden:
Glaube,
Hoffnung,
Liebe,
Klugheit,
Gerechtigkeit,
Tapferkeit,
Mäßigung),
sowie sieben Todsünden
Stolz,
Geiz,
Wollust,
Neid,
Völlerei,
Zorn,
Trägheit) .
Die katholische Kirche kennt
sieben Sakramente
Taufe,
Firmung,
Eucharistie,
Beichte,
Ehe,
Priesterweihe,
Krankensalbung
und die sieben Gaben des Heiligen Geistes
Weisheit,
Verstand,
Rat,
Stärke,
Wissenschaft,
Frömmigkeit,
Gottesfurcht.
Jeder der sieben Gaben des Heiligen Geistes entsprach eine der 7 freien Künste: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie.
Es gibt die
sieben Schmerzen Mariens: Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons, Flucht nach Ägypten, Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel, Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg, Kreuzigung Jesu, Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria [Pietà], Grablegung Jesu
die sieben Freuden Mariens: Mariä Verkündigung, Mariä Heimsuchung, Geburt Jesu, Anbetung der Könige, Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel, Auferstehung Jesu, Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung.
Die sieben Noten der Gregorianischen Musik galten als wahrnehmbarer Ausdruck der Weltordnung.
Siebenten-Tags-Adventisten und Siebenten-Tags-Baptisten
Wenigstens zwei Glaubensgemeinschaften tragen die Sieben als Zahl des Sabbats im offiziellen Namen: Die Siebenten-Tags-Adventisten und die Siebenten-Tags-Baptisten. Hier bezieht sich Sieben auf den Sabbat (Samstag), den nach aus dem Judentum abgeleiteten siebenten Tag der Woche, an dem diese Kirchen ihren Gottesdienst abhalten.
Islam
Auch im Islam findet sich die Sieben. Der Siebente Himmel ist für Muslime der Ort der letzten Verklärung, den Prophet Mohammed erreichte.
Diese Siebenzahl wird oft als Synonym für die Unendlichkeit interpretiert.
Adam (1. Himmel),
Johannes und Jesus (2. Himmel),
Joseph (3. Himmel),
Idris (4. Himmel),
Aaron (5. Himmel),
Mose (6. Himmel) und
Abraham (7. Himmel)
Die Sieben im Europa der Neuzeit
Im deutschsprachigen Raum ist es keine uralte Zahlenmystik sondern es ist Alltagsgebrauch, wenn man nach seinen Siebensachen gefragt wird oder ob man die sieben Sinne beisammen habe. Nach Endres steht hierfür direkt das Mithramysterium, aus dem die Bibel Elemente übernommen hat. Die Frage wurde den frisch geweihten Myten gestellt, diese mussten bei der Zeremonie durch sieben Tore gehen und jeweils ein Kleidungsstück ausziehen und später wieder anziehen. Wenn mehrere Einweihungen stattfanden, war es jedoch nicht leicht, seine eigenen sieben Sachen zu finden.
Andrian ist der Meinung, dass der Gebrauch der Sieben als Import aus der Fremde nachgewiesen werden kann. So entwickelt sich die Sieben im Zahlenaberglauben von der kosmischen Zahl, zur magische Zahl und letztendlich zur Gebrauchs- oder Lieblingszahl.
Vor allem die Germanen haben die Vorstellungen über die mystische Sieben übernommen, hauptsächlich die Südgermanen. So wurden in Thüringen Frauen mit sieben unehelichen Kindern wieder zur „Jungfrau“. Brian McConnell meint in einer Ausgabe des New Law Journals, dass 1861 die 15-jährige Zuchthausstrafe in Großbritannien nicht aus humanitären Gründen verkürzt worden sei, sondern da vierzehn ein Vielfaches von Sieben ist.
Auch in vielen Märchen, Sprichwörtern, Bauernweisheiten und Redewendungen findet sich bis heute die magische Sieben auffällig oft. In Märchen finden sich die berühmten Siebenmeilenstiefel, die sieben Raben und die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen in Schneewittchen oder Cinderella. Das tapfere Schneiderlein erledigt sieben auf einen Streich, und bei Wilhelm Busch erledigen Max und Moritz sieben Streiche. Sindbad der Seefahrer des arabischen Kulturkreises musste auf sieben Reisen Abenteuer bestehen.
„Wenn es am Siebenschläfer (27. Juni) regnet, sind sieben Wochen mit Regen gesegnet.“
– Bauernregel
Als „siebengescheit“ werden Besserwisser bezeichnet. Anders wirkt die „böse Sieben“ bei Ereignissen, in der Ehe ist „Das verflixte 7. Jahr“ gefährdet.
Den sieben „Planeten“ des alten Babylon wurden den sieben Wochentagen zugeordnet, was im heutigen Sprachen erkennbar ist: Sonne zum Sonntag, Mond zum Montag, der Mars in Mardi (fr: Dienstag), der Merkur in Mercredi (fr: Mittwoch), der Jupiter in giovedì (it: Donnerstag), die Venus in vendredi (fr: Freitag) und der Saturn in Saturday (en: Samstag) .
