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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:02 
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Sven Marquardt - Die Nacht ist Leben . Autobiographie des berühmten Türstehers im Berghain

Sven Marquardt, Fotograf und Türsteher vom Berghain, hat seine Biographie veröffentlicht.
Die für Außenstehende kaum zu durchschauende Türpolitik lässt fast jeden zittern. Denn die Türpolitik (Standardsatz: "wir haben uns dagegen entschieden") ist demokratisch - nach welchen Kriterien ausgewählt wird, ist jedes Mal eine Überraschung und eigentlich ist jeder mal dran. An einem Abend kommt man rein, wird herangewunken, braucht nicht einmal Eintritt zahlen - und dann eine Woche später wird man nach sehr langem Anstehen in der SEHR langen Schlange in der Kälte abgewiesen.

Das ganze hat natürlich etwas vom Reiz des heftigen Sado-Maso :wink: . Denn die Tür im Berghain und im Watergate sind mit die härtesten und sadistischen der Welt. Da fliegen Leute aus Athen oder Dublin nach Berlin, um ins Berghain zu gehen - und müssen sich etwas anderes suchen. Da hören auch Models ein "sorry wir suchen uns selbst aus, mit wem wir feiern, okay?". Alternativen in Fußgängernähe gibt es zum Glück aber zuhauf.

Empfohlener Dresscode?
Selbstbewusst.

Sven Marquardt


Zuletzt geändert von Tilde am 30.01.2016, 01:17, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:06 
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"Wir haben uns dagegen entschieden."
:wink:
Die Mischung des Abends muss eben stimmen. Kommt also drauf an, wer schon drin ist, wer noch kommt, wer fehlt und was heute abend rüberkommen soll.

Selecting Marquardt


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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:13 
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In Memorandum old Skool - Curtis Mayfield - Move On Up


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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:22 
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Türsteher Sven Marquardt, dessen eindrucksvolle Erscheinung mit schwarzem Mantel, diversen Piercings und Gesichtstattoo die Legende der "härtesten Tür Berlins" mitgeprägt hat, sagt, dass es am Einlass wie bei einem Casting zugehe. Es gehe um Aggressionskontrolle und darum, nur Leute einzulassen, die zu den "leidenschaftlichen Partys" vom Berghain passten. Außerdem darf man weder zu jung noch zu alt aussehen, die Rollen werden hauptsächlich mit Leuten zwischen 25 und 45 besetzt. Das bestätigt meine Beobachtungen.


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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:37 
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Ist man einmal an Marquardt vorbei und abgetastet, geht es in die dunklen, unheimlichen Hallen des kürzlich und immer wieder zum besten Club der Welt gekürten Berghains. Vorbei an Betonsofas und großen Gummi-Matratzen, die an Eisenketten hängen. Die Decke ist 20 Meter hoch. Etwas höher, in der oberen Etage der Panorama-Bar, wo sich das erwachsenere Volk in helleren Gefilden Kreuzberg bei Nacht durch die Fensterfront ansieht. Die Musik ist hier etwas leiser, man kann sogar Konversation betreiben.

Die meisten kommen allein. Das liegt zum einen daran, dass Gruppen bei Marquardt ohnehin keine Chance haben, reingelassen zu werden, da er einzelne "Rollenbesetzer2 auswählt.
Zum anderen kommen nicht wenige, um hier Sex mit Leuten zu haben, die sie vorher noch nie gesehen haben. Die Frage "Zu mir oder zu dir" stellt sich im Berghain nicht. Es gibt Darkrooms, einen mit Liegeflächen, die mit Vorhängen abgetrennt werden können, einen mit Kabinen, die so dunkel sind, dass Vorhänge überflüssig wären. Alle Toiletten sind selbstverständlich unisex.

Kürzlich hat auch der Musikjournalist Tobias Rapp (früher "taz", jetzt "Spiegel") dem Berghain ein Denkmal gesetzt. In seinem Buch "Lost and Sound. Berlin, Techno und der Easyjetset" (siehe nebenan) schreibt er: "Andere Läden betritt man, bleibt eine Weile und fährt dann anderswohin. Hier bleibt man."


Doch das Berghain ist nicht nur auf eine harte Tür und selbstverständlich Sex zu reduzieren, ebenso wenig wie die Drogen, die hier die 72 Stunden-Parties mit ermöglichen. Das alles ist nur oberflächliche Deko - zumindest in meinen Augen.
Das Alles ist nur Beiwerk - denn ausschlaggebend und herausragend ist hier weltweit anerkannt eines: Die DJs, der Sound! Und so wird so mancher Abend bei einem alkoholfreien Tonic-Water auf Eis an der Panorama-Bar zwischen den vertrauten Gesichtern der "Familie" immer wieder interessant, vor allem unter der Woche, wenn "die Touristen nicht da sind oder arbeiten müssen".


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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 01:55 
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Toko Mix - Techno Berghain Sound

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Zuletzt geändert von Tilde am 30.01.2016, 02:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 30.01.2016, 02:03 
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BeitragVerfasst: 08.02.2016, 11:34 
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Ich finde die Aufregung um Marquardts Türpolitik und den Club an sich völlig übertrieben.
Ich wohne keine 400 Meter davon weg und war vor ein, zwei Jahren auch ab und zu mal drin. Aber wenn man keine Kopfschmerzen vom Bass bekommen und sich nicht in nem verdreckten und verdrogten Club aufhalten will, lohnt sich das kaum. Verstehe nicht, warum sich irgendwelche eingeschüchternten Leute so bemühen, da reinzukommen und sich sage und schreibe 2-5h dafür anstellen, statt einfach in nen anderen Laden zu gehen?
Damit man dann sagen kann man ist reingekommen? Die wenigsten haben überhaupt eine Vorstellung, was dort an Musik läuft etc., da gehts doch nur um den Fame-Faktor :wink:

Tagsüber entfaltet der Bau meiner Meinung nach viel mehr sein Potential, wenn dort bspw. Konzerte, Lesungen, politische Debatten oder Kunstaustellungen stattfinden.

