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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 00:11 
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Jahrhundertposter
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Registriert: 21.03.2009, 18:06
Beiträge: 4357
Guten Abend, Ihr Lieben!
Ich melde mich dann auch mal wieder (gerade eine Trennung mit ExMars hinter mich gebracht, bzw. noch "dabei" (nach so langer Zeit dauert das länger, muss auch Rücksicht auf ihn nehmen usw.).
Aber darum geht es gerade nicht. Sondern um BesterfreundKindsvaterexmars, bzw. dessen Frau! Also dass die Gute seit einem halben Jahr die Diagnose Brustkrebs hatte, wussten wir beide schon. Aber egal, das Leben ging weiter (mein Ex ist Löwe, den haut so schnell gar nix vom Hocker oder aus der Fassung- sehr stark und stabil, charakterlich).
Doch heute (seine Frau ist gerade im Krankenhaus) kam während meines Beiseins (wir sind immer noch Freunde, okay?) die Diagnose: Knochenmetastasen (der Tumor hat wohl gestreut). Und das ist ganz übel. Denn das bedeutet wohl nur noch kurze Lebenszeit und eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. Klar, lass ich ihn da nicht alleine. Und er mich auch nicht (ist ja auch nicht ganz einfach mit meiner Trennung usw.).
Wir haben etwas geredet natürlich und waren auch zur Ablenkung mal wieder zusammen weg. Dennoch:
Ich muss jetzt irgendwie für die beiden dasein.

Aber verdammt nochmal, ich weiß nicht WIE!

Ich habe erstmal gegoogelt, wie man als Freund damit umgehen soll, mit sowas. Ich kann ja schlecht sagen "morgen scheint die Sonne wieder". Oder "Das Leben geht weiter" (sehr witzig!). Aber GAR NIX sagen ist ja wohl auch irgendwie bescheuert. Als ob mich das nicht interessieren würde - immerhin geht es um Leben und Tod usw.

Gibt es hier irgendwie im Forum Leute, die sich damit auskennen?
Ich habe auch Krebsprobleme gehabt(habe sie immer noch irgendwie), aber gut in den Griff bekommen. Ich musste auch nie eine Chemotherapie machen (dann hätte ich nie schwanger werden können, jemand ist sofort in den Wechseljahren dann). Bei IHR aber sieht das ganz anders aus. (ich sagte heute nur: "Du weißt doch B., dass Leben ist hart, aber ungerecht.").
Es ist ein Shice-Thema einfach. Man will gar nicht soviel darüber reden, das weiß ich. Aber es ist auch Mist, alleine gelassen zu werden damit (finde ich jedenfalls.)

Also ich muss mir das mal von der Seele schreiben. Habe heute auch zu ihm gesagt: "weißt Du, ich dachte schon bei MIR läuft es wieder shice im Leben und ICH hätte Probleme und alles........ aber gegen Euch ist das ja GAR NIX!" Und er sagte auch: "Da hast du Recht. Das sind LUXUSPROBLEME dagegen."

Ich meine ich bewundere ihn dafür, wie er damit umgeht, er hat immer noch nicht seinen Humor verloren und lacht immer noch und powert immer noch und alles, aber als er nach Hause kam (ich war bei ihm) vom Krankenhaus, da sah er todunglücklich aus und heulte erstmal, klar. Aber immernoch hat er seine Kraft, seine Power. "Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit ihr etwas länger verheiratet gewesen zu sein. War ne verdammt kurze Ehe, irgendwie. Unser Kinderwunsch hat sich damit erledigt. Und jetzt erzähl mir nicht, Tilde, "das Leben geht immer weiter"."
Ich fragte ihn: "Und wie geht sie damit um? Sie muss doch sicher total am Ende sein." Aber er sagte "Gefasst. Sie steckt es irgendwie weg."
Ich sagte "Wow. Starke Frau!"
"Das IST sie."


Egal - also ich hab ja natürlich mit den beiden zu tun und möchte irgendwie dasein und helfen. Aber ich weiß nicht WIE!!!!!!!!! Wie geht man damit um, als Kumpel (der Junge und auch seine Frau liegen mir ECHT am Herzen, okay?), wenn man erfährt, dass jemand nur noch kurze Zeit zu Leben hat?