Es wurde mitunter ergänzt, um die „heilige Anzahl der Sieben“ zu erfüllen. Um „sieben Meere“ zu erhalten wurde der Pazifik und der Atlantik in Nord- und Südteilen gezählt. Die „Sieben Farben“ Newtons wurden nach Giora wohl für die „heilige Anzahl" durch Indigo ergänzt. Gebräuchlich sind die „sieben Meeren“ und die „sieben Farben“ bis heute.
Überdurchschnittlich oft lassen sich Autobesitzer Wunsch-Kennzeichen mit Zahlenkombinationen der 7 geben.
Die Sieben in außereuropäischen Kulturen
Das Nilhochwasser zeigt nach neueren Erkenntnissen auch einen siebenjährigen Zyklus auf. Darauf könnten die sieben fetten und sieben dürren Jahre in Ägypten bezug nehmen, von denen in der Bibel berichtet wird.
In traditionellen und daraus abgeleitet in der esoterischen Energielehre gibt es 7 Haupt-Chakren n, welche als Hauptenergiezentren des Menschen angesehen werden.
Siehe hierzu auch: chinesischen Zahlensymbolik.


Schneewittchens Stiefmutter befragt den Zauberspiegel, deutsche Briefmarke, 1962
Der Spiegel ist ein äußerst zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen der Eitelkeit und der Wollust. Andererseits symbolisiert er auch Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit: Ursprung für die heute noch gebräuchliche Redensart „Jemandem einen Spiegel vorhalten“ bzw. „Spiegelbild der Seele“. In den Augen mancher Christen ist der Spiegel auch ein Attribut Marias, weil sich in ihr gewissermaßen das Ebenbild Gottes, nämlich Jesus, spiegelt.
In antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem – je nach mythologischer Vorstellung – die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. Im Alten Ägypten waren die Worte „Spiegel“ und „Leben“ identisch. Keltinnen wurden aus demselben Grund mit ihrem Spiegel begraben. In der griechischen Mythologie wird Dionysos Seele von den Titanen in einem Spiegel gefangen. Die Reflexion seines Selbstbildes hielt Narziss auf dem Wasser fest. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Reflexion in einem Spiegel verglichen.
In der jüdischen Überlieferung dient der Spiegel zur Erläuterung der überragenden Rolle von Moses als Prophet. Maimonides vergleicht die göttliche Offenbarung mit der Erhellung einer Nacht durch den Blitz. Einigen Propheten wurde nur ein einziges Mal die Gnade eines solch blitzartigen Aufleuchtens gewährt, anderen wiederum des Öfteren, während Moses einer dauernden, ununterbrochenen Erleuchtung teilhaftig war. Die Rabbiner erklären, dass seine Seele die göttliche Botschaft wie von einem klaren Spiegel zurückwarf.
Im Neuen Testament wird der Spiegel von Paulus zum einen in Anknüpfung an die rabbinische Deutung als Bild für die dem Mose allerdings überlegene christliche Gotteserkenntnis benutzt (2 Kor 3,18 EU). Zum anderen dient der Spiegel (der damals als blank geputzte Metallplatte nur dunkel und verschwommen spiegeln konnte) als Bild für die (im Vergleich zur Liebe) unvollkommene irdische Erkenntnis (1 Kor 13,12 EU).
In vielen Kulturen, so auch in der mitteleuropäischen Sagenwelt, gehören Spiegel und übersinnliche Erkenntnis (Weissagen, Wahrsagen) zusammen. Laut dem Volkskundler Trachtenberg haben noch im Mittelalter jüdische Gelehrte geglaubt, dass Spiegel beim Hineinsehen die Kraft der Augen wiedergeben und sie auf diese Weise stärkten. Gelehrte hätten deshalb während des Schreibens einen Spiegel vor sich hingestellt. Spiegelnde Oberflächen herzustellen hatte auch noch etwas Magisches an sich.
In Klöstern waren Spiegel zum Teil verboten, um die Eitelkeit nicht zu fördern. In der chinesischen Tradition sah man den Spiegel als Verbanner des Bösen, denn wenn das Böse in den Spiegel sieht und seine Mißbildung sieht, überkommt es der Schreck. In der sozialen Umgebung bedeutete dies Loyalität und in der geistlichen Sichtweise sah man es als Attribut des weisen Mannes, der seinen Verstand dem Spiegel ähnlich äußert.
