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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 13.05.2013, 00:50 
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Olympiareiftipper

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Beiträge: 955
Hallo Paul, ja sicher, Stephen King. Der Kleine in dem Film ist ja auch so um die vier. Also, ich warte gespannt auf die Geschichte ...

Und ja, allein über die Entscheidung, wie ich zum Ausdruck bringen kann, dass ich hier von allen ein Bild im Kopf habe, außer von Ansa - das wandelt sich ständig -, ohne dass es wie Krittelei rüberkommt, habe ich bestimmt zehn Minuten gebrütet. Wenn ich dann ausnahmweise zu solchen Floskeln greife, sind sie auch so gemeint. Ansa ist mir ein Rätsel.

Übrigens: Ganz herzlichen Glückwunsch zu der 0-Jährigen! Das ging hier so unter im Trubel.
LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 13.05.2013, 10:01 
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Zwischendurchtipper

Registriert: 26.04.2009, 02:46
Beiträge: 149
Hallo Trixie,

das ist schnell errzählt. Hat nichts mit Shining zu tun, doch meine Intention war dabei ähnlich wie die von dir geschilderte: etwas auf die Spitze treiben, damit das Kind etwas erkennt, in diesem Fall, daß "gefährliche Filme" noch nichts für kleine Kinder sind. Standardfrage meines Jüngeren (ich nenne ihn jetzt Paulchen) abends: "Schaust du dir heute noch einen gefährlichen Film an?" Und, wie gesagt, sie sehen kein regelmäßiges Fernsehen, selbst Sandmännchen ist jetzt auch wieder out, nur wenn sie erkältet sind, können sie sich während des Inhalierens einen Film auf Youtube ansehen. Paulchen sah eine Weile irgendwelche Dinofilme dabei und beschwerte sich, die wären ja gar nicht gefährlich, selbst die T-Rexe seien ja lieb. So ging das mit anderen Filmen auch. Er ist ein entsprechendes Kind, braucht Action, sowohl im täglichen Leben als auch in Filmen und Hörspielen. Da sah ich eines Tages, daß auf irgendeinem Privaten am Nachmittag Jurassic Park 3 lief. Kannte ich nicht, da werden wohl ein paar gefährliche Viecher gezeigt, dachte ich mir. Der Große war mit Freunden unterwegs, meine Frau auch außer Haus (die hätte das nieeee erlaubt), also los.

Die erste Dreiviertelstunde war Vorgeplänkel, das Paulchen langweilte, doch dann ging es los: Bruchlandung auf der Insel der Dinos, der erste geht aus dem Flieger und wird gleich martialisch von einem T-Rex zerfleddert und gefressen. Ich wollte ausmachen, doch Paulchen protestierte energisch. Also gut, mal sehen. So ging es weiter, die Mannschaft wurde dezimiert, bis die paar Überlebenden am Ende gerettet wurden. Als er aus war, meinte Paulchen, der Film wäre ja gar nicht so schlimm, die Dinos hätten ja nicht einmal alle Menschen gefressen, voll doof. Ansonsten war er normal und hat nichts, aber auch gar nichts von dem gezeigt, was ich eigentlich sehen wollte. Meine Frau war vielleicht begeistert, als sie davon erfuhr...

Drei Wochen später rief mich die Kindergärtnerin an, sie wolle mal mit mir reden. Ganz unverfänglich, ich ahnte nichts Böses, den Film hatten wir alle vergessen. Dachte ich. Doch sie eröffnete mir, Paulchen sei ja ohnehin schon ein Rüpel, nichts Dramatisches, noch im Rahmen, aber eben ein Rowdie, der sich gern körperlich messe. Seit drei Wochen jedoch übertriebe er es, indem er alle Kinder mit T-Rex-Drohgebärden erschrecke und sie auffressen wolle, ob sie mitspielen wollten oder nicht.

Ich muß immer noch lachen, wenn ich daran denke. Paulchen war gerade dabei, sich seinen lang erarbeiteten Status als zaghaft sozialer Spielkamerad wieder zu zerstören, weil ich mit ihm Jurassic Park gesehen habe. Toll! Ganz so super dramatisch sehe ich das auch nach wie vor nicht, es ließ sich wieder einrenken. Der Große hat sich schlapp gelacht ("Super, Papa, damit der kleine Schläger noch sieht, wie man es richtig macht") - und ich mußte erkennen, daß das Experiment (ich wollte ja, daß er Angst bekommt und nicht weiter sehen will) vollständig in die Hose ging.

Auf Youtube sieht er jetzt, wenn er inhalieren muß, "Albert sagt...". Da ist er selbst drauf gekommen durch Rumklicken nach einen Tom und Jerry. Hochkomplexe Umweltzusammenhänge, die ein Fabelvogel anhand dargestellter Beispiele auf sehr lustige Weise erklärt. Auch nichts für einen Vierjährigen. Aber er nimmt erstaunlich viel mit, liebt diesen Vogel und belehrt anschließend seine Umgebung, wenn die sich mal achtlos verhält.

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ja, Daß wir jetzt noch ein Mädchen bekommen haben, macht es wirklich perfekt für uns.

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 13.05.2013, 12:12 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Lustig, ich hab gerade mal auf youtube nach "Albert sagt" geschaut und landete prompt hier:
http://www.youtube.com/watch?v=nzZ9ycpYpT0
Soll keiner behaupten, der Thread sei gekapert.

