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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 10.04.2013, 23:25 
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Olympiareiftipper

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Ach ja, es gibt doch nichts Besseres als Kennenlerngeschichten. Das bringt immer so heimelige Erinnerungen hoch. Bei Omi aufm Schoß mit Kakao und Keksen, und draußen regnet's und dann diese Geschichten von früher. Hast du noch mehr davon? Kannst auch welche erfinden. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 11.04.2013, 08:03 
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Championtipper
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:wink: wenn ich etwas erfinde, werde ich ein Buch schreiben..... und ja, Kennlerngeschichten sind toll.

Meine Schwiegereltern haben ja auch eine Patchworkfamilie gelebt, sie mit drei Jungs und er mit zwei Kindern haben geheiratet und eine Familie gegründet. Ihre Jungs haben damals einen Mann für Mama gesucht und ihn gefragt, ob er nicht eine Frau brauchen könnte - es hat geklappt.... ich hab herzlich darüber gelacht und höre noch das sie sagte "es war so unendlich peinlich, ich hätte sie am liebsten allesamt ausgesetzt." :mrgreen:

Als der Liebste mich ihnen damals also vorstellte und sie fragte "wieviel Kinder haben Sie denn?" wurde mir ganz mulmig und die Antwort ließ ihnen mein Herz einfach nur zufliegen. Sie sagten nämlich auf mein "ich hab drei Töchter" - "Oh wie schön." da war kein Hauch von sonstwas, einfach nur ein schlichtes "oh wie schön."

Und dann sag ich immer, mit dem Richtigen ist überhaupt gar nichts peinlich, sondern einfach nur unkompliziert, da bleib ich bei.

Habt einen schönen Tag
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 11.04.2013, 16:16 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
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Zitat:
werde ich ein Buch schreiben...

Hast du noch nicht? Na dann mal los, Ansa. Du könntest das bestimmt gut - und so viel Text, wie du in so kurzer Zeit produzieren kannst, hast du sogar eine reelle Chance, die nötigen Seiten zu füllen, ehe wieder ein anderes Thema in deinen Fokus rückt. Und du erzählst so schön. LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 10:56 
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Championtipper
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So, nun mal Spaß beiseite - ich bin mir grad höchst unsicher, wie ich reagieren soll.

Mein Ex geht ja, das weiß ich durch die Kinder, zum Therapeuten. Ursprünglich, so seine Aussage den Mädels gegenüber, damit der ihm beim sortieren helfen kann, welche seiner Frauen er denn nehmen soll.

Die Kinder wollten es nicht hören - ich hab ihnen geraten, das zu sagen und sich zu schützen. Ihnen gesagt, das sie sich abgrenzen dürfen und ihm sagen dürfen "Papa, das mach für Dich, aber lass mich bitte raus, ich möchte da nicht hinein gezogen werden."

Was er natürlich trotzdem tun, indem er mit ihnen und einer der Beiden ausgeht oder das zumindest vorschlägt. Ich höre, das sie locker sein wollen, sehe aber, das sie vor so einem Date mit Kopfweh reagieren und dann absagen, weil sie nicht aus den Augen sehen können. Ist ja auch eine sehr ungute Situation in der er sie da bringt. Mitwissen - nichts, was ich in dem Rahmen schätze. Mit der einen turteln und die andere außen vor lassen. Ich denk, er sollte die Kinder einbeziehen, wenn er sich entschieden hat und solange mal allein klar kommen. Aber gut.

Inzwischen hat er sich ja von beiden getrennt, geht aber mit beiden aus und lebt in seinem Elternhaus, das ist nun aber verkauft und er zieht erst einmal auf den Campingplatz (Wohnwagen) weil er ja irgendwo bleiben muss..... - by the way, in seiner Firma ist alles da, Küche, Privaträume, Bad etc. wir haben da früher gewohnt - warum er das nun nicht tun kann? Aber Campingplatz hört sich schon bedürftig an..... na gut, das war das Neuste.

