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BeitragVerfasst: 05.06.2014, 11:38 
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Championtipper
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Moin Ihr Lieben,

ich mal wieder :D .

Der Liebste und ich überlegen schon lange, ein Haus zu kaufen bzw. zu bauen. Da der Liebste selbstständig ist, gestaltet sich das als sehr schweirig, die Banken wollen ihm kein Geld geben.... zu unsicher, man weiß ja nie, er könnt morgen ohne Job da stehen.... grad jetzt hat er einen Zweijahresvertrag zu Tagesssätzen, wirklich ein totaler Knaller für uns, trotzdem schiebt die Bank Panik. Wettberwerbsverbot, Kündigungsfrist, was wenn.... na dann kommt halt das nächste Projekt, so what?

Dann wünschte sich mein Schwiegervater das wir zu ihm ziehen, war ja schon öfter im Gespräch und wir haben das aus guten Gründen immer stets abgelehnt, der Preis war uns zu hoch. Nun ist meine Schwiegermutter vor zwei Jahren verstorben und Vater müsste langsam aus dem großen Haus raus..... was er nicht möchte, da Mutter gesammelt hat wie ein Hamster, das Haus voll ist - bis unter die letzte Ecke mit irgendwelchen Antiquitäten und wundervollen und seltsamen Dingen.... das mal auszuräumen ist ein Akt, ich verstehe gut, das er sich davor drücken möchte, zudem, zu Hause lebt es sich am Besten.

Also hat er uns eines seiner drei Grundstücke, von denen zwei unbebaut sind, schenken wollen, sozusagen als Eigenkapital, damit die Bank nicht nein sagen kann (was diesmal auch geklappt hat). Wir haben uns vorher zusammen gesetzt und miteinander über Erwartungen und "stille Preise" gesprochen. Ich werde ihm weder Haushalt führen noch meinen Tag mit ihm verbringen, wir werden nebeneinander wohnen, Familie miteinander leben (bei uns gibt`s ja immer große Samstagsfrühstücke - dann halt mit ihm - alles vorstellbar. Nein, Forderungen oder so was habe er nicht, er sei es zufrieden, hier bleiben zu können.

Nun aber packt er langsam aus, zum einen, er will seinen Hund, eine Dogge, zwei Jahre alt, absolut unerzogen, los werden und meint, wenn wir erst hier wohnen, könne sie ja zu uns ziehen..... ach, Schlafzimmer oben? Nein, also für den Hund wäre es doch netter, unten, wäre doch groß genug, das Haus....

"Ihr fahrt nach Hause, ist doch so viel Platz im Auto, nehmt sie doch gleich mit!" "Vater, erinnerst Du Dich, das unser Vermieter so einen großen Hund verboten hat?" "Ja klar, aber ist doch jetzt egal, weil ihr zieht doch aus, da müsst ihr Euch nicht meht vertragen!" :shock:

Dann kam der Tag der Vermessung und plötzlich warf er alle Zusagen um, der Weg der zu seinem Grundstück führt und ausschweifend über unseres führt, sollte weg - jetzt nicht mehr - nun muss er bleiben, weil er sonst nicht zu seinem Haus kommt. Die Ecke, in die die Garage sollte - hat er im Tausch gegen ein Wegerecht an die Nachbarn "übergeben" es ist notariell fest gelegt, das sie unverändert bleiben muss. Den Wendekreisel hat er notariell festlegen lassen, das er für immer und alle Zeiten ihm und den Bewohnern nach ihm (oder Grundstücksbesitzern) zur Verfügung stehen wird.... na gut, der sollte eh bleiben... aber trotzdem.

Nun passen Haus und Garage nicht mehr aneinander, wie geplant. Also, suchen wir einen Platz für die Garage, sie ist ihm zu groß. "Die bauen wir einfach kleiner" :shock: Nun müssen, was wir vermeiden wollten, große Bäume gefällt werden.... damit die Garage Platz hat. "Aber dieser nicht!" und "Die müssen stehen bleiben!" Der Vermesser schob von dannen "falls geklärt ist, wo was hin soll, komm ich messen!" Und mir schwante, DAS wird echt schlimm.

Also wurde die Garage doch kleiner, was mich wirklich sehr wütend macht. Mein Liebster schraubt gern und wünschte sich eine große Garage mit Werkstatt, ich hab dafür auf einen Erker im Wohnzimmer verzichtet, damit sie so groß wird, wie er sie sich wünscht, nun also kleiner.... nicht viel, 90 cm kürzer, aber 90 cm auf 6 mtr. machen halt ne Menge Platz aus. Vater wollte das Carport bitte woanders hin haben..... Öh, das ist an der Garage dran? Egal, bauen wir es um.... geht aber nicht, noch ein Gebäude braucht wieder ne Bodenplatte, wird teuer. Also kleiner, halt.

Es war ein Drama, von dem "schieben wir alles platt" wird langsam ein "baut doch kleiner und höher, dann kann der Baum hier stehen bleiben." Auf Kämpfe aber, haben wir gar keine Lust...... als wir an dem Tag gefahren sind, kam wieder "ach nehmt doch den Hund gleich mit......" und da bin ich laut geworden und hab gesagt "Für alle Zeit, ich will Deinen Hund nicht, jetzt nicht und später nicht!" Dann sind wir gefahren. Und seitdem brodelt es.

Ernsthaft haben wir angedacht, das Ganze sein zu lassen; ist zwar blöd, weil der Bauantrag läuft, die Bank das Geld bewilligt hat, wir das Haus bestellt haben (ich hab keinen Passus für einen Rücktritt gefunden, aber billig wird das sicher nicht werden) und wir uns den Traum vom eigenen Haus dann für alle Zeit vergessen können..... ich rechne mit einem Drittel der Kosten, ohne was... und das Grundstück ist ja auch noch da, klar, könnten wir verkaufen, aber wer kauft es mit soviel Einschränkugnen und Rechten? Wobei, er kein eingtragenes Wegerecht über unser Grundstück hat.

Nun wird das Haus also dort stehen, wo er es wollte, keinen Platz mehr für eine Terrasse haben (da ist der Weg) und alles ist anders, als erträumt.... die Freude, das sich hier unser Traum erfüllt, weicht Bestürzung und Mutlosigkeit.... ich hab den Bauleiter angewiesen, das sämtliche Entscheidungen von mir/uns getroffen werden und das mein Schwiegervater nichts zu entscheiden hat und das sie einfordern dürfen, das der Hund nicht frei läuft.... ich werde nicht immer da sein, sind von uns aus knapp 2 Stunden Fahrt. Gern hab ich das nicht getan.

