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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 25.04.2013, 02:08 
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Zwischendurchtipper

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Beiträge: 149
Hallo Ansa,

nach dem Vielen, das hier bislang über deinen Ex, über dich und über euch, eure Kinder, die Erziehung, den Umgang miteinander als auch untereinander geschrieben steht, wundert mich solch ein Verhalten wie beschrieben sehr wenig. Mich wundert aber, daß du dich darüber wunderst.

Man kann das mit dem Glauben an das Gute in jedem Menschen begründen. Doch dann sollte einen das nicht sonderlich aufregen. Wenn du meinst, dir in solch für dich (daß dein Ex da anders tickt, ist hinlänglich bekannt) harmlosen Situationen weiterhin nicht den Mund verbieten lassen zu wollen, wenn du das Bedürfnis hast, mit seiner Aktuellen in Kontakt zu treten, dann tu das. Aber doch in dem sicheren Wissen darüber, was dabei herauskommt.

Vater deiner Kinder, Kontakt darüber, schön und gut. Doch kommt es bei mir so an, als könntest du nicht von ihm lassen, wenn du seine Freundin ansprichst, obwohl du weißt oder wissen müßtest, wie er drauf ist. So als bräuchtest du das.

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 25.04.2013, 08:07 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
Beiträge: 2301
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Moin Ihr Lieben,

@ Trixie, diese Variante steht nicht zur Verfügung - never -nicht nach allem was gewesen ist. Ich hab mich beim Lesen Deiner Worte ernsthaft verschluckt.....

@ Paul, ja, wenn ich so darüber nachdenke, hast Du Recht, ich hätte damit rechnen sollen.... hab ich nur nicht, derweil die y und ich durch ihn ja bereits Kontakt gehabt haben und wir untereinander auch schon mal durch die Kinder, als sie "getrennt" waren, oder da wir im gleichen Bereich leben, uns beim Einkaufen getroffen haben und miteinander geplaudert haben, durchaus auch mit Tochter. In mir ist kein Raum für "uh Papas Neue - bloss weg hier". Im Gegenteil, die Y ist bodenständig, äußerst nett und tut ihm ganz gut.

Von daher waren meine Absichten gar nicht an ihn geknüpft (ich hab dabei nicht mal an ihn gedacht) sondern schlicht an Y als seine Partnerin gedacht. Und ich hab wirklich nicht mehr als "Danke für die süße Idee" geschrieben, das meine Tochter sich sehr gefreut hat und das wir wissen, das es ihre Idee war." Ich hab das als Wertschätzung gemeint und dazu stehe ich auch.

Keine Bange, ich lasse mir von ihm nichts verbieten - ich hab aber für mehr gar keinen Bedarf. An mehr Kontakt oder so. Unsere Leben sind schon getrennt, und das ist gut so.

Von daher hab ich mir einfach nichts dabei gedacht. Der Liebste meinte zu seiner Reaktion, "grüß ihn von mir, wenn er sich noch mal meldet und richte ihm aus, er solle mal endlich erwachsen werden." Na, das werde ich sicher nicht tun, weil ich nicht auf Selbstverletzungspotential stehe.

Aber ja, wenn ich nun darüber nachdenke und mich in sein verqueres Bild begebe, dann war natürlich klar, das er so reagiert, er kann mich nicht beherrschen (und die Y auch nicht, wenn sie mit mir spricht) und von daher bin ich gefährlich. *schulterzuck* ist aber auch sein Problem, find ich.

Einen winzigen Moment hab ich über Dein
Zitat:
Doch kommt es bei mir so an, als könntest du nicht von ihm lassen
nachgedacht, aber nein, da ist nichts.... auch wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, in meinen Gedanken ist kein Raum für ihn, außer in direkter Verbindung mit den Mädchen und ja, dieser Raum ist immer noch sehr weit, das liegt aber in seiner Art. Den muss ich mir auch nehmen, sonst geht es meinen Töchtern vielleicht eines Tages wie denen von "xxx", die hat er mit aufgezogen, im Alltag.

Das sehe ich auch einfach als meineVerantwortung an.

Liebe Grüße an Dich und Euch
Ansa

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 09:54 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
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Schocky schrieb:

Zitat:
Liebe ansa,

Klarheit und ein bisschen Strenge ist in Beziehungen eine Hilfe - auch in Beziehungen mit den Kindern. Aber das andere gehört auch dazu: Verständnis und Nachsicht. Ich sage nicht, dass es an Letzterem fehlt. Aber mir kommt es, das mal sagen zu wollen. Absprachen mit den Kindern, gut, die sollen gehalten werden wie alle Regeln. Und dann gibt es die Übertretungen. Die bewerte ich in unsymmetrischen Beziehungen wie denen mit Kindern speziell.

Es ist nun schon ein paar Monate her, da war ich selber Kind und saß am Sonntag mit der Familie im Auto und die Stimmmung war schlecht, außer bei mir. Die Eltern hatten einen frühen Ausflug angesetzt und ich hatte einen Gewissenskonflikt zu bewältigen gehabt: Verzicht auf den Kirchgang oder Gehorsam den Eltern gegenüber? Ein befreihendes Element in der christlichen Erziehung ist ja, dass das Gewissen am Ende die letzte Instanz bei Entscheidungen sein kann (was Eltern und Erzieher nicht immer schätzen), und so habe ich mich entschieden und bin am Morgen zum Gottesdienst ausgebüchst. Vater war ziemlich sauer, denn nun muste der Ausflug warten, Mutter war um Glättung bemüht, meine Geschwister waren stumm und ich war ein bisschen stolz über meine einsame Entscheidung.

Es ist doch klar, dass das nicht eine rein religiöse Sache war, sondern auch ein sich Behaupten wollen und eine Probe der Sache mit dem Gewissen?

In Familien geht es immer wieder auch um das sich Behaupten gerade angesichts vitaler und bemühter und liebevoller Eltern. Wenn die sich auf Absprachen berufen und bei Kindern gar die Nächstenliebe vermissen, dann ist das schon Recht, aber es geht dann auch um die Kehrseite des sich behaupten Wollens der Kinder. Es ist so wie oft: alle haben ein bisschen Recht, finde ich, und man lässt sich besser leben und vermeidet Eskalationen.

