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BeitragVerfasst: 09.04.2009, 19:02 
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[buch=3873874547]

Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn uns jemand mit Worten angreift, neigen wir dazu, uns zu verteidigen und zurückzuschlagen. Das so entstehende Wortgefecht bringt meistens keine Seite ihrem Ziel näher, sondern belastet oder zerstört sogar die Beziehung der Gesprächspartner, die plötzlich zu Gesprächsgegnern geworden sind. Bei der gewaltfreien Kommunikation (GFK) verzichtet man auf Angriffe und konzentriert sich auf die Gefühle und Bedürfnisse, die den oft unbedachten Äußerungen zu Grunde liegen.

Einfühlsames Zuhören hat als wirksame therapeutische Verhaltensweise ihren festen Platz in der von Carl Rogers begründeten klient-zentrierten Gesprächstherapie. Bei den Danksagungen erwähnt Marshall B. Rosenberg seinen Lehrer Carl Rogers auch an erster Stelle und verweist darauf, dass sich die GFK auf Forschungen stützt, die im Zusammenhang mit der Gesprächstherapie durchgeführt wurden. Allerdings geht die GFK weit über den therapeutischen Rahmen hinaus. Es ist eine wirklich als genial zu bezeichnende Gesprächsmethode, die für alle Menschen geeignet ist und konfliktgeladene Auseinandersetzungen in friedliche Gespräche verwandelt. "Die GFK fördert intensives Zuhören, Respekt und Empathie und erzeugt den beiderseitigen Wunsch, von Herzen zu geben."

In jedem Gespräch sollen vier Komponenten, nämlich Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten klar ausgesprochen und verstanden werden. Dabei ist es wichtig, Beobachtungen nicht mit Bewertungen zu vermischen, in Kontakt zu den Gefühlen zu kommen, Bedürfnisse zu erkennen und Bitten mit treffenden Worten zu äußern. Die Beispiele des Autors zur Veranschaulichung seiner Methode wirken sehr überzeugend und stammen aus unterschiedlichen Gebieten, wie Politik, Wirtschaft, Schulen, Familien und Paarbeziehungen.


Marshall Rosenberg erklärt in einer sehr verständlichen Sprache, wie Kommunikation fruchtbarer ablaufen kann. Es ist so einfach, dass es fast genial ist. M. Rosenberg reduziert - und das ist sein Verdienst - fruchtbare Kommunikation auf vier Schritte: 1. beobachten, ohne zu bewerten; 2. die eigenen und die Gefühle des Gesprächspartners wahrnehmen; 3. mögliche Bedürfnisse erkennen, die hinter den Gefühlen stehen 4. eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Gegenübers befriedigen. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, ist in der Praxis nicht so einfach umzusetzen. Übung und Aufmerksamkeit sind gefragt, um wirklich empathische Gespräche zu führen. Dieses Buch bietet eine Fülle von Anregungen für jeden, der sich mit effektiver Kommunikation beschäftigen will.]


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BeitragVerfasst: 24.04.2009, 08:28 
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Ist meiner Meinung nach ebenfalls ein wirklich tolles Buch.
Rosenberg sieht auch in psychiatrischen Diagnosen eine Form der Gewalt - Schublade/ Zwang - die er ablehnt. Vonwegen zB. Ferndiagnosen über´s Internet und so.

Bei aller Einfachheit seiner Schilderungen, gehört meiner Meinung nach ein gehöriges Maß an Ausdauer zur Selbstreflektion und - umsetzung dazu. Schon nur einen Teil umzusetzen kann die Lebensqualität enorm verbessern.

Lg
S.


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BeitragVerfasst: 24.04.2009, 13:31 
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S. hat geschrieben:
Vonwegen zB. Ferndiagnosen über´s Internet und so.



Ho ho ho, S.
......

Da hast du falsch verstanden. "Diagnosen" werden ausschließlich durch Fachkräfte, bei denen sich die Patienten in Therapie oder zur Behandlung begeben haben, vergeben.


Alle anderen haben weder die Kompetenz, noch die Befugnis dazu.
Und schon gar nicht über das Internet. Sie können also überhaupt keine Schubladen geben. Sie können jedoch ihren Eindruck schildern, um auf ein Problem aufmerksam zu machen. Und dazu Zusammenhänge darstellen. Der andere darf sich dadurch angeregt fühlen, sich selbst zu hinterfragen. Er muss es nicht. Er darf es.

Er sollte sich dadurch keinesfalls "abgestempelt" fühlen. Das ist nicht Sinn und Zweck der Übung. Und natürlich kann er sich davon auch distanzieren. Denn es IST ja keine Diagnose.