In Japan spielte der Spiegel eine herausragende Rolle; er war eine der kaiserlichen Kostbarkeiten neben dem Thron und dem Schwert. Die syntoinische Tradition assoziiert einen achtkantigen Spiegel mit der Symbolik des Elements Metall und des kosmischen Epos' über die Sonnengöttin Amaterasu. Der Legende nach war es der Spiegel, der sie dazu gebracht hat, aus ihren Versteck herauszukommen und der Welt das Licht zurückzubringen. Der Spiegel, der die Göttin reflektiert und sie erweckt ist damit der Symbol der Welt, des Raums, in dem die Erscheinung entsteht. Der Spiegel wird mit der Zahl "8" assoziiert und mit dem Symbol des göttlichen Vollendung. Der Spiegel ist ein Mondsymbol, denn er ist wie der Mond eine Reflexion der Erscheinung. Der Spiegel wird mit dem Wasser verglichen und dient dem Wahrsagen und zu magischen Ritualen bei den Völkern von Kongo, Bambara und Asien. In einer Schale mit Wasser oder in einem Spiegel sieht der Wahrsager die Geister. In Altrussland haben junge Frauen auch magische Rituale mit Spiegeln durchgeführt. Und zwar am Heiligabend stellte man einen großen Spiegel gegenüber einem kleineren, dazwischen stand eine Kerze. Dann bat man den Spiegel, seinen zukünftigen Mann zu zeigen und wenn dieser sichtbar wurde, musste man schnell "Gott stehe mir bei" rufen oder der Doppelgänger des Gezeigten würde aus dem Spiegel treten und der Frau viel Übel bringen, die ihn gerufen hat. Im Mittelalter wurde der Spiegel als die Reflexion des Gotteswortes und als Mittel seiner Deutung aufgefasst. Sich Gedanken machen bedeutete, einen Spiegel zu besitzen, der die göttlichen Gesetze widerspiegelt und diese dadurch erkennen zu können. Er ist ein Mittel, Himmelskörper und den Kosmos zu beobachten. Ein echter Mensch war Vincent de Bove (der Autor des theologischen Werkes "Der Große Spiegel") nach, "ein Spiegel des Kosmos, in dem das Unsichtbare reflektiert wird. Also trägt das Nachdenken zu unserer Herausbildung bei. Das perfekte Schaffen ist eine Ansammlung von Spiegeln, die zum Licht gewendet sind. Und der Spiegel selbst ist die Reflexion der inneren Lebens.
In E.T.A. Hoffmanns Sammlung „Phantasiestücke in Callots Manier“, Unterkapitel: „Die Abenteuer der Sylvesternacht“ verkauft in der Erzählung „Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild“ der Protagonist Erasmus Spikher seiner im Bund mit dem Teufel stehenden Geliebten Giulietta sein Spiegelbild und damit seine Seele. (In der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach tut dieses Hoffmann selbst.)
In einer Erzählung mit dem Titel „Spiegelgeschichte“ erzählt Ilse Aichinger das Leben einer Frau rückwärts, beginnend mit dem Tod bis hin zur Geburt.
Ein autobiographisch-poetischer Film von Regisseur Andrei Tarkowski trägt den Titel Der Spiegel (1975), und diese nahmen in seiner Filmsprache immer eine gewichtige Rolle ein. (Tarkowski plante auch, über E.T.AHoffmann und unter anderem „Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild“ zu filmen.)
N. Julvin „Enziklopedie der Symbole“
Aberglauben
Spiegel sind schon seit langem häufige Elemente des Aberglaubens. Beispiele hierfür:
Wenn man einen Spiegel zerbricht, wird man sieben Jahre lang von Unglück heimgesucht, denn im Spiegel befindet sich ein Doppelgänger. Sollte man diesen verletzen, wird er sich rächen. Man kann das Unglück auch abwenden, wenn man die Splitter schwarz färbt oder sie in fließendes Wasser eintaucht.
Man soll nicht in einen zerbrochenen Spiegel sehen, denn dort sieht man den Teufel. Alternativ kann man seine Energie verlieren, wenn man in den zerbrochenen Spiegel blickt, im schlimmsten Fall stößt einem ein Unglück zu.
Sollte man einem kleinen Kind den Spiegel zeigen, kann es ängstlich oder oft krank werden.
Wenn man aus dem Haus geht und feststellt, dass man etwas vergessen hat, sollte man in seine Widerspiegelung schauen, sonst wird man auf seinem Weg auf viele Hindernisse treffen.
Im Hause eines Toten soll man alle Spiegel zuhängen, damit sich seine Seele dort nicht ansiedeln kann und die Lebenden erschreckt.
Eine Frau darf nicht in den Spiegel schauen wenn sie menstruiert, schwanger ist oder gerade geboren hat, denn in dieser Zeit sieht sie ihr offenes Grab.
Man sollte vor dem Spiegel nichts Böses sagen und auch sich selbst nicht kritisieren, denn er spiegelt das Gesagte.
Man soll sich jeden Morgen vor den Spiegel stellen und ihn darum bitten, alles Böse im Haus zurückzuwerfen und alle, die in dem Haus wohnen, zu beschützen.
Man kann seine Energie mit Hilfe des Spiegels aufladen, wenn man einige Minuten in seine Augen schaut, und zwar morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang. Die Erklärung hierfür ist, dass die Sonne die Energie wie ein Magnet anzieht.
Im Schlafzimmer sollte der Spiegel den Schlafenden möglichst nicht widerspiegeln, sonst wird man unruhig schlafen. Man kann die Spiegel auch während der Nacht zuhängen. Wenn man unruhig schläft, sollte man einen großen Spiegel unter das Bett mit der Spiegelseite nach unten legen; er wird alle Einflüsse auf den Schlafenden zurückwerfen.