Ja, wenn die lieben Kleinen im Kindergarten "mehr von zu Hause" erzählen ... Unserer fuhr total auf Udo Lindenberg ab. Wir waren da ganz arglos, waren für die Beschaffung der Platten und die Produktion von Kassetten zuständig. Na ja, um's kurz zu machen: Der Song "Benedictum Benedactum" breitete sich - ausgehend von wem wohl - im Kindergarten aus wie Masern. Gut, dass es ein städtischer Kindergarten war. Aber es gab Anfragen von Eltern, was die Kinder denn dort für Zeug lernten.

Solche Geschichten, auf die man in dem Moment gerne verzichtet hätte, erweisen sich am Ende als der Stoff, der ein Leben ausmacht. Sie werden noch den Enkeln erzählt und immer mal wieder bei Familientreffen zum Besten gegeben. Würde man das alles pädagogisch wertvoll verhindern, wäre der Schaden unermesslich. LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 13.05.2013, 20:08 
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Championtipper
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Moin,

wer sagt denn, das solche Dinge pädagogisch wertvoll zu verhindern wären oder aber, nicht pädagogisch wertvoll wären? Genau das macht doch das Leben aus?

Mein Mittelchen ging einmal in den KiGa mit bunten Socken, links grün, rechts rot, sagt die Erziehrein zu ihr "na Du hast aber komische Socken an, die passen ja gar nicht zueinander." Sagt mein Kind "Ja komisch und soll ich Dir was lustiges sagen? Zuhause hab ich noch genauso ein Paar." Ich hab so gefeiert und drei Tage später trugen alle Kinder bunte Socken.....

Unsere Erzieherein hat den Kinder sogar gezeigt, wie man, durch drauf treten, Walnüsse knacken kann, die liegen hier mitunter auf der Straße im Herbst. Die wenigsten Eltern waren begeistert :mrgreen: aber ich bin sicher, die Kinder hatten Spaß daran.

Aber die allerschönsten, oder peinlichsten Dinge sagen Kinder ja sowieso immer, wenn es rings um ganz leise ist. Meine Jüngste und ich in der, ziemlich leeren, Straßenbahn. Steigt ein Punk ein, so ein Hardcore, die man eigentlich kaum noch sieht. Fragt mein Kind "Mama? Warum machen sich manche Leute so hässlich?" :shock: Die Leuts ringsum wurden schon ganz blass - ich hab nur gesagt "weil sie sich selbst schön finden....." Der Punk hat gegrinst und mit ihr ein Gespräch begonnen und sie sagte dann "Du bist ja richtig nett?!" Und durfte dann mal seinen Iro anfassen.... und er hat ihr vom Punk sein erzählt, Kindgerecht. Man kann so viele Überraschungen erleben, wenn man sich darauf einlässt.

Verbote ansich (auch bei Schimpfwörtern) nutzen ja nichts, je mehr Verbot, desto spannender. Ich hab das damals sehr schnell vom Tisch gehabt und ich glaube, alle Kinder kommen aus dem KiGa (wenn sie es nicht zu Hause lernen) mit Schimpfwörtern..... das gehört einfach dazu. Verboten hab ich es nie, aber ich hab "überraschend" reagiert und das hat nachhaltig geholfen. Notfalls mit der Methode, "okay, magst Du, das wir so miteinander reden?" Die hilft immer, denn sie mögen nicht....

Klappt übrigens auch in der sozialen Arbeit, wir hatten da so einen Hardcorebeschimpfer, dem man so bei gekommen ist. "Okay, reden wir so miteinander, alter Ficker..... find ich zwar böd, aber wenn Du das cool findest, kannste haben, alte Sau." Sie finden das allerlängstens einen halben Tag cool und dann zittert die Unterlippe - DAS ist der Moment zum Einlenken und zum Gespräch suchen. Man nennt das Paradoxe Intervention - sehr spannend und sehr hilfreich - aber nur und ausschließlich, wenn man dabei sehr ernst ist und unbedingt sachlich, wer das nicht kann, soll es lassen.

Und bei kleinen Dingen hilft es auch zu Hause. Und ja, Erklärungen oder die schlichte Wahrheit "ich mache mir Sorgen um Dich, wenn Du das Haus verlässt" reichen aus. Man muss nicht den Zeigefinger heben und schimpfen oder ein Verbot aussprechen. Wozu auch? Aber ich denk ja auch, wir reden hier über die übergeordneten Begriffe oder Zusammenhänge, nicht über Details?

Oder eben auch die Wahl lassen, die aber angeleitet; das hat immer geholfen, denn jeder hat gern eine Wahl.... ich hab Sanktionen immer angekündigt, sie kamen nie Unvorhergesehen und meine Mädchen hatten die Wahl für Handlung und Folge. Später, als sie älter waren, habe ich sie einbezogen und gefragt "Was soll ich nun tun, hilf mir, Du hast doch bestimmt eine Idee?" Und in den meisten Fällen war es so, das sie ernsthaft bemüht waren und eine Idee hatten, die war zwar nicht immer meine - aber annehmbar und so hatten alle ein gutes Gefühl, auch bei Grenzüberschreitungen. Und alle haben miteinander lernen dürfen.