Die würde er nur unter oben genannten Umständen erhalten. Ich habe selbst eine. Ich weiß was ich hab, und was nicht.

Würde ich nun behaupten, "das stimmt nicht", wenn mir jemand sagt, dass ich depressiv bin, dann müsste ich lügen. Die Diagnose steht.

Sagt aber jemand, der im Internet solche Gedanken über seinen Eindruck hört "Ich distanziere mich davon", dann darf er das. Ohne zu lügen.

Aber er könnte ja mal drüber nachdenken. Vielleicht ist ja an einigem was dran.


Wenn cogan mir erzählt, ich bin "manisch", dann weiß ich es besser. Erstens durch qualifizierte Diagnosen von unterschiedlicher Seite. Das Gute dran ist nämlich: Man weiß nicht nur WAS man hat. Man weiß auch, was man mit Sicherheit NICHT hat. Einschließlich "Größenwahn". Das Gegenteil ist bei mir der Fall, übrigens auch diagnostiziert: Ich habe einen "Kleinheitswahn". Ich muss mir viel mehr zutrauen. Kindheitsprägung. Andere hingegen haben eben Größenwahn. Oder würden gerne was größeres leisten oder sein, was sie sind. Da passieren dann solche Projektionen: Anteile, die man selbst bei sich nicht sehen _will_, werden anderen unterstellt. Aber das ist ja nicht mein Problem.

Zwotens hat mir das in meinem ganzen Leben noch nie jemand erzählt. Da täuscht also der Eindruck. Im Gegenteil, das Gegenteil wird mir erzählt, nämlich der pathologische Kleinheitswahn. Dass ich mich ständig kleiner gemacht habe als ich in Wahrheit bin. Dass ich viel zu viel an mir zweifle. Dass ich mir selbst nicht das zutraue, was ich mir zutrauen sollte (u.a. zum Beispiel auch eine Beziehung, stehe ich auch zu). Und ich bin froh, dass ich nach und nach zu meiner wahren Größe stehen kann. Ich arbeite dran, das ist meine Aufgabe, ich lasse mich wachsen und groß werden. Stück für Stück.


Hinter beidem stehen übrigens Minderwertigkeitsgefühle, die nicht genug hinterfragt, sich bewusst gemacht worden und verarbeitet worden sind. So geschieht die Heilung. Ich kenn mich damit ziemlich gut aus.

Aber an einigem, wenigen, was cogan da geschrieben hat, ist _tatsächlich_ was dran.

Und darüber kann man doch mal nachdenken, oder?




Also mach Dir nicht so einen Kopf. Jedes Post, jedes Feedback hier ist immer nur ein Angebot. Man darf daraus auswählen, was man für sich rauszieht, und was nicht.

Und wenn man genauer hinsieht, dann kann man oft so einiges (selten alles, aber das wäre auch unmöglich) für sich selbst rausziehen. Für sich und seinen Weg.

Das ist doch eine Chance. Fertig machen sollte man sich davon niemals lassen. Passiert das wirklich, so muss man daran arbeiten. Warum das so ist. Ist doch nur ein Internetforum unter vielen anonymen Nicks. Ob _da_ eventuell etwas mit einem nicht stimmt. Das man sich alles "überziehen" lässt......... das ist nicht gut.

Aber auch _das_ ist dann wieder ein Angebot.


Mangelnde Kritiksicherheit:

Ist durchaus ein psychologisches Problem. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich hatte das mein Leben lang und kann immer besser damit umgehen (u.a. mich auch durchaus von ihr distanzieren, aber sie auch annehmen um daraus zu lernen).

Wenn man das nicht kann (weder annehmen noch gelassen von sich weisen), der hat ein Problem mit seinem SELBST-BEWUSST-SEIN. Der weiß nicht wer er ist. Der hat sich, anders gesagt, noch nicht gut genug kennengelernt. Und genau dazu sind übrigens zwischenmenschliche Beziehungen ein super Lernfeld. (Deswegen muss man bei Kindern zum Beispiel sehr vorsichtig mit Kritik sein. Die sind da enorm verletzlich. Sie müssen erstmal erkunden und erfahren, wer sie sind.)

Doch ist ein ERWACHSENER immer noch überempfindlich damit, dann muss er an sich arbeiten. Daran, sich selbst besser kennenzulernen: Sein Wesen, seine Persönlichkeit.

Sich damit beschäftigen: Wer bin ich eigentlich?

Je besser man das weiß, umso besser kann man mit Kritik umgehen. Ohne sich alles überziehen zu lassen oder andersrum, sich angegriffen zu fühlen dadurch. Man schaut dann einfach, ob man was für sich rausziehen möchte und lässt den Rest bei der Person, die sie geäußert hat. Sie kann sich ja auch irren, oder? :wink:

Doch wie lernt man sich überhaupt selbst kennen, sein Wesen und alles?

