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 Betreff des Beitrags: wow! Tilde...über J.G.
BeitragVerfasst: 19.10.2009, 09:33 
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Championtipper
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Registriert: 07.02.2008, 12:33
Beiträge: 1656
Hallo Tilde

einige hier sind dir sehr dankbar und froh darüber und schätzen, was du da tust.
Aber ganz schön viel.

Tiegerauge, schrieb in ihrem Thread einen Stop! Bitte Rücksicht nehmen? Hmm?

Schau ich habe aus dem aktuellen Thread mal deine Zitate zusammen getragen.

Kannst du uns echt bitte noch folgendes von ihm zitieren: Was mit Frauen passiert, die zuviel geben? Iergendwo las ich das mal von ihm.

lg

Zitat:
Über die ANZIEHUNG von Mann und Frau. Worauf es dabei ankommt. Wir beginnen mit der _destruktiven_ Anziehung. Um es zu verdeutlichen.


Danach kommt die _konstruktive_ Anziehung, um es zu beschreiben.
Ich glaub wir haben hier im Forum so einiges vergessen oder ignoriert mit der Zeit. Aber iesch hab ja alle Bücher da, nech, ich wohn ja in ner Bibliothek *grinz* und natürlich auch von Gray.

No problem. Ich werde es für Euch nochmal hier ziteren und niederlegen.



Ich zitiere John Gray "Mars sucht Venus, Venus sucht Mars"
S. 377


Destruktive Anziehung:

WARNHINWEISE FÜR FRAUEN, DASS SIE SICH ZU DEM FALSCHEN HINGEZOGEN FÜHLT
(diese Warnhinweise gelten für Frauen! Bei Männern (!) sind sie keine Warnhinweise!)

Wenn eine Frau das Gefühl hat, dass sie mehr gebraucht wird, als dass ihre Bedürfnisse befriedigt werden, befindet sie sich in einer ungesunden Anziehung. Sie fühlt sich sehr stark angezogen - aber sie ist nicht zufrieden.

- Sie hat das Gefühl, dass sie nichts will, als ihn zu lieben und es ist ihr gleichgültig, was sie dafür bekommt. Das klingt vielleicht edelmütig, aber es SCHWÄCHT IHN - und am Ende wird er sie trotzdem verlassen und sie sich ärgern

- Sie spürt das Potential eines Mannes (ACHTUNG PAMINA!!!!! DER IST FÜR DICH HIER!) und glaubt, dass er mit ihrer Hilfe großartig sein könnte. Wenn aber eine Frau das Ansehen für den (emotionalen, beruflichen, finanziellen) Erfolg eines Mannes beansprucht, SCHWÄCHT SIE IHN, und er wird sie sehr wahrscheinlich eines Tages verlassen, um mit einer neuen Frau einen unbelasteten Neuanfang zu machen. Er BRAUCHT eine Frau, für deren Glück ER verantwortlich ist. Sonst fühlt er sich geschwächt.

- Ein Mann zeigt destruktive Verhaltensweisen und sie glaubt, ihm helfen zu können. Eine solche Anziehung entsteht, weil sie ein zu schwach entwickeltes Selbstwertgefühl hat. Dieses schwache Selbstwertgefühl bei ihr steigt, wenn sie sich selbst keine Schuld an ihren EIGENEN Problemen geben muss, nämlich dass es ihr schlecht geht. Sie weicht der Wahrheit aus, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich ist, und zwar einen "fertig entwickelten" Mann anzuziehen wo sie nichts mehr zu tun hat.

- Sie fühlt sich unmittelbar angezogen, OHNE einen Mann überhaupt längerfristig kennengelernt zu haben. Dies ist ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass sie sich in ein Fantasiebild verliebt hat. Sie spricht auf das an, was dieser Mann sein könnte. Aber vermutlich nicht ist.

- Sie ist begierig danach, einem Mann entgegenzukommen. Sie will ihm gefallen. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie glaubt, von einem Mann bekommen zu können, was sie eigentlich braucht, aber noch nicht von ihm bekommen hat. Dadurch SCHWÄCHT sie ihn und sollte sich zurückhalten, bis ihre Bedürfnisse wirklich befriedigt worden sind von ihm. Dann darf sie ihm auch einmal entgegenkommen.

- Sie verspürt eine starke Zuneigung, weiß aber zugleich, dass sich ein Mann noch ändern muss, wenn sie bekommen will, was sie BRAUCHT. Sie hofft dass ihre Liebe ihn ändern wird. Dadurch SCHWÄCHT SIE IHN. Sie sollte sich hüten irgendwas zu geben oder von ihm zu erwarten. Das wird nicht funktionieren.

- Sie fühlt sich von einem Mann nicht respektiert. Aber sie versteht und durchschaut, warum er sie nicht respektieren kann (eigene seelische Probleme). Er rechtfertigt seine Respektlosigkeit, indem er ihr oder seiner Vergangenheit die Schuld gibt. Bleibt sie bei ihm, SCHWÄCHT SIE IHN (...)

- Sie verspürt starke sexuelle Anziehung, aber sie hat kein Vertrauen, dass ihre sonstigen Bedürfnisse jemals befriedigt werden.

---------
In einer konstruktiven Anziehung bringen Mars und Venus die BESTEN Seiten aneinander zum Vorschein.

In einer DESTRUKTIVEN ANZIEHUNG bringen Mars und Venus die SCHLECHTESTEN Seiten zum Vorschein.



Zur Erinnerung:

Mars
-> ARCHETYP (seine "Bestimmung im Universum", seine GÖTTLICHKEIT): DER HELD, DER EROBERER. Der, der über SICH HINAUSWÄCHST.,

-> Luziferanischer Schattentyp (die Verkehrung ins Gegenteil, Satan jetzt):
DER BRUTALE. DER SCHADENFREUDIGE. DER ZERSTÖRER. DER, DER IN EINER LÜGE LEBT UND DESHALB GLAUBT, DASS ER NICHT ÜBER SICH HINAUSWACHSEN KANN.*)



Venus
-> ARCHETYP (ihre "Bestimmungim Universum", ihre GÖTTLICHKEIT): DIE SCHÖNHEIT. DIE MUSE. DIE WAHRHAFTIGKEIT. DIE ANZIEHENDE (auch geistig-spirituell übrigens.....). DIE WERTVOLLE.

-> Luziferanischer Schattentyp: DIE NUTTE. DIE FRAU, DIE IN EINER LÜGE LEBT. UND DESHALB NICHTS BESONDERES IST UND SICH DIE ERFÜLLUNG IHRER BEDÜRFNISSE "VERDIENEN" MUSS. MIT DEM WAS SIE HAT: -> DIE NUTTE.



--------
Darüber könnt Ihr jetzt diskutieren.
Es ist nunmal die Wahrheit. Sehe ich so. Ich sehe da durchaus ein göttliches System hinter. Es geht darum, dass beide, Mars und Venus, AN SICH GLAUBEN, weil sie an etwas Höheres glauben.

Wenn sie das nicht tun, dann fallen sie in den Schattentyp. Und Luzifer hat gewonnen.


*) hüstel: Ihr seht, Gott ist mal wieder kein Idiot, sonst wäre es keiner. Da spiegelt sich der Makrokosmos durchaus nämlich im Mikrokosmos in Nuce wieder *hüstel*. Wir leben in einer SCHÖPFUNG. Das ist ein KUNSTWERK, Leute. SEHT IHR DAS NICHT?

Offenbar nicht. Luzifer hat wieder alle Arbeit geleistet.
Wird spannend werden die nächsten Jahre.