_________________
Leben ist das, was dir passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.


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BeitragVerfasst: 11.02.2016, 16:01 
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Tja - WARUM die Leute da drauf abfahren? Das sind sicher rein wirtschaftspsychologische Erwägungen. Man fühlt sich an den alten Witz erinnert:
"Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied akzeptieren würde."

Die interessanteste Türpolitik - oft kopiert, nie erreicht - war sicher immer noch die des legendären Studio 54 aus New York. Das hat bislang noch keiner geschafft. Dort wurden sogar Sänger weggeschickt als Gäste, deren Lieder IN DEM AUGENBLICK drinnen zum Tanzen liefen.......
:!:

It's Psychology.
Vielleicht fällt jemanden noch mehr dazu ein?


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BeitragVerfasst: 11.02.2016, 16:08 
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Studio54, Manhattan 1977


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BeitragVerfasst: 11.02.2016, 16:49 
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In diesem Sinne sage ich erstmal tschüß und bis nächstes Mal! :)

SANTA HATES YOU - SUGA AND SPICE

:wink:

launisch-kapriziöse Grüße :!:
Tilde


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BeitragVerfasst: 11.02.2016, 16:53 
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Ist aus Versehen im falschen Thread gelandet und gehört HIER hin!

Tilde hat geschrieben:
Hier ist ein aktueller Artikel zur Türpolitik der Berliner Clubs - auch angesichts der Flüchtlinge
Wie ich dem entnehme ist diese Türpolitik aber enorm harmlos gegen die New Yorker, v.a. die des damaligen 54.
Denn es geht bei der Berliner Clubpolitik nur darum, ob jemand zur Musik passt.

http://www.welt.de/regionales/berlin/ar ... litik.html

25.01.16 Clubsprecher - Berliner Szene hat strenge Türpolitik, aber nicht diskriminierend was die Herkunft angeht.


Ach nä!
:mrgreen:

P.S. Ich oute mich jetzt mal (ich bin ja jetzt verheiratet und in Würden). In Hamburg war ich immer Stammgast im Mojo-Club, kenne und kannte auch die DJ's (zwei von denen) privat dort. Das ist ein renommierter Jazzladen, primär für Studenten '(erst ab 21 Einlass) und dann bis an die 40 Jahre.
Aber da ich ja vielseitig (musikalisch) interessiert bin, war ich eines Tages in "Lack und Latex" unterwegs - eigentlich wollten wir ganz woanders hin, auf eine "Fancy Industrial Party", sage ich mal. Ich trug also eine meiner damaligen Lieblingsjacken im S/M- Chanelkostüm-Style: Schwarz-weiß genähter und taillierter Latex-Blazer mit fingergroßen Edelstahlplatten-Zierleisten - zu einer hautengen schwarzen Latexhose und Stiefeln. Ich sah aus wie eine stinkreiche Domina. Mir selber war das gar nicht mehr so aufgefallen an dem Abend, dass ich da doch vielleicht mit auffiel. Tatsächlich wurden wir (mein damaliger Verlobter und ich) da an der Tür zum Mojo aufgrund meines Aufzugen nicht reingelassen ("Heute geschlossene Gesellschaft"). Ich schaute wie bescheuert - hä? Bislang war ich immer überall reingekommen und da sowieso. Dann dämmerte es mir, es könne an meinem "Outfit" liegen, es passte natürlich nicht zur intellektuellen Jazz-Dancefloor-Szene. :wink:


Das waren noch meine Zeiten mit meinem Verflossenen Horst, der war ziemlich so drauf, wie einige ältere Leser hier wissen. Jedenfalls war ich sowohl den Club, die Reeperbahn (da wohnte ich damals) als auch den anderen Style und das Outfit so gewohnt und fühlte mich derart da zu Hause und ganz normal, dass ich echt nicht drüber nachgedacht hatte, dass ich ja eigentlich "eine Aussage" und ein "Image" verkörperte. Und da "BISS" sich was ganz enorm in dem Augenblick.


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BeitragVerfasst: 22.02.2016, 16:14 
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Hier könnt Ihr Sven Marquardt, dem berühmten Türsteher, tatsächlich 45 Minuten lang im Interview zusehen.

Datt iss aber auch 'n Vogel für sich, dieser Typ. :mrgreen:

Sventke live


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BeitragVerfasst: 22.02.2016, 16:14 
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Hier könnt Ihr Sven Marquardt, dem berühmten Türsteher, tatsächlich 45 Minuten lang im Interview zusehen.

Datt iss aber auch 'n Vogel für sich, dieser Typ. :mrgreen:

Sventke live vor seinem Zuhause - Das BERGHAIN


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BeitragVerfasst: 01.11.2016, 09:23 
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Also, ich finde diesen ganzen Firlefanz auch absolut unnötig. Klar, die sollen sich gerne aussuchen, mit wem sie feiern wollen und meinetwegen sind das dann Leute zwischen 25 und 45. Aber entweder die lassen mich da innerhalb von einer halben Stunde rein oder ich trage meine Feierlaune woanders hin. Ein bisschen unwürdig das Ganze :D


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