Denn das steckt dahinter, wenn man allzu kritikempfindlich ist. Dann sollte man auch ruhig erstmal die Kritik abblocken und sich lieber dem widmen, was zu tun ist: Sich selbst kennenzulernen.


Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine und die schönste davon ist es, Liebesbeziehungen einzugehen. Das muss nicht in einer Ehe enden. Aber sie bringen uns dazu, über uns selbst nachzudenken, konfrontieren uns mit unseren Macken und wir können, wegen der Anziehungskraft zum anderen, nicht so schnell "ausweichen". Sehr lehrreich! :wink:

Eine weitere Methode, die recht effektiv ist, ist eine Psychotherapie zu machen. Dazu muss man nicht ne Vollklatsche haben, nein, einfach was über sich selbst lernen. Und sei es nur "wie werde ich selbstbewusster und kritiksicherer"?

Und wer das nicht möchte, da kann ich mich Pamina nur anschließen: Ich halte nach wie vor die Astrologie, und zwar die professionelle, hervorragend dazu geeignet, mehr über seine Wesensanteile zu erfahren und wenn man etwas tiefer einsteigt, sogar darüber, wie man seine Mängel, Ängste und Zweifel löst. Was seine ganz individuellen Bedürfnisse sind (jeder hat andere! Mit Sicherheit! :wink: ), und was man braucht um immer mehr man selbst zu sein. Und wie man das bekommt.


Diese 3 Dinge fallen mir ein.

Denn je mehr man über sich weiß, je selbstbewusster und autonomer man ist, umso besser für die "wahre Liebe". Die Beziehung, die ein Leben lang halten und zufriedenstellen soll. Die Sinn machen soll.



Anders gesagt: Erst wenn man eine Beziehung zu sich SELBST hergestellt hat (das heißt: Man KENNT sich. Man VERTRAUT sich. Man MAG sich. Man SORGT für sich. Man BESCHÜTZT sich. Man HILFT sich. Man PFLEGT sich. Man SCHÄTZT sich. Man ACHTET sich. Man ist selbst SEIN BESTER FREUND.), dann kann man eben diese echte, wahre Beziehung im Außen mit einer Person aufbauen. Einschließlich KRITIKSICHERHEIT, übrigens. :wink:


Dennoch - wie gesagt - Liebesbeziehungen einzugehen sind 1a dazu geeignet, mehr über sich selbst zu erfahren. Um den ERSTEN Schritt zu machen, der Beziehung zu sich selbst: "Man KENNT sich."



Und da ich mich inzwischen ganz gut kenne......... gebe ich offen meine Fehler zu. Einer davon ist, dass ich zu gewalttätiger Kommunikation, zu verbaler Gewalt neige, wenn ich extrem aggressiv werde. Ich weiß das. Deswegen habe ich ja das Buch angeschafft. Denn ich sehe ein, dass das nicht gut ist. Das hab ich übrigens von Pami hier im Forum.

Ein weiterer Fehler, und da muss ich Cogi recht geben, ist: Dass ich manchmal, v.a. wenn ich Stress abbauen möchte, "zuviel rede". :mrgreen:


Weswegen ich jetzt mal hier einen PUNKT setze.
:wink:



Man kann soviel lernen, wenn man nur möchte. Sogar hier.

LG, wünsche Euch allen ein schönes Wochenende! Mit viel Sonnenschein, Freude an den Blumen, schöner Musik, ein bisschen im Wasser Planschen und leckerem Essen!


Tilde


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BeitragVerfasst: 24.04.2009, 18:32 
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Tilde, das hast du alles sehr schön geschrieben.
Sehe ich genau so. Find du bist auf einem guten Weg :P
Und was den Redeschwall angeht, du weiß weniger ist manchmal mehr- denk ich selbst immer wenn ich lange Abhandlungen schreibe.:?
Besser ist, finde ich, dich nicht dafür zu entschuldigen und sagen was deine Schwäche ist, glaubwürdiger in meinen Augen, so versuche ichs zumindest, die Vorsätze direkt umzusetzen. Step by step, nicht zu viel auf einmal von sich verlangen, langsam und stetig, so funktioniert Veränderung.

