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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:44 
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Fortuna, wenn wir Sajas Geschichten und Gedichte wieder alle lesen wollen, dann brauchen wir wohl Ansas Hilfe :D .

Ich habe mir ein paar Dinge in meinem Fundus gelegt und die gebe ich jetzt wieder zurück... ja, ich meine, hier schreibt ja wohl jeder rein, was er möchte :wink: Je mehr desto besser...!


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Menschen sind wie Musikinstrumente; ihre Resonanz hängt davon ab, wer sie berührt.
(C.C. Virgil)


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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:44 
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Vier Kerzen brannten am Adventskranz so still, dass man hörte. wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte: "Ich heisse Frieden. Wie zerstörerisch sind die Menschen mit sich und der Welt"!
Und ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schliesslich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heisse Glauben. Aber ich bin überflüssig, die Menschen wollen von Gott nichts wissen.
Es hat keinen Sinn mehr dass ich brenne". Ein Luftzug wehte durch den Raum und das Licht der zweiten Kerze ging aus.

Leise und traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort. "Ich heisse Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen sehen nur sich selbst, ihr Geld, ihre Macht, ihren Vorteil und nicht die anderen, die sie brauchen und lieb haben sollen".
Mit dem letzten Aufflackern war auch dieses Licht nicht mehr da.

Da flog ein Engel in das Zimmer. Er schaute die Kerzen an und sagte: "Warum brennt ihr nicht" ? Und Tränen kullerten über die Wangen.
Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. "Hab keine Angst, solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen zum Leben erwecken. Ich heisse Hoffnung".

Mit einem Hölzchen nahm das Engelchen Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Kerzen wieder an.


ich wünsche uns allen, dass wir nie die hoffnung verlieren und immer wieder friede, glaube und liebe entzünden können!!!

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:45 
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Eine kleine Geschichte von der Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung; unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer der Bitterkeit zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin.
"Aber... aber - wer bist eigentlich du?"

"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung."

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:47 
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Kleine Geschichte über die Liebe

Es wird erzählt, dass alle Gefühle und Qualitäten der Menschen ein Treffen hatten. Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn, wie immer sehr gewitzt vor:
"Lasst uns Verstecken spielen!"
Die Intrige hob die Augenbraue, und die Neugierde konnte sich nicht mehr zurückhalten und fragte: "Verstecken? Was ist das?"
"Das ist ein Spiel", sagte der Wahnsinn.
"Ich verstecke mein Gesicht und fange an zu zählen, von eins bis eine Million. Inzwischen versteckt ihr euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der erste von euch, den ich finde, meinen Platz einnehmen um das Spiel danach fortzusetzen".
Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude. Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst keine Interessen hatte, machte mit. Aber nicht alle wollten teilnehmen:
Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu? Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte er sich, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog vor, nichts zu riskieren.
"Eins, zwei, drei .... " , der Wahnsinn begann zu zählen. Als erste versteckte sich die Trägheit, die sich wie immer hinter den ersten Stein fallen ließ.
Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich hinter dem Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.
Die Großzügigkeit schaffte es kaum sich zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie ausfindig machte, glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben.
Ein kristallklarer See, ideal für die Schönheit. Der Spalt eines Baumes ....., ideal für die Angst. Der Flug eines Schmetterlings...., das Beste für die Wolllust. Ein Windstoß....großartig für die Freiheit und sie versteckte sich auf einem Sonnenstrahl. Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig gemütlich ..... aber nur für ihn allein. Die Lüge versteckte sich im Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen). Die Leidenschaft und das Verlangen, im Zentrum des Vulkans. Die Vergesslichkeit .... ich habe vergessen wo sie sich versteckte, aber das ist nicht so wichtig.
Als der Wahnsinn 999.999 zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein ... bis sie den Rosenstrauch erblickte und gerührt entschloss, sich in seinen Blüten zu verstecken.
"Eine Million", zählte der Wahnsinn und begann zu suchen. Die erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt. Danach hörte man den Glauben, der mit Gott im Himmel über Theologie diskutierte. Die Leidenschaft und das Verlangen hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck, das sich als Bienennest herausstellte. Vom vielen Laufen empfand er Durst und als er sich dem See näherte entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher, er fand ihn auf einem Zaun sitzend, da dieser sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen. Das Talent hinter dem Frischen Gras, die Angst in einer dunklen Höhle, die Lüge hinter dem Regenbogen (stimmt nicht, sie war im Meeresgrund) und sogar die Vergesslichkeit die schon wieder vergessen hatte, dass sie Verstecken spielte. Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.
Der Wahnsinn suchte hinter jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen. Mit einem Stöckchen fing er an die Zweige zu bewegen, als auf einmal ein schmerzlicher Schrei aufkam. Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen. Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gut machen sollte.
Er weinte, entschuldigte sich bei ihr und versprach der Liebe, für immer ihr Begleiter zu sein. Seit dieser Zeit, seitdem das erste Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn immer ihr Begleiter.