WARNHINWEISE FÜR MÄNNER, dass sie sich in einer destruktiven Anziehung befinden

- er fühlt sich zu wohlhabenden Frauen hingezogen, um finanziell besser gestellt zu sein

- er möchte mit einer Frau zusammenziehen, um sich die Miete zu teilen (er könnte stattdessen aber ebensogut eine kleinere Wohnung beziehen)

- er möchte sexuellen Genuss mit einer sexuell attraktiven Frau. Aber er weiß genau, dass er keine längerfristige Beziehung mit ihr möchte

- er verliebt sich in die Frau, die ihn in einer Krise "aufgepäppelt" hat. Diese Anziehung muss sich erst bewähren, wenn er wieder "in seiner vollen Kraft und Stärke" steht. Seine Liebe kann sich nicht in Dankbarkeit erschöpfen, dafür dass er bekommt, was er braucht

- er ist an einer Frau interessiert, die für ihn nicht frei ist.

- er sagt einer Frau, dass er sie liebt, aber er kann sie nicht zufriedenstellen. So entsteht eine Hassliebe. Sie muss ihm das Gefühl geben, dass er und das, was er zu bieten hat, ihr genügen. So gewinnt er an Stärke.

- er fühlt sich zu einer Frau hingezogen, die ihm sagt: "Du bist nicht wie die anderen. Du bist der erste, der anders ist." Das klingt wie ein Kompliment - aber in Wahrheit verrät es nur, dass sie noch enorme Probleme mit Männern und ihrer eigenen Weiblichkeit hat.

- er hat eine Art Beziehung zu einer Frau und fühlt sich zugleich zu einer anderen hingezogen. Wenn er dies noch fördert, indem er mit der anderen flirtet, stärkt dies sein Interesse an ihr. Dann aber kann seine Zuneigung in seiner ersten Beziehung nicht wachsen. Er muss sich entscheiden.

- er spürt, dass eine Frau ihn braucht und gern hat. Deswegen will er die Beziehung nicht beenden. Aber er weiß, dass sie nicht die Richtige für ihn ist. Dies schwächt ihn.



-------

wiederum hier:
-> Es bringt nur die schlechtesten Seiten von Mars hervor (siehe oben, den Schattentyp). Und bei ihr sehr wahrscheinlich ebenso.



DESTRUKTIVE AUSLEBUNG DES ARCHETYPS:

Ursachen für Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit und Depression - Unterschiede bei Mann und Frau (hat mich besonders interessiert, da ich ja - diagnostiziert, weißte ja als Ärztin, depressiv bin. Auch Antidepressiva nehmen muss - Trevilor, ordentliche Dosis davon):


Achtung, ich zitiere wieder (Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 330)

- Bei Frauen ist der Hauptgrund für Niedergeschlagenheit das Gefühl der Isolierung. Frauen sind am unglücklichsten, wenn sie das Gefühl haben, dass sie ALLES ALLEINE MACHEN müssen. Niemanden zu haben, der für sie da ist. Dieses Gefühl, ganz alleine auf sich gestellt zu sein und auch noch die ganze Verantwortung für andere tragen zu müssen, depremiert sie.

- Bei MÄNNERN ist es genau umgekehrt:
-> Wenn ein Mann das Gefühl hat, für sich selbst ohne jegliche Unterstützung verantwortlich zu sein, gibt ihm das ein gutes Gefühl. Wenn er auch noch was für andere tun kann und diese unterstützen kann, gibt ihm das ein NOCH BESSERES Gefühl. Je mehr er andere unterstützen kann, je mehr andere ihn brauchen, umso stärker wird er und umso wohler fühlt er sich. Er ist rundum zufrieden.
- Männer sind am unglücklichsten, wenn man ihre Dienste nicht in Anspruch nimmt. Der Hauptgrund für Depression bei Männern ist ARBEITSLOSIGKEIT oder eine ZU GERINGE AUSLASTUNG.


- Ein Mann ist am glücklichsten wenn er Verantwortung trägt. Für sich und andere. Je mehr er gefordert wird und Verantwortung für sich und andere trägt, ohne Unterstützung zu bekommen, umso wohler fühlt er sich.
- Frauen dagegen werden niedergeschlagen und depressiv, wenn sie zu sehr in Anspruch genommen werden. Es gibt viele (ACHTUNG LUCA und Mädelz!! Der hier ist mir nur zu gut bekannt!) Es gibt viele erfolgreiche Frauen, die regelmäßg Medikamente einnehmen oder wegen Depression in Behandlung sind. Der Grund ist nicht, dass sie sich etwas unnütz vorkämen, sondern DASS SIE NICHT BEKOMMEN, was SIE brauchen.


(GRUNZ!!!!!!!!!!!!!! )

Hat man erstmal verstanden, was ein Mann braucht um sich gut zu fühlen, und was eine Frau braucht, um sich gut zu fühlen, und was sie hingegen deprimiert, dann versteht man auch WARUM ein Mann eine Frau braucht.


Nachfolgend einige seiner Bedürfnisse (ich zitiere immer noch, S. 331 ff.)



Warum ein Mann eine Frau braucht:

- er braucht jemanden, für dessen Bedürfnisse er sorgen darf
- er braucht jemanden, der ihm vertraut und der sich darauf verlässt, dass er für alles sorgt
- er braucht jemanden, der ihn inspiriert, so gut zu sein, wie er nur kann
- er braucht jemanden, der seine Leistungen gut findet und auf diese anspricht
- er braucht jemanden, der seine Pläne und Vorschläge gut findet
- er braucht jemanden, der ihm seine Fehler verzeiht
- er braucht jemanden, der ihm Bewunderung zollt für alles, was er getan hat und leistet
- er braucht jemanden, der SEINE BESTEN EIGENSCHAFTEN schätzt, wie z.B. Loyalität, Humor, Stärke, Mitgefühl, Mut, Zielstrebigkeit

[Zitat mal eben Ende, Einschub von mir:]
-> Wird jetzt eventuell mal klarer, warum ich mir seit Monaten Gedanken darüber mache, WAS ICH BRAUCHE und WAS FÜR EIGENSCHAFTEN der Typ haben muss, damit BEIDE was davon haben?

*Grunz*
(aber ich bin hier ja nur weil ich "nicht ausgelastet" bin und "frustriert" und "keine Schnitte bei Männern habe" und "mal lieber den lieben, netten nehmen sollte, egal was er MIR zu bieten hat") (Manchmal kotzen könnt vor Doofheit hier im Forum. Grunz!) Hauptsache ER kriegt was er will. (Nur leider nur kurzfristig, so kann es nämlich nicht funktionieren.) Meine Bedürfnisse spielen dabei ja keine Rolle, ne?Ich mein, ich kann natürlich auch "so TUN" "als ob" ich seine Eigenschaften "toll" finde und ihn dafür bewundere.

funktioniert bestimmt!



Weiter im Zitat (Aszendent Mars von mir muss das jetzt mal fix durchziehen hier und zu Ende bringen):

"Mars sucht Venus, Venus sucht Mars", S. 320)

Fallbeispiel von John Gray an dieser Stelle, wenn Männer "keinen Zugang zu ihrer inneren Männlichkeit, Kraft und Stärke haben" (also woran das liegt, wo sie schrauben müssen)


Jasons Einwände

Jason wollte davon nichts wissen. Er sagte: "Moment mal. Ich möchte eine Frau, die ebenfalls verantwortungsbewusst ist. Ich möchte nicht für alles zuständig sein."

Aber Jason hatte noch nicht erfahren, wie erfüllend es für einen Mann ist, Verantwortung zu tragen und dabei erfolgreich zu sein. Er wuchs in einer Familie OHNE VATER auf und war von seiner Mutter GEGÄNGELT und KRITISIERT worden. Er war sein ganzes Leben von Frauen umsorgt worden.
-> er KANNTE die Befriedigung (noch) nicht, die es für einen Mann bedeutet, für sich ganz alleine Verantwortung tragen zu können und müssen.
-> Er hatte auch NICHT DAS VERTRAUEN, dass er eine Frau glücklich machen könne. Ihm fehlte das SELBSTVERTRAUEN.
-> Weil auch sein Vater seine Mutter nicht hatte glücklich machen können.
Seine Mutter ging nicht auf seine Pläne ein, sondern kritisierte ihn stattdessen. Sie gängelte ihn. Das ist fatal für einen Mann.