P.S Das Buch "GfK" gibts auch als Hörbuch :wink:

Schönes Wochenende allseits
Cloe

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Was immer du tun kannst oder träumst,
es zu können,
FANG DAMIT AN!
Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

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Goethe


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BeitragVerfasst: 24.04.2009, 21:00 
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huhu mädelz, :devil:
ich finde gewaltfreie kommunikation sowas von grottenscheisse,
das kann ich gar nicht in worte fassen. :D
*das meine ich etwas ironisch und wieder nicht...*

das ist der absolute waage-schrott.... 8)


ich bin mensch und sozial genug, um vorsichtig zu sein. ich habe eine humanistsiche grundbildung und -gesinnung.
wenn ich "du verdammtes arschloch" sagen will, weil ich es in dem einen und dem anderen fall angemessen finde, werde ich das weiterhin tun.

und werde mir nicht von so einem neuen "sprachchristen"-haufen den mund verbieten lasssen, mit ihrer bierernsten sülzerei.

das ist was für zynische journalisten oder vollalkis mit 4 verstörten kindern.
der rest braucht sowas nicht.
frauen können darüber natürlich nochmal prima ihre genetisch bedingte humorlosigkeit (na iss doch so, tendenziell wenigstens) abkaspern. ("oooh, menno, guck mal, ich rede immer ganz bedacht und drehe jedes wort dreimal um, toll, ne!?")


tilde, überleg dir das gut.
leg dir ja keine saturnische (in zwilling=sprache!!) zwangsjacke an, denn ich sag dir eins: 9er entgiften über sprache.
anders gehts nicht. andere machens über lymphe, über niere, über darm oder sonst ein organ.
wir haben keins...ausser der sprache.

wir, also ich jedenfalls machs wie immer: grundgedanken aufnehmen ins repertoire, scheibe abschneiden, ansonsten danke und tschüss, missionare können mich kreuzweise. :P



lg pamina :D

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Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.

(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 25.04.2009, 11:20 
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pamina hat geschrieben:
tilde, überleg dir das gut.
leg dir ja keine saturnische (in zwilling=sprache!!) zwangsjacke an, denn ich sag dir eins: 9er entgiften über sprache.
anders gehts nicht. andere machens über lymphe, über niere, über darm oder sonst ein organ.
wir haben keins...ausser der sprache.



Man kann ja mal drüber nachdenken. Es ist halt "nen Angebot". Entweder ich fühle mich davon inspiriert oder nicht. Doch die Entscheidung treffe ich immer noch selber. :wink:


Den MarsPluto, den behält man doch immer in der Hinterhand. Es könnte mal ne Extremsituation auftauchen, wo es gut ist, so einen zu haben. Und sei es nur in meinem Job, dafür ist der super. Doch muss ich ihn noch ein bisserl "verfeinern" und "transformieren". So "subtil" eben. Konzentrierter. Sadistischer. Entlarvender. Feinsinniger. Nicht so grobschlächtig und brutal. Aber Leute verbal erledigen, das ist doch ideal für nen Anwalt, oder? :wink:


Jede "Störung" hat auch besondere Fähigkeiten, das Gute soll man ruhig behalten.

Aber ganz ehrlich.... Du warst es doch, die hier neulich meinte "Diese grenzbefreiten Verbalattacken, das geht überhaupt gar nicht."

Oder? Also wirklich gefallen tue ich mir damit auch nicht.


Verbal entgiften:
Ich hab mal nach meiner Trennung von Horst ne Zeitung auf Word geschrieben. So ne HassZeitung! :mrgreen:

Boah hat mir das gut getan. Hab ich nie anderen gezeigt, aber ich hab ihn so gedemütigt in dieser Schrift. Also völlig satirisch, sarkastisch, zynisch und sehr intelligent geschrieben. Mit viel Schadenfreude. Mit Comicbildern und einfach nur herrlich. Rachephantasien reingeschrieben, ihn total lächerlich und armseelig und hilflos dastehen lassen. Das ganze GIFT raus.

(Ich hab sie nicht mehr, irgendwann dann gelöscht, um abzuschließen).
Das ist doch viel konstruktiver.


Ich glaub, beim nächsten Mal oder so mache ich das wieder. Einfach nur befreiend. Ich musste die ganze Zeit lachen wenn ich die las.

LG,
Tilde


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BeitragVerfasst: 25.04.2009, 15:18 
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klar hab ich das gesagt.
ich meinte das auch so, nur, *ächz*, ich würds halt nicht gut finden, wenn der humor, die kreative schnodderigkeit und die funktion des dampf-ablassens nun ab sofort durch so ein künstliches sprachkorsett durch müssten.

worum es mir dabei ging, als ich dich meinte (oder mich, könnte ich genauso gut sagen oder ich kenn es zumindest seehr gut), war, man macht den mund auf, in einer subjektiven extremsituation... und heraus kommt........die verbalgewalt von pappa. wortgetreu..... :shock: ER SPRICHT AUS MIR.......das ist eine fremdbesetzung, man hat es übernommen wegen der übermächtigen wucht, mit dem es jahrelang auf einen eingeprasselt ist.
irgendwann hatte man keine abwehrmöglichkeit mehr und hat das ganze als irgendwie wie einen fremden persönlichkeitsanteil mit in die eigene identität eingebaut.

