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BeitragVerfasst: 14.07.2008, 10:02 
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Championtipper
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Zeichen menschlicher Unreife

Die Unreife der Erwachsenen, das ist das Krebsübel eines Menschentums, das im Schatten seiner großen Gaben zur Meisterung der äußeren Welt seinen Weg nach innen vergaß. So ist es gerade in einer Zeit, die um Erneuerung ringt, notwendig, sich auf das zu besinnen, was Reife bedeutet und was die Zeichen der Unreife sind, die unser Leben vergiftet.

Von menschlicher Reife spricht man in dreierlei Sinn: in einem biologischen, einem geistigen und einem seelischen Sinn.

Reife im biologischen Sinn meint zunächst nur die geschlechtliche Reife. Der junge Mensch gewinnt sie in der Pubertät, die man auch die « Zeit der ersten Reife » nennt. Nur diese Reife wächst dem Menschen von allein zu, ohne sein Zutun, wie dem Tier, in einem biologischen Prozess, mit dessen Abschluss er fähig ist zu zeugen und zu empfangen. D. h. er wird fähig zur leiblichen Einswerdung mit dem anderen und die Frucht dieser Einswerdung ist das Kind.

Das Reifen im geschlechtlichen Sinn zeigt etwas, das für jede Reife, also auch die geistige und seelische Reife zutrifft, dass sie nämlich eine Entwicklung voraussetzt, in der Einswerdung mit einem anderen gipfelt und als Resultat eine Frucht hervorbringt. Die Frucht im Biologischen ist das Kind, im Geistigen das gültige Werk, im Seelischen der verwandelte Mensch.

Immer ist die Voraussetzung fruchtbringender Reife eine Fähigkeit zur Einswerdung mit einem anderen, d. h. das Vermögen, Grenzschranken, in denen man sich sonst wahrt, fallen zu lassen.
Man muss aus sich herausgehen und in das andere eingehen können, bzw. sich öffnen und das andere wirklich aufnehmen können.
Wer aber vermag das, dieses wirkliche von sich, ab-sehen und aus-sich- heraus-gehen, dieses sich dem anderen öffnen und ihn wirklich aufnehmen, so dass man ganz eins mit ihm wird und von ihm her zu denken, zu fühlen und zu handeln vermag?
Geben wir ein Beispiel aus dem Bereiche geistiger Reife. Wir sprechen etwa von einem reifen Künstler und so auch beispielsweise vom reifen Spiel eines Geigers. Man denke etwa an den unvergesslichen Adolf Busch oder an Edwin Fischer. Wo immer wir einem solchen Künstler lauschen, stehen wir unter dem Eindruck seiner völligen Selbstvergessenheit im Spiel. Meister denken nicht mehr an die Wirkung die sie erzielen, und stehen sich auch selbst nicht mehr im Wege. Sie sind, wie der Geiger in seinem Spiel, so in ihrer Sache verloren, dass das Werk am Ende nicht mehr als Resultat eines wollenden Ichs, sondern als reife Frucht aus der totalen Verschmelzung von Mensch und Sache von selber schlackenrein abfällt.
Diese Vollendung wird aber niemandem geschenkt.
Zu ihr hin führt nur die durch Jahre hindurch gepflegte treue und selbstlose Übung, deren Sinn vielmehr als die Beherrschung einer sachlichen Technik die Läuterung vom ehrgeizigen Ich ist.

Was sind nun die Zeichen der Unreife in seelischer und geistiger Hinsicht. Was die Zeichen der Reife?

Die erste Tugend geistiger Reife ist eine Sachlichkeit, die unbestechlich ist. In seinem Urteil reif ist der Mensch, der von keiner Subjektivität mehr getrübt, die Sache selber rein spiegelt. Der geistig Reife ist sowohl frei von den Projektionen seiner kleinen Ängste und Wünsche, die ihm die Wahrheit der Dinge verhüllen, wie auch frei von der Starrheit eines einmal gewonnenen Standpunktes.
Typisch für geistige Unreife ist also der Satz, mit dem so viele ihre gewichtige Rede beginnen: « Ich stehe schon immer auf dem Standpunkt. » Ein berühmter Pädagoge hat einmal gesagt: «Ein Mensch mit einem ewigen Standpunkt hat einen Gesichtskreis mit dem Radius Null ». Zur geistigen Reife gehört die Fähigkeit immer hinzuzulernen.