-> Er war nunmal ein Junge gewesen und hätte eine völlig andere Unterstützung bei der Erziehung gebraucht. Die es ihm erlaubt hätte mit sich im Reinen zu sein und kraftvoll zu werden.

-> Die Folge war, dass er im späteren Leben das RISIKO vermied, wieder zu scheitern, und deshalb den FRAUEN die Verantwortung überließ und überlassen wollte.

-> Jason war ein verspielter, witziger und unterhaltsamer Mann. Aber er hatte es mit 47 immer noch nicht geschafft, (...).


-> Indem er sich nun BEWUSST entschied, MEHR Verantwortung zu übernehmen, konnte er schließlich wachsen, stärker werden und immer mehr die Erfüllung erleben, die dies einem Mann bringt.






WARUM EINE FRAU EINEN MANN BRAUCHT

(John Gray "Mars sucht Venus, Venus sucht Mars")

S. 333


"In früheren Zeiten hatten Frauen nicht die Möglichkeit, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen. Sie _mussten_ einfach einen Mann haben, um überleben zu dürfen. Diese Hilflosigkeit machte sie aber _gerade_ sehr attraktiv für Männer. Denn genau das gab ihnen das Selbstvertrauen, einer Frau das zu geben, was sie braucht. Mehr war dazu nicht nötig. Es reichte, sie zu ernähren und die Frauen waren dankbar.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Frauen sind nicht mehr hilflos. Sie brauchen Männer nicht mehr in derselben Weise wie früher. Das erfordert bei Männern ein enormes Umdenken, was für Frauen für sie überhaupt noch in Frage kommen. Durch ihre besser Ausbildung und die verbesserten Chancen auf dem Arbeitsmarkt übernehmen Frauen heute Verantwortung für sich selbst. Das ist positiv. Aber es erzeugt auch NEUE PROBLEME.

Es ist sogar so, dass GERADE ERFOLGREICHE und SELBSTVERANTWORTLICHE Frauen für Männer weniger Anziehungskraft besitzen. Ein Mann verliert SOFORT das Selbstvertrauen, dass er ihr geben kann was sie braucht. Und gibt hässliche Dinge von sich. Je mehr hässliche Worte ein Mann benutzt, der einer Frau gegenüber steht, umso größer seine Verunsicherung. Ein Mann der hässliche Worte sagt, bezeugt damit immer einen Mangel an Selbstvertrauen.

Aber in heutigen Zeiten ist es schwierig für einen Mann, überhaupt noch das Selbstvertrauen zu haben, von einer Frau GEBRAUCHT zu werden.


Will eine FRAU MIT SICH SELBST ZUFRIEDEN UND ZUGLEICH (!!!), ohne hilflos zu sein, FÜR MÄNNER ANZIEHEND SEIN, genügt es aber nicht(!) bloß einen Mann zu nehmen.

Sie _muss_ lernen, IHRE BEDÜRFNISSE wahrzunehmen und auch _auszudrücken_. Sie braucht einen Mann der auf ihre Bedürfnisse _zugeschnitten_ ist.



Kluge Frauen wissen, dass man einen Mann vertreiben kann, wenn man allzu bedürftig daherkommt. Aber LEIDER verfallen viele Frauen IN DAS ANDERE EXTREM:

Sie muss sich darüber klarwerden, je WENIGER sie einen Mann im TRADITIONELLEN SINNE (zur Versorgung) braucht, UMSO MEHR BRAUCHT SIE IHN IM EMOTIONALEN und SEELISCHEN und GEISTIGEN Sinne.



Warum Frauen (heutzutage) einen Mann brauchen

- Sie braucht die Aufmerksamkeit eines Menschen, der sie gerne hat
- Sie braucht die Hilfe eines Menschen, der bereit und auch in der Lage dazu ist, ihre Bedürfnisse zu erfüllen
- Es muss auch einmal eine Zeit in IHREM Leben geben, in der es nicht nur darum geht WAS ALLE ANDEREN wollen, sondern was SIE will
- Sie braucht eine Auszeit davon, sich um all die Wünsche und Bedürfnisse der anderen zu kümmern mit jemanden, der sich mal ihrer Wünsche annimmt
- Sie braucht jemanden, der sie sexuell begehrt und sie attraktiv findet
- Sie braucht jemanden, der in der Lage ist, zu begreifen, womit sie gerade zu tun hat und der ihre Gefühle diesbezüglich respektiert
- sie braucht jemanden, für den sie etwas Besonderes ist
- Sie braucht jemanden, der ihr im Leben beisteht damit sie nicht alles alleine tun muss
- Sie braucht jemanden, für den sie leidenschaftliche Intimität fühlen kann
- Sie braucht jemanden, der weiß was sie mag und der einen Plan macht, so dass sie sich keine Gedanken mehr darum machen muss




John Gray fasst diesbezüglich zusammen:

Eine Frau braucht jemanden, den sie einstellen kann.
Und ein Mann braucht einen Job.

Das ist die moderne Beziehung.

(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 332)

So funktioniert es. Anders als früher.
Das ist die KONSTRUKTIVE Anziehung.


Und deswegen, und nur deswegen, versuche ich hier eben sehr gründlich herauszufinden, was ich überhaupt brauche. Das ist nämlich gar nicht so einfach heutzutage, herauszufinden als Frau "Wozu sie überhaupt einen Mann braucht". Ist so.


Am besten war noch dieser "Mike" vorhin, nach dem Motto: "Denke nicht soviel drüber nach, was für Eigenschaften ein Mann haben sollte, den Du überhaupt gebrauchen könntest. Nehme so einen wie MICH!"

Ja.
Iss gut.

Der nächste bitte.


Fazit - Gray:
Männer müssen lernen, begehrenswert zu sein. Frauen müssen lernen, zu begehren. Aufgrund der Tradition und der bisherigen Geschichte, dass Frauen einen Versorger brauchten, sind diese beiden Eigenschaften genau andersrum ausgeprägt: Frauen haben gelernt, begehrenswert zu sein. Männer haben gelernt zu begehren.

Doch so ist eine Beziehung zum Scheitern verurteilt, aufgrund der finanziellen Unabhängigkeit der Frauen heutzutage.



Wie ein Mann die richtige Partnerin findet:

(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 67):

Wenn uns jemand besonders zusagt, dann beginnen wir automatisch und zu fragen, ob wir diese Verbindung intensivieren wollen.

In dieser Phase der Ungewissheit (Phase 2) muss sich ein Mann folgende Fragen stellen:

- Könnte ich dasjenige haben, was sie braucht, um glücklich zu sein (früher: Versorgung. Heute: Eigenschaften)
- Möchte ich Ihr das geben, was sie braucht, um glücklich zu sein?
- Könnte ich der Richtige für sie sein?
- Macht es mich glücklich und stark, wenn ich sie glücklich mache und ihr gebe, worauf sie anspricht?


Wenn ein Mann im Laufe der Zeit entdeckt, dass er alle diese Fragen mit "Ja" beantworten kann, dann sollte er einen Versuch wagen.

Dies ist der Grund, warum sich ein Mann auch beim Kennenlernen um absolut alles kümmern muss. Nur so kann sie sehen, ob er hat, was sie braucht. Stellt sie fest, dass er es nicht hat, dann passen sie nicht zusammen und er kann sich nach jemand anderem umsehen.

Wenn ein Mann die Bedeutung dieser Phase nicht verstanden hat, dann begeht er den entscheidenden Fehler, sich zu fragen, OB SIE HABEN KÖNNTE, was er braucht. Statt zu prüfen, ob ER eine Frau erobern und glücklich machen kann, beginnt er sich zu fragen, ob SIE ihm geben kann, was er braucht.

Wenn ein Mann aber vor allem daran denkt, was ER SELBST haben möchte in einer Beziehung, dann wird er die Frau seines Lebens niemals finden.