das ist gruselig, schädlich und unebdingt zu unterbrechen.

es verletzt einen auch selber so, hab ich so festgestellt, abgesehen von den anderen.

und ich wünsche leuten wie mir und dir, dass der geist herausfährt sozusagen, dass man auch in diesem bereich man selbst wird.
das hat einfach mit autonomie und identität zu tun.


lg pamina

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BeitragVerfasst: 25.04.2009, 18:07 
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Pamina, wahrscheinlich fühlt sich alles erst einmal künstlich an, wenn wir uns mal anders verhalten als wir es üblicherweise gewohnt sind. Du "denkst" zwar es sei künstlich, es könnte durchaus zu einer "guten Gewohnheit werden". Kommt immer auf die Übung an- Kein Meister ist vom Himmel gefallen.

Bevor wir sagen, dass ist klasse oder sch.... steht doch der Versuch- und ich meine auch mehrmalige Versuche, bis es sich nicht mehr ganz so künstlich anfühlt.

Ich schlage mal einen Bogen zu deinen letzten Worten und sage dir:
Unser Geist hat immer die Tendenz alte Muster zu verteidigen! - wenn du verstehst was ich meine.

LG
Cloe


P.S. Hier sagst du ganz klar was deine Befürchtung ist, wenn du die GfK anwenden würdest:
Zitat:
wenn der humor, die kreative schnodderigkeit und die funktion des dampf-ablassens nun ab sofort durch so ein künstliches sprachkorsett durch müssten.


Pamina, wer sollte dir deinen Humor verbieten? Erklär mal was das mit der Anwendung der GfK zu tun haben soll. Wie realistisch ist deine Befürchtung überhaupt? Und weshalb sollte deine Kreativität mit der GfK eingeschränkt sein? Ich finde die Anwendung der GfK erfordert sogar einen äußerst kreativen und hellen Kopf. Das ist nix für Dumpfbacken. Und deine Schnodderigkei (na ja das mag dir wohl gefallen- ) Wie alt bist du? Musst du krampfhaft beweisen dass du noch zu den Jungstern zählst? malschnellduckganztief :wink:
Und Dampf-ablassen- Hey Pamina, was können die anderen dafür wenn dir eine Laus über die Leber läuft? Findest das tatsächlich eine bewahrenswerte Eigenschaft? Ich finde solche Leute einfach nur anstrengend und lieber mache ich einen weiten Bogen um Dampfablasser weil schlechte Laune bekanntlich ansteckend ist.

Weißt du was, ich habe das Gefühl du reduzierst dich ganz schön auf deine schlechten Eigenschaften. Ich fänd das mal richtig gut wenn du auch mal von deinen Guten sprechen würdest. Dann würden sie dir vielleicht auch mal auffallen.

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BeitragVerfasst: 25.04.2009, 23:52 
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das ist eben genau das was ich meine...
eine solche kommunikationsform ändert nichts daran, dass man die eigentliche energie des schreibenden oder sprechenden immer mitkriegt.
auch seine aggressivität, seine rigidität, seine starre, seine enge....was auch immer...........
nur er oder sie selbst vielleicht eines tages nicht mehr.


lg pamina

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BeitragVerfasst: 26.04.2009, 16:54 
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cloe hat geschrieben:
Unser Geist hat immer die Tendenz alte Muster zu verteidigen!



In der Vergangenheit waren sie ja vielleicht auch mal ganz nützlich, oder? Zumindest irgendwie in Ordnung. Ich glaube nicht, dass man sich die umsonst angewöhnt.
Doch wenn sich die Umstände ändern, das Leben ändert, dann stehen sie auch oft irgendwie im Weg.
Damals waren sie irgendwie in Ordnung. Heute ist vielleicht was anderes besser. Außerdem glaube ich auch nicht, dass man sich wirklich - zumindest dauerhaft - verbiegen kann. Das funktioniert überhaupt nicht.
Ich denke schon, dass das auch Anteile von einem selbst sind. Solche die noch zur Entfaltung drängen.
Aber ich hoffe hier erwartet niemand von mir dass ich mich von heut auf morgen ändere. Sowas braucht Zeit. Ich bin ja auch ein Gewohnheitstier.