Wäre für Anregungen dankbar!
Die beiden und insbesondere ER haben SOVIEL für mich getan (tun es auch immer noch!), jetzt möchte ICH mal für die dasein. Nur wie?
Er sagte heute abend: "Ich werde Dich die nächsten Tage wohl noch öfter brauchen." Damit meint er als Freund, aber natürlich fehlt ihm auch die Haus-Frau (irgendeiner muss ihm ja die Wäsche waschen und bügeln, das kenn ich ja noch von damals. Kein Problem.)
Und wie geht es jetzt mit IHR weiter?

Ich MAG die beiden, echt!

Drüber reden? Oder lieber ablenken? Schnauze halten?
Mist!!!!!!!!!!

lg,
Tilde


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 03:48 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Tilde, sieh's doch einfach andersrum: Die beiden wissen schon, wen sie jetzt um sich haben wollen. Und da ist die Wahl ja auch auf dich gefallen. Die wollen, dass du genau so bist, wie du eben bist. Was du da nun im einzelnen sagst, ist gar nicht so wichtig. Meine Tante ist vor zwei Jahren an Krebs gestorben, und die Prognose war "noch ein halbes Jahr". Na ja, das ist ein äußerst kühnes Versprechen. Keiner würde das bei einem Gesunden wagen. Und auch der B. kann immer noch morgen ein Ziegel auf den Kopf fallen. So Zeug wollte meine Tante immer hören, wenn sie mich anrief - und das war am Schluss oft, Tag und Nacht, weil auch das Gehirn betroffen war. Das heißt, sie kannte mich und hatte genau so Zeug von mir erwartet. Also, sprich mit den beiden so, wie sie es von dir erwarten. Ganz einfach. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 07:10 
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Championtipper
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Registriert: 28.04.2006, 07:57
Beiträge: 2301
Wohnort: bei Hannover
Moin,

Trixies Worte mag ich mit unterschreiben - bleibe ganz einfach Du selbst, sei authentisch - schau natürlich hin, wie geht es grade, ist es ein guter oder ein schlechter Tag, bleib ehrlich..... und dann wirst Du es schon richtig machen.

Schaut nach guten Kinderbüchern zum Thema Tod und Sterben, bereitet die Kinder darauf vor (ich hab zum Thema eine Hausarbeit geschrieben, wenn Du die haben magst?) und seid auch hier ganz ehrlich.... für die Kinder ist eine liebevolle Begleitung SO wichtig, sie stellt mitunter Weichen für das ganze folgende Leben.

Bezieht sie mit ein.. und, solang es noch geht, ermöglich Ihnen vielleicht sich einen Traum zu erfüllen. Noch mal nach New York oder einen Kaffee unterm Eifeltum trinken, wer weiß, was für unerfüllte Wünsche sie da hat? Vielleicht kannst Du etwas dazu beitragen?

Für solche Momente fehlen einem im Leben oft einfach die Worte,es gibt keinen Trost - meine eigene Mama ist ja auch so gestorben, Lungenkrebs und dann überall Metatstasen, der beste Freund meines Liebsten hat es zwar geschafft - aber er hat dauerhaft schmerzende Verletzungen zurück behalten. Manchmal hilft einfach nur "Da" sein.

Du schaffst das schon, wir sind ja hier
Ansa

_________________
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 11:39 
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Freizeittipper

Registriert: 02.05.2006, 09:40
Beiträge: 77
Hallo Tilde,

die anderen sagten es schon, am besten bist und bleibst Du so wie Du bist, so bist Du genau richtig für die beiden.
Diese Hilflosigkeit gehört irgendwie mit in die Situation, das lässt sich nicht vermeiden. Man merkt einfach, dass die üblichen Floskeln nicht passen, selbst wenn sie ganz ernst und lieb gemeint sind. Da ist es schon manchmal am besten, einfach zu schweigen. Ok, so einfach ist es halt doch nicht, weil man diese Spannung selbst erst mal aushalten muss. Aber auch die beiden haben ja nun Gefühle, Gedanken, ... die es so noch nicht in ihnen gab. Wenn man zusammen still sein kann erst mal, können alle langsam anfangen, sich dahinein zu öffnen.