Wenn ich manchmal Eltern mit kleinen Kindern sehe, was da mitunter los ist - der Enkelsohn meiner Freundin etwa, er ist zwei dreiviertel und hat gelernt, wenn er weint, das die Tränen spritzen, dann machen Mama und Papa alles was er will - dolle Nummer - etwa wenn es ums Zimmer aufräumen geht, er hört aufräumen, bricht in Tränen aus und Papa fängt schon mal an. Oma steht da und weiß nicht weiter, sag ich "Sag ihm, wenn er fertig ist mit weinen, könne er ja aufräumen....." und dann geh einfach raus. Einmal ausprobiert - und er räumt bei Oma auf, bis Mama oder Papa rein kommen, da beginnt er stehenden Fußes zu weinen, aus dem Effeff. Perfect trainiert die Eltern. :dance: Die sind ganz schön pfiffig - die Kleinen.

Oder all diese Kämpfe ums Essen -meine Güte - wenn ich allein den Freund meiner Tochter sehe - auweia.... dies nicht und das nicht und bitte kein Fleisch und keine grünes Gemüse und ne, ich esse kein Geflügel und überhaupt.... Boaaah, ich krieg bei dem echt die Motten, aber nen Maggigericht aus der Tüte (das es bei mir nicht gibt, weil ich kochen kann) da steht er und sabbert "wiiiiiieee lecker....." oder eine andere Freundin, "ich kann nicht mit meinen Kindern essen gehen, der eine mag kein Hähnchen, der andere keine Pommes und die Jüngste keinen Reis......" Tja, echt mal ein Problem.

Und nun noch einer zum Lachen. Meine Freundin hatte Geburtstag, ihr Liebster führte sie und die dreijährige Tochter zum Essen aus, zum Lieblingsitaliener. Mitten während des Essens musste Töchterchen auf Toilette und Papa sagte fürsorglich "genieß Dein Essen Liebes, ich geh mit ihr." Die beiden schwirrten ab, waren eine Weile weg und kamen wieder. Töchterchen ganz still..... und, ihr wisst, in so einem Moment ist es immer ganz still...... holt sie tief Luft, stemmt die Arme in die Seite und sagt vorwurfsvoll "Mama! Stell Dir vor, der Papa - der Papa hat ins Waschbecken gepinkelt!" Den Kellner fiel der Teller aus der Hand, die Dame am Nebentisch prustete ihren Rotwein über den Tisch und meine Freundin verlor schlagartig den Apetit. Die Maus hatte noch nie ein Pissoir gesehen..... so kann`s kommen. :mrgreen:

Ansa

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Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 12:33 
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Championtipper
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oder die Tochter des Bruders meines Liebsten, sie lässt sich grad umwandeln zum Mann - das gab hier so einen Knall, als ich sagte, er kommt dann an Weihnachten zu uns, das ich dachte, die Welt geht unter...... und ernsthaft Angst vor dem Zusammentreffen habe - aber ich lasse mir, auch von meine, Kind nicht vorschreiben, wen ich als Gast willkommen heiße oder wen nicht!


Du siehst es so, dass im Zweifel sie den Kürzeren gegen das Prinzip zieht. Sie sieht es so, dass im Zweifel sie den Kürzeren gegen die "Transe" zieht. So erzeugst du Eifersucht und Hass auf Transen, nicht das, was du eigentlich willst. Ich werf dir gar nichts vor, ich will dir nur was plastisch vor Augen führen. :hammer:

Vielleicht schiebst du das doch rüber in den Thread zu deiner Tochter :-)
LG, Trixie


OMG Trixie,

Da vermischt Du aber Welten.....

Das irritiert mich dann doch. Nein, Jo ist keine Transe, die spielen ja bewusst mit ihrer Rolle und stellen beides dar, Jo fühlte sich in seinem weiblichen Körper immer unwohl, so wie "falsch geboren" und lebt nun, nach der Umwandlung als Mann weiter, unspekatulär und unauffällig. Ganzheitlich, ohne bunte Klamotten oder das, was Transen so ausmacht. In vielen Jahren wird kaum mehr einer wissen, das er mal ein Mädchen war.

Mein Kind zieht seine Grenzen - das ist okay und das ist gut und richtig so - aber die zieht sie in ihrem Leben und für sich. Die zieht sie nicht in meinem. Ich würde niemals auf die Idee kommen, Jo mit zu ihr zu nehmen oder erwarten, das sie ihn einlädt und bewirtet.

Es ist dann ihre Entscheidung ihm in meinem Haus aus dem Weg zu gehen.... kann sie tun, werde ich ihr auch nicht nachtragen, aber - Jo - ist Familie! Kein Irgendwer, den ich von der Strasse gesammelt hab, da gibt`s schon noch Unterschiede. Er ist mein Neffe - ich kann seine Erklärungen nachvollziehen, ich weiß genug übe sein Leben, um zu repektieren, das er eine Entscheidung getroffen hat und dazu steht. Er wird helfen, beim Umzug, beim Ausbauen - und dazu gehören.... er ist doch kein anderer Mensch, nur weil er so eine Entscheidung getroffen hat. Ich bin nicht Gott und richte darüber.

Sie entscheidet in ihrer Wohnung, ich in meiner. Welche Grenzen ständen denn zur Debatte, würde ich sagen "Also, Jo, tut mir sehr leid, alle kommen Heiligabend zu uns, nur Du musst leider draußen bleiben, weil mein Kind sonst nen Herzkasper bekommt.... und mit Menschen wie Dir nicht umgehen kann?" Soll ich meine Werte meiner Tochter unterordnen? Und allen anderen vorleben, das ich das was ich sage, ja gar nicht so meine?