Spiegelstadium
Das Spiegelstadium (französisch le stade du miroir) bezeichnet in der Theorie des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan eine psychologische Entwicklungsphase des Kindes um den 6. bis 18. Lebensmonat, mit der die Entwicklung des Ichs einhergeht. Lacan versucht mit dieser Theorie eine Antwort auf die Frage zu geben, wie im Menschen Selbstbewusstsein entsteht und funktioniert.
Die Konzeption des Spiegelstadiums zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Theorien Lacans. Sie wurde zuerst 1936 auf dem 14. Internationalen Kongress für Psychoanalyse in Marienbad vorgestellt, dann noch einmal in überarbeiteter Form auf dem 16. Kongress 1949 in Zürich. Schriftlich wurde der Aufsatz nur in der zweiten Fassung von 1949 in den Écrits veröffentlicht, auf deutsch im Band Schriften I unter dem Titel Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion [fonction du Je], wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint.


Beschreibung des Spiegelstadiums
Lacan geht nach eigenem Bekunden von einer Beobachtung des Psychologen James Mark Baldwin aus, der feststellte, dass Kinder zwischen dem 6. und dem 18. Lebensmonat ihr eigenes Bild in einem Spiegel erkennen. Das Kind betrachte sich, so Lacan, eingehend im Spiegel und begrüße sein Bild mit einer „jubilatorischen Geste“ der Verzückung. Diese Verzückung interpretiert Lacan als Identifikation des Kindes mit seinem Bild, das sich dort zum ersten Mal selbst begegnet. Diese Begegnung ist vor allem deshalb ein Anlass zur Freude, weil sich das Kind im Spiegel zum ersten Mal vollständig sieht, anstatt „zerstückelt“ aus der Leibperspektive – aus der heraus man ja das eigene Gesicht nie sehen kann und seine eigenen Gliedmaßen unzusammenhängend als abgetrennt erscheinende „Partialobjekte“ erfährt.
Im Gegensatz zum Menschen lässt die meisten Tiere ihr Spiegelbild gleichgültig, sie wenden sich rasch von ihm ab; die wenigen Ausnahmen zählen ihrerseits zu den hochentwickelten Tierarten, siehe Spiegeltest.

Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion
Mit dem ersten Blick auf das Ich als Ganzes konstituiert sich nach Lacan die psychische Funktion des Ichs (frz. „je“) überhaupt. Durch das im Spiegel erblickte Selbstbild entwickelt das Kind erst ein Bewusstsein von sich selbst. War es zuvor noch symbiotisch mit seiner Außenwelt – v. a. in Form der Mutter(brust) – verbunden, beginnen sich nun Ich und Nicht-Ich voneinander zu trennen. Das Kind erfährt sich zum ersten Mal als autonomes, kohärentes, vollständiges Lebewesen.
„Man kann das Spiegelstadium als eine Identifikation verstehen im vollen Sinne, den die Psychoanalyse diesem Terminus gibt: als eine beim Subjekt durch die Aufnahme eines Bildes ausgelöste Verwandlung.“ (Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, S. 64)
Weil das Ich, das im Spiegelstadium entsteht, auf einem Bild basiert, konstituiert es nach Lacan eine ganze Sphäre des Bildhaften innerhalb des Psychischen, die Lacan mit dem einflussreich gewordenen Begriff des Imaginären bezeichnet. Das Imaginäre ist jene Existenzweise des Subjekts, die auf dem Blick und der Identifikation beruht, und in der das Selbstbewusstsein angesiedelt ist.
Narzissmus
Das Imaginäre ist aber auch der Ort von narzisstischen Größen- und Allmachtsphantasien, die eben auf dem Bild der Vollständigkeit beruhen, welches das Kind im Spiegel erfährt. Durch den Blick in den Spiegel nimmt es „in einer Fata Morgana die Reifung seiner Macht vorweg“, indem es sich als mächtig und autonom erlebt, auch wenn es real noch fast vollständig von seiner Umgebung abhängig ist. Das Kind sieht seine körperliche Einheit als „totale Form des Körpers“, aber es fühlt diese Einheit noch nicht. Das Ich im Spiegel ist eine Täuschung, ein narzisstisches „Größen-Selbst“, wie es bei Freud heißt, auf dessen Begriff des „primären Narzissmus“ Lacan sich ausdrücklich beruft .
Die Bedeutung dieses vollständigen Selbstbildes für das Subjekt wird daran deutlich, dass in psychotischen Zuständen des Wahnsinns diese Vollständigkeit oft zerbricht und dem Psychotiker in Träumen Partialobjekte (z.B. abgehackte Hände) erscheinen, die er als traumatische Bedrohung erfährt. Bekannte Beispiele für solche Partialobjekte sind, so Lacan, die Gemälde von Hieronymus Bosch. Auch im Verlauf psychoanalytischer Therapien tauchen manchmal angstauslösende Bilder von zerstückelten Körpern auf. Der primäre Narzissmus ist also lebenswichtig für jedes Kind.
