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BeitragVerfasst: 30.01.2009, 14:11 
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Und die Bibel hat doch recht
OA 1955 Form Sachbuch Bereich Religion

Unter dem Motto »Forscher beweisen die Wahrheit des Alten Testaments« – so der Untertitel – gibt Werner Keller einen Überblick über ein Jahrhundert biblischer Archäologie im Vorderen Orient.
Inhalt: Der Bericht beginnt bei den Ereignissen im Buch Genesis (1. Buch Mose) und endet bei den Kriegen der Juden gegen die hellenistischen Seleukiden im 2. Jh. v. Chr., von denen die beiden Makkabäer-Bücher handeln. Die R Bibel ist somit auf das Alte Testament und dieses auf die Bücher des Mose und die »Bücher der Geschichte des Volkes Gottes« beschränkt. Es wird anschaulich, dass die biblischen Geschichtsquellen, aber auch die Erzählungen über die Patriarchen von Abraham bis zu Jakobs Sohn Josef in Ägypten sowie über den Exodus aus Ägypten mit außerbiblischen Quellen und archäologischen Zeugnissen in Einklang stehen bzw. gebracht werden können. Selbst der Mythos von der Sintflut (Genesis 6–8), dessen Gemeinsamkeit mit dem Bericht über eine Flutkatastrophe im R Gilgamesch-Epos um 1900 erkannt worden war, erhielt in den 1920er Jahren durch die Entdeckung einer Schlammschicht in Ur in Mesopotamien eine archäologische Bekräftigung. Mutmaßungen bleibt die Lokalisierung des »Durchzugs durch das Rote Meer« bzw. das »Schilfmeer« überlassen, nachdem der Bau des Sueskanals topografische Veränderungen zur Folge hatte. Das »Himmelsbrot Manna« (Exodus 15), erhielt eine Erklärung im Zusammenhang der Sinai-Expedition der Hebräischen Universität Jerusalem von 1927: Zwei Botaniker identifizierten die »Mannatropfen« als süßlich schmeckendes Sekret der auf dem Sinai heimischen Tamariskenbäume.
Wirkung: In mehr als 20 Sprachen übersetzt, erreichte das Buch eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren, zumal Fragen zum Verhältnis zwischen Judentum und Christentum ausgeklammert blieben. 1963 folgte als Ergänzung ein Bildband; 1977 entstand unter der Regie von Harald Reinl ein Dokumentarfilm, der mit einem Bericht über das Turiner Grabtuch die alttestamentliche Thematik von Keller weit hinter sich ließ; 1989 erschien eine aktualisierte, reich illustrierte Ausgabe.

Kurzbeschreibung
Seit über zwanzig Jahren gilt Werner Kellers "Und die Bibel hat doch Recht" als Standardsachbuch zur biblischen Forschung. Hier wird mit wissenschaftlicher Akribie nachgewiesen, was man vielfach nicht wahrhaben wollte, dass nämlich der geschichtliche Wahrheitsgehalt der Bibel nicht länger angezweifelt werden kann. An Nil und Jordan, an Euphrat und Tigris, am Toten Meer und am Mittelmeer haben Hacke und Spaten eine solche Fülle uralter Zeugnisse biblischer Wirklichkeit vom Schutt der Jahrtausende befreit, dass Archäologen, Geologen, Biologen, Botaniker, Sprachforscher und Physiker Schritt für Schritt den Tatsachendenkern mythischer Bibelerzählungen herauszuschälen vermochten.
Dennoch brachten die in den letzten Jahren entwickelten Forschungstechniken auch neue Ergebnisse, sodass in den vergangenen zwanzig Jahren manches revidiert werden musste, was bisher als gesichert galt. Andererseits wurde vieles beweisbar, was man vor zwanzig Jahren noch nicht anzunehmen wagte.



Egal ob man sich nun als Rationalist darüber aufregt, dass an der Bibel so viele gute Haare gelassen werden oder als Ultra-Konservativer, dass Wunder einfach wegerklärt werden. Das Buch ist ein Standardwerk.

Und gar kein allzu schlechtes. Es ist locker und unterhalsam geschrieben. Das macht es einem einfacher die eine oder andere Oberflächlichkeit zu schlucken.

Vielen wird dieses Buch nicht kritisch genug mit der Bibel und anderen Quellen umgehen. Denn es konzentriert sich - völlig unwissenschaftlich - auf all das, was sich irgendwie belegen lässt. Und das ist eine ganze Menge - zumindest wenn selbst Weltenbummler wie Herodot als Autorität gelten dürfen. Insgesamt steht das Buch damit im Kontrast zur Bibelkritik, die seit Jahrzehnten immer neue Ungereimtheiten herausarbeitet und im Zweifelsfall gegen die Angeklagte urteilt.

Sehr Gläubige hingegen werden dabei ob der oftmals respektlosen Erklärungsansätze zusammenzucken. Teilweise zurecht, weil die naturwissenschaftlichen Erklärungen für einige Wunder manchmal ein bisschen naiv klingen und die regelmäßigen "gabs alles schon vorher"-Erklärungen scheibar den unverhältnismäßig hohen Einfluss der Bibel auf die Menschheitsgeschichte ignorieren. Teilweise dürften sie sich aber auch an ihre eigenen (Aber-)Gläubigkeit stoßen.

Ich mag weder vernunftlose Leichtgläubige, die die Bibel völlig unreflektiert (und damit nur oberflächlich) erfassen, noch hysterische Rationalisten, die in der Bibel eine einzige Lüge sehen wollen. Die Bibel ist ein Werk von höchster historischer Bedeutung. Und mittlerweile muss man akzeptieren, dass sie auch eine historische Autorität ist, die hinter anderen Zeitgeschichtlichen Quellen nicht zurücksteht.

Das Buch lässt einem die Wahl zwischen den gemäßigteren Positionen beider Seiten. Es argumentiert zwar rational/glaubensfrei, lässt aber Raum für Glauben. Trotz schwacher Beweisführungen kann ich das Buch daher allen als Orientierungshilfte empfehlen, die sich mit dem Thema "Die Bibel als Zeitzeuge" bisher nur oberflächlich beschäftigt haben. Mir hat es immerhin einen schnellen Gesamtüberblick über die historische Relevanz der Bibel gegeben. Ein Überblick, der sich in detaillierteren Werken schnell verliert.

_________________
"Shake your Moneymaker....." James Brown-"Sex Machine", 1974


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