Der geistig Unreife ermangelt auch des nötigen Abstandes! Ungeduldig, voller Eigenwillen, triebhaft, eitel und ängstlich ist er in einer rein subjektiven Weise mit den Dingen verstrickt und daher unfähig, die Sache selbst wahrzunehmen und als solche sprechen zu lassen.

Die zweite unter den geistigen Tugenden ist eine eindeutige Bestimmtheit durch ein Gefüge von objektiven Werten!
Der geistig Unreife hat keine innere Linie. So ist er sprunghaft in seinen Zielsetzungen, leicht beeinflussbar und immer bereit, einem neuen Herrn zu dienen.
Er hat etwas Schweifendes, Vages und gleicht in seinem Einsatz und seinen Begeisterungen einem Strohfeuer, das ebenso schnell wieder verlischt als es aufflammt. Es fehlt ihm die Durchformtheit durch ein höheres Prinzip und so auch der zuverlässige Ernst, der vor Entgleisungen schützt.

Als drittes kommt beim geistig Gereiften hinzu die Bezeugung der Tiefe. Geistig unreif ist der Mensch wie das Werk, der sich immer an der Oberfläche der Dinge hält. Die Erkenntnisse des Unreifen sind flach, seine Meinungen platt. Eine geistige Leistung ist umso reifer als sie Tiefe hat, d. h. hintergründig ist. Das wahrhaft reife Werk, das Meisterwerk, ist durchsichtig zur Transzendenz hin. Und so reicht auch der geistig Gereifte immer über das Gewöhnliche kleinmenschlich Natürliche hinaus. In der geistigen Reife überschreitet der Mensch die Grenzen raumzeitlicher Beschränktheit und ein Überzeitliches leuchtet auf. Möglich aber wird solches erst, wo der menschliche Geist sein kleines Ich überwand, das gekettet an seinen Willen und seinen Verstand sich im Umkreis des Begreifbaren hält und den Weg zum Wesen der Dinge verstellt.

So hat die geistige Reife immer auch eine seelische Entwicklung zur Voraussetzung, eine innere Verwandlung, eine Selbsterweiterung, d. h. eine Erweiterung in ein tieferes Selbst, das uns freimacht von der Herrschaft des kleinen Ichs.
Solange der Mensch in seinem Bann steht, ist er nur darauf aus, sich selber zu wahren. Er ist besessen vom Streben nach Sicherheit, Geltung und Macht. Den Sieg über dieses Ich gewinnt nur, wer seine Empfindlichkeit und Schmerzscheu überwindet.

Was uns beim seelisch Unreifen vor allem ins Auge springt, ist seine ewige Verletzbarkeit. Er bedarf der dauernden Bestätigung und verträgt keine Kritik. Er ist immer auf dem Sprung hochzugehen und sich zu rechtfertigen. Es fehlt ihm die innere Standfestigkeit. Und warum? Weil er nicht in seiner wahren Mitte ruht, nicht hingefunden hat oder ja gesagt hat zum überzeitlichen Kern seines Selbstes. So fehlt ihm das Grundzeichen seelischer Reife: die große Gelassenheit.
Gelassen ist, wer sein kleines Ich gelassen hat.
Der Gelassene nimmt nichts mehr persönlich. Was den Ungereiften « umwirft », ein schwerer Verlust, eine Enttäuschung, eine grobe Ungerechtigkeit, wird ihm zum Anstoß weiterer Verinnerlichung. Echtes Reifen kommt niemals zu Ende. Darum ist das Zeichen des Reifen die immer wache Bereitschaft zu immer neuer Verwandlung.