Aber als Narzissmus auch im engeren Sinn führt die Selbstbespiegelung zu einer Erstarrung, die tiefere zwischenmenschliche Beziehungen verhindert. Das imaginäre Bild im Spiegel hält das Subjekt wie in einem Bann gefangen: Es erstarrt im Anblick seiner imaginären Größe, es klammert sich an sein Größen-Selbst, es verliebt sich in sein Ich und schließt sich durch eine Form von „Trägheit“ psychisch gegen die Erfahrung von Andersheit ab. Der andere wird zum Rivalen, der die narzisstische Beziehung zum eigenen Spiegelbild bedroht. So schreibt Lacan von einem „Knoten imaginärer Knechtschaft, den die Liebe immer neu lösen oder zerschneiden muß.“ (S. 70)
(Vgl. zum Narzissmus als Verliebtheit des Subjekts in sein eigenes Bild auch den antiken Mythos von Narziss.)
Entfremdung und Ich-Spaltung
Die Vollständigkeit, die das Kind im Spiegel erfährt und die es mit seiner jubilatorischen Geste feiert, ist aber, obwohl der Mensch nicht ohne sie auskommt, wie gesagt eine Täuschung: Die imaginäre Einheit des Körpers im Spiegel ist noch keine reale Einheit. Die Identifikation des Kindes mit seinem Bild besitzt eine „Verkennungsfunktion“ – das Erkennen (me connaître) ist zugleich ein Verkennen (méconnaître). Das Kind sieht nicht sich im Spiegel, sondern eben nur sein Bild. Der Ort dessen, was es sieht, befindet sich außerhalb seiner selbst: im Spiegel. Das Spiegelstadium geht daher auch mit der Erfahrung der Entfremdung einher und bewirkt eine Spaltung des Subjekts. Lacan unterscheidet deshalb zwischen zwei Formen des Ichs: dem Ich (je) und dem Ich (moi), auch wenn diese beiden Aspekte des Ichs im Spiegelstadium-Aufsatz nicht deutlich und systematisch voneinander abgegrenzt sind.
Ich (je)
Das Ich (je) ist der unmittelbare Anblick des Ichs als eines anderen im Spiegel (je spéculaire), also der Blick auf das eigene Ich aus einer Außenperspektive, durch die das Kind sich überhaupt als jemand erfährt, der von anderen gesehen werden kann. Dieses „je spéculaire“ entwickelt sich schließlich zu einem sozialen Ich (je social). Bei der Entwicklung dieses sozialen Ichs fungiert das Spiegelbild als die „symbolische Matrix [...], an der das Ich (je) in einer ursprünglichen Form sich niederschlägt.“ (Das Spiegelstadium, S. 64)
Dem Ich (je) entspricht der Begriff der Sozialen Rolle, der Maske oder Persona. Im Englischen wird es in Anlehnung an die Rollensoziologie George Herbert Meads oft mit „I“ übersetzt (vgl. Dylan Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 141).
Ich (moi)
Das Ich (moi) ist ebenfalls im 'je speculaire' bereits angelegt, stellt aber eine „sekundäre Identifikation“ dar bzw. den „Stamm der sekundären Identifikationen“, das heißt den Ursprung der narzisstischen Identifikation des Ichs mit seinem Größen-Selbst. Das Ich (moi) ist eine Form der „Imago“ (Das Spiegelstadium, S. 65), nach welcher sich das Subjekt hin orientiert und das ihm als Ideal gilt, dem es sich „asymptotisch“ anzunähern versucht (S. 64). Letztlich ist dieses idealisierte Bild aber unerreichbar, weil es „auf einer fiktiven Linie situiert“ ist (S. 64). Es funktioniert nur als „Versprechen zukünftiger Ganzheit“ (Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 279).
Wenn das Ich (je) mit „I“ übersetzt werden kann, so wird das Ich (moi) im Englischen gelegentlich mit dem Begriff „Ego“ übersetzt. Lacan bezeichnet es auch in Anlehnung an Sigmund Freud als „Ideal-Ich“ (Das Spiegelstadium, S. 64). Obwohl er im Spiegelstadium-Aufsatz von einem „je-idéal“ schreibt (wovon er sich seit einer Neuauflage des Aufsatzes 1966 in einer Anmerkung ausdrücklich wieder distanziert), verwendet er im weiteren Verlauf seines Werkes den passenderen Begriff „moi-idéal“, um den Freudschen Begriff des Ideal-Ichs zu bezeichnen.
Dieses imaginäre „Ideal-Ich“ ist für Lacan jedoch nicht zu verwechseln mit dem „Ich-Ideal“, das dem Subjekt als Vorbild dient und auf dem seine symbolische Existenz beruht. Das Ich-Ideal beruht auf der Einführung des Subjekts in die Ordnung der Sprache und des Symbolischen, das Ideal-Ich dagegen auf der imaginären Erfahrung des Spiegelstadiums. Im ersten Fall unterwirft sich das Subjekt dem großen Anderen und seinen Signifikanten, im zweiten Fall bespiegelt es sich selbst im Bild seiner körperlichen Einheit. (Mehr zu den Begriffen Ich, Ich-Ideal, Ideal-Ich und Über-Ich vgl. Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 139-143.)