Dass man nicht auch mal meditieren müsste als eine Art Erholung von der Familie, halte ich tatsächlich für eine krasse Sicht. Ich brauchte das jedenfalls und brauche das auch noch heute. Dir alles gute, schocky



Lieber Schocky,

ich geb zu, in der Situation am Samstag fehlte mir alle Nachsicht - aller hier haben sich abgerackert, der Liebste hat Tische mit abgeräumt (und DAS war nicht der Plan, es war seine Feier - solange Gäste da waren) und sie hat gesessen und geplaudert. Nein, ich war stinksauer - jeder hat sich an die Absprache gehalten, außer ihr.

Und, ansonsten hilft sie in ihrer Gemeinde bei solchen Events - ohne Pause - und erzählt das ganz stolz. Ich nehme das auch erkennend wahr - hab aber daraus den Schluß gezogen - und der war wohl falsch - das ich in ihr eine echte Hilfe bekommen würde.

Okay, wir haben es geschafft, aber schön ist schon anders.

Ach die Nächstenliebe hab ich jetzt nicht in Zusammenhang mit meiner Tochter genannt, sondern mit den Spammern - aber abgesehen davon, sie ist diejenige, die alles in einen religiösen Zusammenhang setzt und mir erzählt, das Kindererziehung und Haushalt führen auch eine Form des Gottes Dienstes sei und daher volle Aufmerksamkeit verlangen würde - reden aber und nicht handeln - gut, das schätze ich nicht. Natürlich ist sie noch jung - trotzden verstehe ich nicht wirklich, wie sie woanders 8 Stunden arbeiten kann bis zum Umfallen und sich hier so entzieht. Ich hab damit nicht gerechnet.

Mein Mittelchen dagegen hat ebenfalls den ganzen Tag geschafft und vieles von allein gesehen und einfach gemacht. Sie zeigt mir nun, das es geht und auch, das sie es gelernt hat, worauf es ankommt. An solchen Tagen.

Und das man meditieren muss, angesichts der Familie - da wäre ich die letzte die das absteiten würde oder nicht verstände. Aber - bei uns ist Verschwinden ohne ein Wort auch etwas, das nicht üblich ist. Hätte sie gesagt "ich geh spazieren" wäre der "Schreck" nicht so groß gewesen. Abgesehen davon, und da bleib ich bei und fühl mich auch nicht bockig, wenn mir einer sagt "ich bin das ganze Wochenende für Dich da und stehe Dir zur Seite, verlass Dich auf mich, Du brauchst auch keine weitere Hilfe" und sich dann so entzieht - nein - das find ich einfach ungezogen.

Das sie auf einen Gottesdienst verzichtet hätte bei uns niemals jemand verlangt, als sie noch bei uns lebte, sind wir Sonntags sogar eine Stunde eher aufgestanden, um mit ihr zu frühstücken und ihr zu zeigen, das sie uns wichtig ist. Ich glaube nicht, das sie sich je darüber beklagen könnte, das wir sie nicht ernst nehmen oder genommen haben.

Immerhin legte sie sich Sonntagfrüh ins Bett, als das große Reinemachen angesagt war und tauchte pünktlich zum Kaffee wieder auf - mit der Frage und einem Rundblick durch die Küche "was denn jetzt wohl noch zu tun sei?" Und, hätte ich nicht noch Gäste bei mir gehabt, wäre ich wohl geplatzt. Was immer sie angetrieben hat, ich muss das nicht gut heißen.

Ich hab ihr das auch geschrieben, wie ich mich damit gefühlt habe,wie es mir damit ging und wie es auf mich gewirkt hat. Ihre Antwort war verständlich für mich und sie schrieb auch, das sie das wohl wahr genommen habe und es ihr leid täte und einiges mehr. Aber nichts davon macht die Situation ungeschehen, außer das wir einen schönen Schriftwechsel hatten, denn auf meine letzte Mail bekam ich keine Antwort mehr.

Sie wollte, das ich überlege, welche der 5 Sprachen der Liebe ich bevorzugen würde..... da ging es um Anerkennung und mir ist schon klar, das sie meine Form der Anerkennung im Zusammenhang mit ihrer Bibelschule nicht wirklich schätzt. Aber das ist so, da muss sie nun mit leben.

Liebe Grüße
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 10:03 
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Championtipper
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Pamina schrieb:

Zitat:
natürlich hast du in der sache recht, ansa,

das hast du wahrscheinlich IMMER, und das macht es auch vllt so schwierig. z.b. für deine tochter.
kaum spricht man dich in einer sache konkret an, kommt wieder "meine töchter haben bei mir gelernt..."
und dann ein statement allgemeiner gesetze.
aber jede situation ist anders, es ist nicht alles zu regeln und abzusprechen und gesetzlich zu verankern.
das sind wirklich diese waage-konzepte.
mir fehlt da ein bisschen mehr "gefühlte" toleranz, ein bisschen flexibilität,ich finde das zwar alles im grundsatz richtig, aber gefühlt etwas zu blind und zu starr.
ich finde, du selbst wirkst da auch oft so perfekt, überlegt, reflekiert und ausgesteuert, daß man sich kaum vorstellen kann, je aus diesen verhandlungen und dieser ständigen beobachtung auszusteigen und aufzuatmen.
ich weiß nicht, irgendwas ist da an deinen konzepten,was mich auch an kontrolle und vereinnahmung erinnert.
ich weiß nicht warum.
das ist alles so ein system.
"lass mal locker" liegt mir auf der zunge.

in der konkreten situation ist das natürlich nervig, aber ich denke, du wirst dann nicht mit deinen gefühlen rüberkommen, sondern an "absprachen" erinnern. das kann man machen, aber, naja.....es macht keinen echten kontakt sowas. finde ich.


wenn ich mich von dir ablösen wollte, würde ich im prinzip genau das machen, was sie macht.
ich würde dich mit gesetzes-übertritten konfrontieren und dann gucken, was emotional rüberkommt.

und 2 jahre sind in meinen augen gar nichts, wenn es um die eltern geht und um ablösung.

liebe grüsse, pamina


Ach Pami,

ich will doch aber gar nicht immer Recht haben..........