Das zweite Zeichen innerer Reife ist eine unbeirrbare Heiterkeit der Seele. Der seelisch Unreife ist niemals zufrieden, weder mit sich noch mit der Welt - er lebt im Hader mit sich und mit Gott. Und er kann so wenig über sich selber lachen wie über die Widrigkeiten des Lebens. Ihm fehlt der Humor. Und so schwankt er zwischen Auflehnung und Resignation. Der seelisch Gereifte hadert nicht mit dem Leben, denn er entdeckt auch im Unsinn den tieferen Sinn. Er nimmt, was ihm widerfährt, zunächst beherzt hin, und sein stetiges Gemüt gibt ihm die Kraft zur Verwandlung des Daseins aus der Erfahrung eines tieferen Seins.

Das dritte Zeichen seelischer Reife aber ist eine unbeirrbare Güte. Es gibt Menschen, die tüchtig sind und voll geistigen Ernstes. Aber es fehlt ihnen die Liebe. Im Gereiften aber lebt die Einheit der Wesen im Sein. Und so ist seine liebende Zuwendung nicht abhängig von Bestätigung oder Sympathie. Er strömt einfach Liebe aus, weil er vom Wesen her nicht anders kann.


aus: Durchbruch zum Wesen - Karlfried Graf Dürckheim

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BeitragVerfasst: 14.07.2008, 13:30 
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durchaus i.O. Nordi, das.

muss ich mich mal prüfen, ob ich wohl zu den Unreifen gehöre. Normal ja.
Meine Mutter meinte immer, wenn man älter ist und fährt immer noch mit dem Motorrad, das wär unreif. Oder: "wie du wieder rumläufst. guck mal in Speigel!"

wie siehts´denn bei euch aus.

Gruß, C.

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BeitragVerfasst: 14.07.2008, 13:46 
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Hallo Cogan,

ich bin in meiner Entwickung nach dem "Zen" auch noch meilenweit entfernt, ich finde die Betrachtungsweise aber interessant und entdecke mich auch wieder...

Mit dem Motorrad waren wir gestern gerade unterwegs und ich sag mal, solange wir nicht runterplumsen ist noch alles im grünen Bereich. War ein tolles Fahrwetter... zumindest in Niedersachsen, wo wir waren. Ich meine, da gab es doch auch ein Buch drüber- mit Betrachtungen des Zen bzw. Motorrad, hm...

Meine Mutter macht sich auch immer solche "Sorgen" um mich. Das fällt dann eher unter meine Einsicht, ihr eine Lebensaufgabe nicht wegzunehmen *seufz*. Ich bin da immer schnell sehr genervt und reagier dann "unreif". Das ist und bleibt eigentlich die größte Herausforderung in meinem Leben. Da gelassen zu bleiben, im Moment geht es grad mal wieder.

Gruß
Nordi

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BeitragVerfasst: 15.07.2008, 13:32 
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jaja..

es sind schon schwere Prüfungen die einem auferlegt werden, wenn man immer gereift, erhaben und gelassen reagieren soll.

gibt z.B. Typen die rennen den ganzen Tag rum und erzählem einen wie toll sie sind. Bestenfalls fällt mir da auch nur ein "das ist fantastisch darf ich dein Freund sein"
auch nicht gerade erhaben
aber egal

Muttern meinte auch immer, die Leut würden ja denken, ich sei ein "Kindskopp" :) und ich soll zusehen, dass mich der und der nicht sieht..

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BeitragVerfasst: 15.07.2008, 13:50 
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cogan hat geschrieben:

Muttern meinte auch immer, die Leut würden ja denken, ich sei ein "Kindskopp" :) und ich soll zusehen, dass mich der und der nicht sieht..



Wurdest Du in den Keller weggeschlossen, wenn Besuch bei Euch kam?


Ich gebe da Deiner Mutter aber total Recht: Das Wichtigste im Leben ist, was andere Leute von einem denken. Und ob die mit einem zufrieden sind. Die Nachbarn, Kollegen und so weiter.