Ich ist ein Anderer
Die Spaltung des Ichs in je und moi (die im Deutschen sprachlich kaum adäquat darstellbar ist) führt Lacan zu seinem berühmt gewordenen Satz: „Das Ich ist nicht das Ich.“ („Le je n'est pas le moi.“) Denn: „Ich ist ein Anderer“, wie Lacan den Dichter Arthur Rimbaud zitiert – der Andere, dessen Bild dem Subjekt als Ideal-Ich (moi) gilt, und dem es sein Ich (je) anzunähern versucht, liegt außerhalb des eigenen Körpers.
Der Blick der Mutter und das Begehren
Im Spiegelstadium beginnt das Kind, nicht nur sich selbst, sondern auch andere wahrzunehmen. Dies kann sogar im Spiegel selbst geschehen, wenn das Kind mit der Gestalt im Spiegel zu spielen und es nachzuahmen beginnt. Im Spiegel sieht es sich, als wäre es ein anderer, und erfährt dadurch zugleich, wie es selbst von anderen gesehen wird. Vor allem ist es der Blick der Mutter, durch den das Kind diese Außenperspektive auf das eigene Selbst erfährt. In diesem Alter beginnt für das Kind eine der grundlegenden Fragen seiner weiteren Existenz: 'Wie sehen mich die anderen?'
So entsteht durch den Blick der Mutter (oder einer anderen Person) eine erste duale Beziehung zwischen Ich und Nicht-Ich, welche die Grundlage aller weiteren zwischenmenschlichen Objektbeziehungen bildet. Diese Beziehungen sind stets von einem Mangel geprägt, weil das Objekt, der „kleine andere“ (Objekt klein a), prinzipiell unerreichbar ist - unerreichbar sowohl in Form des Spiegelbilds als auch in Form des anderen Menschen, mit dem eine Rückkehr in den Zustand der frühkindlichen Symbiose, in dem Ich und Nicht-Ich noch ungeschieden waren, unmöglich ist.
Dieser Mangel, der zum Wesen des Imaginären gehört, bildet die Grundlage des Begehrens des Subjekts und damit die Ursache seiner gesamten Psychodynamik, seines inneren Antriebs. Auch in diesem Sinne ist das Spiegelstadium also die Grundlage der Ich-Konstitution: Erst durch den anderen wird das Ich zu einem Wesen, das sich zu seiner Außenwelt tätig verhält, indem es begehrt.
Bedeutung des Spiegelstadiums in Lacans Werk
Nachdem das Konzept des Spiegelstadiums bereits recht früh formuliert wurde, arbeitet Lacan Zeit seines Lebens mit dieser Konzeption, auch wenn er sie später eher allgemein unter dem Begriff des Imaginären fasst. Im Verlauf seines weiteren Werks korrigiert er auch einige Einseitigkeiten seiner ursprünglichen Konzeption, indem er etwa das Spiegelstadium immer weniger als historisches Ereignis betont, sondern es vielmehr als grundlegende Struktur des Subjekts begreift:
„Das Spiegelstadium ist weit davon entfernt, nur ein Ereignis zu sein, das in der Entwicklung des Kindes erfolgt. Es illustriert die konfliktreiche Natur der dualen Beziehung.“ (Seminar IV. Die Objektbeziehung [1956-57])
Insgesamt fasst Lacan die Bedeutung des Spiegelstadium wie folgt zusammen:
„[Das Spiegelstadium] ist ein Phänomen, dem ich zwei Werte zuordne. Erstens enthält es einen historischen Wert, da es einen entscheidenden Wendepunkt in der geistigen Entwicklung des Kindes markiert. Zweitens ist es typisch für die wesentlich libidonöse Beziehung mit dem Körper-Bild.“ (Some reflections on the ego [1951], in: Int. J. Psycho-Anal., Bd. 34/1953, S. 14, zit. nach: Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 278)
Rezeption und Kritik
Die 1936 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Theorie des Spiegelstadiums stellt Lacans erste bedeutende Neuerung innerhalb der psychoanalytischen Lehre dar und machte ihn sowohl innerhalb der Psychoanalyse wie auch über diese hinaus schlagartig bekannt. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich dabei bis ins Feld der Kulturtheorie und der psychoanalytischen Filmtheorie. Der französische Antikolonialist Frantz Fanon verwendete Lacans Konzeption, um die Selbstwahrnehmung kolonialer Minderheiten zu erklären. Diese beruhe auf einem entfremdeten Selbstbild, das durch den verinnerlichten Blick der fremden Kolonialherren verzerrt sei.
Gleichwohl war das Konzept des Spiegelstadiums innerhalb der Psychoanalyse – wie Lacans Theorie überhaupt – nicht unumstritten. Bereits die Frage, inwiefern Lacans Interpretation des kindlichen Verhaltens vor dem Spiegel wirklich aus einer „Verzückung“ über die erstmalige Vollständigkeit des Selbstbildes und damit als erster Schritt zur Herausbildung des Ichs zutreffend ist, ist nicht eindeutig zu beantworten. Ob Lacan die Vorgänge im Inneren des Kindes mit seiner Theorie korrekt nachzeichnet, muss letztlich offen bleiben und ist experimentell nur schwer oder gar nicht überprüfbar. Die Konzeption des Spiegelstadiums, die zwar auf empirischen, letztlich aber auf verschiedene Weisen interpretierbaren Beobachtungen beruht, fußt auf metapsychologischen Annahmen, die sich aufgrund ihres spekulativen Charakters einer empirischen Überprüfbarkeit tendenziell entziehen. So gehört die Frage nach der Entstehung und Funktionsweise des Selbstbewusstseins zu den noch immer ungelösten Fragen sowohl der Psychologie wie auch der Philosophie.