Aber nun bekam ich eben einen Hilferuf vom Mittelchen, sie hat sich grad mit Papa überworfen (für mein Gefühl auch an der Zeit, es geht um Abgrenzung und eigenen Weg finden - sie ist diejenige meiner Töchter, die am meisten Probleme damit hat, weil sie, na - schon ein wenig Harmoniesüchtig ist. Sie ist auch diejenige, die in den letzten Jahren eine Autoimmunerkrankung entwickelt hat, zu der Papa sagt "kann man alles weg sprechen, wenn man nur will......)

Überworfen hat sie sich deshalb, sie hat sich mit ihm verabredet, beide wollten essen und bowlen gehen, er wollt nur mal kurz bei seiner Freundin anhalten und als diese die Beiden sieht, sagt sie "oh schön, da kann ich ja anfangen zu kochen" und hat wohl auf der Arbeitsfläche einen Berg an Essen liegen und weiter "dann können wir ja auch gleich essen....." daraufhin wollte meine Tochter nach Hause und war tief enttäuscht, denn alles sah wie abgesprochen aus. "Wenn Du mich so wenig ernst nimmst," hat sie wohl gesagt "dann muss ich nichts mit Dir machen, ich will nach Hause, jetzt!" Worauf er ausgetickt ist und ziemlich heftig reagiert hat.

Nicht das erste Mal, sie verabredet sich mit ihm für`s Kino, er fragt, "können wir Deine Schwester mitnehmen" sie sagt "ja klar, warum nicht." Er ruft sie an und sagt "Du, ich hab mich mit Deiner Schwester fürs Kino verabredet, magst Du mitkommen und wenn ja "welchen Film möchtest Du sehen, such mal aus." Natürlich ist Mittelchen davon nicht begeistert - nachdem wir das intern aber raus haben, sagt die Jüngste brav "Nö Papa, ich kann nicht, geht manb ruhig mit meiner Schwester alleine......" Schon komisch.

Papa war wohl bei seinem Therapeuten und hat dort erfahren, so wie er mit seinen Kindern umgehen würde, wäre das falsch (sie hat sein sms an mich weiter geleitet), er wolle sich entschuldigen und mit ihr und ihren Schwestern reden, er würde gern wissen, was sie von ihm halten und was sie erwarten würden. Klingt erst einmal alles gut und richtig - nur, soweit kenn ich ihn ja dann auch, das kann so was von schief gehen......

Und, natürlich, es muss auch dringend in der Schulzeit sein, damit die Kinder sich konzentrieren können. Was ich davon halte, seine Probleme derart unkontrolliert auszubreiten - kann sich sicher jeder denken. Hätte man ja auch in Ruhe später machen können, oder per Mail.

Nun fragt sie, was sie sagen soll. Darauf kann ich ja nur sagen, was ich immer sag "alles was Du möchtest, was Dir wichtig ist und was Dir am Herzen liegt." Ich hab ihnen noch nie gesagt, was sie sagen sollen..... sagt sie auch "öh, warum sagst Du nie, was Du denkst?" Na ja, das sag ich natürlich schon, aber in dieser Situation bin ich nicht gefragt, ich hab nur gebeten, das Gespräch möglichst nicht am Wochenende zu führen, denn da sind der Liebste und ich nicht da und es wäre schon klug, in der Nähe zu sein. Wir kennen solche Gespräche ja auch. Wenn sich da jemand traut, etwas zu sagen, das ihm nicht gefällt, wirft er sofort mit "dann müssen sich unsere Wege jetzt trennen" um sich und beschuldigt sie "Du tust mir so unendlich weh....." auf ihre Antwort "ach ja, und was tust Du mit mir?" Kam oft genug "darum geht es nicht, es geht jetzt einfach mal um mich und nicht um Dich." Schwer....

Ganz schwer, sie gehen zu lassen (was ich mache) und zu ahnen was passieren könnte. Ganz schwer, nicht zu ihm zu fahren und ihm einfach mal eins auf die Fresse zu geben. Ich mein, meine Jüngste steckt mitten in den Abschlußprüfungen, da haben solche Dinge einfach mal Zeit. Es geht um so viel für sie...... Ich wünsche mir einfach ein wenig mehr Gelassenheit.....

