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 Betreff des Beitrags: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 13.04.2013, 18:15 
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Meisterschreiber
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Beiträge: 609
Uff.. ich habe keine Ahnung, wie ich meine Gedanken gerade in Worte fassen soll. Da Foreninhalte über die Google-Suche zugänglich sind und ich keine Zaungäste oder Perverslinge anlocken will, werde ich vage bleiben und hoffe, ihr versteht, was ich meine. Wenn möglich möchte ich diesen Thread nach seiner Schließung komplett löschen lassen.

Ein Bekannter von mir wurde als Kind von einem Verwandten zweiten Grades missbraucht. Das Gleiche ist seinem Bruder passiert, der homosexuell war (oder wurde) und eine Beziehung mit diesem (männlichen) Verwandten einging, die über ein Jahrzehnt andauerte. Es fällt mir schwer, neutrale Worte zu wählen.

Weiter im Kontext. Dieser Bruder ist Künstler und hat ein paar äußerst verstörende Bilder gezeichnet, die ich neulich, als mein Bekannter mir die Website seines Bruders zeigte, mit Schrecken sah. Weibliche und männliche Sexualorgane wurden auf diesen Bildern auf verstörende Weise dargestellt. Was mich jedoch wunderte, ist, dass auch weibliche Sexualorgane abgebildet waren. In den Videos, die der Künstler auf seiner Website hochlud, wurden Früchte, die den weiblichen Sexualorganen nachempfunden wurden, malträtiert. Ich unterbrach das Video und wunderte mich, weshalb ein Homosexueller sich derart ausgiebig mit der Weiblichkeit beschäftigt.

Und dann sah ich in der Fotogalerie des Künstlers schattenhafte BDSM-Bilder, auf denen die Schwester (Mitte 20 und die einzige Frau, die auf dieser Seite auftaucht) der beiden abgelichtet war. Mit einem Mann, dessen Gesicht nicht auf den Fotos zu sehen ist. Ich fragte meinen Bekannten, ob es sich wirklich um die Schwester handelte und er bestätigte dies verwundert. :| (!!!!!!!)

Bin ich zu vorsichtig geworden oder kommt euch das alles auch seltsam vor? Der Bekannte ist ein guter, langjähriger Freund von Mars. Leute, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich habe noch nicht einmal mit Mars darüber gesprochen, weil das eine enorme und schauderhafte Mutmaßung wäre.

Was tun? Ich mag den Bekannten, wir haben einen sehr guten Draht zueinander, doch nachdem ich diese Bilder seines Bruders gesehen habe, brauche ich erst einmal Abstand. Sieht er nicht, dass das alles messed up ist? Hat er damit gar selbst etwas zu tun? Überinterpretiere ich? Wollte er gar Hilfe? Soll ich ihn darauf ansprechen und habt ihr eine Idee, wie ich in Zukunft mit ihm umgehen könnte? Wir heiraten in ein paar Wochen und ich werde ihn als Freund von Mars häufiger sehen. Aber ich stoße gerade an meine Grenzen.

Hilfe!

Verwirrte Grüße
Myself

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"Ich möchte Bündigeres, Einfacheres, Ernsteres. Ich möchte mehr Seele und mehr Liebe und mehr Herz!" - Vincent van Gogh (Briefe)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 13.04.2013, 20:16 
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Championtipper
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Liebe Myself,

das was Du uns erzählst ist ganz schön hart - und im Grunde sind alle drei Opfer, der Freund, sein Bruder und auch die Schwester.

Der Bruder malt, damit verarbeitet er seine Erlebnisse von früher, das wirkt durchaus auf Außenstehende verstörend, das glaub ich Dir. Vielleicht sieht es an manchen Tagen SO in ihm aus? Und er kann einen Teil seiner Vergangenheit los lassen, indem er malt? Kannst Du Dir das vorstellen?