Ob man selber mit sich zufrieden ist und was man von sich denkt, hat ja überhaupt keine Außenwirkung.

Sondern sich einbringen, in die Gesellschaft. Und dass man auch mal annehmen kann. Kritik und so. Wegen der Außenwirkung. Auch mal zweifeln. Sich in Frage stellen. Nicht immer so begeistert an eine Sache glauben...

Hach, ich hab da auch noch ganz viel zu lernen, *seufz*. :(

Grüße,
Mathilde

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BeitragVerfasst: 15.07.2008, 17:34 
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ja genau, sonst wirste auch nix im Leben.

und möglichst nen kleinen Horizont haben, denn richtig Kohle oder Karriere machen eher die Dumpfen.. da achte mal drauf. Nicht so viel nachdenken.

Seinerzeit hiess es in Gebrauchtwagenhändlerkreisen immer: Grundvorraussetzung für den Erfolg sei die völlige technische Unkenntnis, was Autos anbetrifft.

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BeitragVerfasst: 15.07.2008, 23:59 
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cogan hat geschrieben:
und möglichst nen kleinen Horizont haben, denn richtig Kohle oder Karriere machen eher die Dumpfen.. da achte mal drauf. Nicht so viel nachdenken.


Normalerweise schon. Da geb ich Dir total recht.


Inzwischen bin ich aber zu der Erkenntnis gelangt, dass die auch einfach mehr brauchen: Die haben ja auch nix anderes, wo sie sich dran erfreuen können. Ob es jetzt "hilft", denen einen Sinn im Leben zu geben, weiß ich nicht.

Insofern isses dann auch wieder gerecht verteilt, denke ich....




Bitter ist natürlich, wenn man am Fließband 9 to 5 arbeitet, und das nicht nur vorübergehend, bis sich was Besseres findet. Sondern ohne Perspektive sozusagen. Also von "innerer Erfülltheit aufgrund der Tätigkeit" möchte ich da nicht reden. Und wenn man DANN noch nicht mal GELD hat - dann ist aber Selbstmordgefahr. Wobei die Leute, die da arbeiten, wohl auch nicht soviel nachdenken wie ich. Ist wohl ein natürlicher Schutzmechanismus der Evolution, der göttlichen Schöpfung, denke ich. Eigentlich gut.


cogan hat geschrieben:

Seinerzeit hiess es in Gebrauchtwagenhändlerkreisen immer:


Also Gebrauchtwagenhändler kommen - von der Seriösität her betrachtet - gleich nach Rechtsanwälten. Das ist schon ne schmierige Spezies.



cogan hat geschrieben:

Grundvorraussetzung für den Erfolg sei die völlige technische Unkenntnis, was Autos anbetrifft.



Hmmmmmm. Das sehe ich anders.
Ich kenne mich zwar mit Autos nicht im Geringsten aus......... aber ich weiß, wie das bei "uns" läuft (nahezu vergleichbar):

Du musst Dich schon auskennen. Und wenn Du dann aus einem lahmen Gaul dennoch Profit schlägst, dann ist alles prima. Verlangt aber Know-How. Gar nicht so einfach.

Meistens verlangt es sogar ein fehlendes Gewissen........ es sei denn, Du arbeitest auf der Opferseite. Die Schwachen und Benachteiligten. Dann kann man sowas machen wie ich. Aber verdient nicht halb soviel wie die Blutgeldjäger........




Iss okay so.

Also der Marius Müller-W., hat mal einen Song geschrieben über die "Dicken" (um seine Magersucht zu verarbeiten, nicht aus Häme). Da heißt es drin, in einer Strophe:

".Dicke haben's so schrecklich schwer mit Frauen...
Dicke sind nicht angesagt.
..drum müssen Dicke auch Karriere machen.
Mit Kohle ist man auch als Dicker gefragt."

(das kommt hier in der vorgestellten Version mal wieder nicht so richtig rüber, aber ich kenne das Lied).