Und mit ganz praktischer Hilfe da zu sein, wird ja meist sehr gern angenommen. Vielleicht kannst Du auch helfen, passende zusätzliche Unterstützung zu finden, wie psychoonkologische Beratung oder später auch palliativmedizinische Angebote. Beratung brauchen aber auch oft die Angehörigen oder Freunde, wie Du ja selber merkst. Das ist nicht zu unterschätzen und wird deshalb auch angeboten. In Berlin gibt dazu gerade eine Studie http://www.berliner-krebsgesellschaft.de/fileadmin/user_upload/Newsletter/Newsletter_BKG_Juni_2013_final.pdf. Bestimmt findest Du auch in Hamburg gute Beratung, die Comprehensive Cancer Centers (http://www.uke.de/zentren/cancer-center/) haben erfahrungsgemäß meist die beste Vernetzung von kompetenten Ansprechpartnern.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft, alles Gute und Liebe,
Ariane


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 13:45 
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Jahrhundertposter
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Registriert: 21.03.2009, 18:06
Beiträge: 4357
Vielen lieben Dank, für Eure Antworten. "sei einfach wie Du bist"- ja das naheliegendste erscheint einem bei so einer Nachricht irgendwie kaum greifbar. Mir kommt es so unfair vor, dass es denen so geht und mir geht es hier gut und alles........ aber okay. Danke auch für die praktischen Tipps. Und ich werde jetzt mal googeln zu dem Thema, mich einfach mal einlesen....

am liebsten hätte ich jetzt geschrieben: "wird schon".
Aber wird eben doch nicht, diesmal.


Shit!
Keine Ahnung was ich dazu sagen soll........
Danke Euch,
Tilde


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 14:25 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Tilde, ich schick dir noch einen Link über pn. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 15:14 
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Wochenendtipper
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Registriert: 21.07.2006, 19:55
Beiträge: 33
Hallo Tilde,

Dein Beitrag lässt mich mich zurückerinnern.
Mein Mann ist vor über dreizehn Jahren verstorben. Schon in der Zeit vor seinem Tod war ich sehr verzweifelt und wusste oft nicht, wie ich das alles noch weiterhin aushalten soll, denn mein Mann litt an Lungenkrebs.
Ich erhielt damals im Krankenhaus AK-Harburg auf der Intensivstation von einer Schwester die Telefonnummer von „Charon“. Das ist eine Beratungsstelle in Hamburg für den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.
Damals habe ich, da ich nicht direkt in Hamburg gelebt habe, sondern in einem Vorort von Hamburg, wöchentliche telefonische „Seelsorgetermine“ gehabt. Diese Dame am Telefon hat mir unglaublich geholfen mit dieser nicht nur für meinen Mann, sondern auch für mich sehr schlimmen Situation umzugehen.

Ich kopiere jetzt mal einfach die Kontaktdaten hier herein.



CHARON Beratungsstelle Sterben, Tod, Trauer
Winterhuder Weg 29
22085 Hamburg
E-Mail: charon(at)hamburger-gesundheitshilfe.de
Telefon: 040-2263030-0
Telefax: 040-226 30 30-40
Internet: http://www.hamburger-gesundheitshilfe.de
Ansprechpartnerin: Maria Jakesch (Zentrale)

Mitglied im LandesVerband Hospiz- und Palliativarbeit Hamburg
e.V. (LVHP)

Angebot:

Das Erleben von Sterben, Tod und Trauer verändert das Fühlen, Denken und Handeln. Nichts scheint mehr selbstverständlich im Angesicht von Endlichkeit und Verlust. Die Beratungsstelle CHARON unterstützt den Prozess des Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer auf persönlicher, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene.
Bei CHARON arbeiten Sozialpädagoginnen mit entsprechender Zusatzqualifikation. Die Informations- und Beratungsangebote sind für Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Hamburg kostenlos. Unter der Trägerschaft der Hamburger Gesundheitshilfe ist CHARON als öffentliche Einrichtung unabhängig, überkonfessionell und stadtweit tätig.
• Individuelle Beratung und Begleitung für schwerkranke Menschen, für pflegende, begleitende und trauernde Angehörige und Freunde.
• Fachberatung und Schulung für haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens.
• Informationsmaterial und Veranstaltungen zum Thema Sterben, Tod und Trauer für die interessierte Öffentlichkeit.


Vielleicht ist das ja was für Dich.
Wie gesagt, mir hat das damals sehr geholfen, dort mit den Leuten zu reden und mir Rat zu holen.