Die Botschaft an die weibliche Seite empfinde ich als recht deutlich, entweder Wut und Neid auf die Schwester, der nichts passiert ist - oder die etwas wusste und nicht helfen konnte oder auch auf die Mutter, die nicht merkte, was passiert? Die Bilder der Sexualorgane sind sicher nur eine Ausdrucksmöglichkeit.

Die Fotos auf denen dann die Schwester schemenhaft zu sehen ist, können aber auch darauf hindeuten, das ihr ähnliche widerfahren ist. Können - sie müssen es nicht. Vielleicht mag sie das einfach nur, oder sie stellt künstlerisch etwas dar? Das sind nur Vermutungen.

Das Ganze ist sicher sehr bedrückend, weil man viel von solchen Dingen liest und selten etwas davon direkt mitbekommt. Und plötzlich steht es sozusagen in der Tür und man kann unschwer die Augen verschließen.

Und ja, natürlich dann geht das Kopfkino los und man hat Gedanken von denen man sich wünscht, sie wären einfach nicht über einen gekommen. Und, ich finde das ist durchaus auch ein Grund betroffen zu sein, denn solche Erlebnisse werden nie wieder gut oder gehen weg, sie nehmen einen Teil der Persönlichkeit in Beschlag und verändern Menschen, verändern Kinder die zu Menschen werden. Ich finde das ganz furchtbar. Und ich finde die Strafen die in Deutschland auf so etwas stehen sind viel zu niedrig für das Ausmass an Zerstörung das sie hinterlassen.

Nun hat Mars Freund vielleicht einen anderen Weg gefunden, damit umzugehen? Einen der sich nicht so im Außen darstellt? Ich denke, man kann nicht viel tun, es sei denn, Du wirst darauf angesprochen, es wird in stiller Runde davon erzählt..... ich hab einen Freund, dem ähnliches passiert ist, als er es mir erzählt hat, haben wir beide gesessen und geweint und ich hab ihn in den Arm genommen, Jahre später - viele Jahre später.

Vielleicht kannst Du nur einfach solche Dinge sehen und verstehen, wenn sich einer ein wenig seltsam benimmt? Falls das mal vorkommt, Verständnis haben? Und auf Dich aufpassen musst Du, wenn Du das nicht aushalten kannst (was okay ist) grenz Dich ab..... Abstand ist ein gesundes Mass an Selbstschutz, finde ich.

By the way, man wird nicht Homosexuell wenn man missbraucht wird, das hat andere Gründe, es sei denn er ist es nicht, sondern glaubt nur es zu sein, aber solchen Mutmassungen können wir hier nicht folgen...

Liebe Grüße
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 13.04.2013, 20:25 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Hallo Myself,

ich mag deine Signatur!

Ich musste doch erst mal meine Allgemeinbildung erweitern - mal wieder - und hab nach BDSM gegoogelt. Der Wiki-Artikel ist ja so lang wie zum WWII :shock:

Also, wenn ich dich richtig verstehe, hat die Soziologin in dir Angst vor der normativen Kraft des Faktischen? - Ja, hätte ich auch. Wer will schon, dass die Leber mit ihren Aufgaben wächst.

Den Thread zu löschen, bringt nur was, wenn wir uns hier wahnsinnig beeilen, bevor Google und dann Alexa zuschlägt. Es soll aber möglich sein, Threads zu verstecken und nur für Mitglieder lesbar zu halten. Ob Ansa dazu als Mod die Rechte hat?
LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 13.04.2013, 20:38 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
Beiträge: 2301
Wohnort: bei Hannover
Offtopic: Wir haben keine versteckten Zugangsbereiche..... tut mir leid. Wir können uns nur bemühen die Dinge zu verfremden und draußen nicht darüber zu reden, wer sollte denn gezielt nach so etwas suchen, wenn wir nichts dazu sagen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 14.04.2013, 22:15 
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Jahrhundertposter
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Registriert: 28.04.2006, 09:16
Beiträge: 4249
Wohnort: Marsdorf, nicht das bei Dresden oder Köln
Liebe Myself,

auch professionelle Psychotherapeuten, so habe ich mal gelesen, nehmen nicht jeden Klienten an: sie wählen aus auch unter dem Gesichtspunkt, nicht über ein Maß belastet zu werden von Themen, die ihnen besonders nahe gehen. Da hat jeder seine Grenzen.