Wenn er sich hingegen die Frage stellt: "Bin ich der richtige Mann für sie?" Wird er Klarheit finden.

(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, Zitat Ende. Seite 69).



Wie ein Mann die richtige Partnerin findet:

(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 67):

Wenn uns jemand besonders zusagt, dann beginnen wir automatisch uns zu fragen, ob wir diese Verbindung intensivieren wollen.

In dieser Phase der Ungewissheit (Phase 2) muss sich ein Mann folgende Fragen stellen:

- Könnte ich dasjenige haben, was sie braucht, um glücklich zu sein (früher: Versorgung. Heute: Eigenschaften)
- Möchte ich Ihr das geben, was sie braucht, um glücklich zu sein?
- Könnte ich der Richtige für sie sein?
- Macht es mich glücklich und stark, wenn ich sie glücklich mache und ihr gebe, worauf sie anspricht?


Wenn ein Mann im Laufe der Zeit entdeckt, dass er alle diese Fragen mit "Ja" beantworten kann, dann sollte er einen Versuch wagen.

Dies ist der Grund, warum sich ein Mann auch beim Kennenlernen um absolut alles kümmern muss. Nur so kann sie sehen, ob er hat, was sie braucht. Stellt sie fest, dass er es nicht hat, dann passen sie nicht zusammen und er kann sich nach jemand anderem umsehen.

Wenn ein Mann die Bedeutung dieser Phase nicht verstanden hat, dann begeht er den entscheidenden Fehler, sich zu fragen, OB SIE HABEN KÖNNTE, was er braucht. Statt zu prüfen, ob ER eine Frau erobern und glücklich machen kann, beginnt er sich zu fragen, ob SIE ihm geben kann, was er braucht.

Wenn ein Mann aber vor allem daran denkt, was ER SELBST haben möchte in einer Beziehung, dann wird er die Frau seines Lebens niemals finden.

Wenn er sich hingegen die Frage stellt: "Bin ich der richtige Mann für sie?" Wird er Klarheit finden.

(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, Zitat Ende. Seite 69).



Die Männer hier haben eindeutig - meiner bescheidenen Einschätzung nach- erhebliche Probleme mit ihrer männlichen Seite. (Wo wird das was ich am besten kann überhaupt gebraucht? Was für Eigenschaften habe ich, für die ich Applaus bekommen könnte und Anerkennung? Wo gehöre ich überhaupt hin? Beziehungsweise: Was hat mich so schwach gemacht, dass ich eine frau brauche, die mir ein bisschen was abnimmt wenn es darum geht, was zustande zu bringen? Was war denn da los früher im Elternhaus mit Mamma und Pappa?)

Die Frauen hier mit ihrer weiblichen - einschließlich meiner Wenigkeit.
( Was brauche ich überhaupt und wie soll er denn sein, der Gute? Und was ist überhaupt in meiner Kindheit passiert, dass ich meine Bedürfnisse solange unterdrücken musste, bis ich sie selbst nicht mehr spüren konnte so dass ich es bis heute nicht weiß. WAS für einer gehört überhaupt zu MIR?)

Und genau das ist fatal für Beziehungen.


aber seht zu.



So, dann hab ich diese Etappe erstmal abgeschlossen. Ich hoffe Ihr könnt was für Euch rausziehen.

Ich empfehle das Buch tatsächlich immer noch. Öffnet einem die Augen. Was überhaupt mit einem los ist.


Die männliche und die weibliche Seite in einem selbst. Ganz wichtig. Das ist das einzige Problem.

- kleiner Psychologie-Unterricht am Rande -
Tilde



(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 323):

Warum manche Frauen keinen Mann finden

Frauen haben heute soviel Selbstverantwortung übernommen, dass es nicht mehr einleuchtend erscheint, wozu sie einen Mann brauchen. Früher war es hier (und ist es in anderen Kulturen und Ländern immer noch) selbstverständlich, dass eine Frau auf den Schutz und die Versorgung durch einen Mann absolut angewiesen war.

Heute jedoch kann sie auf eigenen Beinen stehen.

Um überhaupt den Weg zu einer Beziehung zu ebnen, muss eine Frau also zunächst enorm gründlich für sich die Frage klären, wozu sie einen Mann braucht, auch wenn das viel Zeit für sie in Anspruch nimmt und gewiss nicht leicht für sie herauszufinden ist. Je selbstständiger sie ist, umso weniger braucht sie einen Mann im traditionellen Sinne, der sie materiell versorgt und beschützt. Aber es wird schwierig werden für sie, den richtigen zu finden, weil sie eben keinen braucht.

Hier ist das Geheimnis:
Frauen erleben heute eine tiefe Sehnsucht nach jener intimen Leidenschaft, die nur durch gute Kommunikation und Seelenverwandtschaft, einer wahrhaft romantischen Liebe, zu erfüllen ist. Das Denken der Frauen hat sich hierzulande in den letzten 15 Jahren enorm geändert.



Das Dilemma starker und dynamischer Frauen (ich schaue gebannt in die Runde, Mädelz! Und reihe mich mit ein! )

WAS FRAUEN ANTWORTEN, WENN MAN SIE FRAGT,OB IHNEN EINE BEZIEHUNG ZU EINEM MANN FEHLT:

-> Nein. Das habe ich hinter mir. Vielleicht mal einen guten Freund, mit dem ich mich austauschen kann.

-> Nein, ich bin jetzt ganz glücklich. Ich möchte einfach jemanden, mit dem ich zu Parties und ins Theater gehen kann.

-> Nein. Eigentlich nicht. Ich habe mir bereits einen Hund gekauft. Aber es wäre schön mal wieder gemeinsam mit einem Mann auszugehen.

-> Nein, ich kann für mich selbst gut sorgen. Ich hätte nur irgendwie gerne einen Gefährten...

-> Nein, ich brauche wirklich keinen Mann. Aber manchmal habe ich Sehnsucht nach Liebe und Romantik. Vielleicht dafür.

-> Nein. Wirklich nicht. Ich brauche keinen Mann. Ich könnte mir allerdings vorstellen, mit einem Mann auszugehen, der ein Seelenverwandter wäre.


Diese Antworten bringen das Problem auf den Punkt. Frauen haben jahrelang dafür gekämpft, autonom und unabhängig zu sein. Das haben sie bekommen. Doch im Gegensatz zum Mann, der wirklich von Natur aus eine Frau braucht, alleine sexuell, kann bei ihnen das Bedürfnis dafür, was sie jetzt wirklich brauchen, sehr abhanden kommen, wenn sie nicht gezielt danach suchen, wozu sie einen Mann brauchen könnten.

Aber auch Frauen, die aus Ländern stammen, wo sie noch auf einen Mann der sie versorgt und beschützt aufgrund der bedrohlichen Umstände, angewiesen sind, können durchaus von den Erkenntissen der selbstständigen und unabhängigen Frauen profitieren, was ihnen eventuell zusätzlich guttun würde, auch wenn es zunächst für sie um das nackte Überleben geht und sie hinsichtlich eines Mannes, der sie möchte, nicht besonders wählerisch sind.


Eine starke, selbstständige Frau hingegen muss gezielt in ihrem Bedürfnis nach ROMANTIK, SEELENLIEBE, FREUNDSCHAFT und guter KOMMUNIKATION suchen, und dieses immer mehr für sich selbst konkretisieren.

Sie muss herausfinden, wie ein Mann sein müsse, welche Eigenschaften er haben muss, um ihr dieses höhere Bedürfnis zu erfüllen.

Sie muss sich zugestehen, dass sie eben DOCH einen Mann braucht, und zwar aufgrund ihrer seelischen, geistigen, und spirituellen Bedürfnisse. Diesen Wünschen in sich muss sie nachspüren..........


Aber auch Frauen, die aufgrund ihrer hilflosen Situation in erster Linie an einem Versorger der ihnen Schutz und Sicherheit zukommen lässt, interessiert sind, und denen es weniger um geistige Übereinstimmung oder Romantik dabei geht, können hier dazulernen.