Konkret kritisiert wurde an der Theorie des Spiegelstadiums unter anderem Lacans biologistische Tendenz. So zieht Lacan immer wieder Sachverhalte aus der Tierwelt heran, um das Spiegelstadium beim Menschen zu erklären, indem er sowohl Tauben als auch Wanderheuschrecken als allgemeine Belege für die Existenz von Spiegelbeziehungen und Formen von Mimikry anführt, ohne ihre Übertragbarkeit und Bedeutung für psychologische Zusammenhänge zu hinterfragen. (Vgl. Hanna Gekle: Tod im Spiegel. Zu Lacans Theorie des Imaginären, S. 53)
Auch wurde oft die Unangemessenheit des Lacanschen Konzepts im Ganzen kritisiert. Ganz wörtlich verstanden würde das Spiegelstadium ja etwa bedeuten, dass ein Kind, das nicht mit Spiegeln in Berührung kommt, Störungen in der Ich-Entwicklung aufweisen müsste. Auch erscheint die Fokussierung auf das 'technische' Spiegelbild der Komplexität des Prozesses der Ich-Entstehung nicht angemessen. Jedoch ist fraglich, ob Lacan selbst diese Fokussierung so intendierte. Eine weiter gefasste Interpretation des Spiegelstadiums als Beziehung zwischen Kind und Mutter leistet Peter Widmer in seinem Buch Subversion des Begehrens. Eine Einführung in Jacques Lacans Werk (S. 26-36). Auch Dylan Evans schreibt: „Auch wenn es keinen Spiegel gibt, sieht der Säugling sein Verhalten im imitierenden Verhalten der Erwachsenen oder in dem anderer Kinder reflektiert. Durch diese Imitation fungiert die andere Person als Spiegelbild.“ (Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 276)
Eine alternative psychoanalytische Konzeption der Entstehung des Ichs bietet die durch die Arbeiten Melanie Kleins geprägte Objektbeziehungstheorie, die von Psychoanalytikern wie William R. D. Fairbairn oder Donald Winnicott vertreten wird, wobei Winnicott sich ausdrücklich positiv auf Lacans Thesen zum Spiegelstadium bezieht. Winnicott bezeichnet den Blick der Mutter als „Vorläufer des Spiegels“: Die Augen der Mutter spiegeln, einem menschlichen Spiegel gleich, den Blick des Kindes zurück und vermitteln so Geborgenheit, Zuwendung und Akzeptanz. „Die Mutter schaut das Kind an, und wie sie schaut, hängt davon ab, was sie selbst erblickt.“ (Winnicott: Vom Spiel zur Kreativität, S. 129). Der Begriff der Spiegelung sowie der „Spiegelübertragung“ spielt auch in Heinz Kohuts Theorie des Narzissmus eine entscheidende Rolle, wobei Kohut unter der Spiegelübertragung ausschließlich eine zwischenmenschliche Übertragungsbeziehung versteht. Andere Leseweisen zum Verhältnis zwischen dem Kind und seinem Bild bieten auch Julia Kristeva, Jessica Benjamin oder Jean Laplanche.
Spiegelneuron
Spiegelneurone (auch: Spiegelneuronen) sind Nervenzellen, die im Gehirn während der Betrachtung eines Vorgangs die gleichen Potenziale auslösen, wie sie entstünden, wenn dieser Vorgang nicht bloß (passiv) betrachtet, sondern (aktiv) gestaltet würde.
Sie wurden vom Italiener Giacomo Rizzolatti und seinen Mitarbeitern bei Affen 1995 im Tierversuch entdeckt. In diesen Untersuchungen fiel auf, dass Neuronen im Feld F5c des Großhirns dann reagierten, wenn zielmotorische Hand-Objekt-Interaktionen durchgeführt oder bei anderen – zumindest anatomisch ähnlichen – lebenden Individuen beobachtet wurden.
Ihren Platz haben diese Zellen unter anderem im prämotorischen Cortex von Makaken. Auch bei Menschen konnten diese Neuronen z.B. im Broca-Zentrum nachgewiesen werden, das dem genannten Areal homolog und für die Sprachverarbeitung bedeutsam ist. Es wird derzeit ein ganzes System von Spiegelneuronen angenommen.
M. N. Eagle und J. C. Wakefield haben darauf hingewiesen, dass diese Entdeckung der Spiegelneuronen von den Vertretern der Gestalttheorie, insbesondere Wolfgang Köhler, schon in den 1920er-Jahren mit ihrer Isomorphie-Annahme vorweggenommen worden ist.