Dass du gerade deine Grenzen spürst, ist gut nachzuvollziehen. Deine Andeutungen reichen und brauchen hier keine Ergänzungen. Irritierend finde ich darüber hinaus, wie dir das offenbar ohne eine angemessene Rücksicht nahe gebracht wird und dass dies, wenn ich das recht verstanden habe, unter Umgehung deines Partners geschehen ist.

Wer sich nicht selbst zu schützen weiß, kann auch anderen wenig nützen. Deine Zurückhaltung entspricht deiner inneren Reaktion, von der der Freund deines Partners vielleicht zu gegebener Zeit auch erfahren darf: dass du von der Geschichte lieber in Gegenwart deines Partners und mit seiner Unterstützung hörst und dass du auch dann nicht alle Details wissen musst. Vielleicht klärt sich dann auch das Anliegen dieses Freundes deines Partners etwas weiter auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 18.04.2013, 00:57 
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Zwischendurchtipper

Registriert: 26.04.2009, 02:46
Beiträge: 149
Hallo Myself,

wer schreckliches erlebt hat, verdrängt es oder er verarbeitet es. Oder beides, zumindest kann man die Verdrängung auch als eine Art Verarbeitung ansehen. Dann wird es komplex, denn es ist nicht überliefert, ob der Bruder deines Bekannten mithilfe seiner Bilder verarbeiten möchte. Doch um den geht es eigentlich auch nicht.

Dein Bekannter wiederum scheint offen verarbeiten zu wollen, denn er spricht darüber. Aus irgendeinem Grund hat sich dich ausgesucht, um mit dir darüber zu reden oder dir diese Dinge zu zeigen. Doch letztlich geht es hier auch nicht um ihn.

Du kommst mit einer Art Hilferuf hierher, um dich geht es. Dir ist da etwas zu viel geworden oder zu weit gegangen, du weißt nicht, wie du das verarbeiten sollst und wählst zunächst einmal Abstand. Eine sehr gute Entscheidung, denn die Bitte nach Abstand kann einem keiner verwehren. Du wendest dich in gewählter Vorsicht an ein relativ anonymes Forum, auch das ist nachzuvollziehen. Aber du suchst ja nach Hilfe. Du möchtest das einordnen können, im weitesten Sinne etwas unternehmen. Und stößt damit an eine Grenze.

Du mußt nicht einordnen können, was du gesehen hast. Du mußt nicht interpretieren oder mutmaßen. Du kannst zu deiner Schockierung stehen, fühlst dich zurecht irritiert und ratlos. Das ist in Ordnung. Du brauchst keinen Rat zu geben, du brauchst auch keine Schuldgefühle, mußt sie auch nicht anderen zuweisen. Du hast etwas gesehen, was du nicht sehen mußtest, im nachhinein nicht sehen wolltest und stehst da mit deiner Ratlosigkeit, was als nächstes zu tun sei.

Mit Mars willst du nicht sprechen, weil du von zu heftigen Mutmaßungen ausgehst. Dann lasse die Mutmaßungen einmal beiseite. Weiß Mars überhaupt von der Geschichte deines Bekannten? Es wäre etwas ungewöhnlich, wenn nicht, wenn dieser als sein Freund nur dir davon berichtete. Ich finde es vollkommen legitim, deinem Mars gegenüber zu erzählen, wie es dir damit geht. Keine Mutmaßungen, keine Interpretationen, sondern das, was dich bewegt: Schock, der Wunsch nach Abstand.

Das wäre übrigens auch legitim deinem Bekannten gegenüber. Das ist harter Tobak, den man als auf diese Weise involvierter auch erst einmal verarbeiten muß. Bleib bei dir, bei dem, was es mit dir macht und steh dazu.