-> Siehe, die Bedürfnisse einer Frau.



FAZIT: EINE FRAU BRAUCHT EINEN MANN, UM SICH ALS FRAU ZU FÜHLEN!

JE MEHR EINE FRAU (ACHTUNG MÄDELZ!) IM BERUF "IHREN MANN" STEHT, UMSO MEHR BRAUCHT SIE EINEN MANN IN IHREM LEBEN, BEI DEM SIE "SICH ALS FRAU FÜHLEN DARF".




Diese Erkenntnis, dass es jetzt um geistig-seelische Übereinstimmung geht und gegenseitige Inspiration, verleiht einer Frau auch den Durchbruch zu einer neuen - für den richtigen Mann enorm anziehenden Haltung:

DASS SIE EINEN MANN BRAUCHT!


Nachtrag von Tilde
(Zitat an anderer Stelle): Männer brauchen das Gefühl "gebraucht" zu werden. Sonst werden sie aggressiv und ängstlich.


Wenn sie aber eine neue empfängliche Haltung einnimmt, dass sie Sehnsucht nach einem Mann hat, der ihr Seelengefährte sein könnte, dann strahlt sie eine völlig andere Haltung aus, als eine starke, dynamische, unabhängige Frau die sagt:

"Ich komme gut alleine klar."

(mars sucht venus, S. 324).



Das Dilemma starker und erfolgreicher Frauen

Frauen, deren Bedürfnisse in der Kindheit nicht erfüllt wurden im Elternhaust, haben von früh auf an gelernt autonom zu sein und sich durchzusetzen. Ihre männliche Seite ist gut entwickelt. Sie wissen wie man erobert. Wären sie ein Mann, sie würden jede Frau zum Dahinschmelzen bringen. Ihre Kraft und Stärke ist es, die sie autonom werden lässt und im Job hervorragende Erfolge einfährt.

Nur leider ist genau DIESE Stärke es, die sie in Liebesbeziehungen scheitern lässt.

Wir erinnern uns: Ein Mann braucht das Gefühl, dass er gebraucht wird. Steht ihm nun eine besonders erfolgreiche, starke Frau gegenüber fühlt er sich sofort wie ein armes Würstchen und beginnt, aggressiv um sich zu beißen und hässliche Dinge über die Frau zu sagen.

Erstaunlicherweise kann derselbe Mann, der ein hilfloses Hascherl sieht, auf einmal vollkommen charmant und selbstbewusst werden: Er hat das Gefühl, sie könnte ihn gebrauchen.


Insofern müssen Frauen immer an die Verletzlichkeit von Männern denken, wenn sie einem gegenüber stehen: Sie dürfen untereinander und auch im Beruf "Flagge zeigen" und Dinge durchdrücken und Freude am Gewinnen und an ihrer Stärke haben. Doch sobald ein Mann in ihrer Nähe ist, sollten sie sich immer daran erinnern, dass ihn nichts so sehr ängstigt wie eine starke Frau, die ihn in seiner Männlichkeit in Frage stellt.


Fazit:
Ein Mann braucht eine Frau, UM SICH ALS MANN ZU FÜHLEN.


Doch starke und dynamische Frauen können diese Dilemma lösen. Wenn sie darauf achten, mit _besonders_ starken und männlichen Männern auszugehen, dann können sie so sein wie sie sind und ihm immer noch den Vortritt in seiner Kraft, Kompetenz und Stärke lassen. Sie sollten gezielt nach diesen enorm starken Männern Ausschau halten, damit ihre Beste Seite zum Vorschein kommt. Um mit weniger "bemannten" Männern gut auszukommen, im Job oder privat, genügt es, einfach mal ein bisschen "weniger stark" zu spielen, um sie zur Ruhe zu bekommen.


Bei Männern ist es wieder genau umgekehrt:
Bereiten ihm allzu dynamische und starke Frauen Angst, solte er gezielt nach hilfloseren, unselbstständigeren Frauen Ausschau halten, für die er "immer noch der Mann im Haus" ist.
Diese anhänglichen Frauen sind es, die das Beste in ihm zum Vorschein bringen.



Zusammenfassung:
Es muss halt passen.



Nächstes Kapitel - Das Geheimnis der Anziehung zwischen Mann und Frau


(Mars sucht Venus, Venus sucht Mars, S. 331)

Was einen Mann so besonders macht für eine Frau:
Jeder Mann hat per se die Fähigkeit, das Beste in einer Frau, die zu ihm passt zum Vorschein zu bringen, aber kaum ein Mann ist sich darüber bewusst WAS ihn für eine Frau so anziehend macht. Würden diese Männer sich einmal durch die Augen einer Frau sehen, würden sie sofort erkennen, WAS SIE UNWIDERSTEHLICH macht. Aber es ist fast unmöglich, dass ein Mann sich selbst so sieht. Er kann sich nicht vorstellen, dass er schon hat, was eine Frau am meisten begehrt. Stattdessen verhält er sich wie eine Frau, so wie er sich wünscht, dass sie IHM gegenübertreten sollte - und wird immer unattraktiver.

Was einen Mann in den Augen einer Frau so begehrenswert macht, ist, wenn er die FÄHIGKEIT ZEIGT, sie IHRE WEIBLICHKEIT fühlen zu lassen. Sobald einer Frau in der Gegenwart eines Mannes ihre Weiblichkeit bewusst wird, bringt dies das Beste in ihr zum Vorschein. Nur in dem Maße, wie ein Mann eine Frau sich "als Frau" fühlen lässt, wird sie auch durch seine besonderen TALENTE, MERKMALE, INTERESSEN, EIGENSCHAFTEN und FÄHIGKEITEN animiert.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
(ich mach das jetzt mal so wie Johnny, der hat da immer diese Schlangenlinien dazwischen, um seine Aussagen zu unterstreichen und auf den Punkt zu bringen)

WENN EIN MANN FÜR EINE FRAU NICHT "DAS GEWISSE ETWAS" HAT, WIRD ER NICHTS ERREICHEN. EGAL WIE REICH, GUTAUSSEHEND, WITZIG ODER ERFOLGREICH ER IST



DAS GEHEIMNIS DER MÄNNLICHKEIT


1. Merkmal der Männlichkeit: SELBSTVERTRAUEN

Die erste und wichtigste Eigenschaft, die ein Mann haben muss, um für Frauen BESONDERS attraktiv zu sein, ist SELBSTVERTRAUEN. Sie entspannt sich dann automatisch und, weil sie darauf vertrauen kann, dass sie bekommen kann, was sie braucht.

Wenn ein Mann KEIN SELBSTVERTRAUEN hat, bereitet ihr das Sorge und Stirnrunzeln. Ihre weibliche Seite, die sich entspannen möchte, gerät in Panik und SOFORT tritt IHRE EIGENE MÄNNLICHE SEITE, die SIE SCHÜTZEN will, in den Vordergrund. Sie kann nicht Frau sein. Doch eine Frau, die Vertrauen in einen Mann haben kann, weil er SELBSTVERTRAUEN ausstrahlt und besitzt, kann sich entspannen und weiblich sein.

Selbstvertrauen heißt keinesfalls, dass ein Mann bereits perfekt sein muss und alles bereits besitzen muss, was eine Frau braucht. Selbstvertrauen heißt vielmehr das Wissen, dass er in der Lage ist, alles zu ERREICHEN was sie sich wünscht und braucht, auch wenn es nicht immer sofort eine Lösung gibt und er nicht auf alles sofort eine Antwort hat. Selbstvertrauen heißt - GLEICHGÜLTIG WAS AUCH IMMER IN DER ZUKUNFT GESCHIEHT - er wird die Kraft und Fähigkeit haben, zu erreichen was auch immer nötig ist.