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 11:39 
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Jahrhundertposter
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Liebe ansa,

auch ich wünsche dir eine Portion mehr Gelassenheit und das auch deinen Kindern, die ja nun keine wirklichen Kinder mehr sind. Heißt es nicht, Kinder lernten auch ganz unmögliche Elternteile zu nehmen? Allerdings, dass dein Ex eine besondere Fähigkeit hat, seine Kinder durcheinander zu bringen, das scheint mir mehr als nur möglich zu sein.

Und er? Ich denke mal, ich würde selber verrückt, müsste ich getrennt von meinen Kindern leben, wenn zusammen leben eigentlich sonst möglich wäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Meine sind ja ein paar Lenze älter als deine und zum Teil aus dem Haus, aber so ganz einfach ist das auch hier nicht. Lässt man sie machen, wird das leicht als Desinteresse verstanden. Und Nachfragen aus Interesse als Übergriff. Nein, es ist nicht dramatisch, aber auch nicht spannungsfrei.

Ich glaube ja, es geht nicht ohne Spannungen, wenn ein erprobter Zustand sich ändert. Ich bin schon sehr froh, dass es nur leichte Spannungen sind. Es bleibt etwas zum Nacharbeiten für später.

Normale Familien haben eben normale Probleme. Und wenn einer speziell ist, gibt es spezielle. Gut, dass Ihr beieinander bleibt, da werden die Kinder schon durch kommen und immer weiter lernen und du sowieso. schocky


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 14:22 
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Championtipper
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Wohnort: bei Hannover
Lieber Schocky,

Danke das Du da bist - manchmal sind solche Tage einfach zum Haare raufen.

Oh ja, ich verstehe sehr gut, das es unglaublich schwer sein muss, von seinen Kindern getrennt zu leben, dafür kenne ich genügend Trennungsfamilien und auch Väter, die extrem darunter leiden - nur ich kenne keinen einzigen, der sich derartig benimmt, wie unser Vater. All die Kleinigkeiten nicht mehr mit bekommen, um die es Kindern im Alltag geht, all die Dinge, die Alltag ausmachen - aber weißt Du, er hatt ja seine Chance, immer und immer wieder..... wir haben ja nie so eine klare Absprache wie alle 14 Tage ein Wochenende gehabt, es war ja immer frei gestellt, wann sie sich sehen, auch im Alltag, mit Nachschulbetreuung und solchen Dingen. Aber er wollte nicht... und am Ende wollten seine Töchter nicht mehr, meine Jüngste ist lieber 8 km zu Fuß nach Hause gelaufen, als zu ihm zu gehen oder zwei Jahre lang mit dem Bus hin und her gefahren um nicht die Mittagspause bei ihm zu verbringen und das wäre mit Sicherheit bequemer gewesen, eine halbe Stunde Aufenthalt daheim, bevor sie wieder los musste - fand ich immer beeindruckend, ihr Durchhaltevermögen. Sie haben ihre Gründe, da bin ich mir sicher.

Wie sagte meine Jüngste eben "ich glaub ihm kein Wort...... aber ich sag ihm, er soll mich endlich bei Namen nennen und nicht immer ein "liebe" davor setzen, ich bin groß! Das erwarte ich." "Gut," hab ich gesagt, "wenn das doch eine Erwartung von Dir ist, dann mach das." Und sie sagt weiter "und ich sag ihm, er soll seine Karten nicht mehr mit Papa unterschreiben.......... ich werde ihn SO nicht wieder nennen, wird Zeit, das er mich ernst nimmt." Meine Jüngste hat den sichersten Standpunkt für sich gefunden, das ist gut so.

Und wenn ich seine Ziehkinder nun sehe, die er im Alltag 8 Jahre lang mit aufgezogen hat, auch zwei Töchter, ähnlich im Alter wie unsere Töchter - beide sind momentan in der Psychatrie unter gekommen.... niemand kann mir weis machen, das er damit nichts zu tun hat. Mir wird da Angst und Bange und ja, ich bin doch froh, das die Mädchen bei mir das ein oder andere gelernt haben und das es keinen Alltag mit ihm gegeben hat. Dem Himmel sei Dank dafür.