Und ja, natürlich ich weiß, ich bin eine schwierige Mutter, weil ich gern alles richtig machen möchte und einfach viel überlege. Immerhin hab ich auch Fehler gemacht - vielleicht hab ich gedacht, würde es meiner Tochter einfach helfen, ich setzte sie, überspitzt,vor die Tür solange sie so radikal christliche sein will und gebe ihr den Kampf, den sie braucht?

Ich hab ernsthaft darüber nachgedacht, aber ich trau mich nicht. Ich glaube, wenn sie auch nur annäherndd so ist, wie ich sie einschätze, verliere ich sie dadurch. Ich jedenfalls würde dann gehen, bin gegangen und sie ist ja auch mein Kind und hat einiges von mir.

Nein, wir reden hier auch über Gefühle miteinander, natürlich nicht vor Gästen und in der konkreten Situation. Ich rede auch über meine Ängste, aber die wischt sie vom Tisch "Du brauchst keine Angst haben" sagt sie - na ja, emotionale Gefühle löse ich nicht rational auf. Mir ist das schon klar.... Vor Gästen breche ich auch keinen Streit vom Zaun oder hole sie zum 5. Mal weg, ich möchte nicht, das sie ihr Gesicht verliert oder ich mich dann im Ton vergreife. Erzogen wird zu Hause und erziehen muss ich sie im Grunde nicht mehr, sie ist erwachsen.

Nächtes Mal beziehe ich sie in so eine Feier nicht mit ein, die kommt sicher, ich bin nächstes Jahr dran und alle haben gesagt "egal ob Du feiern willst oder nicht (ich will eigentlich nicht) wir kommen, es ist so schön bei Euch." :D Na gut, dann plan ich mal.... Auch ich lerne daraus, natürlich kann sie dann helfen, aber ich "plane" sie nicht fest ein. Das ist für mich die logische Folge aus ihrem Verhalten.

Liebe Grüße
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 12:26 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
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Also, wenn man das Verhalten als Revolte begreifen möchte, frage ich mich, gegen was? Gegen eine Mutter mit zu starren Regeln? Indem man sie durch eine Institution mit noch viel starreren Regeln ersetzt, wie sie sie in ihrer Gemeinschaft findet? Ich bezweifle das und behaupte das Gegenteil: Zu viel Verhandlungsspielraum.

Ich finde das Verhalten an dem Tag einfach nur asozial und irgendwo wäre bei mir Schluss mit der Selbsthinterfragung. Aber kaum schlage ich mich auf deine Seite und nenne sie plakativ "Pechmarie", kramst du die Verständnisargumente hervor. Ja, aber ... dein Leitmotiv. Anders als Pamina und Shocky sage ich also: Du bist zu weich, Ansa. Zu unklar in deinen Ansa(gen). Du musst nicht alles richtig machen. Es reicht völlig, wenn du sie nicht schlägst und ihr zeigst, dass du sie lieb hast. Und mit ihr Dinge unternimmst, die euch beiden Spaß machen. Dann brauchst du auch keine Angst zu haben, dass du sie verlierst, wenn du ihr mal direkt und unverblümt die Meinung geigst - worauf sie es ja wieder und wieder anlegt. Nicht Tage später in bedacht ausformulierten Briefen.
Du scheinst mir zu wenig Vertrauen in deine spontanen emotionalen Reaktionen zu haben - vielleicht, weil du selbst in deinen Eltern kein Modell hattest, das du nachahmen willst, aber von dem du fürchtest, es könne irgendwo in dir stecken und bloß darauf lauern, endlich seine hässliche Fratze zu zeigen. Dieses gespürte Defizit versuchst du mit deinem Intellekt - auf den du dich offenbar viel mehr verlässt - und bedachten Sätzen als Krücke auszugleichen. Schmeiß diese Krücken endlich weg, Ansa. Du bist bestimmt die Letzte, die sie braucht. Du bist doch ne Gute. Da ist kein Monster in dir. Das hätten wir hier längst gemerkt.

Und wehe, du antwortest jetzt wieder sofort mit zwanzig besonnenen Sätzen - eine deiner leichtesten Übungen. :-)
LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 13:39 
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Jahrhundertposter

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Beiträge: 3164
hm,

:dagegen:

ich denke, man muss hier das stark vermutete asperger-syndrom mit einbeziehen.
da ist wohl ein mangel an sozialverhalten, den sie selbst nicht erkennen kann und es wäre auch zuviel für sie, denke ich, ihr das im weitesten sinne "einbleuen" zu wollen.
da muss sie schon selbst ihren weg finden und in dem alter auch ohne muttis erziehung.
ich finde, an sich machst du alles schon ganz richtig so, ansa, nächstes mal halt anders nach der jetzigen erfahrung, ist doch gut.
dieses "durchgreifen"-ding nützt glaube ich in diesem fall null was, und ich würde das auch erst dann ins feld führen, wenn ich ein süchtiges klauendes kind hätte, so die kategorie "kriminelle neigungen".
und dann auch nur "unter anderem".

lg pamina

p.s.
wo ist tilde?
bei wmf, listen auslegen...? :shock: :mrgreen:

_________________
Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.

(Susette Gontard)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 14:22 
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Olympiareiftipper

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Ey, jetzt hast du mich doch tatsächlich dazu gebracht, "wmf" zu googeln :lol: Ich dachte, es gäbe schon wieder eine neue Partei. Ja, vielleicht wäre so ein kompaktes Pfadfinderbesteck ein gutes Geschenk - für die Flucht durch die Wälder.