Viel Kraft wünscht Dir

Igelpfötchen


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BeitragVerfasst: 27.07.2013, 10:31 
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Jahrhundertposter

Registriert: 30.07.2008, 20:40
Beiträge: 3164
liebe tilde,

ich habe die besten erfahrungen gemacht mit dasein, praktisch helfen ( fragen, was derjenige gerne mal essen, lesen etc.würde, ob füsse massieren hilft, also wünsche erfüllen, sofern das geht, ganz wichtig!) und zur situation selbst nur reden, wenn der oder diejenige es will.
natürlich nach befinden und schmerzen fragen, aber nicht mehr.
es gibt da keine regeln, aber ich glaube, das ist so das rahmenprogramm, was immer geht.
und das ist letztlich ganz normal, wie bei jeder krankheitssituation.
hand zum halten anbieten, so oft es geht ist auch wichtig.
lieber etwas zuwenig reden als zuviel.

das gilt jetzt alles für den kontakt mit dem kranken selbst natürlich.

ich weiß, du informierst dich gerne, mach das ruhig, aber nach meiner erfahrung muss man da besonders an sich selbst innen arbeiten, was das "machen" angeht, da ist gar nicht so viel.
ausser das eben vermehrt auf wünsche geachtet werden sollte bei sterbenden oder solchen, die das bald vor sich haben.
ruhe ausstrahlen gehört dazu, daß man das hinkriegt, unerschrockenheit angesichts der situation, keinen panikartigen aktionismus verbreiten.
es teil sich sehr viel durch mimik mit, und wenn es im zimmer unangenehm riecht oder derjenige erbarmungswürdig aussieht, und es entgleist einem das gesicht, das kommt nicht so gut.

für die angehörigen gilt im prinzip dasselbe.
jungfraumässig irgendwas holen oder erledigen anbieten, fischemässig eher das offene ohr anbieten ohne zuviel zu reden.
dienen halt, nichts "rausreissen" wollen, das kann man nicht.

über die 5 sterbephasen nach kübler-ross könntest du dich noch näher informieren, falls die überhaupt bei ihr zum tragen kommen.
gibst du so als stichowort ein und liest es dir bei wiki durch.


lg pamina

_________________
Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.

(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 27.07.2013, 10:56 
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Registriert: 30.07.2008, 20:40
Beiträge: 3164
p.s.
gratuliere zur trennung.
macht man zwar nicht, aber ich tu es in diesem falle doch und es ist auch nicht böse gemeint.
:)
lg pamina

_________________
Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.



(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 27.07.2013, 12:40 
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Olympiareiftipper

Registriert: 19.03.2013, 23:13
Beiträge: 955
Na ja, Tilde, und vielleicht noch der ganz praktische Hinweis an die Dauerdenkfabrik in deinem Kopf: Du kannst nur eine Hilfe sein, wenn du dich zwischendurch auch ausreichend erholst. Ich sag das nur, weil ich da glaube ich ähnlich veranlagt bin: Hinterher bist du Experte, aber so erschöpft, dass du da nicht mehr hinwillst. Damit wäre keinem geholfen. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 29.07.2013, 11:39 
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Beiträge: 3439
hi tilde, ich hab in letzter zeit viel über "magnesiumchlorid" gelesen. ist wahrscheinlich auch nur der übliche medizin hokuspokus, aber als alter verschwörungstheoretiker neige ich ja zu dem glauben, dass die moderne medizin davon lebt uns krank zu halten.

alternativ kann man auch über natron, backpulver also Natriumhydrogencarbonat und über säuren-basen verhältnisse nachlesen...........

mit deiner eigentlichen frage bin ich überfordert

lg

tsunami

_________________
es gibt nichts gutes, ausser man tut es!


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BeitragVerfasst: 29.07.2013, 19:18 
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WOT? :shock: (in memoriam cogi *winkewinke..*)

wie kommst du denn jetzt auf magnesiumchlorid und warum.
erklär mal.

lg pamina

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(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 29.07.2013, 22:27 
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Olympiareiftipper