Bezug zu Empathie und Autismus
In den letzten Jahren hat diese Entdeckung viel Aufsehen erregt, weil diskutiert wird, ob mit den Spiegelzellen der Schlüssel für das Verständnis von Empathie, Sprache und darüber hinaus für die Kultur gefunden worden sei.
Auch Autismus-Symptome werden von einigen Forschern mit einem unzureichenden Funktionieren der Spiegelneuronen in Verbindung gebracht. Diese Auffassungen werden besonders von dem in den USA arbeitenden indischen Neurologen Vilayanur S. Ramachandran vertreten. Auf EEGs konnte er bestimmte Wellenfrequenzen finden, die bei gesunden Probanden unterdrückt werden, wenn sie andere Menschen beobachten, bei Autisten jedoch nicht. Er wertete dies als Folge der Aktivität von Spiegelneuronen. Allerdings muss betont werden, dass bislang wissenschaftliche Belege für eine Beteiligung der Spiegelneuronen an Prozessen wie Empathiebildung fehlen und für sprachliche Funktionsleistungen noch nicht in ausreichendem Maße vorliegen.
Beachtet werden muss in diesem Zusammenhang der Umstand, dass das pure Vorhandensein eines neuronalen Korrelats keine Erklärung psychischer Gegebenheiten darstellt.
Mitarbeiter der Arbeitsgruppe von Sophie Scott vom University College London berichteten im Dezember 2006 im Journal of Neuroscience , dass Spiegelneuronen auch daran beteiligt seien, dass man ‚automatisch‘ mitlache, wenn eine andere Person zu lachen beginnt. Gelächter sei ‚ansteckend‘, weil die für Spiegelneuronen bekannten Areale im prämotorischen Cortex dann besonders aktiv seien, wenn man positive Gefühlsausdrücke beobachte. In Experimenten hatte man Versuchspersonen Lautäußerungen vorgespielt, die Emotionen wie Triumph, Angst, Freude oder Ekel ausdrückten.
Videotherapie
Aktuell wird die vermutete Beteiligung der Spiegelneuronen an der Sprachverarbeitung in der medizinischen Forschung dazu genutzt, Menschen mit Hirnschäden wie z. B. bei Schlaganfällen zu helfen. Eine daraus entstandene Rehabilitationsmaßnahme ist die Videotherapie. Ergebnisse einer kommerziellen Untersuchungsgruppe von Advanced Telecommunications Research in Kyoto zeigen, dass die Spiegelneuronen sprachlich-akustische Funktionen übernehmen können. In dem Versuch bekamen Probanden ein Video vorgespielt, in denen die von Sprecherinnen und Sprechern vorgelesenen Texte verzerrt oder gestört wurden. In dieser Situation wurden die Spiegelzellen besonders aktiv. Es wird vermutet, dass sie die fehlenden Informationen durch ein Nachvollziehen der Gesichtsbewegungen ergänzen.
Psychotherapie
Eine praktische Anwendung wird den Erkenntnissen über das Verständnis von Empathie mitunter in den nicht kanonischen psychotherapeutischen Verfahren des Psychodramas oder der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT) zugeschrieben. Man versucht, auch die Folgen anderer Methoden der ‚Körperarbeit‘ (z.B. Alexander-Technik, Feldenkrais und Eutonie) mit den Spiegelneuronen in Verbindung zu bringen, allerdings liegen bislang auch hierzu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
Das Unbewusste ist in der Psychologie jener Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist. Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass unbewusste psychische Prozesse das menschliche Handeln, Denken und Fühlen entscheidend beeinflussen, und dass die Bewusstmachung unbewusster Vorgänge eine wesentliche Voraussetzung für die Therapie von Neurosen ist. In der Umgangssprache wird für das Unbewusste auch der Begriff Unterbewusstsein verwendet.
Das Unbewusste bei Freud
Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, stellte zwei verschiedene und nicht ganz deckungsgleiche Modelle des psychischen Apparats auf: Zuerst das Modell Bewusstes/Vorbewusstes/Unbewusstes (topographisches Modell), später das Modell Ich/Es/Über-Ich (Instanzenmodell).
Bewusstes, Vorbewusstes und Unbewusstes
Freud kam auf der Grundlage der Erfahrungen, die er mit seinen Patienten machte, zunächst zu einer quasi räumlichen Unterscheidung dreier psychischer Bereiche der menschlichen Seele:
1.Das Bewusste: Seine verschiedenen Inhalte können nach Belieben in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und beiseite gelegt werden.
2.Das Vorbewusste: Dies sind seelische Inhalte, auf die das Bewusstsein nicht sofort zugreifen kann, die jedoch durch Suchen nach Zusammenhängen auftauchen oder einem „einfallen“ (wie der Name eines länger nicht gesehenen Bekannten, den man auf der Straße trifft).
3.Das Unbewusste: Trotz willentlicher Anstrengung kann ein seelischer Inhalt nicht direkt bewusst gemacht werden; es bedarf hierzu des Handwerkszeugs bestimmter Methoden wie der psychoanalytischen Technik oder auch der, in der Freudschen Psychoanalyse jedoch nicht mehr praktizierten, Hypnose.

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