Na ja, Asperger. Ein guter Tag ist, wenn es Wirsing gibt - da gab's doch mal eine Sendung bei Quarks & Co.: http://www.youtube.com/watch?v=L8QfunBUlv0

Da könnte ich jetzt wieder sagen: Wie soll das arme Hascherl - Ansas - Emotionen deuten, wenn sie kaum welche zu sehen bekommt. Ich rede ja nicht von "Einbleuen", sondern einfach nur von einer auch sichtbaren emotionalen Erreichbarkeit. Von etwas mehr Mut zur Wut. Ein bisschen mehr sizilianische Mama (mit denen die Kinder schließlich auch nicht den Kontakt abbrechen). LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 08.05.2013, 15:49 
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Championtipper
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Hej Ihr Lieben,

@ Trixie, glaub mal - es gibt hier genug Emotionen zu spüren zu sehen und zu erfahren - aber eher wenig im Text, da bin ich meist viel sachlicher als ich daheim vor mich hinqualme.... viel reflektierter und ruhiger, wie sich das gehört, beim schreiben. :wink:

Aber natürlich, eines tue ich nicht, draußen rumschreien oder rumräuchern, schon gar nicht, wenn der Hof voll ist... Sie merkt schon deutlich, wenn ich sauer bin, sofern sie mir die Chance gibt. Zum schlafen hat sie sich ja nicht bei mir abgemeldet sondern bei ihrer Schwester - ich habe erst davon erfahren, als ich fragte, "weiß einer wo mein Kind ist?"

Und @ Pami - da hat es mich erwischt, natürlich :idea: Ich hätte sie 100 mal holen und beauftragen müssen, oder meine Forderung so eng gefasst stellen müssen, das ihr gar kein Spielraum geblieben wäre - diese Freiwilligkeit auf die ich setze - die kann ich aufgrund des Aspies nicht erwarten - und ja - ich denk da nicht immer dran - sondern oft genug erst wieder später - hinterher.

Sie hätte sich über das permanente Rufen gar nicht gestört, sondern es als gegeben hingenommen.

Und das sie schlafen gegangen ist, ist natürlich auch eine Folge des "hier bin ich zu Hause" hier kann ich sein wie ich bin, muss mich nicht zusammen nehmen und anpassen, hier darf ich einfach SEIN. Klar, logisch, jetzt hinterher wird es klarer. Wir erleben dies "hier bin ich zu Hause" sher häufig und es ist auffallend, weil sie andererseits, ganz im Gegensatz dazu - ja auch gern Gast ist, sich umsorgen lässt und möchte, das wir um sie herum für sie da sind, bis sie dann beschließt "ich bin hier zu Hause" und sich fallen lässt. Einerseits ist das wirklich schön, andererseits manchmal auch schwierig.

Da haben wir durchaus manchmal Anpassungsschwierigkeiten.

Und wie sie meine Emotionen deuten soll? Immerhin hat das beinahe 20 Jahre sehr gut funktioniert, ich bin ja keine Fremde, sondern diejenige die sie aufgezogen hat und die ihr vieles von dem beigebracht hat, mit dem sie heute draußen in der Welt offensichtlich ziemlich gut klar kommt. Wenn sie mich nach 20 Jahren nicht zu deuten weiß - bitte - dann weiß ich auch nicht.....

Manchmal denke ich, hätte ich um das Asperger früher gewusst hätte sie vieles nicht gelernt, weil ich es nicht gefordert hätte. Und ich erinnere mich, das sie mir selbst genau das einmal gesagt hat und das sie froh wäre, wenn das so bliebe. So hat jede Sache ihre guten Seiten.

8) ansonsten sag ich immer "ich bin Mama geworden, damit ich meine dunklen Seiten ausleben kann." Kindermobbing und so.... geht wie folgt, eine lange Wanderung machen, sich vor Mc Donalds auf eine Bank setzen, Butterbrote verteilen und sagen "riecht nur schön beim Essen, dann kommt`s Euch fast so vor wie Pommes" :twisted:

Ansa

P.S. Tilde wird wohl eher Wilkens nehmen, denke ich, so aus dem heimischen Norden? 8)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 09.05.2013, 02:05 
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Zwischendurchtipper

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Hallo Ansa,

ich konnte dir in deinem Post zum Ärger über deine Tochter vollkommen folgen - bis zum letzten Satz, als du meintest, wer glaube, der müsse das auch und immer im Alltag zeigen, so ungefähr.

Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Etwas gut finden und danach zu handeln sind zwei Paar Schuhe, es ist immer ein Weg, nie ein Dogma. Du verschärfst da ja sogar noch: man müsse das immer zeigen, das bedeutet soviel wie: so gut darin sein wie es von Jesus geschrieben steht. Und sonst wäre das Wort "Glauben" nichts wert... ziemlich hart.

Das ist sicher dem Ärger über deine Tochter mit geschuldet, der für mich sehr nachvollziehbar ist, wenn ich auch noch keine Kinder haben, die sich so verhalten können, sie sind 8, 4 und 0. Dennoch kommt solch ein Satz sehr überzeugt daher und erinnert an andere, die sich ähnlich überzeugt und für mich neunmalklug anhören, wie "erzogen wird zuhause". Das wirkt auf mich wie ein Gerüst, an dem du dich entlang hangeln kannst, wenn Unvorhergesehenes eintritt.

Für mich wird auch nicht erzogen, sondern einfach zusammen gelebt und ein Weg gefunden, natürlich mit ungleich verteilten Rollen. Erziehung ist für mich ein schreckliches Wort und gehört genau dahin, wo es gelehrt wird, an die Uni in den Erziehungswissenschaften. Ich hab's probiert, keine Erfolgsstory, aber darüber lasse ich mich hier nicht aus. Erziehung, also das Leben miteinander, gehört überall dorthin, wo wir gerade sind. Und wenn meine Kinder eine Ansage brauchen, bekommen sie sie auch, im Supermarkt vielleicht nicht brüllender Weise, aber doch klar. Ebenso, wenn Gäste da sind.