Männer und ihr Plan
Selbstbewusste Männer haben immer einen Plan. Frauen lieben Männer mit einem Plan. Frauen mögen es nicht, wenn ein Mann allzusehr von ihrer Anleitung abhängig ist. Frauen geben zwar immer gerne Ratschläge und Hinweise, aber am allerliebsten haben sie es, wenn sie überhaupt nichts tun müssen, weil er alles meistert.


Wenn Männer ihr Selbstvertrauen verlieren
Selbstvertrauen ist eine normalerweise angeborene Fähigkeit bei Männern. Aber sie können es verlieren. Vor allem, wenn sie etwas nicht verstehen. Besonders intelligente Frauen machen Männern unglaublich Angst. Aber auch emotionale Reaktionen, mit denen er nichts anfangen kann, können ihn dazu bringen, dass er sein Selbstvertrauen verliert.

Wenn ein Mann hässliche Dinge sagt und äußert in Gegenwart einer Frau, dann erlaubt dies ERHEBLICHEN ZWEIFEL an seinem Selbstvertrauen. Er ist offenbar im tiefsten Inneren davon überzeugt, nicht männlich genug zu sein. Er fühlt sich offenbar bedroht - und droht zurück.

(Bei Frauen ist dies anders. Frauen müssen einfach oft ihren Gefühlen Luft machen und meinen nicht alles so wie sie es sagen. Bei ihnen gelten völlig andere Regeln. )Oft sind sie nur mal wieder überlastet und möchten sich mitteilen. Es hat nichts damit zu tun, dass sie kein Selbstvertrauen in ihre Weiblichkeit hätten.


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Männer brauchen es, gebraucht zu werden. Und dafür in erster Linie Bewunderung zu bekommen.


Wenn Du jetzt Dir so nen Pillendreher zum Beispiel ziehst, ja, also so von wegen, die "innere Therapeutin" bei Dir (Der arme Mann, er BRAUCHT mich), dann kann das nicht funktionieren.


Also Du siehst ja - er ist happy mit seiner Putzfrau. Scharf und doof.
Der kommt klar auf die! Ich will das jetzt auch gar nicht kritisieren so, also weißte - die geben sich sicher "irgendwas" und dann soll es auch so sein.

Aber er war zu SCHWACH für Dich. Du brauchst nen besseres Format.




Aber - es gilt auch umgekehrt:
Was Frauen besonders attraktiv macht, ist nämlich EBENFALLS SELBSTVERTRAUEN. Aber - in einer anderen Weise ausgestaltetes Selbstvertrauen als die der Männer.

Und genau DA hapert es bei Frauen wie uns. Denn ich erinnere: Dass Menschen immer stärker und kompetenter werden, liegt einfach - wie beim Sport - an der Art der Forderung ihrer Selbst. Gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Wie beim Sport. Training. Muskelaufbau. Und dann immer höhere Ziele.


Nur sind starke Frauen NICHT UMSONST STARK und AUTONOM geworden. Das hatte einen Grund Pamina. Denn eigentlich ist das nicht ihre Erfüllung.

Der Grund war, dass IHRE BEDÜRFNISSE NICHT IM ELTERNHAUS ERFÜLLT WURDEN.


-> Ergo: Weibliches Selbstvertrauen ist schwach ausgeprägt. Daran muss sie gezielt arbeiten.


WEIBLICHES SELBSTVERTRAUEN:
Heißt - im Gegensatz zum männlichen Selbstvertrauen NICHT, dass sie alles alleine bewältigen kann, egal was da kommen mag. (Dieses männliche Selbstvertrauen ist gut bei starken Frauen ausgeprägt.)

Weibliches Selbstvertrauen - eine Eigenschaft, die sie für Männer besonders interessant und attraktiv macht - ist ihre Fähigkeit und Erfahrung, DASS DIE ANDEREN IMMER BEREIT SIND IHR ZU GEBEN WAS SIE SICH WÜNSCHT.


-> Und da komma zu den starken Männern. Sie mag ja ein gewisses Faible für diese starken Typen haben....... ein Mann mit "Format" wie Luca meinte, genau so ist es.

->> Nur sucht sie sich GEZIELT (!) schwache Männer aus, weil sie EBEN NICHT DAS SELBSTVERTRAUEN HAT, ZU BEKOMMEN, WAS IHR ZUSTEHT. Sie geht ganz gezielt nicht mit den Männern aus, die sie EIGENTLICH BRAUCHEN KÖNNTE. Weil sie sich nicht VORSTELLEN kann, dass diese IHR IRGENDETWAS GEBEN MÖCHTEN.


Da liegt die Krux. Wird klarer Mädelz? Sie traut sich nicht an die Männer heran, die die die richtigen für sie wären. Stattdessen geht sie "sicherheitshalber" eine Verbindung ein mit einem "schwachen" Mann, um ihm zu helfen.

-> Und dadurch entsteht dann eine destruktive Anziehung.



GENAU DAS IST MEIN PROBLEM. Und daran MUSS ich arbeiten.

Wir saan ja niescht umsonst starke Mädelz, nech? Das hatte ja seine Ursachen, warum wir so geworden sind (ich krieg sowieso nicht, was ich brauche.... seufz.)


Da liegt der Knacks bei Mädelz. Wir nehmen die Falschen. Hat seine Ursachen. Und genau DIESE falschen bestätigen immer mehr das Bild, "dass sie niemals von anderen bekommen wird, was sie braucht und immer und ewig für alles selber zuständig sein muss und darüberhinaus noch für andere."

Weil die Falschen, die Schwachen, ja "sich bedroht in ihrer Männlichkeit fühlen und noch EXTRA eins drüber hauen." Das sind unsere Erfahrungen - oder?


Starke Frauen VERMEIDEN ganz bewusst wieder den Schmerz zum tausendsten Mal nicht zu bekommen was sie brauchen, indem sie das RISIKO gar nicht erst eingehen. Sie gehen von vornherein eine Verbindung mit einem "bisserl schwach auf der Brust, aber den päppeln wir schon" ein, um diesen inneren SCHMERZ zu vermeiden.

Das ist das Problem STARKER Frauen. Und genauso wenig gesund wie das Problem SCHWACHER Männer.


Kein Stück besser sind wir. Nur umgekehrte Vorzeichen, weißte.



Und da schließt sich der Kreis zu Gray, "Männer sind anders, Frauen auch" (anderes Buch).

Ich zitiere daraus:


"DIE GRÖSSTE ANGST (!) EINES MANNES IST ES, DASS ER NICHT GUT GENUG IST. DASS ER ES NICHT PACKT."
(Ursachen: Mamma hat ihn gegängelt "Mach das anders!" Mamma hat ihn kritisiert, Mamma hat ihm nie gezeigt, dass sein Vater nen super Typ ist, mit dem war sie unzufrieden, wohl beschwert. Vaddern wohl unerreichbar oder irgendwie nicht die Identifikationsfigur, so recht geeignet ("Bloß nicht werden wie DER!") Aber: Junge war umsorgt. Deswegen isser noch heute so wie er iss. Und kreuzunglücklich.)


"DIE GRÖSSTE ANGST (!) EINER FRAU IST ES, DASS SIE NICHT LIEBENSWERT GENUG IST. DASS SIE ES NICHT WERT IST, VON ANDEREN ZU BEKOMMEN, WAS SIE BRAUCHT."

(Ursachen: Soviel Stress im Elternhaus dass sie hörte "Belaste uns ja nicht mit Deinen Problemen, wir haben hier genug zu tun!" oder sonst irgendwelche Störungen im Elternhaus. Bis hin zu - bei mir - das war die Co-Abhängigkeit: "Co-abhängige können ihre eigenen Bedürfnisse wohl kaum noch wahrnehmen. Tief im Innersten sind sie überzeugt davon, dass sie es nicht verdient haben, überhaupt leben zu dürfen." Das ist wirklich so bei mir. Und daran arbeite ich.)