Und nun? Sonntag wollen wir zu ihm fahren und die Dinge noch mal klären, miteinander reden und dann entscheiden wir uns, was wir tun. Irgendwie wäre es klüger gewesen, er hätte das Haus gebaut und wir würden es mieten, dann sind mir die Parameter schnuppe - aber so? Wir fühlen uns total gegängelt und nicht ernst genommen.

Ärger mit dem Ex gibt es auch, ich könnt nur noch schreien... meine Ruhe kommt mir grad abhanden, aber völlig.

Ansa *traurig*

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BeitragVerfasst: 13.06.2014, 20:32 
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Olympiareiftipper

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Was passiert überhaupt mit dem Haus des Schwiegervaters, wenn er mal nicht mehr lebt? Kriegt ihr das dann dazu?

Wie wäre Plan B - Haus fertig bauen und dann verkaufen. Oder vermieten, bis ihr euch die Nachbarn selbst aussuchen könnt. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 14.06.2014, 14:28 
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Mittagspausentipper
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Liebe Ansa,

ich erlebe ähnliche Dinge in unterschiedlicher Form derzeit ebenfalls gehäuft in meiner Umgebung: Eltern, die (noch zu Lebzeiten) etwas vererben, aber bereits im 2. Schritt merkt man, dass sie eigentlich das Erbe nicht loslassen können, bzw. sie nur unter ihren Bedingungen vererben wollen.
Ich fürchte, dies lässt sich auch mit langen, mühsahmen Gesprächen nicht verändern. Ausser die Beziehung deines Freundes zu seinem Vater ist so gut, dass dieser am Ende auf ihn hören wird.

Im schlechtesten Fall baut ihr ein Haus (nicht nach euren Vorstellungen), worin ihr euch nicht wirklich wohlfühlt und habt auch noch den ganzen Tag den Schwiegervater auf dem Pelz. Der hat anscheinend ein Feld gefunden, um Macht und Kontrolle ausüben zu können, vielleicht fühlt er sich wieder wohl wie in jungen Tagen, aber für Euch wird dies wahrscheinlich der Horror.

Was ihr tun könnt, ist in dieser Situation sehr schwierig. Ich würde auf keinen Fall auf einen kompromißbereiten Schwiegervater hoffen.
Vielleicht läßt sich dein Freund das Grundstück schenken, ihr beide baut dann aber woanders. Dann hättet ihr den Kredit, ein Haus nach euren Vorstellungen, aber ansonsten eure Ruhe. Möglicherweise einen grollenden Schwiegervater, mit dem ihr euch aber nicht täglich konfrontieren müsst.

Wenn ihr für euer jetziges Haus seinetwegen viel mehr bezahlen müsst, ist ein anderes Grundstück wahrscheinlich auch nicht wesentlich teurer.
Ich würde an meinem Wunschhaus nicht viele Einschränkungen wollen, denn ihr werdet wahrscheinlich euer ganzes weiteres Leben darin wohnen. Und nicht täglich an die eine Ecke, die Werkstätte in der Garage denken, die euch jetzt abgeht. Auch die Bäume sollten nach eigenen Empfinden stehen bleiben oder weg kommen, da es ja euer Garten ist. Der eine mag mehr Sonne, der Andere wieder Schatten, da seid ihr in euren Vorstellungen schon sehr eigeschränkt.
Allerdings hat dein Schwiegervater normalerweise kein Mitspracherecht mehr, wenn die Schenkung bereits erfolgt ist und das Grundstück euch oder deinem Freund gehört.

lg
Mariella


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BeitragVerfasst: 14.06.2014, 15:49 
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Olympiareiftipper

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Zitat:
Im schlechtesten Fall baut ihr ein Haus (nicht nach euren Vorstellungen), worin ihr euch nicht wirklich wohlfühlt und habt auch noch den ganzen Tag den Schwiegervater auf dem Pelz.


Im besten Fall. Hinzu kommt, dass es ein Kaff ist, Ansa dort niemanden kennt und - wie wir einem neueren Post von Ansa entnehmen - Ansas Mann jetzt erst mal für zwei Jahre nach Dänemark entfleucht. Sie darf sich somit auf zwei Jahre allein mit Schwiegermessie und seinem Monsterhund freuen, am Arsch der Welt, mit mehr als bescheidener Verkehrsanbindung zum nächsten Flughafen.:mrgreen:


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BeitragVerfasst: 14.06.2014, 20:00 
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Championtipper
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Hej Mädels,

nun ja, sagen wir mal so, der alte Mann hat selbstständig jahrzehnte lanf ein Altersheim für Alkoholiker geführt und besessen, der hat schon lange vergessen, das es Menschen gibt, die nicht auf ihn hören müssen. Immer viel Geld gehabt und immer allen gesagt "DA geht`s lang, weil ICH das will!" Und die Beziehung meiner Schwiegerleltern zu ihren Kindern war halt immer "Ich weiß aber besser was für Dich gut ist und deshalb ist das jetzt falsch,w as Du willst." Also, alles sehr problembehaftet, drei der ehemals 5 Kinder haben keinen Kontakt mehr nach Hause, was durchaus auf Gegensesitigkeit beruht.

Wir wissen also was da im Busche sitzt.....

Inzwischen haben wir auch miteinander gesprochen, und ganz klar gemacht, SO nicht, nicht mit uns, das uns war wichtig..... wir haben deutlich gemacht, das wir wohl auf den Hund aufpassen, wenn Not am Mann ist, aber das wir ihn keinesfalls nehmen, außer - um ihn an die Doggennothilfe weiter zugeben. Und auch, dass das Grundstück uns gehört (ist schon überschrieben) und das es unser Haus werden wird und das bauen wir so, wie wir wollen. Punkt - oder aber - wir kommen nicht.