Ich bin übrigens ein anderer Vater als ich früher gedacht hätte. Ich dachte, ich wäre bestimmt sehr konsequent, eher streng und habe entsprechende Reden im Freundeskreis geschwungen. Nun gibt es bei uns natürlich auch Regeln, doch merke ich, daß ich die immer wieder neu auslege, Ausnahmen zulasse, weil ich etwas einsehe, mehr als ich gedacht hätte. Als mein Großer lesen konnte, merkte ich irgendwann, daß er nach Licht aus noch mit seiner Taschenlampe weiterlas. Ich habe mich total für ihn gefreut. Einerseits, weil ich mich wiedererkannte, zweitens, weil ich es so menschlich finde - und drittens auf den folgenden Morgen, wenn ich ihn aus dem Bett zerre. Mein Kleiner (hm... der Kleine ist er ja nun nicht mehr...) darf auch nicht aufstehen, nachdem ich ihn ins Bett gebracht habe, doch versucht er es immer wieder mit allen möglichen Tricks. Das zieht natürlich nicht. Doch wenn ich merke, jetzt hat er was, sei es, daß er aufgewacht ist oder noch etwas wichtiges sagen wollte oder er Oma noch verabschieden wollte, wenn sie geht - dann sage ich: komm her! (Und wenn ich mit da gerade einen schrecklichen Actionfilm anschaute, ging erstmal die hektische Suche nach der Fernbedienung und den richtigen Knöpfen darauf los... wo geht das Sche..ding aus? ;-) )

Was ich damit sagen will: für mich sind Regeln selten ganz starr, sondern eher grobe Leitsätze, die hier und da immer weder angepaßt oder verfeinert werden. Das macht das Zusammenleben meist nicht einfacher und schreit gegebenenfalls nach Erklärungsbedarf, aber ich merke, daß es so besser zu mir paßt. Meine Frau ist klar strenger als ich.

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 09.05.2013, 06:22 
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Championtipper
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Guten Morgen Paul,

ich glaube wohl, wir alle hier wissen, das Glauben und danach Handeln ein lebenslanger Prozess sind, wenn ich etws beschließe - dann ist es ein langer Weg vom Hören zum Umsetzen und Beibehalten. Dieser Satz entsprang einfach dem Ärger den ich spüre, meiner Verletztheit. Im Bibelzentrum klappt es ja, wenn sie arbeitet - wobei mir klar ist, das es dort andere Gründe (z.B. das angestrebte Stipendium) sind. Sie selbst fordert das Ganze im Alltag ein und da passiert das schon, das ich das mal aufgreife. Nein, ich fordere es nicht ein, weil ich weiß, dass das unmöglich ist. Wir sind Menchen, keine Heiligen.

Erzogen wird zu Hause. Ich sehe, das muss ich erklären. Ich bin schon für Erziehung, mit mir selbst ist man so umgegangen, wie ich es mit meinen Kindern nie tun wollte aber wie es anders geht? Wusste ich nicht, hatte auch kein Zutrauen in mich - also hab ich mich konzeptionell umgesehen undbin bei Rudolf Drreikurs gelandet und Jesper Juul, der solche Titel hat wie "aus Erziehung wird Beziehung" und beide schätze ich sehr. Mein Leitsatz war viele Jahre "Hilf mir es selbst zu tun" - der wird zwar Maria Montessori zugeschrieben, aber man findet ihn auch bei den Anderen wieder.

Erzogen wird zu Hause meinte hier, keine Auseinandersetzungen vor Fremden oder Draußen oder Dritten. Erntshafte Kritik wird an Kinder (und andere Menschen) besser in einem Rahmen geäußert in dem sie sich weder abgrenzen, noch profilieren oder gar auftrumpfen müssen. Du kennst das sicher - das manche Kinder sich sehr andere benehmen, wenn Gäste da sind (ich mein jetzt jüngere Kinder) und das es mitunter shcwer fällt, sie zu bremsen? Sie loten aus, oder sie wissen schon, das sie sich mehr heraus nehmen können, wenn Andere da sind, daher glaub ich, ist es besser, das zu klären, wenn man allein miteinander ist. Da ist die Bereitschaft aufeinander zu hören, eine andere.

Nein, bei uns gibt es keine starren Regeln, auch wenn das manchmal so ausschaut, meine Kinder z.B. dürfen und durften selbstständig entscheiden, wann sie Hausaufgaben machen, wie lang sie am PC spielen oder was immer sie tun wollten, solange die Noten stimmten. Aber da hab ich sie heran geführt, langsam und altersgerecht. Und so sind wir auch mit Grenzen umgegangen, altersgerecht. Etwa, das sie selbstständig entscheiden durften, welche AG sie wählen - und, ich weiß heute, dass das sehr sehr oft die Entscheidung der Eltern ist, die meinen, das diese oder jene für ihre Kinder besser wäre - und ich da eine Ausnahme war - aber - alle meine Töchter haben AG`s oder Wahlpflichtfächer für sich gewählt, die ich ihnen nicht empfohlen hab und das fand ich ausgesprchen gut. Chemie etwa - meine Jüngste :roll:

Übersetze Erziehung mit einem beliebigen anderen Wort, solange Du für Dich die Führung und Leitung übernimmst und damit die Verantwortung verstehen wir uns bestimmt.

:mrgreen: Na klar, das wsa Du beschreibst, heimlich im Bett lesen - ich hätt`s übersehen..... ich war genauso und solche Dinge gehören zum Kindsein dazu - ebenso wie Bonbons mausen oder mal heimlich fern sehen - das muss schon sein.

Liebe Grüße
Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 10.05.2013, 01:48 
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Registriert: 19.03.2013, 23:13
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Zitat:
Für mich wird auch nicht erzogen, sondern einfach zusammen gelebt und ein Weg gefunden, natürlich mit ungleich verteilten Rollen. Erziehung ist für mich ein schreckliches Wort und gehört genau dahin, wo es gelehrt wird, an die Uni in den Erziehungswissenschaften. Ich hab's probiert, keine Erfolgsstory, aber darüber lasse ich mich hier nicht aus. Erziehung, also das Leben miteinander, gehört überall dorthin, wo wir gerade sind. Und wenn meine Kinder eine Ansage brauchen, bekommen sie sie auch, im Supermarkt vielleicht nicht brüllender Weise, aber doch klar. Ebenso, wenn Gäste da sind.