Es ist nur so, eine Therapie ist für den Betroffenen, er soll erkennen, verstehen und verarbeiten - für sich und wenn er eine Position gefunden hat, dann darf er durchaus auch Andere mit einbeziehen. Oder diejenigen mit denen er lebt natürlich eher und im Alltag - aber um heraus zu finden, was seine Kinder von ihm halten? So sehr sie durch sein sms verwirrt sind, so sehr ist ihnen auch klar, es war nie möglich mit ihm offen zu reden und seinen Reaktionen nach, auch nicht ratsam. Na klar, möglich ist Einsicht auch und ein Neubeginn ebenfalls - aber wahrscheinlich?

Man merkt nun auch, das ihm seine Mutter fehlt - sie ist ja, ziemlich überraschend auch vor einem guten Jahr verstorben und sie hat ihm einen Teil seines Büros geführt, ihr Verhältnis war immer eng und wenn ihm jemand etwas sagen konnte, dann war sie es - ich hab immer den Eindruck gehabt, sie hat ihn, quasi geerdet - das fehlt und langsam wird er ziellos..... ich befürchte einfach auch, das er die Mädchen da mit rein ziehen wird. Und auch ja, ich ermutige sie, sich da raus zu nehmen, mehr viel mehr - kann ich nicht tun.

Ich bin es manchmal einfach nur SO satt. Weißt, wenn ich ihn bitte, auf Mittelchen Rücksicht zu nehmen, (weil sie halt Autoimunkrank ist) sagt er "sie soll sich nicht so anstellen und ne Therapie machen......." was soll man da tun? Und ihr wird nichts weiter bleiben, als sich daran zu gewöhnen. Aber in der Zwischenzeit weint sie hier..... manchmal möchte ich einfach nur weg sein.

Dir liebe Grüße
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 15:53 
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Olympiareiftipper

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Mir fällt da nur noch ein präsidialer Spruch ein: Versöhnen statt Spalten.
Wenn die mütterlichen Gene nun schon den Kampf gegen die väterlichen im Kindskörper austragen, wird's Zeit für die Notbremse. Egal, welche Seite sie zieht. LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 17:05 
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Championtipper
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Ts,

Versöhnung mit dem Ex? Das sieht in etwa so aus "völlige Selbstaufgabe" in Verbindung mit absoluter Anerkennung. Da streiten sich keine Gene.........

Da streiten sich Menschen, von denen einer exakt DAS fordert (immer gefordert hat) und andere nicht bereit sind, es zu geben, aber auch nicht die Kraft haben, sich dagegen durchzusetzen, weil Abhängigkeitsverhältnisse gegeben sind oder es um eine Eltern-Kind-Beziehung geht, in der die Umwelt immer wieder darauf drängt "verzeih ihm doch, er ist Dein Papa" oder so`n Scheiß sagt wie "aber irgendetwas musst Du doch getan haben, damit er SO reagiert!"

Meine Töchter haben nichts getan, außer versucht ihren Weg zu finden und zu leben und Papa zu lieben.

Egal welche Seite sie zieht? Ich hab sie schon mindestens so oft gezogen, bis ich quer k..... könnte - ohne das je etwas dabei heraus gekommen wäre oder aber bis zu dem Zeitpunkt an dem ich sagte "versteh ich, möcht ich aber anders haben." Und momentan muss ich mich selbst gar nicht streiten. Aber meine Töchter müssen sich auch nicht in den Dreck werfen und Buße für etwas tun, was sie nie getan haben...... ihm zu sagen, was man von ihm hält? Genauso gut könnt man sich gleich vom Turm werfen.

Wie stellst Du Dir das eigentlich vor?

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 18:11 
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Olympiareiftipper

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Herzchen, ich weiß, du bist auf 180 und ich hab bei dir sowieso erst mal verschissen. Aber erinnerst du dich, was ich dir mal per pn geschrieben habe?

Zitat:
Meine Eltern haben sich scheiden lassen, da war ich fünfzehn. Mein Vater ist ein sehr aktiver Mensch, meine Mutter der Typ, der am liebsten mit einem Buch auf dem Sofa sitzt. Meinen Vater hat es immer ganz unruhig gemacht, wenn ich mal keine Lust hatte, mit ihm draußen rumzuspringen. "Wie deine Mutter", kam dann immer. Irgendwann hab ich gesagt: Da hättest du damals mit ner anderen Frau ins Bett springen müssen.
Da hat er gelacht und sehr über sich nachgedacht. Das Thema war danach Geschichte.