Er möchte unglaublich gern, das wir kommen, weil wir ihm ermöglichen werden, in seinem Haus zu bleiben. Es ist für ihn zu groß und er müsste sich extremst verkleinern. Ich mag ihn tatsächlich - hab ja mit meinem vater keinen Kontakt mehr - und ich stelle es mir schon nett vor, mit ihm gemeinsam Tee zu trinken oder in der Sonne zu sitzen und den Garten zu genießen. Familie ist und war mir immer sehr wichtig - und wo ich wohne ist im Grunde auch egal, meine Freunde hier sind nicht aus der welt, aber ein eigenes Haus - wäre schon sehr schön.... leider ist es so, das mein Liebster selbstständig ist und alle bisher angefragten Banken einfach nur zicken und uns kein Geld geben wollen..... unglaublich mit was für Argumenten die einem kommen. "Wenn sie nur ein Viertel dessen bekommen würden aber dafür angestellt wären,wäre das kein Problem, aber so - müssen wir leider ablehnen." "Sie wissen schon, das ich auch angestellt, eine Kündigungszeit von 4 Wochen hätte und auf der Straße stehen könnte?" "Ja - aber wir können für sie nichts tun....." :pillepalle: Deppen.... wir haben durchaus öfter versucht, hier ein Haus zu kaufen.

Wenn er eines Tages nicht mehr ist, werden sich die verbliebenen Kinder um das Erbe zanken..... das steht so gut wie fest und das bedeutet, das sein Haus und das verbleibende andere Grundstück verkauft werden müssen - was dann dort passiert - steht in den Sternen. Vermutlich wird sein Haus abgerissen und dort wird neu gebaut. Egal.... unser Grundstück ist groß genug, das ist ja auch etwas, worum wir wissen. Und ob dieser Ort der letze ist, an dem wir leben werden? Auch das steht in den Sternen.

Mein Liebster ist so oder so an 5 Tagen in der Woche nicht da, egal wo ich wohnen werde.... zumindest die nächsten Jahre wird das noch so sein. Und ich kann mir einen Neuanfang gut vorstellen, mal sehen.... meine Tochter hat sich schon ein Gymnasium ausgesucht, auf das sie gehen möchte, sie haben dort japanisch als Abiturfach :mrgreen: - endlich nicht mehr zur Miete wohnen ist sehr reizvoll. Vater in der Nähe zu haben hat nicht nur Nachteile. Meine Freunde sind eh über Deutschland verteilt, das ist egal, hier fortzugehen - ist nicht bedrohlich für mich. Im Gegenteil, seit mein liebster Freund Frank in Berlin lebt, sehen wir uns öfter als damals, wo er um die Ecke hauste.... Abgesehen davon, ist die kleine Stadt entzückend.

Mein Liebster hat deutlich klar gemacht, was geht und was nicht und nun sehen wir mal weiter, das jemand so viel Rückgrad hat und sagt "Entweder - oder" war ihm sichtlich neu. Aber ich glaube auch, DAS musste einfach sein, Klärung der Positionen. Wir hätten tatsächlich "Nein" gesagt und hätten es gelassen. Und das ihm manches schwer fällt - mei, des kann ich gut verstehen...... und am Ende sehen wir einfach mal weiter. Dann wird das Haus fertig sein und ich hab eine Tür, die hinter mir schließen kann und gegen tobende Doggen gibt es Zäune, oder eine HuSchu in der Nähe, dann hört sie zumindest auf mich, das reicht mir.

Im allerschlechtesten Fall begleite ich meinen Liebsten unter der Woche nach Dänemark oder entfleuche nach Smaland, aber ich hoffe doch, das muss ich nicht tun. :wink:

Ansa

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BeitragVerfasst: 16.06.2014, 16:36 
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Olympiareiftipper

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Na, dann ist doch alles halb so schlimm. Könnt ihr das Haus nicht AUF die Garage bauen? So eine Art Souterrain als Riesenwerkstatt? Was dann noch übrig bleibt, wäre dann Keller. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 17.06.2014, 09:00 
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Championtipper
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Ne, wir haben überlegt, den Teich zu vergößern und darin ein Hausboot zu installieren - Hausboot ist ja noch ein Traum von mir :mrgreen:

Nein, alles gut ist natürlich nicht, das wird ein Lernprozess für beide Seiten, aber das bekommen wir schon hin - und - ich freue mich bereits wieder auf unser Haus..... das wird schon schön werden. :dance:

Es sah nur so schlimm aus, an dem Tag, ich war total down und wollte einfach nur weg.... aber das wird schon. Vielleicht musste Vater einfach nur klar begreifen, was mit uns geht und was nicht, bzw. erkennen, das sein Sohn, weiß was er tut und was er will? Oder noch anders, das er mit diesem (und mit mir) nicht tun kann was ihm beliebt - das verändert die Beziehung denke ich, auch etwas Gutes und vor allem - dafür ist echt mal Zeit.

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Wenn Träume platzen....
BeitragVerfasst: 14.09.2014, 16:48 
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Championtipper
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Moin Ihr Lieben,

nun ist es passiert.... wir haben, mitten im Bau - Mittwoch kam der Rohbau aus Schweden - die Reißleine gezogen und Vatern das Gesamtpaket zum Kauf angeboten, natürlich ohne Grundstück, das würden wir ihm zurück überschreiben.

Es ging einfach nichts mehr..... nachdem er nun noch "heimlich" kurz vor dem Gießen der Platte das Haus um eineinhalb Meter in die von ihm gewünschte Richtung verschoben hat und er einfach immer von "mein" redet und ein Riesentheater macht um einen bestimmten Baum und darum, das er grad seinen Weg nicht benutzen kann (weil Material darauf liegt) und sein Auto bei seinem Sohn nebenan und nicht in seiner Garage stehen muss und weil die Zimmerleute nicht tun, was er von ihnen will (etwa Bäume in Strohmatten wickeln) und wir den Bauleiter nicht anrufen wollten und uns beschweren wollten (worüber auch) und er seine Schwarzarbeiter auf der Baustelle aufräumen lassen wollte und mein Liebster ihm das untersagt hat und er meinte "klar, faktisch wäre das unser Grundstück, aber........" Es gab einen großen Streit, in dem klar wurde, das er den Liebsten nicht als gleichwertigen Partner wahr nimmst, sondern herablassend ist, in Ton und Aussage a `la "komm mal wieder runter Kleiner und tu, was ich Dir sage...."