Greetings,
Tilde


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BeitragVerfasst: 26.04.2009, 22:57 
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bis auf die komplett-ausbrüche, die dir ja am meisten wehtun im grunde,.... und da würde ich auch das augenmerk hinrichten, das mal wahrzunehmen, dann tut sich das schon ganz gut von selber,.... und die phasen, in denen das schreiben ein wenig , sagen wir, obsessiv wird, brauchste gar nichts ändern, wenns nach mir ginge.

ausserdem funktioniert "ändern" am besten, wenn man sich sagt, dass man eigentlich schon okay ist, wie man ist.
dann regt man sich gleich weniger auf und ist nicht mehr so verkrampft, *so wie ich hier, weil ich ja einen auf "jungster" mache 8) :lol: , das heisst übrigens youngster, wenn schon überhaupt :mrgreen: * jedenfalls, wenn man das alles nicht mehr ist, verkrampft am überlegen und sich verbiegen, wie man denn nun "richtig" wäre, ist man meistens schon ziemlich richtig.

einfach immer wieder ein bisschen bei sich bleiben üben. und augen und ohren offenlassen....

lg pamina

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BeitragVerfasst: 27.04.2009, 11:02 
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Guten Morgen!

Zitat:
pamina:
"und werde mir nicht von so einem neuen "sprachchristen"-haufen den mund verbieten lasssen, mit ihrer bierernsten sülzerei. "


ich meine die Religion läßt sich sehr gut aus der gewaltfreien Kommunikation heraus halten. Ansonsten wäre die Kommunikation ja gar nicht universell gewaltfrei gemeint.

Allerdings bin ich mir selber nicht sicher, inwiefern der Rosenberg da selber damit gütlich umgeht. Ich besuchte mal ein Seminar von ihm und da fragte ihn eine Frau, wie sie damit umgehen sollte, dass sie ihrem Vater nicht das von Herzen geben könne, was da noch tief drinnen schlummere. Ihr Vater sei schon so alt, dass sich ihr Verzeihen wohl nicht mehr mit seinem Leben ausgehen würde. Und sie habe Angst davor nach ihres Vater´s Ableben mit massivem schlechten Gewissen konfrontiert zu sein. Rosenberg antwortete,das Leben wäre nach dem Tod nicht vorbei und sie hätte im Jenseits Gelegenheit dies nachzuholen.
Er hatte gar nicht gefragt, ob sie überhaupt Gottesgläubig ist bzw. wenn ja, welcher Art.
Diese Aussage stört mich immer noch. Allerdings finde ich in seinen Büchern immer wieder erfrischende Ansichten und auch das damalige Seminar hat mich in vielerlei Hinsicht gerührt und innerlich geordnet. Es freut mich nun auf Tilde´s Thread hier gestoßen zu sein. Ich finde immer wieder inneren Frieden wenn ich mich mit dieser Thematik in Ruhe auseinander setze.

Was mir sehr gefällt, ist seine Aussage, es kommt n i c h t darauf an starr die Richtlinien der gewaltfreien Kommunikation zu befolgen sondern es kommt darauf an die Sprache des eigenen Herzens zu sprechen.Die kann genauso humorvoll, prolomässig oder die eines 3 jährigen kindes sein.Was getan wird, kommt aus einer Herzenshaltung. Weil es einem liegt, weil ein Sinn darin gesehen wird. Nicht unbedingt, weil einem immer alles steht´s Spaß macht. Es macht zB. nicht einem jeden unbedingt Spaß jeden Winter früh morgens den Schnee vom Gehsteig zu kehren, doch macht es für manche Sinn, wenn dafür ein alter Mensch nicht ausrutscht sondern länger fit bleibt. Solange der Mensch weiß, warum er oder sie etwas tut, erzeugt dies das Gefühl von Lebensqualität. Bedürfnisse werden erfüllt, und das fühlt sich an der eigenen Basis gut an.

Rosenberg schreibt in seinem Buch ("Wie ich dich lieben kann, wenn ich mich selbst liebe") von hauptsächlich zwei Blockaden der Kommunikation die ein geben/nehmen von Herzen fast unmöglich machen.

Die erste Blockade ist Kritik.
Die zweite Blockade ist Zwang.

Mit Kritik meint er ausdrücklich Angriffe, Urteile, Anschuldigungen, intellektuelle Analysen von Menschen und eben auch Diagnosen. Um sich auszudrücken wird in der gewaltfreien Kommunikation jnur das bestimmte Verhalten oder eine bestimmte Handlung angesprochen, der Rest dreht sich um einen selbst. Die eigenen Gefühle, die erfüllten bzw. unerfüllten eigenen Bedürfnisse und was der eigene Wunsch wäre. Also die Bitte. Und gegebenenfalls ein Danke.
Rosenberg hat sich selbst von der psychiatrischen Diagnosenerstellung distanziert, weil er meint diese Sichtweise blockiert das was der Klient braucht.