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 18.04.2013, 18:04 
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Zwischendurchtipper

Registriert: 11.08.2008, 12:11
Beiträge: 115
:dafuer:

lg Paula


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 23.05.2013, 22:28 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Sollte der Thread nicht gelöscht werden? - Was wohl aus der Geschichte geworden ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 24.05.2013, 06:18 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
Beiträge: 2301
Wohnort: bei Hannover
Moin,

ja, nach seiner Schließung und das kann nur Myself veranlassen...... solche Dinge brauchen Zeit, manchmal viel Zeit.

Ansa

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BeitragVerfasst: 11.06.2013, 11:46 
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Meisterschreiber
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Beiträge: 609
Hallo meine Lieben,

ich habe das hier ja nicht so groß angekündigt, aaaaabbbber: Wir haben geheiratet!

Die Tage davor waren recht wuselig, hatte das Bedürfnis, ein paar Kapitel zu schließen, bevor ich das Kapitel "Mr. Wonderful & Myself im Hafen der Ehe" guten Gewissens aufschlagen konnte. Selbstverständlich ist auch meine alte Freundin, die Angst vor Nähe, pünktlich und kurz vor der Trauung aufgetaucht. Ich war schon drauf und dran, meine Sachen zu packen und reißaus zu nehmen. Und dann nahm er meine Hand. Und schaute mir in die Augen. Und die Welt stand still. Ich konnte körperlich spüren, wie meine Angst sich verflüchtigte und mein Herzschlag ruhiger wurde. Und dann wurde mir klar: Ich habe keine Wahl, mein Herz braucht ihn. Ich könnte mein ganzes Leben damit verbringen, etwas "Echtes und Intensives" zu suchen, nur um niemals anzukommen. Nur um mich weiterhin nach dem Abenteuer des Unbekannten sehnen zu können. Und leider ging es mir dabei nie vorrangig um Körperlichkeiten. Ich weiß nicht, ob ihr das zwischen den Zeilen lesen konntet, aber all die Jahre hatte ich eine ziemliche Spur der Verwüstung in so manchem Herzen hinterlassen. Ich entschuldige mich bei allen Männern und Frauen in meinem Leben, deren Liebe (und oh, ich wurde geliebt!) und deren Konsequenz mir eine Heidenangst einjagte. Und die unvermittelt vor einer Mauer um mich herum aufwachten. Ich wusste es nicht besser. Es tut mir aufrichtig leid. Ich wollte niemals irgendjemanden wehtun. Und alle meine Gefühle waren stets aufrichtig und ehrlich.

Ich kann euch nicht sagen, weshalb es mit Mr. Wonderful anders lief. Ich bin ja mittlerweile 31, vielleicht wurde ich nicht nur älter, sondern auch ein klitzekleines bisschen weiser? Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass wir uns ohne viele Worte verstehen. Und den Kern des Anderen erfassen. Doch ich bin noch ein Grünschnabel in Sachen Ehe, ich habe keine Ahnung, was auf uns zukommen wird. Aber ich werde mein Bestes geben, damit diese Ehe funktioniert.