Haben wir eine schlaflose Nacht hinter uns gebracht, uns von Träumen und dem Gefühl eines schönen zu Hauses verabschiedet und ihm freundlich aber bestimmt mitgeteilt, "wir werden nicht nach Wildeshausen ziehen, aber, weil wir keinen Streit wollen, bieten wir Dir an, Dir das Grundstück zurück zu überschreiben und das Haus zu übernehmen, als Vorkaufsrecht. Ansonsten werden wir es verkaufen oder vermieten." Er hat uns ausgelacht....... Ehrlich gesagt, finde ich das im Grunde ziemlich fair.

Ging dann nicht mehr ans Telefon, später doch wieder und redete von "mein" und Überhaupt und endete damit "dann überlegt mal, was ihr machen wollt" und der Liebste sagte "Schade, das hast Du falsch verstanden, wir haben entschieden und Du sollst bitte überlegen, was Du tun willst. Kaufen oder nicht und dann sehen wir weiter."

Daraufhin lief er wohl draußen durch den Garten, nahm eine Latte mit Nägeln und prügelte auf das Dämmaterial ein, das jetzt kaputt ist - wie kaputt - muss ich morgen sehen. Ich war fassungslos...... ich bin fassungslos. Und sprachlos und traurig und.... Die Zimmerleute haben es zum Glück (für alle Fälle, falls es ersetzt werden muss) gesehen.

Jetzt zieht er eine Grenzlinie und will einen Zaun bauen und ist bockig wie ein Fünfjähriger. Es tut mir leid.... je mehr er da out of control ist, desto sicherer bin ich, das wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Und die kommt uns teuer, denn verkaufen heißt ja nicht, das wir unser Darlehn los werden, sondern das müssen wir weiterhin bedienen. Außedem werden wir kaum bekommen, was wir bezahlt haben, wir hoffen einfach nur, das wir den Hauspreis raus bekommen, wenn wir das Grundstück quasi für die Summer der Schenkungssteuer "dazu" geben und keinen weitern Preis dafür ansetzen. Ich bin besorgt.

Morgen fahre ich hin um mit dem Bauleiter die Situation zu begutachten, das Dämmaterial anzusehen und zu entscheiden, was zu tun ist. Ich mein, wenn er anfängt Schäden zu verursachen? Ich kann ihn nicht einschätzen..... ich hab Angst, aber ich weiß auch, das ich das schaffe.

So eine Sch.... Situation.

Traurige Grüße
Ansa

P.S. zum Glück hat unser Vermieter gesagt "ich wollt bleiben, wie schön......" Soviel zu "ihr müsst Euch ja nicht gut mit ihm verstehen" - ts....

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BeitragVerfasst: 15.09.2014, 00:51 
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Olympiareiftipper

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Hallo Ansa, das tut mir aber leid. Bestimmt beißt ihr euch jetzt selbst in den Hintern, dass ihr euch die Sache viel zu lange schön geredet hattet. Ich muss da an ein Paar rote Lackschuhe denken, die ich mit vier oder fünf so unbedingt wollte und die es nur noch eine Größe kleiner gab. Obwohl sie schon beim Anprobieren im Schuhladen zwickten, hab ich meiner Mutter vorgeschwärmt, wie bequem sie seien, bis meine Mutter schließlich nachgab. Natürlich hab ich mir am nächsten Tag die schlimmsten Blasen gelaufen und die Schuhe danach nie wieder angezogen.
Euer Hausprojekt hat auch an mehreren Stellen gezwickt, aber die Vorstellung war so schön. Für dich wäre es vielleicht sogar gegangen, mit dem Schwiegervater auszukommen. Aber für deinen Mann wäre das ein dauernder Selbstbehauptungskampf - besonders unangenehm für ihn, weil es ihm bestimmt peinlich vor dir wäre, diesen Kampf überhaupt führen zu müssen. Und für dich wäre es auch nicht schön gewesen, ihn immerzu in dieser Rolle erleben zu müssen. Mit fünfzig. Wenige Väter schaffen es, ihr Platzhirschgehabe irgendwann aufzugeben. Wenn sie einem was Gutes tun, knüpfen sie meist inakzeptable Erwartungen oder Bedingungen daran, gegen die man sich erst wieder wehren muss. Und dann fühlt man sich undankbar. Na ja, den Zirkus kennen wohl die meisten. Mütter sind da anders. Die helfen, und fertig. Denen reicht es, wenn sie dafür gemocht werden, dass sie für einen da sind.
Der Abbruch des Projekts erfolgt - emotional bedingt - in der blödestmöglichen Phase. Vielleicht kocht ihr euch erst mal etwas runter und entscheidet dann vernünftig. Hab ich das richtig verstanden, dass das Fundament jetzt schon gegossen ist? Das Haus aber noch in seinen Einzelteilen da rumsteht? Auf das passgenau gegossene Fundament kann man jetzt nicht irgendein Haus stellen, sondern es müsste schon das gelieferte sein?
Wenn's irgendwie geht, würde ich es dann fertig bauen und entweder verkaufen oder vermieten. Am besten an eine WG mit alten Alkoholikern :mrgreen: Auch wenn ihr jetzt am liebsten sofort einen Schlussstrich ziehen würdet.

Und was den Kleinmädchentraum angeht: Du hast doch ein schwedisches Holzhaus in Schweden. Du kannst da doch bald die ganze helle Jahreszeit verbringen, wenn du willst. Wenn die Kleinste auch noch aus dem Haus ist. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 15.09.2014, 07:07 
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Championtipper
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Moin Trixie,

der Tag dannach macht es nicht besser :cry: lässt aber so eine Ahnung von "das war eine gute Entscheidung" aufkommen.....

Natürlich, hier ging es nicht um das Objekt "Haus" sondern um einen Lebenstraum, um emotionale Dinge - realistisch betrachtet wollte niemand von uns dorthin. Für mich bedeutet es den Komplettwechsel des Lebensumfeldes - okay, ich find das spannend, die kleine Stadt entzückend, die Gegend landschaftlich schön (nach Wilhemlshaven wäre ich z.B. nicht gegangen), ich mag die Leute, das "Moin" - für mich hätte es gepasst. Für den Liebsten bedeutete es in jedem Fall mehr Umkehr, derweil sich seine Fahrzeiten arg verschieben, Hannover ist schon ein Verkehrsknotenpunkt was Bahnverbindungen betrifft, sowohl auf der Nord-Süd-Linie als auch Richtung Ost-West-Verbindung. Aber das hätten wir in Kauf genommen.