Mein Kind hat entschieden das sie solche Leute blöd findet, Satan anheim gefallen, Gottesveräter - das darf sie gern tun und für richtig halten, deshalb wird es nicht zu meiner Meinung und sie darf das leben - auch wenn das heißt, das sie geht oder an Heiligabend nicht kommt. Das würde mich verletzen, mir weh tun und ich würde mich damit nicht gut fühlen, aber ich würde ihre Entscheidung respektieren.

Mein Kind ist mit Frank und seinen Freunden aufgewachsen, sie kennt viele von ihnen gut, Frank war immer da.... er war Vertrauter, Freund und hat auf sie aufgepasst und alle bekocht, wenn ich mal ausfiel. Nur weil sie entschieden hat, Schwule sind nicht gottgefällig werde ich doch nicht den Menschen vor die Tür setzen, der in meinem ganzen Leben immer für mich da war? Sie kann das tun und sie tut es.... als er geheiratet hat, hat sie ihm nicht Glück gewünscht, als sein Liebster starb, hat sie nicht kondoliert, sie geht einfach schweigend darüber hinweg - ist nicht Gottgefällig - was haben wir hier gezankt, sie und ich. Sie richtet und das steht ihr nicht zu. Ich liebe sie, aber ihr Verhalten nicht.

Hass ist ein starkes Wort und das Leben ist nicht immer fair, wenn sie ihn hasst, weil ich ihm gewogen bin - ist auch das ihre Entscheidung, bewusst gefällt - es gibt für sie kein Verstehen oder kein Miteinander. Sie will nicht.... und ich glaube nicht, das ich irgendetwas dagegen tun könnte.

Was würde sie denn lernen, setzte ich ihn vor die Tür? Ich kann mein Leben nicht nach meiner Tochter ausrichten, will ich auch nicht, meine anderen Töchter sehen das auch anders.... feiere ich, um ihnen zu gefallen jetzt 3 Heiligabende? Geht`s noch? Sie wäre zufrieden und mir wäre schlecht.

Es ist eine Dilemmasituation, es gibt keine Lösung, kann keine geben, die allen gefällt und die allen gerecht wird und meine Entscheidung ist die, das ich mich so entscheide, wie ich mich mit der Lösung am wohlsten fühle, das dürfen alle anderen auch tun.

Ich kann meinen Standpunkt nicht wechseln wie ein Hemd, ich hab in meinem Leben alles verloren, alles was mir je wichtig war, aber meine Werte hab ich behalten, denn sie sind das einzige was ich nie wieder finde, wenn ich sie verrate.... in diesem Fall geht es um mich.

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 14:10 
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Olympiareiftipper

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Transe steht for transsexuell. Das andere sind die Drag Queens. Aber ist ja auch wurscht. Wäre der Neffe eine Drag Queen, würdest du ihn doch auch einladen, oder?

Gefühl steht vor Intellekt. Das heißt, wir fühlen erst etwas und finden dann rationale Rechtfertigungsgründe. Das heißt, deine Tochter hat nicht in ihrer Gruppe gelernt, so zu fühlen, sondern sie hat sich der Gruppe angeschlossen, weil sie dort Rechtfertigungsgründe für ein Gefühl findet, das sie schon vorher hatte. Und ich sag, das Gefühl war Eifersucht. Zumindest eines.

Zitat:
er kommt dann an Weihnachten zu uns
ist keine Kommunikation, die dem Gegenüber die Chance gibt, die Entscheidung mitzutragen. Im Gegenteil unterstellt sie schon die Notwendigkeit zum Zwang. Und da meine Entscheidung ja "gut" ist, suggeriert sie, der andere sei "schlecht".

Bestimmt kennst du das Gefühl auch aus der Kindheit: "Sag Danke!" "Entschuldige dich!" Kennen wir doch alle.

LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 14:43 
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Championtipper
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Moin,

ja, weil sie nicht das Mitspracherecht hat, wer in meinem/unserem (gehört ja auch dem Liebsten) Haus ein- und ausgeht. das behalte ich mir als Elternteil einfach vor. Da frag ich nicht mein Kind, das - ist für mich auch wichtig - nicht in diesem Haus lebt, sondern auch nur auf Besuch weilen wird, um Erlaubnis.

Ne, ich glaub Du täuscht Dich, es sieht sehr nach Eifersucht aus, ja stimmt. Aber - sie ist ja Aspergerin und die mögen keine Veränderungen, sie sind einfach sehr eng geprägt auf Familie und ihre Vorstellungen. es ist da egal, wer an Weihnachten kommt, wenn sie damit nicht gerechnet hat, legt sie auch nen Tobsuchtsanfall hin, wenn meine Freundin (die heute ihre ist :wink: ) kommt. Nur weil ich vergessen hab, es ihr zu sagen und sie vergessen hat, zu fragen, ob noch jemand kommt. Sie hat manchmal sehr eigene Vorstellungen und stellt die nicht zur Debatte sondern ist völlig fertig, wenn die nicht der Realität entsprechen.

Sie legt ja soagr Tobsuchtsanfälle hin, wenn ich nur die Tischordnung ändere - sprich, sie einfach mal umsetze. Das kündige ich mittlerweile morgens an wenn es abends passiert und sie wohnt schon zwei Jahre nicht mehr bei uns. Trotzdem ist DIESER Platz ihrer bis in alle Ewigkeit.