Es ist aber nicht so wichtig ob ich sage "Ich bin wütend weil ich seit 5 Stunden die laute Musik des Nachbarn höre und mich eigentlich auf einen entspannenden Sonntag gefreut hatte. Ich brauche Ruhe und ich werde dem Nachbarn darum bitten die Musik leiser zu drehen" oder "Am liebsten würd ich die Türe des Nachbarn einschlagen und aus dem Radio Kleinholz machen. Ich hatte ´ne derart beschissene Woche, dass ich diese Scheißmusik einfach nicht mehr aushalte. Ich geh jetzt erst mal in den Keller Holz hacken und werd dann beim Nachbar anklingeln und ihm meine Meinung geigen".

Mit Zwang ist alles gemeint was aufgrund eines Befehles oder einer Forderung mit Angst, Schuld, Scham, Groll oder Resignation erbracht wird. Diese Gefühle sind Warnzeichen für Gewalt an uns selbst bzw. an anderen.

In jedem seiner mir bekannten Bücher ist auf den letzten Seiten eine lockere Zusammenfassung von Gefühlszustanden und Bedürfnissen zu finden. mir hat sie manchmal geholfen mich genauer auszudrücken bzw. heraus zu finden was für Bedürfnisse gerade anstehen.

Lg
S.


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BeitragVerfasst: 27.04.2009, 16:00 
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Liebe S.

mir geht es da wie dir, mir liegt eben dies Thema auch am Herzen und zwar ziemlich weit oben.

Wobei ich eine wichtige Einschränkung mache. Es gibt Menschen, die müssen erst einmal lernen, auf den Putz zu hauen. Dies ist deren Aufgabe. Die zu gewaltfreier Kommunikation zu ermuntern, ist wie sie zu Duckmäusertum zu ermuntern.

Gewaltfreie Kommunikation ist dann eine Äußerung innerer Freiheit, wenn man auch anders kann. Wenn man aus innerer Freiheit dahin kommt.

Das ist so, wie wenn einer sagt, er wäre hier zu Hause und er war noch nie woanders. Dem möchte man raten, sich mal woanders um zu sehen, bloß mal zur Orientierung. Wer aber herum gekommen ist und er sagt, er sei hier zu Hause, dem kann man herzlich dazu gratulieren, dass er sein Zuhause gefunden hat.

Es kommt manchmal nicht darauf an, wie einer an der Oberfläche ist. Sondern wie er tief drinnen dazu gekommen ist zu sein, wie er ist.

Dass man von einem Menschen vermutet, der brauche derzeit das auf den Putz Hauen, beinhaltet freilich eine Diagnose und oft genug eine gewagte. Ich würde die darum nicht laut vor mir her tragen. Still bei sich denken mag jeder, wie es ihm kommt.

Es ist halt manchmal tragisch-komisch. Psychologie trägt doch ein einzigartig großes humanistisches Potential in sich: Menschen zu verstehen so, wie sie sind und gerade in ihren "störenden" Anteilen. Anstelle dessen wird Psychologie nicht selten als Allzweck-Waffe eingesetzt: den anderen scharfsinnig zu zerlegen in nur noch störende Anteile... Wir kennen das wohl alle und ich meine hier keinen Vorgang etwa im Forum. Ich meine Erfahrungen aus der sonstigen realen Welt. - Ob man so sprechen kann, ohne von gewaltfreier Komunikation weg zu kommen?

schocky


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BeitragVerfasst: 27.04.2009, 16:03 
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oh, @s.
sehr interessante ausführung zum thema.
kritik und zwang.
.. darüber braucht man nur 2 sekunden nachzudenken, stimmt vollkommen.
die sprache des herzens, kann ich auch komplett unterschreiben.

ich hatte das bisher anders verstanden, und das, was ich da hörte, gefiel mir bisher nicht.

übrigens, "sprachchristen" war nur so eine wortschöpfung von mir... 8)
"kirchentag" sagte tilde in dem zusammenhang mal..... :mrgreen: :mrgreen: .


lg pamina

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(Susette Gontard)


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Hallo schocky

ohne-Hut hat geschrieben:
Es gibt Menschen, die müssen erst einmal lernen, auf den Putz zu hauen. Dies ist deren Aufgabe. Die zu gewaltfreier Kommunikation zu ermuntern, ist wie sie zu Duckmäusertum zu ermuntern.