Für uns ging es um Familie, um Vater, des uns bat, zu ihm zu kommen,damit er in seinem Haus bleiben könne, nicht mehr so einsam sei.... Familie ist mir wichtig, dafür tue ich schon einiges, der Liebste auch.

Und natürlich, mich trifft sein Benehmen nicht so hart, ich hab da Abstand, emotionalen Abstand. Ich kann freundlich sagen "tut mir leid, das Dich der Bau stört, aber das ist halt so, wird auch wieder besser." Während sich der Liebste da anders fühlt. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten die dazu kommen, das unerzogene Doggentier etwa, seine Art nicht ehrlich zu sein und zu tricksen wo es nur geht - Dinge die dazu gehört hätten, um die man weiß und die man so nimmt wie sie sind. So ist er eben..... Im Gesamtpaket spielen sie dann doch eine Rolle.

Für den Liebsten ist es noch anders, ihn trifft es und das macht mich unglaublich wütend und vor allem Kompromisslos. Da will einer mit dem Kopf durch die Wand? Okay, nehmen wir mal die Wand weg..... natürlich erlebe ich einen Vater, der seit 50 Jahren die Strategie fährt, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und zu erreichen was er will, gepaart mit dem "wer das Geld hat, hat Recht" und natürlich, alle sind zu Kreuze gekrochen....jedes seiner Kinder hätte nachgegeben, nachgeben müssen.... ich erlebe sein Verhalten als völlige Hilflosigkeit, weil er einfach nicht erreicht was er will und wie sich das anfühlt, das kann ich verstehen. Aber ich bin zu erwachsen um das aushalten zu wollen, denn es wird nicht aufhören. Halbjahrhunderealte errfolgreiche Strategien verändert man durch ein Ereignis nicht.

Ich hab ein Jahrzehnt Streiterei mit meinem Ex durch, ich möchte in Frieden leben und meine Ruhe haben, ich geh nicht freiwillig in die Höhle des Löwen und häng mir ein Schild an die Tür "hier wohnen Vaters Kinder" - never..... lieber zieh ich nach Schweden.

Was ich jetzt natürlich nicht kann.....noch findet mein Leben hier statt.

Das Haus steht im Rohbau und wird jetzt ausgebaut, Ende Oktober sollte es fertig sein, dann folgen Tapeten, Fliesen, Böden.... nun schauen wir mal, wie sich das entwickelt. Fertig bauen wir es in jedem Fall, nutzt ja nichts. Und entweder er nimmt es uns ab oder aber wir verkaufen es, so dass wir gut aus der Sache raus kommen oder es wird vermietet und irgendwann verkauft. Es gäbe ja auch Mietkauf und allerlei andere denkbare Szenarien, da können wir frei entscheiden, nur eines steht fest, Wildeshausen als Lebensort ist Geschichte.

Ich bin dankbar, das der Liebste und ich uns hier so gut verstehen und zueinander halten, das wir nicht zanken und uns, in unserer Trauer (die ihre Zeit braucht) aushalten können. Das niemand dem anderen Vorwürfe macht und garstige Dinge sagt...... das wir daraus gestärkt hervorgehen und nach neuen Dingen Ausschau halten können.... Das ist ungeheuer viel mehr wert, als irgendein Haus dieser Welt.

Traurig bin ich trotzdem, noch.... deshalb stell ich mir heute mein Auto so vor die Tür, das ich immer drauf sehen kann, es kommt nämlich frisch vom Lackierer und sieht unglaublich hübsch aus... Toyota Paseo Cabrio in metallic Türkisblau, einfach ein schönes Auto.... da schau ich auf etwas, worüber ich mich freuen kann. Außerdem fahr ich damit nachher zum Bau, Schadensbegutachtung.

Ansa

P.S. solche Schuhe hatte ich auch mal :mrgreen: auch mit Blasen - meine Mutter hat mir das nie verziehen, meine Tochter hatte auch solche Schuhe, ohne Blasen "unbedingt haben will" und nach 2 Tagen "die sind so hässlich......" na ja, da war ich die Falsche "wenn sie nicht mehr passen, gibt es neue Schuhe, tut mir leid." Da hat sie mich gehasst, heute lacht sie drüber und sagt "haste gut gemacht!" :roll: So herum mag ich es doch weitaus lieber.

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BeitragVerfasst: 15.09.2014, 15:58 
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Olympiareiftipper

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Nun zieh nicht so eine Schnute :-) Es gibt ja immerhin noch die Möglichkeit, dass ihr den Traum einfach nur aufschiebt. In zehn Jahren passt es vielleicht sowieso viel besser - wenn der Schwiegervater dort nicht mehr wohnt und dein Schatzi nicht mehr so viel reisen muss. Bis dahin könntet ihr das Haus vermieten.

Wenn ihr euch allerdings entschließt, dass ihr das Haus niemals selbst bewohnen werdet, wäre jetzt die richtige Zeit, um es zu verkaufen. Da könntet ihr die Käufer bei der Gestaltung des Innenausbaus mit einbezehen, etwa bei der Auswahl der Fliesen, oder was es da sonst noch alles geschmacklich zu entscheiden gibt. Das erspart euch eine Menge Gefeilsche, weil dann keiner mehr versuchen kann, den Preis um das zu drücken, was er alles noch ins Haus reinstecken müsste: "Äh, die Fliesen müssten wir alle rauskloppen und ersetzen, die tapezierten Wände müssten wir mit Holzplanken verkleiden, und und und.

Na ja, an anderer Stelle schriebst du, es sei wichtig, Realitäten anzuerkennen. Dazu gehört wohl auch die Einsicht, dass es illusorisch ist zu hoffen, dass Eltern-Kind-Beziehungen sich irgendwann magisch in Beziehungen auf Augenhöhe verwandeln könnten. Das kommt einem nur so vor, solange man weit genug weg ist :-) Und manchmal ist es ja auch ganz gut, jemanden zu haben, der einen daran erinnert, wie vorteilhaft es ist, auf eigenen Beinen zu stehen. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 15.09.2014, 18:21 
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Championtipper
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Moin,

ach doch, ich finde ich darf ne Schnute ziehen und um das, was ich verliere auch traurig sein. Das braucht ein paar Tage um anzukommen und sich zu setzen.