Und, Asperger leben in einer schwarz-weißen Welt, richtig oder falsch, alle Farben von grau und ihren persönlichen Motiven gibt`s nicht. Abtreibung - gutes Beispiel, ist immer falsch, egal aus welchen Gründen man es befürworten könnte - es gibt keine. Dazu kommt dann ihre Kirche, die einfach in ihrer schwarz-weißen Sicht ihrem Naturell entspricht. Viele Apserger wenden sich solchen Gemeinschaften zu, damit steh ich nicht mal allein da. Diese dogmatischen Regeln entsprechen einfach ihrem Wesen, sie muss nicht überlegen, Kompromisse machen, sie stellt sich hin und sagt "falsch!" und falsch ist alles, was nicht gottgefällig ist.

Die Entscheidungen der Kindheit musste ich tragen, sie hat die Wahl..... lass mal, Entschuldigungen sind ein schmerzliches Thema für sich. Grad bei ihr.

Sie ist mir wichtig und ich liebe sie, das zeige ich in sehr vielen Dingen - wenn sie mit 22 nicht verstanden hat, wie sehr wir sie lieben und wie wichtig sie uns ist, dann werden wir das nicht mehr ändern können. Keine emotionalen Spielchen, die hat es hier nie gegeben und "selbstverständlich lade ich Jo nicht ein, damit Du Dich bei uns zuhause fühlen kannst," sind nichts anderes.

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 16:36 
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Olympiareiftipper

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Wie sind wir überhaupt von Kates Thread hierher gekommen? Das übergeordnete Thema lautet "Impulskontrolle". Es erfordert Anstrengung, seine Triebe zugunsten höherer Güter zu unterdrücken. Hast du auch etwa bei einer Magersüchtigen. Die entspricht vom Anstrengungspegel in etwa der Nonne. Bulimiker sind eher die Rückgängigmacher: dem Trieb nachgeben und dann "abtreiben". Und dann gibt's noch die stolzen Dicken, die Triebunterdrückung für Kokolores halten "ich leb nur einmal" - was in etwa dem entspräche, der jeder sexuellen Versuchung nachgibt und das zum Credo erhebt.

Deine Tochter ist 22 und hat bis jetzt - in einem Alter, wo man vor Hormonen nur so trieft - eisern durchgehalten. Immer noch Jungfrau, nehme ich an. Du sagst, sie sei bildschön. Abstinent aus Mangel an Gelegenheit wird sie da kaum sein. Bekommt sie für ihre unglaubliche Stärke auch mal Anerkennung? Oder bekommen die immer nur die aus ihrer Sicht Schwachen?

Asperger hin oder her.

Es geht nicht um "Erlaubnis", es geht um die Chance, eine Entscheidung mitzutragen statt sie aufgedrückt zu bekommen. Tochter ist Tochter, Neffe ist entferntere Verwandtschaft. Was willst du deinem Neffen denn erzählen, wenn er Weihnachten fragt, wo deine Tochter steckt?

LG, Trixie


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 17:28 
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Championtipper
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Hallo Trixie,

wir reden hier ja immer nur über die Probleme, aber ja, sie bekommt Anerkennung, für all das was sie leistet.... sie gibt sich unendlich viel Mühe, diese Zeit (die wir ihr ja finanzieren, Papa und wir) auch damit zu füllen, gute Noten zu schreiben, sie ist fleissig.... auch wenn mir eine 1 in Bibelkenntnis mal nichts bringt, ihr ist es wichtig und sie tut etwas dafür, das erkennen wir an. Der Liebste begleitet sie auch zu ihrem Abschlußgottesdienst, weil sie ihm wichtig ist.

Wir sind sogar ganz mutig und sie wird Anfang Juni bei uns einziehen...... weil sie sich an der Uni bewerben wird und wenn sie eine Zusage bekommt (wovon wir ausgehen) will sie sich in OL eine WG suchen, eine WG, weil sie sagt "es tut mir nicht gut allein zu leben, da übe ich keine soziale Kommunikation" und auch dafür gibt`s "ich bin sehr stolz auf Dich und finde das sehr mutig, diesen Weg zu gehen, Respekt!"

Na, mir wär`s lieber, sie wäre keine Jungfrau mehr, aber gut, in ihrer Gemeinschaft sind auch die jungen Männer Jungmänner (jedenfalls sollen sie es sein) und dann miteinander die Liebe zu entdecken, das kann sehr schön werden - und ist ein Bereich, der mich ja schon nichts mehr angeht. :wink: Sie ist schlicht Abstinent weil sie nicht will, während es den anderen Mädels schon schwer fiel, den Jungs nicht hinerher zu sehen (Beziehungsanbahnungen sind in der Schule verboten) hat sie vermutlich nich mal mitbekommen, falls ihr jemand zugewzinkert haben sollte. Verboten - Dogma - da wird nicht mal drüber nachgedacht.

Solange wir nicht über Glauben reden oder der uns in irgendwelchen Situationen unerwartet auf die Füße fällt haben wir ein liebevolles schönes Verhältnis miteinander,doch doch :mrgreen: und wenn es uns gelingt, bestimmte Themen zu umgehen ist es harmonisch und das kann durchaus einige Tage andauern. Sie ist ne Süße und sie steht mir nah, es gibt auch solche Dinge wie 10 Tage Schweden, nur wir zwei... und die waren schön. Aber auch hier Asperger, der Liebste, der uns hochfuhr bekam zwei Tage Urlaub und kam uns eher abholen, jede meiner Töchter hätte sich darüber gefreut - sie war stinksauer..... wenn wir ihr ein Geburtstagsshopping schenken, dann darf ich auch nicht mitkommen, weil sie diesen Tag mit dem Liebsten allein haben will - sie bekommt schon ihre Freiräume und Wünsche, solang es geht. Und wenn ich stinksauer schreib, dann klingt ds etwa so "Was willst Du denn hier, ich dachte Du hast zu arbeiten!" In einem Ton, den wir nur annehmen können, weil wir wissen, das sie Aspie ist..... die anderen Mädels wären ihm ansatzlos um den Hals gefallen und hätten sich einfach nur gefreut.