Wenn du ihn schon nicht lieben kannst - im Sinne der Nächstenliebe, verdammt, was soll denn das ganze Glaubensbekenntnis, wenn da keine Substanz dahinter steckt -, vielleicht schaffst du es ja über den 50% Papa-Teil in deinen Kindern? LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 19:40 
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Championtipper
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:twisted:

ich räuchere mich so langsam wieder runter.....

ich erinnere mich daran, das ich letztens über die Frage, ob ich ihn denn wenigstens achten könne, lange nachgedacht habe, ich hab mit dem Liebsten darüber gesprochen und mit meinem liebsten Freund Fank - beide sagten spontan "aber wieso solltest Du das tun?" Und so arbeite ich an einem anderen Teil von mir und der Aufarbeitung "Ex". Wieso sollte ich das tun? Selbst mein Papa hat immer gesagt, "Achtung muss man sich erarbeiten - die bekommt man nicht hinterher geworfen." Und nur, weil er der Vater meiner Kinder ist - nach all dem was war ist einfach nichts mehr da, nichts mehr..... ich war darüber trotzdem erschrocken, aber ich stehe dazu, nichts mehr da, von all dem, was einmal war und es war ne Menge. 20 Jahre, davon waren die allermeisten schön - aber das nutzt nichts mehr, wenn einem einer grundsätzlich ans Leder will.

Ich bin wahnsinnig neidisch auf all diejenigen, die sich ohne Kinder trennen...... endlich Ruhe, Frieden und ein Sinken lassen all dessen was war - manchmal wünschte ich mir das einfach, sich aus dem Weg gehen können, nichts mehr miteinander zu tun haben müssen und vergessen. Okay, wünschen kann man sich viel, sag ich immer, aber man kann nicht alles haben.

Dein Vater ist reflektionsfähig und scheint auch über einen Teil Einsicht zu verfügen? Gegensätze ziehen sich an und manchmal stellt man im Alltag fest, das es dauerhaft eben nicht passt. Das war bei mir anders, und glaub mal, in den letzten 11 Jahren haben wir uns weiter entwickelt, aber keinen Schritt in eine gemeinsame Richtung. Für meinen Ex war die Trennung ja eine Kriegserklärung von mir, er wollte sie im Grunde seines Herzens nicht, aber trotz allem neige ich einfach nicht zur Selbstaufgabe und von daher blieb nur dieser Weg.

Ich habe ihn einmal sehr geliebt, aber das ist lange her und das reicht nicht für den Rest meines Lebens. Ich respektiere die Liebe unserer Kinder zu ihm, aber ich sehe da für mich auch Grenzen..... mittlerweile schaffe ich es sogar zu sagen "das ist der Preis, den die Dinge bei Papa kosten, Du wolltest das, Du wusstest das - aber ich bin an dieser Stelle draußen!" Und das war ein sehr langer Weg. Auch voller Rückschritte und Hin und Her, weil es schwer ist, abzusehen, wo muss ich präsent sein und wo nicht.

Abgesehen davon, unsere Kinder sind ein Teil von uns Beiden, nur, ich gehe ja davon aus, das er psychisch krank ist und eine narzistische Persönlichkeitsstörung hat - davon haben unsere Kinder nichts, denn diese entsteht durchaus durch Erziehung. Ich war damals SOOOOO froh, als mir das klar wurde, auch deshalb, weil unsere Kinder nicht gefährdet sein werden, wenn ich aufpasse.

Also, auch jetzt geht es um ihn, sagt meine Jüngste eben "Mama, wenn er das ernst meinen würde, die Entschuldigung und das andere - dann hätte er uns das nicht mitten in der Schulzeit geschrieben sondern gewartet bis wir daheim sind - es geht einfach nur um ihn, sofort." Hmh - scheint so, als habe sie mehr verstanden als ich dachte.