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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:48 
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Die Maske

"Laß Dich nicht von mir durch das Gesicht täuschen, das ich Dir zeige, denn, ich trage tausend Masken. Masken, die ich fürchte abzulegen und, keine davon bin ich! So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde, aber, bitte lasse Dich dadurch nicht täuschen. Ich mache den Eindruck, als sei ich fröhlich, als sei alles sonnig und glücklich in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und Sicherheit, und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser, so, als ob ich niemanden bräuchte. Aber, bitte glaube mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist nur meine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes, dahinter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, voller Angst, einsam und allein. Aber ich verberge das, ich möchte nicht, daß es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken daran bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen zu offenbaren. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich schutzsuchend verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre gerade dieser Blick meine Rettung, wenn er verbunden wäre mit Wärme, mit Gefühl, mit Liebe. Das ist das Einzige, was mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selbst noch nicht geben kann, weil ich es nie gelernt habe, die ich aber so sehr brauche: daß ich wirklich etwas wert bin. Aber das sage ich Dir nicht, ich traue mich nicht, denn ich habe Angst davor. Ich habe Angst, daß Dein Blick nicht von Wärme und Liebe begleitet sein könnte und ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen, und - Dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, daß ich tief in mir selbst nichts bin, nichts wert, und daß Du das sehen könntest und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, ein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher in gängigem Ton oberflächliches Geschwätz. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit. Deshalb lasse Dich bitte nicht täuschen von dem, was ich gewohnheitsmäßig daherrede. Bitte höre sorgfältig hin und versuche wahrzunehmen, was ich nicht sage, was ich so gerne sagen würde, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann. Ich verabscheue dieses oberflächliche Versteckspiel, das ich da aufführe, denn es ist unecht und ich wäre so gerne echt, ehrlich und spontan - einfach ich selbst. Aber Du kannst mir helfen. Du kannst Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es das Letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Du kannst dabei helfen, diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen zu nehmen, Du kannst mir helfen, mich zum Leben zurückzurufen. Jedesmal, wenn Du freundlich und sanft zu mir bist und mir Mut machst, jedesmal, wenn Du versuchst, mich zu verstehen weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, brüchige Schwingen, aber Flügel! Dein Gespür, Dein Mitgefühl und Dein Verstehen hauchen mir Leben ein weil ich Dir vertraue, und, ich möchte daß Du das weißt. Ich möchte, daß Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du mir helfen kannst, der Mensch zu werden, der ich in Wahrheit bin - wenn Du es nur willst. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als daß Du das wolltest. Du kannst mir helfen, die Wand niederzureißen, hinter der ich zittere, bei Dir würde ich mich so gerne trauen können, die Maske abzusetzen, damit Du mir Wege aufzeigen kannst, wie ich mich aus meiner Schattenwelt, aus meiner Angst, meiner Unsicherheit und dieser inneren Einsamkeit befreien kann. Bitte übersehe mich nicht. Es wird nicht leicht für Dich sein, denn die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern, und ich würde so gerne auf Deine Geduld vertrauen. Und ich habe Angst davor, daß je näher Du mir kommen wirst, ich umso blinder zurückschlagen könnte. Ich wehre mich aus Angst gegen das, wonach ich schreie. Aber, man hat mir gesagt, daß Liebe stärker sei, als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung. Bitte versuche mir zu helfen, diese Mauern einzureißen, mit sicheren und sehr vorsichtigen Händen, denn dort bin ich immer noch das kleine Kind und somit sehr empfindsam.