Also das finde ich doch sehr passend sozusagen. Zum Thema "finanzielle Entschädigung" usw.


Dicke
Du und Nordlicht, Ihr steht ja immer auf so deutsche Balladen, die musikalisch untermalt werden, so zum Nachdenken eben.....


Ist jetzt nicht nur bei Dicken so. Also auch bei den anderen. Sei ihnen doch gegönnt.


Möchte sonst vielleicht noch jemand etwas dazu sagen? Außer Nordlicht, cogan und mir, eventuell. Zum Thema "geistige Reife"?

Über die finanziellen Entschädigungen? Oder dass Dicke Karriere machen müssen, um bei Frauen gefragt zu sein?


Grüße,
Mathilde

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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 11:12 
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na ja, grundsätzlich schadet eine halbwegs gedeckte kreditkarte nicht gerade, wenn mann frauen kennenlernen will. auf jedenfall hat mich noch keine entsorgt, weil ich das abendessen bezahlen konnte!

" und stell dir vor, geld hat er auch noch"


wenn dicke nur wegen des geldes gute frauen abbekommen, dann ist das doch ok. er verzichtet auf nen teil seines geldes, sie verzichtet auf sixpacks...ein fairer deal udn ne übung in verzicht. kein grund nicht glücklich zu werden......

schlimm ist wenn doofe, nur wegen der kohle gute frauen abbekommen! dann ist das zeichen, dass sich 2 geistig unausgereifte getroffen haben, was dann aber auch wieder ok ist!


um kohle zu machen muss man natürlich schon ein wenig tunnelblickig sein! darst nicht fragen wie und auf wessen kosten das jetzt passiert und wer deine rechnung zahlt, sondern brauchst so ne siegermentalität und nach mir die sintflut, bitte!


aber kohle erben, weil die vorgeneration tunnelblickig war und dann mit der geschenkten kohle den gutmenschen und superreifen rauszukehren ist auch wieder eher unreif..............................

wie man s macht ist es verkehrt!

hart und ehrlich arbeiten, am besten auf der eigenen scholle. ne frau heiraten. sie nicht schlagen.und von ihr nicht geschlagen werden...oder wenn schon, dann im spass oder so:-).... 5 kinder zeugen und gebären, mögichst von einem mann, wenns geht. sonntags in die kirche, n haus bauen, nen baum pflanzen, ein buch schreiben....................n patenkind in indien haben, nicht grad mitten im indischen silicon-delta, sondern da, wo es wirklich nötig ist.............und sich freuen wenn die sonne scheint und drüber lachen, wenn es regnet!
und sonntagnachmittags unterm apfelbaum v...................den vögeln zuschauen beim fliegen.......................

so ein leben fände ich ziemlich reif!


grün hinter den ohren

tsunami

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es gibt nichts gutes, ausser man tut es!


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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 00:21 
Chère Aurore,

Du weißt doch genau wie das Buch heißt ;) - ich habe zumindest schon drei Dutzend Male Anlehnungen daraus gebracht oder gar zitiert. Doch bislang lernte ich noch keine Frau kennen, die damit viel anfangen konnte.

Ich glaube, solch eine Beschreibung eines reifen Menschen bekäme ich auch hin. Die guten Seiten haben wir alle in uns. Und wir wissen auch, wie es geht. Und die meisten haben damit gute Erfahrungen gemacht, wenn sie es einfach mal ausprobiert haben, obwohl ihr innerer Schweinehund zu unreifem Verhalten tendierte. Doch wir sind anders.

Nicht die Güte in Person, nicht ewig heiter und auch nicht von Liebe für alle durchströmt. Also unreif. Was bedeutet das also? Einfach eine Zwischenbestandsaufnahme? Oder gar eine Bewertung mit schlechter Prognose? Muß ich in dem Sinne wie beschrieben reif sein, um ein glückliches Leben führen zu können? Muß ich das zumindest als Ziel, als Endziel ausgeben? Oder bürde ich mir damit eine Last auf, eine nicht zu erfüllende Erwartung?