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Beiträge: 955
Im Titel steht "Todesurteil". Ich meine mich zu erinnern, dass bei Krebsprognosen die Lymphschranke entscheidend ist. Ist diese durchbrochen, gibt es keine - na gut, kaum - Hoffnung. Todesurteile werden jedoch seltenst ausgesprochen. Als selbsterfüllende Prophezeiung senken sie die Überlebenschance erwiesenermaßen drastisch.
Ich habe eine Bekannte, die die Chemo überhaupt nicht vertrug, als sie Brustkrebs hatte. Sie ist dann mit Mistelpräparaten behandelt worden - deren Wirksamkeit in Studien bislang nicht bestätigt werden konnte. Sie hat aber zumindest so fest daran geglaubt, dass sie heute - ohne Amputation - gesund ist. Aber da hatte auch noch nichts gestreut. LG, Trixie


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BeitragVerfasst: 31.07.2013, 16:27 
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Beiträge: 4357
Hallo Leute,
naja "Todesurteil" - so darf man bei Krebs überhaupt nicht denken, das weiß ich. So rede ich mit EUCH, mit denen natürlich nicht (war gerade gestern wieder dort, sie ist seit vorgestern zuhause bei denen für ein paar Tage, beide lachen noch und wieder, bald geht es in die REHA für die Frau von Exmars ("bloß raus aus dem Shice-Krankenhaus, furchtbare Küche, und alles........").

Wie lange die Lebenserwartung ist? Nunja, irgendwas zwischen 30 Tagen und 30 Jahren habe ich gehört. Und es wäre unseriös, darüber Prognosen abzugeben. Nur feststeht: Die Heilungschancen und der Kinderwunsch haben sich damit erledigt. Für hemanden, der weiß, wie sehr sich EXMARS das immer gewünscht hat sein Leben lang, ist das schade zu hören. Ich bin und war da immer chillter. Für ihn war es immer die Lebensaufgabe. Also soviele wie möglich, je mehr, desto besser. Habe neulich gegoogelt und gelesen von einer Krankenschwester auf so einer Station, dass die meisten Patienten selten länger als ein 3/4 Jahr machen........ dann an anderer Stelle eine die sagte, sie lebe damit nun bereits seit 4 (!!!!) Jahren!

Dennoch ist die Lage verdammt ernst, also viel ernster als so ein blöder Brustkrebstumor. Diese Knochenmetastasen sind eben "das absolute Maß".
Wie das festgestellt wurde (wundere mich hierzulande immer wieder über die Ärzte, denn sie ist ja in ständiger Untersuchung wegen dem was sie hat)?

Die beiden waren im Urlaub mit der kleinen Yacht, in Schweden. Dort gibt es sehr schöne Kanäle, im Landinneren, die man abfahren kann. Dort gab es einen Unfall - Oberschenkelhalsbruch, sozusagen. Und die schwedischen Ärzte meinten, dass der Knochen so schnell hätte durchbrechen können, könnte durchaus etwas mit Knochenmetastasen zu tun haben. Dann war sie dort einige Zeit im Krankenhaus, dann eingeflogen per Rückholversicherung nach HH, dann hier bei uns in Hamburg. Die auch nochmal Diagnose genommen.

Das ganze dauert einige Tage bis Wochen, um zuverlässige Diagnosen zu erhalten. Das Ergebnis von Schweden steht noch aus, aber die Ärzte in Hamburg sind der Ansicht, dass es Auffälligkeiten im Skelett gibt, die so eigentlich nicht vorkommen können. In Anbetracht dessen, dass bei Brustkrebs die Wahrscheinlichkeit, Knochenmetastasen zu erhalten, bei nahezu 80 % liegt, frage ich mich WIE BLÖD SIND DIE ÄRZTE EIGENTLICH HIERZULANDE ODER? Ich meine, da sollte sie doch geradezu wöchentlich drauf untersucht werden, würd ich sagen, bei der Wahrscheinlichkeit.

Sie hatte Ischias-Probleme, die letzten Wochen. WOCHEN, ja richtig gelesen. Ich meine, wir alle hatten schonmal einen Hexenschuss usw, der dauert dann 3 Tage und dann ist gut. Bei ihr aber waren es WOCHEN (4 oder so - wenn ich recht erinnere). Sie ist zwar nach einiger Zeit wieder zur Arbeit gegangen aber sie konnte nicht sitzen, hat sich dann immer so an ein Stehpult angelehnt, quasi. Das hängt auch damit zusammen, die Knochenschmerzen, das ist klassisch.