Ja klar, jetzt wäre der beste Zeitpunkt, Türen sind noch auszusuchen, Treppe, Elektropläne noch nicht gemacht, Badezimmer, Fußböden - alles was man eventuell selbst bestimmen wollte - ist noch möglich. Das ist mir klar, ich plane auch schon anders. Für mich würde ich anders entscheiden als für andere.

Öh nein, Wildeshausen ist auch dann nicht der Ort an den wir ziehen, wenn Vater nicht mehr ist, dann schon gar nicht mehr..... da hätte es andere Orte gegeben, die wir bevorzugen. Das einzig Gute an dieser blöden Situation ist, vermutlich wird uns die Bank einen neuen Kredit für ein Haus geben, wenn das hier nicht mehr da ist und das suche ich mir dann hier in der Gegend. Haus ist immer noch eine gute Idee.

Ja, illusorisch - ich bin da wohl einfach naiv, ich würde niemals mit meinen Kindern derart umgehen und nein, vorher war da nichts zu bemerken, na ja, stimmt so nicht. Es gab schon früher Differenzen, aber ich hab auch oft gedacht, "da haben alle ihren Anteil dran...." ich befürchte, ich war da auf einem Holzweg, jedenfalls einem teilweisen. Okay, hinterher ist man klüger und auch das Anerkennen von Realiäten ist ein Prozess der seine Zeit braucht.

Ich nehme auch mehr und mehr wahr, das Vater da ein Fuchs ist und trickst, heute war er bei der Bank und forderte unsere Darlehnsunterlagen. :shock: Und war total geknickt, das er sie nicht bekommen hat, so eine Überraschung aber auch. Bankgeheimnis gilt also nur für Väter, nicht für Kinder? Außerdem hat er schon die erste Baubegehung mit einem Interessenten gemacht um unser Haus zu verkaufen. Mal abgesehen davon, das Fremde da nichts zu suchen haben, entdecke ich da kein Entgegenkommern und ein Miteinander erst Recht nicht, da frag ich mich doch langsam, ob er noch bei klarem Verstand ist.

Wir fahren Samstag zu ihm und schauen, wie es weiter gehen wird. Seine heutige, in freundlichem Ton, gestellte Rüge, ich müsse ja nicht mehr planen und entscheiden, da ich nicht hier einziehen wolle hab ich auch beiseite gewischt, wir haben ja immer noch Verträge zu erfüllen. Im Übrigen glaube ich tatsächlich, das er Anderes vor hat, den Banker hat er gefragt, welchen Preis er wohl für Haus und Grundstück bekommen würde, ob das so hinkäme, Grundstück plus Haus? :?

Ts...... das wird noch lustig oder so.

Ansa *trotzdemtraurig*

P.S. das Haus schaut soooo schön aus...... :cry:

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BeitragVerfasst: 16.09.2014, 14:38 
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Olympiareiftipper

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Wie's aussieht, hat er sich schon entschlossen, euch das Haus abzukaufen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. So kann er sich seine künftigen Nachbarn selbst aussuchen. Ein verständlicher Wunsch. Und so schwierig er ist, sicherlich liegt es ihm fern, seinem Sohn zu schaden oder ihn über den Tisch zu ziehen. Dass er nun selbst nach Interessenten sucht, würde ich daher eher als Entlastung sehen.
Zitat:
Ja, illusorisch - ich bin da wohl einfach naiv, ich würde niemals mit meinen Kindern derart umgehen
Nee, du bist ja auch kein Vater.
LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 16.09.2014, 17:03 
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Championtipper
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Na ja,

ich sortiere das jetzt mal für mich, auch wenn das alles heraus zu lesen ist.... weil ich das noch mal auf den Punkt brauche.

- Anfang des Jahres fragt uns Vater, ob wir uns vorstellen könnten, zu ihm zu ziehen. Er sei einfach einsam und müsste sonst sein großes Haus verlassen, das er allein nicht bewirtschaften kann (zu dem Zeitpunkt hat ihn seine angestellte Haushälterin "verlassen" um sich in Bremen selbsständig zu machen und er ist wirklich überfordert. Er hat sie unterstützt und fängt auch ihre Schulden auf, baut mir ihr ein Haus in Thailand). Er würde uns ein Grundstück schenken wollen. Auch weil er das Gesamterbe verkleiner will, da seine anderen Kinder (mit dreien ist er zerzankt), sich nicht um ihn kümmern und sie nichts bekommen sollen. Mein Mann sagt, das würde er ungern unterstützen und findet, das seien keine guten Motive - wir erkennen aber an, das es seine Entscheidung ist und wissen eben auch, das Schenkungen 10 Jahre lang rückgängig zu machen sind.

- wir überlegen ob wir das wollen, warum, weshalb, was es bedeutet. Vater ist kein einfacher Mensch, er kann nicht gut andere machen lassen oder damit umgehen, das er nichts zu entscheiden hat.

- wir führen mit ihm ein Gespräch, welche Erwartungen er hat oder was er sich, wenn er uns etwas Derartiges schenkt, verspricht. Wir reden darüber, dass das nicht bedeutet, das ich ihm den Haushalt führe, aber schon, das wir gemeinsam etwas tun können, einkaufen, Theater, frühstücken - was sich so ergibt. Er versichert uns, solche Erwartungen habe er ganz sicher nicht, er sei nur froh, nicht mehr allein zu sein.

- wir überlegen uns, das großzügige Angebot wahr zu nehmen. Das Grundstück wird meinem Mann übertragen, wir suchen ein Haus aus und planen...... beim Notar erfährt mein Liebster, das Vater den großen Wendekreisel, der zum größten Teil auf unserem Grundstück liegt, als unveränderlich für alle nachfolgenden Besitzer der beiden übrigen Grundstücke hat eintragen lassen. Baulast nennt man das. Zudem will er den Weg, der durch und um unser Grundstück führt weg nehmen lassen und die notwendige Zufahrt auf den anderen beiden Grundstücken anlegen lassen - das müsste, wenn er einmal nicht mehr ist, sowieso passieren.