Das muß jeder für sich beantworten. Meine Antwort lautet: ich bin zwar nicht Jesus, doch ich bin, wer und was ich bin. Ich kenne meine derzeitige Position, die ist ausbaufähig, aber auch schon was. Ich kann heiter sein, verstreue meine Liebe nicht überall, doch dort, wo sie ankommt, gibt sie mir alles zurück, so daß ich mich nach meinen Maßstäben glücklich schätzen kann. Ich brauche kein hehres Ziel mehr, ich will nicht weise werden, doch zu erkennen, daß das, was ich hinter mir habe, gut war so, auch die harten Zeiten, das gibt Hoffnung und Zuversicht für die kommenden. Noch mehr zu mir zu stehen als es der Fall ist, das ist ein Weg ohne Endziel. Da dürfen Ecken und Kanten bleiben und werden nicht als Hindernisse auf dem Weg zur Reife gesehen. Die kommt oder kommt nicht.

Des bises,

Oliver


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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 21:40 
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Meisterschreiber
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Mhh..

geistige Reife bedeutet vermutlich in jeder Lebensstufe, in jedem Lebenslauf etwas anderes.

Früher dachte ich, ich wäre reif, wenn ich Camus, Foucault und Adorno (und den Rest der Gang) verstehen würde. Dann verstand ich sie und war oftmals enttäuscht ob der mageren Gedankenbeute ihrer Schriften. Ich dachte, Reife wäre Altruismus und dann sah ich, dass ich mich nur ernsthaft um andere kümmern kann, wenn ich für mich selbst sorgen und mich selbst annehmen kann. Ich nahm an, Reife wäre ständige Reflektion von Handlungen, Äußerungen und Gedanken, doch dann verstand ich, dass ich den Menschen um mich herum nur vor den Kopf schauen kann und nicht hineinsehen kann. Und dass das viele Reflektieren und Analysieren über einen Punkt hinaus seinen Zweck verfehlt, unproduktiv ist und unglücklich macht.

Heute, mit (noch!) 26, denke ich, Reife bedeutet die Feste so feiern zu können, wie sie kommen, ohne sich selbst dabei untreu zu sein. Und sich selbst nicht so ungeheuer wichtig zu nehmen.

Wer weiß schon, wie ich in 10 Jahren darüber denken werde?

Alles Liebe
Myself

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"Ich möchte Bündigeres, Einfacheres, Ernsteres. Ich möchte mehr Seele und mehr Liebe und mehr Herz!" - Vincent van Gogh (Briefe)


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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 22:05 
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Jahrhundertposter
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und mit dieser einstellung, liebe myself, bist du schon weiter als die meisten!

noch 10 jahre und du bist weise, wenn du nicht aufpasst! :-)

doch bedenke: was kommt nach der reife?

beim obst kommt nach der reife die fäule..:-)

ich glaube, es ist sinnvoll immer so ein wenig vor der reife stehen zu bleiben.....immer knackig < wenn auch nur im geiste> und nie die verbindung mit dem jungen gemüse abreissen lassen..........

lieben gruss

tsunami

ps: sag nicht du hast adorno verstanden? :-)

der bauer liest adorno
die schweine gucken porno

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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 22:49 
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Jahrhundertposter
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Naja,

was kommt "nach der geistigen Reife"? Ist doch ganz einfach, nachdem man den Weg nach innen gegangen ist und zu sich selbst gefunden hat, gleich einem Helden im Märchen der alle Drachen (Geheimnisse, Ängste, Zweifel, falsche Informationen) besiegt hat und den Schatz (in sich selbst natürlich) gefunden hat........

kommt wieder der Weg nach Außen. Das meine ich, wenn ich sage, "Oberflächlichkeit" hat nichts, aber auch GAR NICHTS, mit mangelnder Tiefgründigkeit zu tun. Vielmehr kommt es doch darauf an, dass es sich um die Oberfläche der Tiefe handelt. Dass diese Oberfläche einzigartig und ECHT ist. EHRLICH ist. Oberflächlichkeit sind nur dann ein Zeichen eines schwachen Charakters, wenn sie nicht die Tiefe widerspiegelt auf der Oberfläche. Damit nicht konform geht. Dann ist die Oberfläche keine Oberfläche, sondern dann ist das PLATTHEIT im wahrsten Sinne des Wortes. Fremd übernommene Rollen oder "Images", die nichts eigenes haben, das ist das Zeichen von "Plattheit".