Paul, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Bei uns lief es ganz genauso, und es ist gut gegangen. Ich kann mich nicht mal erinnern, jemals irgendwelche Verbote aussprechen zu müssen. Unser Sohn ist schon als Kleiner abends freiwillig ins Bett gegangen - da hat er sich noch eine Kassette angehört oder ein paar Seiten gelesen. Und wenn er mal partout nicht schlafen konnte, haben wir eben zusammen eine Nachtwanderung gemacht oder einen Film geschaut. Dann war er halt mal müde am nächsten Tag - na und. Wenn ich zurückblicke, steht im Vordergrund, dass bei uns immer viel gelacht wurde - und das ist auch so geblieben. Und natürlich, wenn ich sauer war, dann in dem Moment, egal, ob da Gäste waren. Ein kleiner Anschiss ist da bestimmt auch für die Gäste leichter zu verkraften als 100-maliges Rufen :-) LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 11.05.2013, 02:03 
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Zwischendurchtipper

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Hallo Ansa,

die Geschichte mit "erzogen wird zuhause" sehe ich anders. Wenn meine Kinder Mist bauen, bekommen sie von mir grundsätzlich die gleiche Reaktion, egal, ob vor Dritten oder nicht. Wir hatten heute Besuch von einer Familie mit drei älteren Kindern, deren Ältester sich schlicht unmöglich seinen Eltern gegenüber verhielt. Der Vater fauchte ein paar Mal mit unterdrücktem Ärger, der Sohn möge sich endlich zusammenreißen - was freilich nichts half. Da sehe ich das von dir geschilderte Verhalten: sich versuchen, etwas rauszunehmen, wenn andere dabei sind, weil die Eltern dann ja nicht so können wie sie wollen, schlicht Angst haben vor dem öffentlichen Eklat.

Doch, da bin ich grundsätzlich anders, und zwar ohne darüber nachzudenken. Vielleicht, weil meine Mutter mich zwar sehr liebevoll und überaus frei aufwachsen ließ, dabei jedoch sehr von Scham gegenüber Dritten geprägt war, was mich in meiner Jugend stark hemmte, weil ich die Scham übernommen hatte. Bis ich irgendwann während der Abizeit dahinter kam, daß ich so nicht weiter machen konnte und meine Scham peu à peu ablegte - ohne freilich ganz frei davon zu sein. Doch hatte ich ganz gute Vorbilder schon in der späteren Schulzeit, die mich sehr beeindruckten.

Wenn sich eines meiner Kinder meint, sich zuviel herausnehmen zu können, gibt es immer sehr deutliches Kontra, da lasse ich mich auch nicht von der Anwesenheit Dritter beeindrucken - und schon gar nicht vom Gezeter meines Nachwuchses. Ich merke auch nicht, daß sie es mehr versuchten, wenn andere dabei sind als wenn wir unter uns wären. Es wird halt immer mal etwas versucht, dann muß ich entscheiden, ob es noch im Rahmen ist. Wobei meine Frau und ich da auch unterschiedlicher Auffassung sein können, das gehört halt auch dazu.

In dem Zusammenhang fiel von dir ja auch das Wort "das Gesicht verlieren". Genau das möchte ich natürlich auch nicht, doch will ich am liebsten erst gar nicht, daß sie das Gesicht überhaupt verlieren können. Jeder Mensch testet aus, macht Fehler. Ich habe einfach die Hoffnung, je offener ich damit umgehe, umso unbelasteter sind die Kinder, wenn sie selbst mal im negativen Mittelpunkt stehen. Wenn ich einen Fehler mache, gebe ich ihn vor ihnen auch zu, auch wenn andere zugegen sind. Nun mag sich da jedoch wirklich noch etwas ändern, wenn sie älter werden.

Hallo Trixie,

ja, wenn eines der Kinder wirklich nicht schlafen kann, können sie auch runter kommen. Das ist dann höhere Gewalt. ;-) Nachtwanderungen fand ich als Kind schon klasse, das gebe ich gern so weiter. Allerdings geht der Mittlere im Gegensatz zum Großen nie freiwillig ins Bett. Durch verschiedene Rituale geht es jedoch meist ohne Ärger: Wettrennen nach oben, Geschichte vorlesen, kurz unterhalten und noch ein Lied. Das dauert, macht mir jedoch Freude. Dann wird Sonntags der Tatort auf Timeshift gestellt und gut. ;-) Der Große geht oft sogar vor dem Mittleren nach oben, liest und macht das Licht aus. Er war schon immer irgendwie vernünftiger, ist zurückhaltender Natur und kuschelt gern, ganz im Gegensatz zum Mittleren, der eher ein Rowdie ist und seeeehr extrovertiert. Wenn wir mit dem Rad durch die Gegend fahren, hält er plötzlich bei Wildfremden an und erzählt ihnen erstmal, daß er eine Schwester bekommen hätte, "am Sonntag geschlüpft". Als er das das erste Mal gemacht hat, wäre ich fast vom Rad gefallen. ;-)))

Ich weiß nicht, wie wörtlich du das meintest, keine Verbote auszusprechen. Denn die gibt es bei uns schon. Sonst würde sich der Mittlere im Messerwerfen üben und ein Youtube-Video nach dem anderen schauen, während der Große sich nur noch von Fischstäbchen ernähren würde (der Jüngere von Süßigkeiten... ;-) ). Nein, sie haben schon ihren Rahmen, der gegebenenfalls auch mit Verboten durchgesetzt wurde. Schön allerdings zu sehen, daß inzwischen auch der Mittlere immer öfter fragt, wenn er sich nicht sicher ist, ob er etwas darf. Das war vor ein paar Monaten noch anders.