Wer ich bin, möchtest Du wissen???

Ich bin jemand, den Du sehr gut kennst!

Ich bin fast jede Frau, fast jeder Mann, der/dem Du begegnest!"

Heinz Körner

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:52 
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Spuren am Weg


Es war einmal ein Vater, der zwei Söhne hatte. Je älter und gebrechlicher er wurde, desto mehr dachte er über sein Leben nach. Und manchmal kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen wohl das Wichtigste für ihr Leben weitergegeben hatte.Weil ihm diese Frage nicht losließ, beschloss der Vater seine Söhne mit einem besonderen Auftrag auf eine Reise zu schicken. Er ließ sie zu sich kommen und sagte: "Ich bin alt und gebrechlich geworden. Meine Spuren und Zeichen werden bald verblassen. Nun möchte ich, dass Ihr in die Welt hinaus geht und dort Eure ganz persönlichen Spuren und Zeichen hinterlasst."

Die Söhne taten, wie ihnen geheißen und zogen hinaus in die Welt. Der Ältere begann sogleich eifrig damit, Grasbüschel zusammenzubinden, Zeichen in Bäume zu schnitzen, Äste zu knicken und Löcher zu graben, um seinen Weg zu kennzeichnen.Der jüngere Sohn jedoch sprach mit den Leuten, denen er begegnete, er ging in die Dörfer und feierte, tanzte und spielte mit den Bewohnern.Da wurde der ältere Sohn zornig und dachte bei sich: "Ich arbeite die ganze Zeit und hinterlasse meine Zeichen, mein Bruder aber tut nichts."

Nach einiger Zeit kehrten sie zum Vater zurück. Der nahm dann gemeinsam mit seinen Söhnen seine letzte und beschwerliche Reise auf sich, um ihre Zeichen zu sehen.Sie kamen zu den gebundenen Grasbüscheln. Der Wind hatte sie verweht und sie waren kaum noch zu erkennen. Die gekennzeichneten Bäume waren gefällt worden und die Löcher, die der ältere der beiden Söhne gegraben hatte, waren fast alle bereits wieder zugeschüttet.Aber wo immer sie auf ihrer Reise hinkamen, liefen Kinder und Erwachsene auf den jüngeren Sohn zu und freuten sich, dass sie ihn wiedersahen und luden ihn zum Essen und zum Feiern ein.

Am Ende der Reise sagte der Vater zu seinen Söhnen: "Ihr habt beide versucht, meinen Auftrag, Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, zu erfüllen. Du, mein älterer, hast viel geleistet und gearbeitet, aber deine Zeichen sind verblichen. Du, mein jüngerer, hast Zeichen und Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Diese bleiben und leben weiter."

(Stiegler Herbert, nacheinem afrikanischen Märchen, leicht umgeschrieben)

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:53 
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Von der ungeduldigen Schneeflocke

Eine Geschichte über den "richtigen" Zeitpunkt.

Es war einmal eine kleine Schneeflocke. Sie saß zusammen mit den vielen, vielen anderen Schneeflocken hoch oben in den Wolken und konnte es kaum erwarten, endlich zur Erde reisen zu können. Jeden Tag quengelte und bettelte sie, doch endlich starten zu können. Aber die Schneepförtnerinnen waren unerbittlich: "Noch ist es nicht die richtige Zeit für Schnee." sagten sie.

Erst war die kleine Schneeflocke traurig, dann wütend und dann beschloss sie, heimlich loszureisen. Für sie war es nämlich genau die richtige Zeit - das wusste sie.Sie wartete auf einen Windstoß und huiiiii ließ sie sich von ihm zur Erde wirbeln.
Was für ein Spaß, was für eine Freude! Nach einer Weile ließ der Wind nach und die kleine Schneeflocke schwebte nun ganz langsam hinunter. Sie konnte die Welt von oben sehen - grün und bunt und wunderschön.Am liebsten hätte sie all ihre Eindrücke mit anderen Schneeflocken geteilt, aber sie war ja ganz allein. Fast hätte sie es ein bisschen bereut, so vorwitzig allein gestartet zu sein.Doch, Halt! Was war das?