Abflachung. Nichtssagend. Darunter eine Art "Hohlheit" oder "Falschheit".


Doch finde ich, wenn man zu sich selbst herabgetaucht ist....... kommt die Zeit, im Außen mehr und mehr sein wahres Wesen zu verwirklichen.


In der Bibel steht: "Und an ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen."

Das sagt ganz klar aus, worum es geht. Es ist zwar eine Voraussetzung, zu erkennen wer man in Wahrheit ist. Doch dann geht es eigentlich erst richtig los, das Leben. Denn diese Wahrheit soll sich auch im Außen manifestieren.

Bezogen auf "Schönheit" fällt mir ein leichtes Beispiel für die Frauen ein: Nachdem eine Frau zum Beispiel ihre innere Schönheit entdeckt hat und als zweiten Schritt dann beginnt, andere Menschen an dieser inneren Schönheit teilhaben zu lassen, indem sie immer die richtigen Worte zur rechten Zeit findet oder bemerkenswerte Werte vertritt usw., andere zu inspirieren vermag...... sollte dann auch die physische Schönheit, die Form an sich folgen.

Nicht im Sinne von nichtssagender Plattheit (das ist die äußere Schönheit ohne die Tiefe und innere Komponente). Sondern im Sinne von der Verwirklichung des inneren Wesens auf einer physischen Ebene.

Ein leichtes Beispiel.

Es geht also in der Tat immer weiter. Langweilig wird es eigentlich nie.


Ich habe nichts gegen OBERFLÄCHLICHKEITEN!
Mich langweilen nur PLATTHEITEN oder FALSCHHEIT!


Der Begriff der "Oberflächlichkeit" sollte mal gründlichst von denen hinterfragt werden, die andere Menschen der "Oberflächlichkeit" bezichtigen und diese ihnen vorwerfen.

Vielleicht steckt hinter dieser Oberflächlichkeit ja ein tieferer SINN. Eine gelungene Oberfläche setzt die Tiefgründigkeit als solche zwingend voraus.

Verwechselt werden sollte das niemals mit Plattheit oder Falschheit.

Darum geht es doch im Leben: Sich auf einzigartige Weise in seinem Wesen der Welt zu offenbaren. Durch seine "Früchte". Oder seine "Oberfläche".

Es muss halt "stimmig" sein.
Sonst stimmt was nicht. Die Früchte müssen stimmig sein. Die Oberfläche muss stimmig sein. All das zum wahren Wesen, der inneren Tiefe. Susis werden jetzt wieder aufstöhnen: "Das sehe ich nicht ein! Ist doch anstrengend! Das ist unbequem, da muss ich ja richtig anpacken und ran da!"

Richtig Susi. So ist das Leben.


Hatte dazu im Thread "Was ist Liebe" ja was geschrieben, mein letzter Post.

Die Resonanz hier im Forum war............. - "bezeichnend".


Matthäus, Vers 15 u. 16 sind die wesentlichen

Mathilde

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"Shake your Moneymaker....." James Brown-"Sex Machine", 1974


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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 23:34 
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RundumdieUhrPoster

Registriert: 05.07.2008, 10:22
Beiträge: 429
..was kommt nach 'der Reife' - der biologischen, geistigen, seelischen...