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 11.05.2013, 14:03 
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Olympiareiftipper

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Hallo Paul, ehe ich hier den Eindruck hinterlasse, ich sei der Rama-Werbung entsprungen, führe ich mal die Umstände ein wenig aus. Wenn ich mich recht erinnere, ist dein Großer acht und der Mittlere vier? Ich muss da schon weit zurückdenken, denn ich hab nur einen Sohn und der ist schon im Studium. Als der auf die Welt kam, waren wir selbst noch Studenten, ich gerade mal 20. Wir wohnten in einem Haus mit lauter anderen Studentenpärchen - eines hatte eine Tochter im Alter unseres Sohnes - und hatten einen gemeinsamen Garten. Es war keine WG im eigentlichen Sinne, denn jeder hatte seine eigene Wohnung, aber wir haben fast immer zusammen gekocht und auch abends viel zusammen gesessen. Die Kinder haben beim Kochen mitgemacht und dann natürlich auch alles gegessen, was dabei herauskam. Die Frage, ob jemand nur Fischstäbchen essen würde, stellte sich gar nicht. Süßigkeiten standen frei in einer Schale im Raum - da ging immer mal einer dran, aber nicht in einem Maße, dass man sich hätte Sorgen machen müssen. Die Obstschale war genauso schnell leer. Erziehungsberechtigt war immer der, bei dem die Kinder sich gerade befanden. Einen Computer hatten wir damals noch nicht, nur einen kleinen Fernseher im Schlafzimmer. Die Privatsender kamen gerade erst auf. Auch von der Seite drohte also keine Gefahr. Außerdem gab es viel spannendere Alternativen: Das Pärchen unter uns waren Kunststudenten, die haben das ganze Haus infiziert und wir haben dauernd irgendwas gebastelt, genäht, fotografiert, den Sperrmüll nach Materialien durchkämmt ... Die Kinder waren abends einfach knülle. Das Bett war dann der gemütliche Ort, wo schon eine Katze lag und aufs Kuscheln wartete. Wo Alf noch ein bisschen was aus dem Kassettenrecorder gröhlte oder Benjamin Blümchen über die Ethik referierte. Verbote? Also, da fällt mir wirklich nichts ein, aber nehmen wir mal als Beispiel Schimpfwörter. Wir haben die nie verboten, sondern zelebriert. Da haben wir uns gegenseitig so lange überboten, bis sich alle auf dem Boden gerollt haben. Wenn ich mich jetzt in deine Lage versetze, würde ich bei dem Stehaufmännchen wohl genauso absurd reagieren, nämlich "Shining" laufen lassen und sagen: Mach's dir gemütlich. Käffchen? Was meinst du, wie oft du das machen musst, bevor er sich abends freiwillig vor den bekloppten Alten in Sicherheit bringt :-) Aber probier's erst mal mit einem Kassettenrecorder - den können Kinder leicht selbst bedienen. Mal wird er schon bei der ersten Seite einratzen, mal erst bei der dritten, da bliebe ich locker.
Um nun wieder den Bogen zu Ansa zu schlagen:
Tochter: "Ich war mit Jesus spazieren."
Ich: "Ja, das ist ja großartig von ihm, dass er dich nun nach Hause geschickt hat, damit du mir endlich helfen kannst." Und dann hätte ich ihr gesagt, was noch zu tun ist und gefragt, was sie davon erledigen will. Oder eben Aufgaben zugeteilt, je nachdem, wer was am besten kann. Wenn ich dann trotzdem - was ich bezweifle - nach einer halben Stunde gemerkt hätte, dass sie sich entgegen dieser Absprache schlafen gelegt hat, hätte ich laut an ihre Tür geklopft, wäre ins Zimmer marschiert (da waren ja wohl keine Gäste) und hätte - je nach Tagesform - ihr die Decke mit einem deftigen "Sag mal, spinnst du?" weggezogen. Oder ich hätte sie ihren beiden Schwestern mit einer Schonfrist von fünf Minuten zum Durchkitzeln freigegeben. (Mich wundert sowieso, dass die beiden sich das Verhalten so einfach gefallen lassen haben. Normalerweise sind Geschwister ja ein zuverlässiges Regulativ, wenn es um gerechte Arbeitsteilung geht, wenn man sie denn lässt.) Jedenfalls wäre die Angelegenheit live und in Farbe gelöst worden, ohne sich zu etwas auszugrummeln, was in einem Forum berichtenswert gewesen wäre. LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 11.05.2013, 14:28 
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Jahrhundertposter
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Hallo,

es gibt offenbar so viele Ansätze, wie es Eltern gibt... Ich habe das im eigenen Elternhaus so erlebt, dass sämtlichen Töchtern Arbeit zugeteilt war und dass die mit Abwehrmanövern die Familie so beschäftigt haben, dass ein elterliches "jetzt mache ich das selbst" die zeit- und kraftökonomischste Lösung hätte sein können. Glaube ich auch aus jetziger Sicht. Die Jungens wurden mit Küchenarbeiten weitgehend verschont, was mir nicht enden wollende Verwünschungen eingetragen hat sowie finsterste Prophezeihungen für meine Zukunft und die meiner künftigen Frau.

Ich fand solch Familienpalaver doch ziemlich abstoßend und finde auch heute Fingerhakeln in der Familie abtörnend. Come give me a home where the buffalo roam ... where seldom is heard a discouraging word... das ist für mich Zuhause. Darum habe ich kaum mal die eigenen Kinder zu Arbeiten heran gezogen, meine Frau war da fordernder aber auch mit Maßen. Ich finde es ja eh besser, wenn die beiden Elternteile verschiedene Angebote machen...

Aber nun hier mein disclaimer: was ich hier schreibe, don't try this at home. Jeder trage die Risiken und Nebenwirkungen dessen, was er tut. schocky


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 11.05.2013, 16:10 
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Championtipper
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Moin Ihr Lieben,

tja, so ist das mit der Erziehung, wobei ich solche auffälliges Verhalten meiner Kinder, wenn Besuch da ist, auch nie beobachtet habe.... von daher ist ein Teil davon blanke Theorie. Aber solche Diskussionen wie jetzt mit meiner Großen, die führe ich lieber mit ihr allein - nicht vor Unbeteiligten und nicht vor Dritten, da hätte, zumindest sie persönlich, das Gefühl zurecht gewiesen zu werden. Und wer sich zurecht gewiesen fühlt oder glaubt, sein Gesicht zu verlieren, der hört nicht mehr zu und ist an einer gemeinsamen Lösung nicht mehr dran - er blockt ab - und dann ist eben nichts mehr möglich, das mein ich.