Mit "auf den Putz hauen" meinst du wahrscheinlich die eigene Wut wahrzunehmen und sich Kanäle nach außen dafür frei zu geben. So wie in den Keller Holz hacken gehen oder einen Wut-Brief schreiben oder sich bei einer neutralen Vertrauensperson verbal auslassen oder mit dem Fuß aufstampfen, mit der Faust auf den Tisch hauen, die Wut hinaus schreien, ein Aggressions-Bild malen, fluchen, schimpfen, keifen, einen Boxsack kaufen und benützen ....
Ich könnte mir vorstellen, es würde dem einen oder der anderen leichter fallen genau das zu tun, wenn sie wissen dies wird nicht alles sein. Wer sich nicht wirklich traut auf den Putz zu hauen, schafft es im Rahmen einer gewaltfreien Zielsetzung vielleicht leichter. Weil das auf den Putz hauen nur ein harmloser Wegabschnitt ist. Wenn das auf den Putz hauen in gewaltfreier bzw. möglichst reduzierter Form statt findet. Zwischen gewaltfrei auf den Putz hauen und tatsächlich Gewalt ausüben ist ein großer Unterschied. Den zu kennen, wird es meiner Meinung nach auch Menschen mit Aggressionshemmung erleichtern Wut los zu werden.

Zitat:
Gewaltfreie Kommunikation ist dann eine Äußerung innerer Freiheit, wenn man auch anders kann. Wenn man aus innerer Freiheit dahin kommt.


Ganz ehrlich, ich glaube ein jeder Mensch kann auch anders. Es geht ja um körperliche, verbale, strukturelle, kulturelle, ... Gewalt an sich oder/ und an andere. Wer schlecht mit unangenehmen Gefühlen umgehen kann, findet verschiedene Wege damit umzugehen. Bewusst oder Unbewusst. Gewaltvoll bis zu Gewaltarm bzw. -frei.


Zitat:
Es kommt manchmal nicht darauf an, wie einer an der Oberfläche ist. Sondern wie er tief drinnen dazu gekommen ist zu sein, wie er ist.


Das ist glaub ich ein weites Feld. Aus meiner Sicht ist es ein Zusammenspiel von Genetik, Umwelt und hoffentlich freiem Willen.

Zitat:
Dass man von einem Menschen vermutet, der brauche derzeit das auf den Putz Hauen, beinhaltet freilich eine Diagnose und oft genug eine gewagte. Ich würde die darum nicht laut vor mir her tragen. Still bei sich denken mag jeder, wie es ihm kommt.


Eine Vermutung darüber was wer braucht, würde ich noch nicht als Diagnose sehen. Sondern als Vermutung, die sich von der jeweiligen Person überprüfen läßt. Bei psychiatrischen Diagnosen hat das letzte Wort die Fachkraft, nicht die Person selbst. Und damit ist es ein Urteil.

Zitat:
Es ist halt manchmal tragisch-komisch. Psychologie trägt doch ein einzigartig großes humanistisches Potential in sich: Menschen zu verstehen so, wie sie sind und gerade in ihren "störenden" Anteilen. Anstelle dessen wird Psychologie nicht selten als Allzweck-Waffe eingesetzt: den anderen scharfsinnig zu zerlegen in nur noch störende Anteile... Wir kennen das wohl alle und ich meine hier keinen Vorgang etwa im Forum. Ich meine Erfahrungen aus der sonstigen realen Welt. - Ob man so sprechen kann, ohne von gewaltfreier Komunikation weg zu kommen?


Ja, so kommt es mir mitunter auch vor. Ganz egal wo. Auch bei mir selbst bemerke ich oft genug, wie verurteilend ich nicht nur im ersten Moment denke. Umso näher mir die betreffende Situation geht desto schwieriger ist es für mich etwas anderes als meine verurteilenden Gedanken zu denken und verschiedenste Sichtweisen zuzulassen.
Gleichzeitig versuche ich mir gegenüber nachsichtig zu sein, und bin das auch oft. Üben, üben, üben ... damit der eigene "Lebensgarten" gedeiht. Es macht mir letztlich Freude. Und zwischendurch haue ich manchmal auf den Putz. Nach Möglichkeit für mich alleine, um meine Gedanken und Gefühle zu klären. Manchmal haue ich leider daneben, ich kränke wen oder ich tue mir selbst nichts gutes, bin wütend, schlecht gelaunt,... ich hab nicht immer alles was ich brauche und doch hab ich sehr viel, sobald ich genauer darüber nachdenke. Dazu habe ich den Wunsch, mein Leben mit zunehmenden Alter weiter zu bereichern. Jetzt im Mutterschutz fällt mir wieder einmal ganz besonders stark auf, wie schön es ist für solche Gedanken überhaupt zu haben und wie wichtig es für mich ist, mir diese Zeit zu nehmen.

Lg
S.


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