Ist genau die Chose. Genau das. Und natürlich werden die Wurzeln dafür in der Kindheit gelegt. Dann geht jeder sein Muster, die Mädelz suchen gezielt vorsichtshalber "nicht den ganz richtigen" aus, weil der könnte ihr weh tun, also den SUPERTYPEN, sondern immer lieber so den "der ganz okay iss aber wir müssen den psychologisch noch behandeln ein bisschen."

Und das - Pamina - IST FÜR BEIDE SEITEN FATAL.



Klarer?

Es ist mal wieder die gleiche Shice - nur mit umgekehrten Vorzeichen. Aber nicht weniger krank.



Dann jibbet natürlich noch Männer und Frauen aus intakten Elternhäusern.


Bei Frauen isses dann so, Paminche, und jetzt kommt das, wo Dir die Klappe runtergeht:

Die haben ihre Bedürfnisse erfüllt gewusst im Elternhaus. Ihnen wurde gezeigt, immer wieder, von klein auf an, dass sie WERTVOLL sind. Dass ihnen zusteht, was sie brauchen. Dass sie bekommen, was sie brauchen.

-> Deshalb sind sie vielleicht NICHT so stark und fit wie wir, Luca, Du, ich, Simone...... weil sie ihre Muskeln nicht von klein auf an trainieren mussten. Sie haben ja bekommen, was sie brauchten - wir mussten uns das selber organisieren.

-> Und DENNOCH, Pamina, obgleich sie selbst "nicht soviel zu bieten haben", dennoch bekommen die keinerlei PANIK, wenn sie sich vorstellen, wie nen Mann sein müsste, der IHRE Bedürfnisse erfüllt. Da denken die gar nicht drüber nach. Die wissen schon, dass das anderen (normalerweise) Freude macht.

-> Und DIE gehen geradewegs schnurstracks auf nen Kerl zu, der alles hat, was sie sich wünscht.



Dann sitzen dann "starke" Frauen wie unsereiner daneben und denen geht die Klappe runter. Da iss dann - mal böse ausgedrückt - "ne Tussi, die irgendwie nicht so richtig was zu bieten hat" und zieht sich den MEGATYPEN!

WAS FÜR EIN SELBSTBEWUSSTSEIN.
Ganz natürlich. Angeboren.

Das ist, was starken Frauen fehlt.



Bei Männern, die ein intaktes Elternhaus hatten (sprich, nen Vater, den Mutti bewundert hat und klasse fand, so nen "echtes Vorbild" für ihn eben, Mutti gut zufrieden mit dem Kerl an ihrer Seite auch wesentlich lockerer drauf in der Erziehung und so gut wie nie den Jungen kritisiert oder gegängelt, und Vaddern hatte auch noch was zu melden und ihn gut gelobt), also starken Männern, isses auch wieder anders:

-> Die kommen nicht im entferntesten auf die Idee, sich nach einer Frau zu sehnen, die nicht ihr Ding ist. Der sie nicht bieten können, was sie braucht. Die wollen einfach nur "nen guter Typ" sein und ihnen geht es primär darum, ja " so ne Art Cheerleader " dazuhaben, die sie "anfeuert" sozusagen, komplett begeistert. Die nehmen einfach eine, die passt.

Und wenn es nen Fehlgriff war, sind sie auch nicht niedergeschlagen, Mars ist ein Stehaufmännchen. Abhaken, die nächste bitte. Neues Spiel neues Glück. Aber -> immer darauf gerichtet, erfolgreich zu sein.

Und wenn das "ne Putzfrau" iss, dann isses nem starken Kerl shice-egal. Er braucht keinen Versorger. Er ist der Champ. Er macht das schon. Er schafft schon alles ran, was vonnöten iss. Er macht das schon. Er braucht keine Hilfe. Mehr noch: Er legt da sogar WERT drauf! (kennma ja von uns selber, Mädelz, zumindest bei mir iss ja meine männliche Seite bestens ausgebildet......... mein Mars iss schon nich ohne im Horoskop. ACHILLES, der Archetyp von meinem Mars! )

das sieht dann so aus - ER WILL DIE LORBEEREN - ALLEINE, WEIL ER DER BESTE IST

Und das geht mehr oder weniger in jedem MARS ab. Nur bei mir stärker als bei anderen, halt. Weil er halt "so iss wie er iss". Oder ich bin wie ich bin.
Oder wie Achill antwortet in dem Drama, auf die Frage: "WAS WILLST DU, ACHILLES?"
-> "DAS, was ALLE MÄNNER wollen (Ruhm und ein Held sein). Nur will ich es noch stärker."

Genau so isses.


(allein - das erfüllt mich nicht als Frau so für sich. Ist nett sowas in sich zu haben, aber eigentlich BRAUCHE ich was anderes!)

Platt gesagt: Er will ja schließlich den Ruhm. Und die Anerkennung. Deswegen legt er da WERT drauf. Es ALLEINE zu machen (kenn ich von mir selbst.) Dieser Anspruch, den RUHM, die LORBEEREN ALLEINE FÜR SICH EINZUHEIMSEN, und es deswegen auch ALLEINE zu packen, weißt Du wo sich das widerspiegelt in der Sprache:
-> EHR-GEIZ.

(Als Mars im Steinbock mit überstarkem Saturn weiß ich zum Beispiel genau was das ist. Also sowas kann ich gut. Ehrgeiz ). Darum, und nur darum WILL ER ES ALLEINE machen. Er ist der Champ, Baby. Er und kein anderer kann ihm das Wasser reichen. Alles - seins.



Aber dazu müssen sie eben - "Stark" sein.

Nen schwacher Mann denkt da eher "Ich weiß nicht, ob ich es packe. Es ist mir lieber, wenn die Frau mir hilft zu organisieren, was wir brauchen." Die stehen dann auf "starke" Frauen. Am besten noch finanzielle Vorteile dadurch, das sind die verletztesten Männer - und werden immer schwächer dabei, das ist die Krux. Das Training fehlt ihn. Muskelaufbau. Selbstvertrauen. Tag für Tag. Immer stärker werden.


Nur Starke Frau und schwacher Mann, da simma bei der "destruktiven Anziehung" - und beide enden im Schattentyp.


---------
so. Und nu nachdem wir das hier alles bekakelt haben dann überleg mal, wie sich Dein Pillendreher gefühlt haben muss, wenn Du ihm dann sagst; "Du hör zu. Du hast da echt psychische Probleme so, also ich kann Dir das erklären was mit Dir los ist, deshalb biste auch so bisschen schwach auf der Brust... nech. Also ich bin aber bereit, Dir da zu helfen, also ich helfe Dir dabei, das alles aufzuarbeiten und so....."


*überleg doch mal Pami*

-> Reaktion: Putzfrau. Scharfes Weib, stört nicht weiter, findet mich gut.

Feddich.
Ganz normale Reaktion.

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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 13:27 
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tilde,

einwurf:

wenn das putzelchen so eine prägung hätte, ich krieg schon was ich will, ich bin ja wertvoll, dann wäre das eine gesunde voraussetzung gewesen..

ihr prägung ist aber "ich bin einen dreck wert, nur wenn ich einen mann komplett sexuell bediene, kriege ich einigermassen, was ich brauche", nämlich vor allem eine existenzsicherung.

das mädel ist sexuell missbraucht. mit anderen frauen kann der es nicht auf dauer, weil diese nämlich auch im bett richtige personen wären, und sich nicht anpassen wie eine zweite haut an seine bedürfnisse.


sowas machen tragischerweise nur missbrauchte.

und ansonsten ist sie hartz vier und vorbestraft, mit kind und ex-drogenabhängig. also selbstwert völlig unterirdisch.

und nicht eine einfache, aber gut gefütterte frau, die einfach nur weniger bedrohlich ist für ihn als "gesunden, aber eben etwas schwachen mann".

wollte ich nur mal klarstellen...

8) lg pamina

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Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.

(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 13:30 
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Ha!