Und ja klar, ich hätte anderes reagieren können, aber manchmal fallen einem die besten Dinge immer erst ein, wenn man ne Nacht drüber geschlafen hat.

Verbote gab es aber bei uns schon, oder Grenze die mit zunehmendem Alter erweitert worden sind, da waren wir als Eltern immer Gesprächsbereit und Regeln gab es auch, etwa das vor dem Essen nichts gegessen wurde, wenn ich z.B. schon am Kochen war - den Moment wurde einfach gewartet. Es gibt so im Alltag ja durchaus mehr Regeln als man denkt. Tisch abwischen, wenn man etwas vergossen hat, ist durchaus auch eine Regel oder das Bonbonpaier in den Abfall tun und nicht auf den Boden fallen lassen. Ohne geht es einfach nicht.

Aber wenn Kinder verstanden haben, warum etwas so ist, dann steht das Wort "REGEL" nicht mehr da, sondern wird Normalität oder aber auch ein anerzogenes Verhalte. Vorleben ist ganz wichtig, aber auch darüber reden und Vereinbarungen treffen oder die Dinge hinterfragen. Da kann ich als Eltern auch mich in Frage stellen, bei einem Warum und dann neue Wege finden, mit den Kindern.

Wir haben Familienrat gehalten und die Beschlüsse auch probiert und gelebt. Ich erinnere mich, das meine drei Töchter eines Tages, da waren ich alleinerziehend, beschlossen, das sie es blöd finden würden, das sie immer Bescheid sagen mussten, wenn sie die Wohung verließen und noch blöder, zu sagen wo sie hin wollten und am allerblödesten, einen Zettel zu hinterlassen, wenn ich selbst mal nciht da war und so überstimmten sie mich halt und der Beschluß lautete, jeder darf kommen und gehen, wie er will. Meine Nachfrage ob das auch für mich gelten würde, (nur so zur Sicherheit) wurde natürlich bejaht und so war ich am nächsten Tag weg...... ohne Handy..... und kam nach zwei Stunden wieder, na da war aber was los..... volle Empörung und aufgelöste Kinder. :mrgreen: Sie wollten den Beschluß SOFORT wieder ändern und das ging dann auch nicht, Familienrat in zwei Wochen. :roll: Der erste und einzige Beschlußpunkt beim nächsten Familienrat? Dürft Ihr raten.... 8)

Für mich war immer wichtig, das sie Erfahrungen machen dürfen, altersgerecht und trotzdem, das sie Führung haben und Orientierung, aber solche Dinge wie Fernsehverbot, Klapse, Taschengeldentzug oder Hausarreste hab ich nie genutzt oder gebraucht. Als meine Jüngste neulich in Profil das Thema Erziehung hatte, hat sie steif und fest behauptet, sie wäre ohne Strafen groß geworden und es sei Unsinn, das man zur Erziehung von Kindern Strafen brauchen würde..... Ihre Lehrerin war ziemlich verblüfft und meinte, das gehe nicht....

Logische Folgen, wie ich dann nenne (etwas das auf Fehlverhalten jeglicher Art unweigerlich passiert - und das ich als Eltern auch herbei führen darf) werden nämlich angekündigt "wenn Du das tust, passiert folgendes " und das Kind hat die Wahl, zu tun was es mag - unter Erfahrung der Konsequenz eben. Das allerwichtigste dabei ist einfach, das die Kinder wissen, das man meint was man sagt.

Kennt auch jeder, das irgendein Elternteil bei Missfallen sagte "das nächste mal nehme ich Dich nicht mit!" oder noch besser im Auto auf der Autobahn "wenn Du das nicht sein lässt, musst Du nach Hause laufen....." was lernt mein Kind daraus? Das ich unzuverlässig bin - sonst nichts.

Aber logisch ist eben, wenn das Kind vergisst Brot zu kaufen, das eben die ganze Familie am Abend kein Brot hat und mault - und das es am nächsten Morgen vielleicht kein Schulbrot geben kann - oder das verloren gegangenes Turnzeug vom Taschengeld bezahlt werden muss (Teilweise je nach Alter) oder man es zum Geburtstag bekommt und nicht wie grad einem Bekannten passiert, der in einem Hort arbeitet, in dem das Kind seine Jacke auf dem Spielplatz vergessen hat und wo nun der Hort eine Anzeige von den Eltern bekommen hat - damit ja das Kind keine Verantwortung tragen muss. Solche Dinge erlebe ich immer öfter und ich finde das ziemlich schlimm.

Hausarbeiten hat es bei uns immer gegeben, schon als ganz kleine Mädchen haben sie mit mir die Spülmaschine ausgeräumt, begeistert jeden Teller einzeln zum Schrank getragen anstatt das wir Bauklötze stapelten. Einer deckt den Tisch, der andere räumt mit auf, wir haben sehr viel zusammen gemacht..... und ich sag dann auch "Danke, ohne Dich hätte ich das gar nicht so schnell geschafft." Anerkennung - und das Gefühl etwas zutun, was für alle ist, existenziell wichtig. Nach wie vor. Aber da helfen auch die richtigen Fragestellungen "gehst Du vor oder nach dem Essen mit den Hunden?" Lässt den Kindern die Wahl, aber eben nicht die zu sagen "gar nicht!" Kam nie vor....

Aber gut, ich glaub ja, alle die wir hier diskutieren haben ihren Weg gefunden, die meisten Kinder sind groß und alle sind gut geraten -- das ist doch das, was zählt. Auch meine Große geht ihren Weg, der ist nciht immer von mir geschätzt, aber so wie sie ihn geht, macht sie das gut und richtig. Das wir ab und an Probleme haben halte ich auch für durchaus normal, wenn auch für mich mitunter schwer auszuhalten.

Liebe Grüße aus einem sonnigen Schweden mit 20° und blauem Himmel
Ansa

_________________
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)


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