Sie hörte die Stimme eines Mädchens.Und was rief es?"Oh, schaut alle her, es schneit!"Die anderen Kinder lachten nur und riefen: "Ja, ja es schneit - du spinnst ja, es ist noch viel zu früh." und sie rannten davon. Aber das kleine Mädchen wartete auf die Schneeflocke. Sie hielt ihre Hand auf und ließ die kleine Schneeflocke landen. Für diesen zauberhaften Moment waren beide verbunden - die kleine Schneeflocke, die nicht warten konnte und das kleine Mädchen, das den ersten Schnee gesehen hatte.Und in der Wärme der kleinen Hand schmolz die Schneeflocke.

(Kari Stern)

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:55 
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Zwei Mönche
Eine Geschichte über das Loslassen...

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau mit wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.Ohne zu zögern ging einer der Mönche auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser.
Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab.

Nachdem der andere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort. Nach etwa einer Stunde fing der eine Mönch an, den anderen zu kritisieren: " Du weißt schon, dass das, was Du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest Du nur gegen diese Regel verstoßen?"Der Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: "Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt - warum trägst Du sie immer noch mit Dir herum?"

(frei nacherzählt, The Wisdom of Zen Masters)

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:57 
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Brief einer Tochter an ihre Eltern

Liebe Mami, lieber Papi,

Ich habe ja vor 3 Monaten die Universität begonnen und weiß, dass wir wenig Kontakt hatten.

Darum will ich euch jetzt alles erzählen, was bisher so geschehen ist.

Eigentlich läuft alles recht gut. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Gehirnerschütterung, die ich mir auf einer Party zugezogen habe.

Aber das kam wohl daher, dass ich die falschen Pillen geschluckt habe, die irgendein Junge mir gegeben hat.

Ich erinnere mich aber nicht mehr so genau daran und meine Klamotten habe ich fast alle wieder gefunden, macht euch keine Sorgen.

Gott sei Dank musste ich nicht ins Krankenhaus und habe jetzt nur noch ein paar Mal am Tag Kopfschmerzen.

Anfangs wurde ich durch den Lärm im Studentenhaus sehr gestört, aber jetzt wohne ich bei einem sehr netten Jungen, der bei der Tankstelle um die Ecke
arbeitet.
Er ist wirklich ein Schatz, und, wir wollen heiraten. Wir haben noch kein Datum festgelegt, aber ich will nicht zu lange warten, sonst sieht man, dass ich schwanger bin.

Ja, Mama und Papa, ich bekomme ein Kind und es läuft prima. Ich fühle mich zwar ab und zu etwas müde, aber das kommt durch die Medikamente die ich nehme gegen die Infektion, die ich mir dummerweise von Abdul eingefangen habe.

Aber das ist nicht seine Schuld, ich hätte einfach besser aufpassen müssen.

Ihr werdet Abdul mögen. Er hat zwar keine Ausbildung, ist aber sehr ehrgeizig und will bald seine eigene Tankstelle eröffnen. Zumindest falls wir das Geld unter meinem Namen leihen können.

Es ist schon blöd, nur weil er kein Deutscher ist und eine Weile im Gefängnis gesessen hat, kann er keinen Kredit bekommen. Das ist doch echt diskriminierend.

Er interessiert sich auch sehr für Politik, und ist Mitglied von gleich drei arabischen Organisationen. Ansonsten weiß ich da nicht so viel drüber, ich muss nämlich immer gehen, wenn sie sich versammeln.

Vorgestern musste ich ihn bei der Polizei abholen und es war toll zusehen, wie er die 3 Polizisten mit ein paar Argumenten zum Schweigen brachte.

Er ist wirklich stolz auf mich und findet, dass ich mit dem Kopftuch (ja, das muss halt sein) noch viel schöner bin als seine beiden anderen Frauen.