Und Mittelchen hat ihn sofort angerufen und gesagt "sie wäre immer für ihn da, aber eines würde sie vorab mal fordern, sie wolle nichts mehr mit seinen Frauen zu tun haben, es sei denn, er sage "DIE ist es jetzt!", vorher wolle sie keine sehen oder hören. Punkt!" Sie meinte, das habe er verstanden. Na das warten wir mal ab. Sie beginnt jedenfalls auf sich zu achten und das ist gut.

Wir werden sehen. Er hat sich ja vor einem knappen Jahr bei mir entschuldigt, für all sein Verhalten und im Nachsatz gesagt, "aber jetzt würde es endlich mal um ihn gehen..... es sei an der Zeit." Ich kann mich nicht erinneren, das es eine Zeit gegeben hat, in der es nicht um ihn gegangen wäre. So unterschiedlich kann man das sehen.

Aber gut, erst mal jedenfalls.
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 19:44 
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Championtipper
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P.S. Versöhnung wäre nur möglich, wenn ich mich bei ihm für all das entschuldigen würde, das ich jemals getan hab, für jede Entscheidung - und das? Nie nicht, nicht so lange ich auch nur einen Funken Verstand in mir habe.... Denn es gibt keine einzige Entscheidung, die ich nicht genau so wieder treffen würde, wie ich es getan habe. Keine - auch das war ein schwerer Weg. Alles andere wäre Unterwerfung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 21:26 
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Olympiareiftipper

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Ansa, du verstehst aber, was der Preis ist, wenn man seinen Kindern indirekt dauernd mitteilt, dass sie zur Hälfte aus menschlichem Müll bestehen? Wenn das beide Seiten machen, dann viel Glück.

Du kannst das Versöhnen erlernen: Schau dir die Mädels an, sieh die Dinge, die du an ihnen liebenswert und schön findest und die sie ganz klar vom Papa haben. Wenn das das verhärtete Herz nicht rührt, weiß ich auch nicht. Tut es aber bestimmt, wenn du den Blick erst mal ein wenig trainiert hast.
LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 23.05.2013, 06:15 
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Championtipper
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Moin Trixie,

tja, ich glaub das ist ein Punkt den ich ganz anders sehe. Ich rede ja nicht gegen Papa, oder sage solche Dinge wie "Müll" - wir reden hier bei uns ausschließlich über das Verhalten eines Menschen, nicht über ihn selbst. Also eher "ich hab keine Ahnung warum er sich so deppert benimmt" aber nie "meine Güte, ist der bescheuert!" Meine Kinder sind so aufgewachsen. Du darfst Papa lieben, das ist gut aber Du musst nicht mögen was er tut. - hat ihnen die Freiheit gegeben, immer wieder Kontakt zu ihm zu suchen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen.

Ich muss auch nicht schlecht über ihn reden :twisted: das tut er von ganz allein.... hat er immer getan. Allerdings hat er mich tatsächlich genötigt Partei zu ergreifen und zu sagen "das ist falsch!" All solche Kleinigkeiten wie andere Freiheiten bei ihm als bei mir - die wären mir schnuppe gewesen, aber bei uns ging es ja immer um Grundsätzliches. Solche Dinge, bei denen ich nciht schweigen durfte um die Kinder zu stützen. Und trotzdem ging es um Verhalten.

Ich gehörte nie zu den Romantikern die meinten "Du bist ein Teil von mir" (oder von Papa) und wenn das früher jemand sagte, als die Kinder noch klein waren, war ich es, die auf solche Aussagen "oh, Du bist ja ganz die Mama!" sagte "Öh nein, sie ist ganz wie __________" ich hab meine Kinder immer als eigenständige Personen gesehen, und ich hab bisher nicht den Eindruck gehabt, das sie meinen, ich lehnte sie ab, oder Papa würde das tun?

Ich bin auch die erste, die anerkennt, wenn etwas prima läuft und sich mit den Mädels freut, ohne Unkenrufe - okay, gestern hab ich gesagt "das ihm jemand gesagt hat, er mache etwas falsch (da war sein Therapeut nicht der Erste - aber alle anderen waren ja von mir beeinflusst) bedeutet das noch nicht, das er das auch so verstanden hat, gehört ja, aber verstanden? Denk daran."