Aber glaub mal, es gibt auch viele schöne Augenblicke und Tage, die unbelastet sind und die einen hohen Stellenwert für uns alle haben, sei es, das der Liebste mit ihr Motorrad fährt oder wir zusammen ins Mutter/Tochter Kino gehen. In vielen Momenten ist unsere Welt in Ordnung.

Schau, als meine Tochter konfirmiert werden sollte, hat ihre Oma ihr gesagt, sie solle bei sich feiern, Mama und Deine Patin (meine Cousine) können ja mit Dir Mittag essen, aber feiern können wir dann bei uns - alle zusammen. Sie quälte sich entsetzlich damit und ich war stinksauer, weil ich natürlich erst nebenbei von dieser Idee erfuhr. Das war die Zeit, in der der Liebste und ich zusammen zogen, plötzlich neue Verwandte auftauchten, "neue" Großeltern (zumindest wollten sie meinen Kinder von Herzen gern welche werden), eine Nichte meines Liebsten, die alle meine Kinder ins Herz schlossen, mein Freund Frank und sein Partner, damals war sie ja noch eine Wald- und Wiesenchristin wie wir alle - und nachdem sie mit vielen darüber gesprochen hat, was sie denn nur bloss tun solle, haben wir zusammen gesessen und überlegt, dass das im Grund einfach ist, zu uns - werden alle eingeladen, von Herzen gern, auch Oma und Opa, auch Papa und all seien Geschwister und die neue Familie und ihre Freunde - so hat sie hier gefeiert, alle sind gekommen,alle außer Oma und Opa und Papa - aber die sind freiwillig weg geblieben, während auf Omas Feier alle anderen hätten wegbleiben müssen.

In dem Fall meines Neffen wäre die Situation die Gleiche..... ich geh übrigens davon aus, das sie kommt, jetzt ist sie erst mal voll dagegen, gestresst.... sie kennt Jo nicht, sie wird ihm beim Umzug, bei Streichen wo auch immer über den Weg laufen und erst mal nicht wissen, wer er ist. Sie wird ihm sicher nicht ins Gesicht springen und ihm die Augen auskratzen. Sie wird auch, darum hab ich sie gebeten, mit ihrer Tutorin über die Situation sprechen und dort aufgefangen werden. Und ich werde sie nicht nebeneinander setzen, so dass sie ihm im Grunde außer Guten Tag und fröhliche Weihnachten nichts sagen muss.

Wenn ich für sie meinen Neffen (der nebenan wohnen wird) auslade - nur mal so als Gedankenspiel, dann kommt die nächste und sagt "ich will aber nicht hier sein, wenn Deine Freundin Berta kommt, die mag ich nicht" und die dritte hat auch irgendwen, den sie nicht so gern hat und dann kommt irgendwann die Bitte, das Frank nicht mehr kommen soll - derweil er Gottlos ist - das wäre der Anfang vom Ende meiner Werte und Entscheidungen. Es geht ganz einfach nicht. Wenn sie eines Tages heiratet und Frank nicht einlädt - das respektieren wir alle, auch wenn wir es nicht schätzen und es mich und ihn verletzen wird. Aber das liegt dann in ihrer Verantwortung. Und, alle drei könnten mir vorwerfen das meine Toleranz nur schönes Gerede ist, weil ich sie bei der ersten Gelegenheit über den Haufen werfe und nicht lebe.

Entscheidungen sind in einem bestimmten Kontext zu treffen, und den legt derjenige fest, der das - klingt das vielleicht doof - Hausrecht hat. Es wird Zeiten geben, in denen sie es haben wird.

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 15.05.2014, 21:08 
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Olympiareiftipper

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Zitat:
Und, alle drei könnten mir vorwerfen das meine Toleranz nur schönes Gerede ist, weil ich sie bei der ersten Gelegenheit über den Haufen werfe und nicht lebe.

Also, das ist jetzt wirklich Quatsch, Ansa. Wir alle scheitern hin und wieder am Ideal. Immer noch besser, als gar keins zu haben.

Der Fleiß, die Noten ... eleganter Versuch. :D Du glaubst also tatsächlich, bei deiner Tochter gebe es gar keine Triebe und somit auch nichts zu unterdrücken? Und somit auch nichts, was Anerkennung verdient?

Und zu guter Letzt: Wieso weiß sie von Jo, den sie gar nicht kennt, dieses eine Detail, welches für sie völlig irrelevant ist? Von Tante Frieda weiß sie doch auch keine Details aus der Unterhose. Klar, es ist normal, dass Identität hauptsächlich über Normabweichung hergestellt wird. Aber das heißt noch lange nicht, dass man darauf reduziert ist. Womit wir wieder bei den Labels sind, die Pamina beschrieben hatte und die wir anderen und viele leider auch sich selbst auf die Stirn klatschen. Jo ist transsexuell. Also spricht er transsexuell, isst transsexuell und fährt transsexuell Ski. Und eure Wände werden in transsexuellen Farben erstrahlen. Oder wie jetzt?