So.......... ich danke Euch erstmal für die praktischen Tipps! Werde mich mal einlesen, denn wir klammern das Thema erstmal aus. Es ist wichtig, dass sie wieder ein wenig Laufen kann, wenn auch mit Krücken, dass sie noch lacht, dass die REHA bald losgeht.........weiter will ich noch gar nicht denken.

Was auch immer ihr geschrieben habt, ich benötige gleich etwas Zeit mich mal einzugoogeln und zu recherchieren, und wenn es ansatzweise brauchbar ist und Hoffnung verspricht, so werde ich diesen Tipp auch sicherlich weitergeben!!!!!!!!! Und wenn ich dazu etwas gegoogelt habe, dann schreibe ich auch gerne mal, was ich davon halte. In so einer Situation klammert man sich ja an ALLES!


Ansonsten - wünsch ich Euch erstmal allen etwas!
Seid alle bitte so sehr froh um Eure Gesundheit, wieviel das wert ist, weiß man erst, wenn man es verliert!

LG,
Tilde


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BeitragVerfasst: 09.08.2013, 22:10 
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Beiträge: 4357
Hallo Ihr Lieben,

melde mich dann auch mal wieder zu dem Thema Brustkrebs und Knochenmetastasen, wie versprochen. Ich habe Eure Vorschläge etwas geprüft und dann auch weitergegeben, allerdings in der Kenntnis, dass Exmars natürlich längst selber zu dem Thema gegoogelt hat und es wahrscheinlich nichts Neues für ihn war.

Ich möchte hier aber mal meine Erkenntnisse weitergeben, schon alleine für den Fall, dass in Eurem Bekanntenkreis ähnliche Schicksale aufwarten, einfach mal Tipps dazu.

Also mir erschien die

1. Misteltherapie

und die

2. Hyperthermie (das wurde mir per PM übermittelt)

mit am brauchbarsten, und in der Tat gibt es wohl eine Studie, dass diese Misteltherapie die Heilungschancen deutlich erhöht.

Hyperthermie hingegen, so sagte Exmars, würde nicht wirklich funktionieren, damit hätte er sich schon auseinandergesetzt und mit diversen Experten gesprochen (er kennt ja immer Hans und Franz der ganzen Welt). Und zwar läge das daran, dass die Temperatur nicht entsprechend erreicht werden könne, die wohl benötigt werden würde.


ABER!
Es gibt wohl doch noch etwas Hoffnung, und zwar hat er da so einen Arzt im Bekanntenkreis, der ihm folgendes vorschlug (kommt aus USA):

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22935920

Das ist der Stoff "CD74" (der Link ist auf Englisch). Da soll wohl was dran sein. Außerdem hat er da jetzt so einen Chemie-Professor kennengelernt, der eine ziemlich beeindruckende Vita aufweist (habe mir den Knaben schon im Internet angesehen) und der selber mal Krebs hatte und im Selbstversuch da - oh fragt mich bitte nicht - eine bestimmte Heilungsmethode bei sich selber anwandte, worauf hin die Tumore immer KLEINER wurden!

Also mit dem (der kommt irgendwie aus München) steht er jetzt per mail und phone im Kontakt.


Von Chemotherapie hält Exmars nach wie vor herzlich wenig, denn wenn man sich damit etwas genauer auseinandersetzt, so sind nur die ersten 4 Sitzungen brauchbar, danach steigt das Krankheitsrisiko wieder an, es ist also überhaupt nicht so, wie immer gesagt wird, dass ständige Chemotherapie anzuraten ist. Auch sagen das viele andere von den Ärzten mit denen Exmars da rummacht (der kennt wirklich Gott und die Welt, also wie eh und jeh eine einzige Kontakt und Netzwerkbörse bei ihm), dass es SEHR, SEHR gut ist, dass sie noch keine Chemotherapie angefangen hat.

Die verschulten Ärzte hingegen sagen das immer, weil sie das so gelernt haben. Unterhält man sich aber privat mit einigen, dann sagen sie, dass die meisten Krebspatienten nicht DANK Chemotherapie ihren Krebs überlebt hätten, sondern TROTZ Chemotherapie.

Dahinter steckt einfach ein Milliardengeschäft der Pharma-Industrie. So eine Sitzung kostet ja locker 1000 Euro, und da kommt ein hübsches Sümmchen pro Patient zusammen. Doch was die damit anrichten, scheint ihnen egal zu sein.