So, jetzt wisst ihr, was alles hätte geschehen können.

Ich will noch eben loswerden, dass ich keine Gehirnerschütterung hatte, das mit den Pillen, dem Baby, der Geschlechtskrankheit nicht stimmt und ich auch keinen Freund habe.

Ich habe n u r euren neuen BMW zu Schrott gefahren.

Totalschaden..!!!

Wollte eigentlich nur deutlich machen, dass es hätte viel schlimmer kommen
können.

Also, immer cool bleiben.

Eure Euch liebende Tochter

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:58 
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Zwei Freunde gingen in der Wüste spazieren. Zu einem Zeitpunkt während des
Spaziergangs fingen sie an, sich zu streiten, und der eine Freund gab dem
anderen eine Ohrfeige. Er fühlte sich verletzt, jedoch ohne etwas zu sagen,
schrieb er im Sand:

"HEUTE GAB MIR MEIN BESTER FREUND EINE OHRFEIGE"

Sie gingen weiter, bis sie eine Oase fanden, wo sie dann baden wollten. Der
Freund, der die Ohrfeige bekam, fing an zu ertrinken, aber sein Freund
rettete ihn. Als er wieder zu sich kam, schrieb er auf einem Stein:

"HEUTE RETTETE MEIN BESTER FREUND MEIN LEBEN"

Der Freund, der seinem besten Freund eine Ohrfeige gegeben hatte, und ihm
seinen Leben gerettet hatte, fragte:

"Als ich Dich schlug, hast du im Sand geschrieben, und jetzt schreibst Du
auf dem Stein - Warum?"

Der andere antwortete:
"Wenn jemand uns weh tut, sollten wir es im Sand schreiben, wo es die Winde
der Vergebung wieder streichen können. Wenn jemand aber uns etwas Gutes tut,
sollten wir es in einem Stein eingravieren, wo keiner es streichen kann."

LERNE DEINE "WUNDE" IM SANDE ZU SCHREIBEN UND DEIN "GLÜCK" IM STEIN.

Man sagt, dass es eine Minute dauert, einen besonderen Mensch zu treffen,
eine Stunde, ihn zu schätzen, einen Tag ihn zu lieben, aber ein ganzes
Leben, ihn zu vergessen.

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BeitragVerfasst: 28.04.2006, 15:58 
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Vor langer Zeit auf einer Insel im Ozean,
da siedelten sich die Gefühle der Menschen an.
Die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen
so wie alle anderen Gefühle, selbst die Liebe wollte diese Insel nicht missen.

Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
dass die Insel zu sinken droht
und es würde langsam Zeit,
die selbe zu verlassen, sonst droht der Tod!

So machten sich die Gefühle auf den Weg
und bauten einen großen Steg.
An dem machten sie ihre Schiffe fest
und somit jeder sicher die Insel verlässt.

Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten,
denn sie genoss die letzten Sonnenstrahlen in ihrem Garten.
Da saß sie an ihrem Teich und es zwitscherten die Vögel im Schilf.
Plötzlich bemerkte sie, dass sie alleine war.
Keiner der anderen Gefühle war mehr da.
Und sie von Herzen nach Hilfe rief.

Der Reichtum fuhr an ihr vorbei, mit Silber und Gold beladen.
"Nimm mich mit!" rief sie, "einer mehr oder weniger kann nicht schaden!"
Das Schiff trägt außer meinem Reichtum nur noch mich
und da ist kein Platz mehr für dich!

Als nächstes kam ein Schiff, verarbeitet aus feinstem Holz.
Auf dem fuhr der Stolz.
"Stolz nimm mich mit auf deinem Schiff!"
Doch der Stolz es nicht begriff.
"Das Schiff ist gebaut aus dem feinsten Holz und perfekt,
alles auf`s genauste ausgedacht und bis ins Detail Arbeit reingesteckt.
Du würdest mein Schiff nur beschädigen.
Vielleicht findest du ja einen anderen Gnädigen?"

Also fragte die Liebe die Traurigkeit.
Doch die war auch nicht bereit
und sagte mit Verdruss:
"Oh Liebe, ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben muss!"