Und nun zurück zum Thread-Thema:
A. Weshalb Mars Freund sich mir öffnete: Ich weiß es nicht. Vielleicht war es lediglich ein "schwacher Moment". Oder vielleicht erkannte er etwas in mir.
B. Wie es weiterging: Ich horchte vorsichtig nach, ob Mars im Bilde steht. Tut er nicht. Also suchte ich das Gespräch mit Mars Freund, in dem die Fetzen flogen und ich mich distanzierte. Noch vor der Trauung kam er auf mich zu und erklärte sich. Ich dankte ihm für seine Ehrlichkeit und seinen Mut, zu seiner schwierigen Vergangenheit zu stehen. Das ist ein großer Schritt. Der Mann ist ja nicht unreflektiert, er ist Sozialarbeiter. Ich sagte ihm, dass mich die Geschehnisse sehr bewegt aber auch schockiert haben. Er versicherte mir, dass ich mir keine Sorgen um seine Schwester und seinen Bruder machen müsse. Seine Familie wirke auf Außenstehende oft extrem, vielleicht gerade deswegen, weil sie allesamt künstlerisch aktiv sind und ihre Gefühle auf ungewohntem Weg kanalisieren. Naja. Ich erkannte in diesem Moment, dass ich das Thema loslassen konnte und dass er - selbst wenn meine Befürchtungen von damals wahr sein sollten - nicht darüber reden wird. Also ließ ich es los.
C. Wie wir jetzt miteinander umgehen: Ich mag ihn nach wie vor und gehe normal mit ihm um. Ich verstehe, weshalb er nicht mit meinem Liebsten darüber reden will, ich respektiere seine Grenzen. Sein Geheimnis ist sicher bei mir, ich kann schweigen. Es gibt ja Menschen, die ihr Seelentowabohu gerne auf Anderen abladen und dann erleichtert davonziehen. Zu diesen Menschen gehört er nicht. Als Sozialarbeiter fällt er im Freundeskreis stets durch seine positive, authentische, lösungsorientierte Art auf. Wer weiß, weshalb er diese Grenze überschritt.

Resümee: Alles ist wieder gut!

Ich danke euch allen für euren Input. Ich las eure Zeilen, wennauch ich durch die Hochzeit zu wuselig war, um mich in der Tiefe damit auseinanderzusetzen, aber die Gedanken reiften entspannt vor sich hin.

Eine Sache noch liegt mir auf dem Herzen. Als es um die Homosexualität des Bruders ging, antwortete Ansa, dass dieses Erlebnis nicht mit der sexuellen Orientierung des Bruders zusammenhinge. Dem widerspreche ich diametral. Die sexuelle Orientierung ist - wie so viele Andere auch - ein Konglomerat aus vielen Eindrücken. Gerade die verletzliche Kinderseele lebt den "Will to please" besonders unreflektiert aus. Sprich, um das Gefühl zu haben, "richtig zu sein" und liebgehabt zu werden, machen Kinder und Erwachsene Einiges. Das ist menschlich und überhaupt nicht schlimm. Doch es beeinflusst das Unterbewusstsein halt. Und gerade wenn das Verhältnis zur eigenen sexuellen Orientierung (egal in welche Richtung, manchmal ist es auch die unwillentliche Fixierung auf einen speziellen Archetypos) gespalten ist, sind äußere Einflüsse ein Faktor, der zumindest reflektierenswert ist.

So und jetzt muss ich wieder davonfliegen.

Für all diejenigen, die bis hierhin durchgehalen haben: :prost: !

Es herzt euch aus der Stadt der Städte
Myself

P.S. Cogi, wenn Du aus dem Himmel mitliest: Ich habe Dich nicht vergessen. Ich hoffe, es geht Dir gut!

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 Betreff des Beitrags: Re: Schwieriges Thema
BeitragVerfasst: 11.06.2013, 20:31 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
Beiträge: 2301
Wohnort: bei Hannover
:dance: Herzlichen Glückwunsch :dance:

da freue ich mich mit Dir und wünsche Dir von Herzen alles Gute - ich liebe es einfach verheiratet zu sein und bin mir immer noch sicher, dass der Liebste der Richtige ist..... vom Stern gefallen, vor meine Füße - auch wenn er das nicht gern hört. :armor: Wie schön für Euch.

Ansa

P.S. bezüglich des Konglomerates hast Du natürlich Recht, solche Erlebnisse können Neigungen verursachen und beeinflussen, aber allein aus einem Missbrauch heraus zu schließen, das einer Homosexuell wird ist auch falsch..... ich bin mir da der momentanen gängingen Meinung, es geht bei Kindesmissbrauch nur und ausschließlich um Macht in Verbindung mit Lust auch nicht so sicher. Es ist natürlich eine Erklärung und macht eine Verurteilung leichter - aber ob es stimmt?
Ich wünsche Dir einen guten Umgang mit dem Thema, wenn auch schwer so doch vielleicht einen guten Standpunkt?

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