Versöhnen kann man lernen. Okay, dann erbitte ich von Dir Vorschläge, wie versöhnst Du Dich mit jemandem, der Deine Kinder emotional misshandelt, unter Druck setzt, schlecht behandelt, erpresst und Dir regelmässig eines auf die Fresse haut (bildlich) wenn Du ihm die Hand gereicht hast? Und der dann sagt "ich musste so handeln, Deine Seele hat sich das gewünscht."

Wenn Du das kannst, dann kniee ich vor Dir nieder oder ich schenk Dir ne Tüte Gummibärchen.

Ich gehöre zu denjenigen die manchmal der Meinung sind, das eine Versöhnung (oder auch Verzeihen) nicht möglich ist und auch nicht gesund. Aber das wäre eine andere Diskussion.

Ich hab wirklich noch nie überlegt, was meine Kinder von Papa haben - okay bei Mittelchen ist es deutlich, sie hat seine Streitkultur, erst mal alles nieder schreien und fertig machen, sich im Ton und Wort vergreifen und dann den Boden wischen..... aber das ist nichts, was sie schlecht macht, sondern etwas, woran sie lernen kann. Aber sonst? *schulterzuck* Wozu wäre das gut?

Veranlagung ist ja auch, was man daraus macht.

Das ich hier die Dinge anders beschreibe als bei mir daheim darüber spreche, setz mal als Gegebenheit voraus. Hier darf ich....

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 23.05.2013, 08:33 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
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Ansa, ich hab nicht gesagt, dass es leicht ist.

"Ich hab wirklich noch nie überlegt, was meine Kinder von Papa haben - okay bei Mittelchen ist es deutlich, sie hat seine Streitkultur, erst mal alles nieder schreien und fertig machen, sich im Ton und Wort vergreifen und dann den Boden wischen"

Ist das das, was du siehst, wenn du auf Dinge schauen sollst, die du liebenswert und schön findest?
Weiter üben :cry: LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Dejavue oder so
BeitragVerfasst: 23.05.2013, 08:52 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
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Wohnort: bei Hannover
Trixie,

meine Kinder sind toll, so wie sie sind - sie sind offen, ehrlich, haben Zivilcourage, übernehmen und halten Verantwortung, sehen nicht nur auf sich sondern oft ein Stück weiter, sie sind mitfühlend, hilfsbereit, verlässlich, zielstrebig, fleissig, sie haben Humor und sind neigierig auf das Leben und das, was es ausmacht - ich habe nichts an ihnen auszusetzen.

Mein Exmann war doch kein Totalausfall - dazu hat er sich erst im Laufe unserer Beziehung entwickelt und nein, ich werde keine Anteile von ihm in unseren Kindern suchen. Mir leuchtet nicht ein wozu das gut sein soll.

Er hatte durchaus gute Eigenschaften, er war liebevoll, aufmerksam, großzügig, denjenigen die ihn bedingungslos akzeptierten gegenüber zugewandt, er war seiner Familie gegenüber loyal, stand für sie ein, egal wann und wie. Er war handwerklich geschickt und hat viele Dinge einfach so gezaubert und ermöglicht. Er hat mich viele Jahre lang unterstützt und war für mich und unsere Kinder da - bis ich den Preis nicht mehr zahlen wollte. Aber ja, ich verstehe durchaus, was andere Frauen an ihm finden, ich kenne das zu Genüge. Er kann so umwerfend sein und einem das Gefühl geben, man wäre die Einzige Frau auf der Welt, die er wahr nimmt - das ist schon mitreissend. Er war immer bereit, die Dinge gemeinsam zu machen, das es am Ende für ihn wichtig war, es besser zu können - habe ich viele Jahre nicht erkannt. Ich habe ihn schlicht geliebt, sehr und auch das wissen meine Kinder. Ganz sicher.

Im Übrigen lässt Du die interessanten Ding ja auch aus. Und, ich sag das jetzt ganz deutlich, ich will keine Aussöhnung und ich werde das auch nicht wollen, solange das wieder nur auf meinen Schultern liegt und von mir ausgeht. Irgendwann komm man ja dann doch an den Punkt an dem so etwas zu Erniedrigung und Selbstaufgabe führt. Für wen wäre das gut?

Bist Du Dir im Klaren darüber, worüber Du da schreibst?

Ansa

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