Da sah die Liebe, die gute Laune, die voll mit sich zufrieden war.
und die Liebe dachte, oh wie wunderbar,
Die es bestimmt nicht stört,
"Nimm mich mit!" rief sie, doch wurde sie nicht erhört.

Die Liebe an sich schon fast zerbrach.
Da plötzlich eine leise Stimme sprach:

"Ich nehme dich mit." und die Liebe wieder glücklich war.

Es war ein alter Mann und ganz wunderbar.
Ich bringe dich an einen schönen Ort
und beide fuhren gemeinsam fort.

Als die Liebe wieder an Land, viel ihr ein, dass sie ganz vergaß,
nach dem Namen zu fragen, mit wem sie auf dem Schiffe saß.

Wer hat sie auf seinem Schiff geduldet?
Und wem sie so viel schuldet?

Da traf die Liebe das Wissen und fragte gleich, wer war dieser nette alte Mann?
Denn nur das Wissen mir diese Frage beantworten kann.

Das Wissen antwortete: "Der alte Mann, der dazu bereit,
dich mitzunehmen, war die Zeit!

Warum die Zeit?
Warum war die Zeit dazu bereit?

Weil die Zeit versteht,
dass es ohne die Liebe im Leben nicht geht!

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Eine kleine Geschichte für liebe Menschen!

Zwei reisende Engel machten Halt,
um die Nacht im Hause einer wohlhabenden
Familie zu verbringen.
Die Familie war unhöflich und verweigerte
den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses
auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz
im kalten Keller.

Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten,
sah der ältere Engel ein Loch in der Wand
und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, warum,
antwortete der ältere Engel:
"Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden
im Haus eines sehr armen, aber gast-
freundlichen Bauern und seiner Frau.
Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten,
mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel
in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen.

Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die
Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh,
deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf
dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte
den älteren Engel, wie er das habe geschehen
lassen können?

"Der erste Mann hatte alles, trotzdem
halfst du ihm", meinte er anklagend.
Die zweite Familie hatte wenig,
und du ließest die Kuh sterben.

Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen",
sagte der ältere Engel.

"Als wir im kalten Keller des Haupthauses
ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch
in der Wand steckte. Weil der Eigentümer
so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht
teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht
finden konnte.

Als wir dann in der letzten Nacht im Bett
des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes,
um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen."

_________________
Menschen sind wie Musikinstrumente; ihre Resonanz hängt davon ab, wer sie berührt.
(C.C. Virgil)


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 Betreff des Beitrags: doppelt hält besser
BeitragVerfasst: 28.04.2006, 20:20 
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Zwischendurchtipper
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Nordlicht hat geschrieben:
Tja, dann hält hier doppelt einfach besser... :wink: ich hab die Geschichte in einer anderen "Variante" gepostet.


*lach*
wie gesagt ... ich hab nicht alle gelesen und ich hatte vor dem Posten per Wahrscheinlichkeitsrechnung errechnet, dass es sich auszahlt, eine Geschichte zu posten, ohne vorher alle zwei Seiten zu lesen, sondern nur die Rosinchen (von Titel her) herauszupflücken :wink:

Alles Liebe!
Sonnenuhr (die gute Geschichten liebt)

_________________
Wer Schmetterlinge lachen hört
der weiß, wie Wolken schmecken!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.05.2006, 11:32 
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RundumdieUhrPoster
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Mittagessen mit dem lieben Gott

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig.

Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola - aber sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritte hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: "Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?"

Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und sie hat ein wundervolles Lächeln!"

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete.

Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er ist viel jünger, als ich gedacht habe."


Verfasser unbekannt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.05.2006, 09:41 
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Das Zauberschloß

Ziellos gehe ich durch die Straßen und versuche meine Gedanken zu ordnen, doch es gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, und so bemerke ich gar nicht daß der Regen einsetzt und sich nach und nach in meine Sachen frißt. Doch ich spüre ihn kaum, denn meine Gedanken sind gar nicht ich, sondern überall. Und so merke ich auch nicht, daß von meinem Gesicht Tränen herunter laufen. Und mit der Zeit vermischen sich die Tränen und der Regen. So daß der Regen das Salz aus den Tränen wäscht und mir einen Weg zeigt.