- Vater kommt und erklärt uns, wir müssen mit den Nachbarn einen Notarvertrag machen, da es für "unser" Grundstück kein Wegerecht gibt. Er habe alles vorbereitet und die Verträge können unterzeichnet werden, mein Mann fährt hin. Vor Ort, beim Notar, gemeinsam mit den Nachbarn, erfährt er, das Vater für das Wegerecht einen Teil unseres Grundsrücks als unveränderlich hat eintragen lassen. Genau auf diesen Platz wollten wir die Garage bauen.... er nimmt das so hin, alles wird unterzeichnet. Gefallen tut es ihm nicht, er sagt Vater auch, "das hättest Du mir vorher mitteilen müssen, es fühlt sich blöd an, so vor Tatsachen gestellt zu werden." Vater sagt etwas Entschuldigendes.

- das Haus soll eingemessen werden, wir haben umgeplant, die Garage soll nun ans Haus in einer Länge, sozusagen. Als Vermesser und Bauleiter anfangen wollen, erklärt Vater, "was ich noch sagen wollte, den versprochenen Weg lege ich nicht an, dieser hier muss bestehen bleiben. Ihr könnt dazwischen bauen. Wir sind wie vor den Kopf geschlagen. Suchen aber eine Lösung. Immerhin, der Vermesser ist ja auch da. Okay, nun kann die Garage nicht ans Haus und das kann nicht stehen wie geplant, sondern es gibt nur - durch den Weg - einen bestimmten Korridor in den es hinein kann. Die Garage muss woanders hin, der einzige passende Ort - durch den Weg - ist aber eine Grundstückskante. Dort gelten Regeln für Grenzbebauung. Heißt, anderes Dach und kleiner... ich bin sauer! Sticksauer, weil ich auf einen Erker im Wohnzimmer verzichtet habe (unser Geld ist auch endlich) damit der Liebste die große Garage bekommen kann, die er sich wünscht. Das Umplanen wird teuer, es müssen große Bäume gefällt werden, die eigentlich stehen bleiben sollten - nicht grade umsonst.
Als wir fahren will er uns seine Dogge ins Auto setzen, er will sie los werden. Ich glaub es fällt hier der Satz "ist doch egal ob Dein Vermieter das untersagt hat, ihr müsst Euch doch nicht mehr vertragen, ihr geht ja!" Ich platze das erste Mal und werde laut.

- wir fahren nach Hause und reden miteinander, ich erkundige mich, wieviel es kostet, das Haus nicht bauen zu lassen (wir haben ja einen Vertrag der erfüllt werden muss) und wir sagen beide "SO geht das nicht!" fahren zu Vater und reden Klartext. Keine Dogge, keine Einmischung, das wäre unser Haus und wir würden es gern so bauen, das wir uns darin wohl fühlen. Vater macht einen Rückzieher, lässt aber erkennen, das er nicht versteht, was wir meinen "die Garage steht doch da sehr hübsch." Der Liebste wird deutlich und er sagt "ich möchte keinen Zank, bitte nur das ihr her kommt, ich brauche Euch." Gut, genug der Kompromisse. Das ist das Ergebnis der Aussprache.

- seine Haushälterin kommt wieder, Vater lässt das Grundstück vorbereiten, was wir nicht wissen ist, das er dafür unser Geld (eine besondere Vereinbarung, es ist eine Rücklage fürs Fi-Amt und muss eigentlich auch liegen bleiben) nimmt und ausgibt. Der Liebste meint noch, na ja, hätten wir auch auch machen müssen, passt schon. Einerseits hat er Recht, andererseits denke ich, das ist einfach nicht gut.

- Die Erdarbeiten werden gemacht, Pflanzen umgesetzt, Steine gestapelt - unsere Jüngste fährt nach Japan, das Haus soll eingemessen werden für die Bodenplatte. Ich frag den Bauleiter, muss ich dabei sein, sonst fahre ich nach Schweden... ich hab ein wenig Angst davor, dass das Haus nachher woanders steht. Er sagt, keine Bange, ich passe auf, fahren sie ruhig.

- Ich mache also ein paar Tage Urlaub. Komme zurück, als die Bodenplatte gegossen ist und sehe alles wieder, am Tag, an dem das Haus geliefert wird. Ich hab den Eindruck, es steht irgendwie leicht anders. Der Bauleiter bestätigt dies, Vater hat einfach die Pfähle umgesetzt, dorthin wo er das Haus haben wollte, jetzt ist nicht mehr ganz soviel Platz für meine gewünschte Terrasse - da ist ja immer noch der Weg. Ich bin einfach nur noch fassungslos..... weiß aber auch, dass das alles nichts mehr nutzt, immerhin die Platte kann nicht versetzt werden. Und auf die Idee, das er hier heimlich Markierungen umsetzt - wäre niemand von uns gekommen, im Traum nicht, soviel Boshaftigkeit ist uns fremd.

- Vater erzählt jedenfalls strahlend, das er alles zu seiner Zufriedenheit geplant hat, nun stehe das Haus da wo es h in sollte - aber auch nur dem Bauleiter gegenüber und den Nachbarn. Ich beschließe nicht zu k...., atme tief durch und denke mir, egal - was soll jetzt noch passieren?

- Ich freue mich doch über das Haus, schaue beim AUfbau zu, am nächsten Tag komme ich noch einmal und sehe zu, wie es weiter gebaut wird (sind ja ganze Wandteile), achte darauf, das der heißgeliebte unbedingt stehen bleiben sollende jap. Hartriegel immer noch nicht durch Strohmatten geschützt, nicht beschädigt wird (ich hab Vater darum gebeten, das machen zu lassen - sein anderer Sohn ist Gartenbaumeister, der kann das) und bitte ihn erneut darum, weil das Gerüst seine Zweige berührt und es zu Schäden kommen könnte, wenn das Dach gemacht wird. Er sagt nichts.

- Samstagmorgen ruft er an und schreit, das auf seinem Weg lauter Material liegen würde und dass das weg soll, außerdem stecke der Hartriegel im Gerüst und niemand habe auf ihn geachtet, er fordert, das mein Mann den Bauleiter anruft und diesen zur Sau macht, weil sein Baum ungeschützt ist und sein Weg nicht befahrbar ist. Sein Auto steht auf dem Grundstück gegenüber bei seinem Sohn im Garten, also nicht mal auf der Strasse. Mein Mann sagt, er sähe keinen Grund, den Bauleiter anzurufen, es sei besprochen, dass das Material dort liegt - irgendwo muss es ja hin, Montag sei es wieder weg, geht zumeist aufs Dach.
Er sagt noch mal deutlich, es täte ihm leid und doch, das sei nicht mehr Vaters Baum sondern unser und nicht mehr sein Weg, sondern unser und ja, Unanehmlichkeiten ließen sich grad nicht vermeiden.