Lustge Gedanken zum Abend :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 16.05.2014, 06:35 
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Championtipper
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Moin Trixie,

ob meine Tochter mit 22 Triebe hat - mal ehrlich, das ist ein Thema, das nicht meines ist. Ihre Sexualität ist mit 22 wohl ausserhalb jeglichen Wissens von mir. Muss ich nicht, will ich auch nicht. Sie hat noch nicht draüber gesprochen, das sie etwas vermisst. Aspies sind da aber ganz anders als Du und ich, ehrlich. Ich höre noch einen, sehr betroffenen Aspie, auf dem Vortrag den hielt. "also meine sexuelle Orientierung, ich hab noch nir darüber nachgedacht, ich wollte Kinder, das war mir klar und zu Kindern brauchte ich eine Frau, also hab ich eine gesucht und getestet und geheiratet." Seine Frau stand lächelnd daneben. Es ging ein Raunen durchs Publikum und meine Tochter drehte sich fröhlich zu mir und sagte "find ich total logisch!" :shock: Nö - nie nicht im Traum wäre ich auf so eine Aussage gekommen, never....

Bei uns in der Familie ist Anerkennung - auch für Kleinigkeiten - Alltag, darüber reden wir weit öfter als über Dinge die schief gelaufen sind. Das ist nur schwer zu erklären.... es gibt auch immer noch ein Danke für manche Hilfe (auch für imGrunde selbstverständliche Dinge) oder ne kleine Überraschung vom Einkaufen. Was gut läuft wird wahr genommen. Hab ich schon immer so gemacht, ist Individualpsychologie, kein Aufhebens um Schwächen machen, sondern das Gute wahr nehmen, das stärkt ungemein.

Sie kennt Jo von einigen Familientreffen aus der Zeit, in der meine Schwiemu noch lebte - so am Rande, ein sehr zurück gezogenes schüchternes Ding, das außer "Hallo" nichts sagte und zwischen 30-40 Leuts auch nicht auffiel. Sie weiß halt, das es ihn gibt und natürlich sprechen wir daheim über Dinge die uns bewegen. Und das hat uns schon bewegt. Und als ich erwähnte, Jo kommt dann zu uns, fragte sie zurück "Michaels Tochter" und ich sagte "naja,eher sein Sohn!" Und da wars dann aus. Über manche Dinge, grade eine Identitätsumwandlung spricht man ja innerhalb einer Familie eben doch. Ist ja auch nicht zu übersehen.

Zitat:
Jo ist transsexuell. Also spricht er transsexuell, isst transsexuell und fährt transsexuell Ski. Und eure Wände werden in transsexuellen Farben erstrahlen. Oder wie jetzt?


Das ist mir sowas von doof - da fällt mir gar nichts zu ein. Wir haben über ein bestimmtes Detail gesprochen und nicht über die Person Jo, ich hab versucht meinem Kind zu erklären, das sie bitte den Menschen sehen soll, der wäre nämlich wirklich nett - aber während das für mich eine Rolle spielt, will sie das nicht. Alles weitere wird sich finden. Und Jos sexuelle Orientierung ist mir auch schnuppe, das ist Privatkram.... Da interessiert es mich mehr, wie sein Vater damit klar kommt und die beiden haben einen Weg gefunden. So what.

Ich hab da kein Label dran. Blödsinn

Ansa

P.S. und meine Mädchen sind aufgeklärt, wir haben über alles gesprochen was es da zu besprechen gibt, je nach Wunsch der betreffenden Tocher auch sehr intim.... aber wie sie das dann für sich gestalten muss ich nicht wissen. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 16.05.2014, 11:38 
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Olympiareiftipper

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Ich vergleich das mal mit einem Allergiker.

Sie sagt, sie will "normal" behandelt werden und auch in eine WG ziehen (Desensibilisierung). Du kriegst langsam aber sicher die Motten, weil das Desensibilisierungsprogramm einfach nicht anschlägt und sie zudem den Rest ihrer Zeit jetzt auch noch unter einem Sauerstoffzelt verbringt (Totalvermeidung) und immer sensibler wird. Du fühlst dich als behandelnder Allergologe total verarscht.

Kann man das in etwa so zusammenfassen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 16.05.2014, 12:04 
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Championtipper
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Nein, ich fühle mich nicht verraten oder verkauft, sondern einfach total hilflos - weil ich ihre Aussetzer nicht vorher sagen kann und sich mir einfach voll aus der Kalten erwischen - vielleicht sind wir hier alle ein wenig Harmoniesüchtig, die lange stressige Zeit mit meinem Ex und seinen Grillen hat schon ihre Spuren hinterlassen und wir haben alle ein sehr großes Bedürfnis nach Ruhe und Frieden.

Ich weiß, das sie immer in ihrem Leben solche Ausraster haben wird, die nach dem Gekreische nicht vorbei sind, danach folgt ein mehr oder weniger langer Rückzug von ihr, sie schämt sich dann ob ihres Verhaltens und macht sich sehr runter - auch mein "sowas passiert, kein Grund den Kopf hängen zu lassen" verpufft dann, weil sie sich abverlangt "DAS hat nicht zu passieren" - völlige Überforderung..... aber eine eigene Überforderung, keine, die wir von außen an sie heran tragen. Und dann, anschließend, wenn sie wieder auftaucht, wird darüber kein Wort mehr geredet - das will sie nicht, never und wenn man es versucht - für einen selbst sind die Dinge nicht so einfach weg zu stecken - geht das ganze gleich wieder hoch.