Ich folge dem Weg, auch wenn ich nicht weiß, wo hin er mich führen wird. Doch nach einer Weile stand ich dann an einem See, zu dem man auch: der See mit dem Zauberschloß, sagt. Und ganz langsam sah ich aus dem Nebel zwar noch ganz verschwommen aber schon deutlich das Schloß. Und wie ich mich noch fragte: was mache ich hier. Tauchte aus der Waldlichtung am See ein Einhorn auf und sagte zu mir: " Komm folge mir und habe keine Angst" und so folgte ich dem Einhorn, denn nur das Einhorn kannte den Weg zum Schloß.

Der Weg führte durch Schluchten der Verzweiflung und des Kummers aber auch über Brücken von Haß und Misstrauen und das Tal der Hoffnung und der Zuversicht. Und dann Stand es da. Stand da in seiner ganzen Pracht Türme besetzt mit den Farben der Sonne und des Himmels. Fenster so strahlend wie die schönsten Edelsteine auf der Welt. Und Türen so schön und groß wie die schönsten Bilder die ich je gesehen habe. Stand nun vor dem Schloß und das Einhorn sagte: "keine Angst, komm und folge mir"!

So gingen wir den Weg zum Schloß hoch, und von weiten sah ich schon, wie sich das Tor des Schlosses öffnete und ein kleines Mädchen davor wartete. Als wir am Schloß an kamen nahm mich das kleine Mädchen an die Hand und sagte zu mir: "Komm mit und habe keine Angst". So gingen wir durch das große Tor und betraten den Saal der Wünsche in dem von der Decke aber und aber Millionen Blätter von Rosen herunter regneten. Und als wir diesen Saal betraten und ich grade was sagen wollte, sagte das Einhorn zu mir: " Sag nichts, schaue und nehme das was Du siehst in Dein Herz auf, denn nur Du weißt was Traum und Wirklichkeit ist".

Ich nickte und wir gingen durch die Säle der Hoffnung und Zuneigung und folgten dem hellen Schein der uns den Weg zeigte. Und ganz in der Ferne hörte ich Musik und eine wunderschöne Stimme sang ein Lied. So gingen wir noch eine Weile bis wir zu einer wunderschönen großen Tür kamen, an der stand, "nur der möge eintreten, der weiß, daß man Träume leben kann". Und kaum hatte ich diesen Satz zu ende gelesen, da öffnete sich die Tür und wir kamen in den Saal der Freundschaft, und kaum daß wir ihn betreten hatten, schien die Sonne in alle Fenster und der Saal erstrahlte in seiner ganzen Schönheit.

Als ich schon fragen wollte, was denn nun los sei, erstrahlte im Saal ein Regenbogen in seiner ganzen Schönheit und eine wunderschöne Frau kam herab und sagte zu mir:" Schaue dich ruhig um, denn Jeder der träumen kann, hat das Leben verstanden". Und als sie das gesagt hatte, kam sie zu mir und gab mir einen Kuß auf die Wange und sagte:" Nehme die Sonnenstrahlen und bewahre sie gut auf und immer, wenn es Dir nicht gut geht, dann denke daran, daß Du die Sonne in deinem Herzen trägst und daß es hier im Schloß Jemanden gibt der dich sehr gerne hat". Und als sie das so gesagt hat, merkte ich, wie mir ein paar Tränen über das Gesicht liefen, doch ich schämte mich nicht dafür.

Nach einer Weile sagte sie:" nun kannst Du gehen, und denke an die Worte die ich Dir gesagt habe". Kaum hatte sie dies Worte ausgesprochen, befand ich mich wie von Zauberhand wieder am See und wußte nicht so richtig wie mir geschah. Und doch wußte ich, daß ich ein zauberhaftes Wesen kennen gelernt hatte, auf das ich mich ganz bestimmt immer verlassen konnte, denn ich trage ja Ihre Sonnenstrahlen im Herzen.


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