Sicher wird Chemotherapie weiter in Betracht gezogen von Exmars und seiner Frau, aber es wird auch nach Alternativen gesucht, wie es irgendwie anders geht. Das erfordert natürlich sehr viel Eigenintiative, wenn man nicht treudoof zum Arzt wackelt und alles blöd mitmacht, was der einem sagt, aber immerhin.


Gut, die beiden warten jetzt noch auf das Ergebnis der Schweden, in etwa einer Woche wird es ihnen per Fax mitgeteilt. Die haben ja den Knochen da von ihr zur Untersuchung. Die deutschen Ärzte aus Hamburg sagen zwar, okay, Palliativ-Situation, aber es werden natürlich soviele Meinungen wie möglich eingeholt.


So - jetzt noch einmal zu CD74:

Tumour Biol. 2012 Dec;33(6):2273-7. doi: 10.1007/s13277-012-0489-x. Epub 2012 Aug 31.
CD74: a potential novel target for triple-negative breast cancer.
Tian B, Zhang Y, Li N, Liu X, Dong J.
Source

Department of Neurology, First Affiliated Hospital of Liaoning Medical College, Jinzhou, Liaoning Province, China.
Abstract

The expression status of CD74 in breast cancer stem cells and its clinical implications was evaluated in order to lay a foundation for managing breast cancer. Five hundred and eighty breast cancer specimens were enrolled in the study. The relationship between the CD74 protein and clinicopathological parameters as well as prognosis was subsequently determined. In total, 468 (80.69 %) of the 580 breast cases showed CD74-positive expression. After universal analysis, CD74 was observed to be related to lymph node metastasis and triple-negative breast cancer (P = 0.01 and 0.001). Moreover, CD74 expression has a line correlation with lymph node metastasis and triple-negative breast cancer (P = 0.02 and 0.001). Furthermore, periostin was shown to attain a significantly more distant liver metastasis and worse disease-specific survival than those with none or low-expressed CD74 protein (P = 0.001). In the Cox regression test, CD74 protein was detected as an independent prognostic factor (P = 0.001). CD74 is consistently expressed in triple-negative subgroups of breast cancer and might be a new potential marker for triple-negative breast cancer.


Das wäre mal mein Tipp, für Fälle wie diese.
Ansonsten ist die Frau von Exmars jetzt an der Ostsee zur REHA. Er wollte sie am Wochenende überraschen, und mit dem Schiff und dem Kumpel dort einfach mal vorbeifahren, es liegt ja ohnehin an der Ostsee, ein paar "Dörfer weiter" hätte ich jetzt fast gesagt. Sie kann ja schon ein wenig Laufen - runter bis zum Yachthafen. Das sind so die kleinen Freuden, die im Moment einfach wichtig sind.

Ansonsten bekomme ich die STIMMUNGSSCHWANKUNGEN von ihm gut zu spüren. Mal ist er gut drauf, geradezu der Alte...der netteste, hilfsbereiteste, großzügigste und optimistischte Mensch der Welt... dann wieder, wenn dieser Kampf gegen Krebs gerade nicht so toll läuft, schlechte Nachrichten kommen usw, dann krieg ich natürlich mal wieder eins drüber - for nothing (kenn ich noch alles von früher). Schlechte-Laune Syndrom halt.

Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden.
Ansonsten bin ich immer noch von meinem Neu-Exmars getrennt und habe auch nicht vor, wieder mit ihm zusammen zu kommen. So flirte ich nun durch die Gegend, bin aber noch nicht wirklich offen für eine echte Beziehung, mir geht es im Moment eher primär darum, neue Leute kennenzulernen und meinen Bekanntenkreis mal wieder zu erweitern.
Mach im Moment ganz nette Kontakte hier und da.

Tja, Neu-Exmars, das GEHT so, also wir haben noch lapidar Kontakt, aber er hat die Trennung akzeptiert, also ihm ist klar, dass das nix mehr wird mit uns. Aber er will mich unbedingt als Freund und Menschen behalten. Mir ist das eher schnuppe, also mal sehen, wie sich das alles so entwickelt.

Aber im Moment ist Ruhe an der Front, das ist ja schonmal was. Pami, ich hätte mal DAMALS auf Dich hören sollen, wa? :)

Naja, hinterher ist man immer schlauer.
LG,
Tilde


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