Also versucht man in Folge, solche brisanten Themen lieber zu meiden...... auch, weil man sie weder ausdiskutieren kann noch zu etwas wie Verständnis kommen kann, denn das hieße, sich ihrer Meinung anschließen. Das muss nicht Jo sein, das kann auch so etwas sein wie die Überschrift in unserer HAZ "sommerlich bekleidetes Mädchen sexuell belästigt" da muss nur eine andere Tochter sagen "Saukerl, kann der sich nicht beherrschen" und sie darauf "selbst schuld, hätte sie sich anständig angezogen wäre das nicht passiert!" Und ihre Schwester, der das in hochgeschlossenem Fleecepulli passiert ist, dreht voll durch...... sommerlich heißt ja nicht unangezogen.... das nur nebenbei.

Und dann beginnt man auf seine Worte zu achten, auf seine Themen, man ist nicht mehr unbefangen und redet unüberlegt vor sich hin, das ist unsere Lernaufgabe, miteinander einen Weg zu finden. Wir allen, nicht nur wir als Eltern sondern auch ihre Schwestern..... denen das nicht leicht fällt.

Das hat auch etwas mit mir zu tun, ich hasse es angeschrieen zu werden, da setzen sich Muster aus meiner eigenen Kindheit frei und ich würde am allerliebsten drauf hauen - ich kann mich zum Glück beherrschen, aber..... schwerlich. Kostet viel Kraft. Ich hasse Schreien überhaupt - säße sie da und würde sagen "find ich scheiße, das Jo das gemacht hat, der ist des Teufels......." würd ich vermutlich sagen "Kannst ja so denken - und auch mit ihm diskutieren." So wie damals bei Frank "Du darfst die Homoehe Sch.... finden, ist okay - aber dem Menschen - dem könntest Du ja wohl doch Glück wünschen." Das kann man besprechen, find ich.

So herum wird das die richtige Richtung. Abgesehen davon, das ich ihre Ansichten nicht teile - aber das muss ich auch nicht, das sag ich auch und da bleib ich bei. Ihre Meinung ist okay, die Art sie als Alleinheilige Wahrheit zu fordern - nicht. Das ist der Unterschied, bei meinen Freunden finden wir eine Ebene des Verstehens, bei ihr nicht - das ist unglaublich schwer.

Und, wir lernen miteinander uns auszuhalten, solche Ausraster wird es immer geben, noch hat sich niemand von uns darauf eingestellt - vielleicht wird das nie passieren, ich weiß es nicht. Aber irgendwie werden wir einen Umgang damit finden müssen, nur leicht - ist das nicht. Leichter wird es vielleicht, wenn wir näher zusammen rücken - also uns nicht nur alle paar Wochen mal sehen? Aber auch das ist nur eine Vermutung.

Und, um es ins Verhältnis zu setzen, sie ist 10 Tage hier, 7 davon sind sehr harmonisch und wir verstehen uns prima, am 8. Tag rastet sie aus (wenn wir Glück haben, eher später als früher), den 9. ward sie nicht gesehen - am 10. kommt sie und verhält sich, als hätte es den 8. Tag nicht gegeben. Wir hatten auch 10 Tage ohne Ausraster.

Ich "behandle" sie auch nicht, ich bin nur ihre Mum.... und wir ihre Familie.... aber aneinander lernen wir.

Ansa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 16.05.2014, 13:15 
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Olympiareiftipper

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Ja ja, niemand wird wohl gerne angeschrien. Ich hab den Vergleich mit einer körperlichen Erkrankung gewählt, weil es dann viel leichter fällt, "Symptome" nicht persönlich zu nehmen. Rumschreien wäre dann vergleichbar mit einem Asthmaanfall. Da gibt's dann halt verschiedene Arten der Behandlung: Desensibilisierung oder Vermeidung. Das Allergen bzw. die Allergene zu identifizieren, ist jedenfalls schon mal gut, egal, für welche Behandlung sie sich entscheidet. Da fährt sie ja im Moment zweigleisig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Tochter.........
BeitragVerfasst: 16.05.2014, 18:14 
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Championtipper
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Ach Trixie.... wenn Du mich darauf bringen wolltest, dass das alles nicht so schlimm ist, sondern hauptsächlich ein Umgang mit den Symptomen einer speziellen emotionalen Behinderung sind - ich bin auch nur ein Mensch und hier daheim in erster Linie einfach Mutter - ich schaff bestimmt vieles, aber nicht alles.... ist Tagesformabhängig.

Und natürlich ist das ein laufender Prozess, manches ist zu Beginn schwerer als es das dann im Laufe der Entwicklung werden wird, man gewöhnt sich an vieles. Ich werde versuchen, sobald sie schreit - jegliche Gespräche abzubrechen. Mach ich ja jetzt schon, ich geh dann raus, aber es brodelt natürlich trotzdem.

Ansa

P.S. In ihrem christlichen Umfeld ist eines jedefalls anders als bei uns, man rastet aus, entschuldigt sich - und da Vergebung und Verzeihen übergroß geschrieben sind, war es das dann... zu Hause geht es oft um Klärung und eine Entschuldigung, die keine Klärung beinhaltet ist schwer weg zu stecken. Zumal hier zu Hause auch ihre Entschuldigungen eher nicht von Einsicht geprägt sind sondern, wie sie selbst sagt "ich entschuldige mich, weil das den Erwartungen entspricht, aber es tut mir nicht leid!" Na, dann....

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