Meine Güte- das ist ja eine gewagte Frage :wink:
oder auch nicht, setzt scheinbar voraus: eines Tages gibt's irgendwie den individuellen 'Reifungshöchststand'...und was kommt dann *g*

Erinnert mich an das, was es im *zen* gibt, diese Geschichten wenn die Schüler sich an den Meister mit klugen Fragen wenden, so auch mit jener, was kommt denn nun 'danach'....und der Meister antwortet
dann wirst du Sehen- das ein Baum ein Baum ist und
Sehen, das ein Fluss ein Fluss ist, ein Berg ein Berg und eine Blume ein Blume...genau diese Blume.
Und genau dieser Mensch- dieser Mensch ist und ein anderer- ja nu, ein anderer :wink:

Völlig frei jetzt wiedergegeben, rein sinngemäss- so wie ich das verstanden habe.

Fragt sich, ob es klug ist die Abkürzung zu nehmen und direkt über Los zu gehen- sich erst gar nicht um den *Reifungsprozess* zu scheren ?
Und ob dann da ein Unterschied wäre...der Baum, bleibt sicher trotzdem genau der Baum.Was 'ändert' sich also ?


Hallo Mathilde,

"Darum geht es doch im Leben: Sich auf einzigartige Weise in seinem Wesen der Welt zu offenbaren"

Wenn man diese Sichtweise hat wäre sie mir zu einseitig.
Da fehlt mir dann der zweite Satz:Und
Die Welt in ihrer einzigartigen Offenbarung wahrzunehmen.


Grüssle Luca


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BeitragVerfasst: 18.07.2008, 02:45 
Hallo Luca,

diese Geschichten kenne ich auch. Auch die Version, in der der Meister auf solch eine Frage mit "mu" antwortet. Herrliche Geschichten zum Anregen, aber für mich nicht passend in meiner Welt. Was nicht heißt, daß ich nicht versuche, einen Baum als genau den Baum zu sehen, der er ist. Nicht nur die Eiche, die 350 Jahre alt ist, einen so und so großen Umfang hat und eine Krone wie gemalt.

Wenn man sich nicht um den Reifeprozeß schert - das verstünde ich nicht als direkt über Los zu gehen - kann man meines Erachtens genauso die Reife erlangen wie der eifrige Schüler. Es fehlt vielleicht an kundiger Anleitung und dem Streben danach, dafür bleibt jedoch eine Unvoreingenommenheit, die ich sehr schätze. Ich frage mich auch immer, weshalb ein Pastor studieren muß, um Gottes Diener zu werden und seine Lehren weitergeben zu können. Aber das ist ja schon fast ketzerisch... ;) Als Heide kann ich es mir erlauben.

Und wenn man die Reife nicht erlangt, dann ändert sich für den Baum überhaupt nichts. Nur die Sicht des hier plakativ dargestellten Menschen wäre nicht die gleiche. Fragt sich, was ihm das macht, wenn er von Reife nichts weiß?

Oliver


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.07.2008, 11:05 
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Meisterschreiber
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Registriert: 17.07.2006, 17:01
Beiträge: 609
Ach weißt Du, Tsunamilein,

ich bleibe lieber im lim x-->Reife-Stadium (ich wusste, dass sich Mathe irgendwann doch auszahlen würde). Reifsein hört sich so seriös und souverän an. Und das muss ich nur im Berufsleben sein. Privat bin ich lieber unsouverän und dafür leidenschaftlich und weniger seriös und dafür albern und mit funkelnden Augen.

Nach der Reife kommt vermutlich das, was Luca und Oliver beschreiben. Aber hört sich das nicht unheimlich indifferent an? Freut man sich dann noch darüber, dass der Baum eine riesige Krone hat und dass, wenn man seine Hand beim Nachtbaden durch das Gewässer bewegt, das Plankton so schimmert, dass es wie Zauberstaub aussieht? Was begeistert dann noch? Was bewegt in einem solchen Zustand? Und möchte man da tatsächlich ankommen? Ich glaube, ich möchte das nicht. Aber frag mich in 10 Jahren noch einmal!

Alles Liebe
Myself

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"Ich möchte Bündigeres, Einfacheres, Ernsteres. Ich möchte mehr Seele und mehr Liebe und mehr Herz!" - Vincent van Gogh (Briefe)


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