- 10 Minuten später ruft er wieder an und will die Nummer vom Bauleiter (von der ich genau weiß, das er sie hat), die Zimmerleute würden nicht tun, was er sagt, er habe sie Schilfmattten holen geschickt und wollte den Baum einbinden lassen und die hätten, die hätten einfach gesagt "das wäre nicht ihr Job" Und sein Baum und sien Weg, jetzt hole er seine Thais und ließe bei sich aufräumen und das Holz staplen und überhaupt. Es gibt richtig Streit....... indes sagt er auch, er wolle, das sein Garten angelegt werden würde, weil er keine Lust hat, auf eine Baustelle zu sehen - meine Entgegnung, das müsse bis nächstes Jahr warten (bis wieder ein bissel Geld da ist, wir brauchen Mutterboden etc.) ärgert ihn total.

- wir sind hin und durch den Wind, schlafen schlecht, wachen Sonntag auf, sehen uns an und sagen beide "da gehen wir nicht hin......" rufen Vater an, erklären ihm die Sachlage, bieten ihm das Haus an und wollen ihm das Grundstück zurück überschreiben. Er lacht uns aus.... klar, wäre ja faktisch unser Grundstück, aber und höhöhö, das würden wir nicht tun. Er knallt den Hörer auf, wir rufen wieder an, er sagt "überelgt Euch mal was ihr tun wollt." Mein Mann sagt "das hast Du falsch verstanden, wir ziehen nicht nach Wildeshausen und Du sollst bitte überlegen, was Du tun willst und dann Bescheid geben." Er knallt den Hörer auf, rast raus und zerschlägt das Material. (nicht so, das es wirklich Schaden gegeben hab) ist nicht mehr erreichbar.

- ich fahre Montag früh hin, Treffen mit dem Bauleiter, der Banker ruft mich an, Vater wolle unsere Kreditunterlagen haben. Ich bin fassungslos...... natürlich sag ich "nix gibt`s. Bankgeheimnis.... ich frag doch auch nicht nach seiner Vermögenslage, geht`s noch?" Treffe Vater, der sagt "was kümmerst Du Dich noch um die Pläne, ziehst ja eh nicht her und das und das und das würde ich lassen.....Breite Türen - so ein Schmarrn." Ich entgegne freundlich, das er Recht habe, ich werde nicht hier wohnen, wäre aber eben noch unser Haus und müsse gebaut werden und dazu gehörten bestimmte Entscheidungen. Er will wissen, um welche Summe es geht, ich sag sie ihm und auch, wenn Du entschieden hast, was Du möchtest, reden wir darüber. Er fährt....

- ich erfahre, das er den Nachbarn das Haus bereits zum Kauf angeboten hat.... und eine Baubesichtigung gemacht hat, den Zimmerleuten hat er angeboten, ihr Werkzeug einzuschließen - ich hab darum gebeten, das dringlichst zu unterlassen - nachher fährt er nach Thailand und alles ist zu - das braucht kein Mensch.

- mein Mann versucht mehrfach ihn anzurufen, er geht nicht ans Telefon, er steht lächelnd davor (gibt Zeugen) und freut sich

Sorry, der ist doch nicht ganz dicht..... es wäre Zeit gewesen für viele Worte, für "das will ich nicht" - für "tut mir leid" oder sonst irgendeinen Schmarrn...... der Hartriegel von Mutter, ebenso wichtig war ihr ihr Rosengärtchen, das hat er ummachen lassen, damit seine Hauswirtschafterin einen Garten bekommt. Ja klar....

Nein, so weh mir das Ganze tut, so sehr wir alle verletzt sind - der Liebste arbeitet hart, nimmt viel auf sich, er braucht am Wochenende Frieden, ein ruhiges zu Hause, einen Ort zum Luft holen - keiner von uns glaubt, das wir das dort finden. Deshalb Rückzieher. Und wenn er nicht fragt, ob wir reden können (die Absprache, melde Dich, wenn Du eine Entscheidung getroffen hast) verkaufen wir selbst und ganz offen, Geld für`s Grundstück? Darauf würden wir, wenn wir sonst eine +/- Null hinlegen können, einfach mal so eben pfeiffen.

Er hat nicht nach einer Finanzierung gefragt..... ob er mit 77 noch eine bekommt? Er will uns nicht über`n Tisch ziehen? Abgekocht hat er uns..... jetzt, wo alles steht, wo er es haben will, baut er den versprochenen Weg... so als gellender Schlag ins Gesicht. Hinterher treten, nenn ich das. A...... wir hätten es wissen können, haben aber gedacht, er meine es ernst. Na ja, trotzdem ist das nicht fassbar.

Ich gehe noch wie durch Watte, kann nicht schlafen und bin durch den Wind..... fehlt noch, das er uns anbietet, mein schönes mundgeblasenes Waschbecken ins Haus zu setzen, ich kann es ja nicht mehr gebrauchen, ich glaube, dann vergesse ich mich.

Ansa

P.S. im Übrigen hab ich durchaus den Eindruck, das er, seit seine Haushälterin wieder da ist, eigentlich gern alles rückgängig gehabt hätte - er ist ja nicht mehr alleine... vorerst erst mal nicht.

_________________
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)


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BeitragVerfasst: 16.09.2014, 17:58 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
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Also, hättest du das mit der Thailänderin gleich gesagt, hätte ich dir nicht nur so lasch abgeraten. :D Und wenn sogar DIE zwischendurch das Weite gesucht hat, meine Güte!

Mein Ehrgeiz, so einem die Stirn zu bieten, wäre äußerst gering. Ich glaube, da habt ihr mehr Seelenfrieden, wenn ihr ihm sagt, dass er das alles viel besser kann und ihr euch freuen würdet, wenn er für das Haus nette Bewohner findet und es zu einem guten Preis verkauft. Immer schön bauchpinseln, auch wenn's euch noch so gegen den Strich geht. LG, Trixie


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