Ich habe was gefunden, wovon Simone oft schreibt und es empfiehlt :wink:
Find ich echt super!

lg


Die Doppelnatur der Frauen
von Clarissa P. Estes

Wer das Herz einer Wilden Frau gewinnen will, muss ihre Doppelnatur von Grund auf verstehen lernen. Wild heißt hier natürlich, ungezähmt und ungebrochen: authentisch.

Einer ungezähmten Frau nahezukommen, bedeutet, dass man zwei unterschiedlichen weiblichen Wesen auf die Spur kommt.

Das erste existiert in der Welt der äußeren Erscheinungen, ist zumeist sehr pragmatisch, zivilisiert und völlig menschlich, das zweite Wesen hingegen existiert in einer weniger sichtbaren Welt und, obwohl es hin und wieder an die Oberfläche kommt, um etwas erstaunlich Originelles, oft auch Weises zu verkünden, zieht es sich meistens recht schnell wieder in fernere Gefilde zurück und verschwindet - bis zum nächsten Mal.



Das Paradox der weiblichen Zwillingsnatur drückt sich zum Beispiel folgendermaßen aus: Wenn eine Seite eher kühl und distanziert ist, kann man sicher sein, dass die andere leidenschaftlich glüht und sehr tief empfindet.
Wenn eine Seite anhänglich und kontaktfreudig ist, dann ist die andere Seite zumeist unantastbar und schwer zugänglich.
Oft ist eine Seite genügsam und relativ angepasst, während die andere sich vor Sehnsucht nach »Ich-weiß-nicht-was« verzehrt. Diese »Zwei-Kräfte-in-Einer« sind zwei verschiedene und doch untrennbare Elemente, die in tausendfältigen Kombinationen in allen Frauen auftauchen.

Wir werden sehen, wie diese beiden Seiten zu benennen sind.

Die Macht der Zwei

Obwohl jede Seite der weiblichen Wesensnatur eine separate Einheit mit unterschiedlichen Funktionen und andersartigem Wissen darstellt, müssen beide Seiten imstande sein, die Informationen der anderen Hälfte zu übersetzen und für sich zu deuten, also als ein Ganzes zu funktionieren, genauso wie das Gehirn mit seiner linken und seiner rechten Hälfte.

Wird eine Seite unterdrückt oder bevorzugt und überbetont, führt die Frau ein einseitig beschränktes Leben, bei dem sie keinen Zugang zu ihrer gesamten Urkraft und Stärke hat. Demnach ist es unbedingt notwendig, dass Frauen beide Seiten entwickeln.

Die Stärke der Zweiseitigkeit wird uns deutlicher gemacht, wenn wir das Zwillingssymbol näher untersuchen. Von alters her und in allen Teilen der Welt werden Zwillingskindern übernatürliche Kräfte nachgesagt. Zwillingskinder aufzuziehen wird in manchen Völkern als eine spezielle Disziplin verstanden, bei der die BetreuerInnen für größtmögliche Ausgewogenheit und Gerechtigkeit im Umgang mit beiden Wesen sorgen, weil man davon ausgeht, dass man es zwar mit zwei Geschöpfen zu tun hat, die aber nur eine Seele haben. Selbst nach ihrem Tod bringt man Zwillingspaaren Nahrung, spricht man mit ihnen und beschenkt sie mit Opfergaben.

In einigen afrikanischen und karibischen Kulturen wird Zwillingsschwestern die Kraft des Juju
Die Anhänger der Voodoo-Religion in Haiti befolgen die alte Grundregel, derzufolge Zwillinge immer genau gleiche Portionen zu essen bekommen müssen, um zu verhindern, dass eine von ihnen verkümmert und vorzeitig stirbt - denn wenn eine Hälfte stirbt, muss auch die andere sterben, und damit stirbt die besondere Seelenenergie, die der Beitrag aller Zwillinge zur Gesellschaft ist. nachgesagt - eine mystische Seelenenergie, die für dermaßen mächtig gehalten wird, dass weibliche Zwillinge mit besonderer Vorsicht behandelt werden, um die gesamte Gemeinde vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren.

Auch eine Frau verfügt über gewaltige Kräfte, wenn ihre Doppelnatur bewusst wahrgenommen und als unzertrennliche Einheit verstanden wird, wenn beide Seiten also gemeinsam gesehen werden, nicht getrennt.

Die Macht der Zwei ist schier unschlagbar, und so darf keine Hälfte vernachlässigt werden, beide müssen gleich viel Nahrung bekommen, denn nur gemeinsam versorgen die beiden uns mit sagenhafter Energie.

Während man einen Stock mit etwas Kraftaufwand mit den bloßen Händen in zwei Stücke brechen kann, so wird die Sache bei zwei Stöcken gleichzeitig schon erheblich schwerer, und das ist die Botschaft des Zwillingssymbols: Gemeinsam sind wir stark, nahezu unzerbrechlich. Allein für sich ist das zivilisierte und kulturell akklimatisierte Selbst wie ein Segel ohne Seewind. Allein für sich ist das wildnatürliche, instinktive Selbst wie ein tosender Seewind ohne Boot und Steuerrad.

Wenn Frauen ihre feminine Ausdrucksstärke und ihr Durchsetzungsvermögen verloren haben, dann deshalb, weil die zwei Komponenten ihrer Wesensnatur auseinandergerissen wurden, um eine Seite zu verhätscheln und auf Kosten der verleugneten Seite zu stärken.

Auch Männer besitzen eine Doppelnatur, deren beide Seiten gelebt werden wollen. Hier sei nur erwähnt, dass es sich um den »gutaussehenden« und »männlichen« Aspekt handelt und auf der anderen Seite um die Instinktnatur.

Maskuline Kräfte können mörderische Energien enthalten, was sich unter anderem auch darin äußert, dass der Versuch gemacht wird, die dualistische Grundstruktur einer Person auszumerzen und sie in Grund und Boden zu stampfen. Wenn das der Fall ist, kann der Mann keine Zweiseitigkeit ertragen, er strebt nach absoluter Perfektion, nach der einen Wahrheit, der einen, unveränderlichen femininen Substanz, wie sie von einer vollkommen perfekten Frau verkörpert wird. Auweh! Da macht man sich am besten so schnell möglich aus dem Staub, besonders, wenn es sich um einen potentiellen Liebhaber oder Ehegefährten handelt.

Ein Liebhaber, der selbst seine beiden Seiten lebt, ist weitaus vielversprechender, innerlich wie äußerlich, denn er kann die Dualität akzeptieren und mit seiner Instinktnatur zusammenarbeiten, um mehr und mehr zu verstehen. Auch in der Psyche der individuellen Frau existiert eine männliche Energie, die zum Gesamtkomplex des Animus gehört und beide Seiten der Frau für wertvoll hält, begehrenswert sogar und hochinteressant, anstatt sie unerträglich zu finden.

Die innere Frau

Viele Frauen werden ungehalten, sprich: wütend vor lauter Ungeduld, wenn sie meinen, dass ihre Partner übertrieben lange brauchen, um Einsichten in ihre Psyche zu gewinnen.

Sie fassen sich an den Kopf und fragen: »Meine Güte, warum wissen die Kerle nicht von Natur aus, was in mir vorgeht und was ich wirklich will?« Auf die Dauer wird ihnen selbst das rhetorische Fragenstellen zuviel und sie geben es ganz auf. Aber es gibt einen Ausweg aus diesem Dilemma, und der besteht darin, dass Frauen ihre Partner in das Geheimnis der weiblichen Doppelnatur einweihen.

Ganz konkret sieht das folgendermaßen aus: Die Frau bringt dem Mann bei, ihr hin und wieder zwei scheinbar simple Fragen zu stellen, die aber auf der Stelle bewirken, dass sie sich von ihm anerkannt, gewürdigt und angehört fühlt. Die erste Frage ist: »Was willst du?« Die Frage wird in der einen oder anderen Form fast täglich an unsere Beziehungspartner gestellt. Aber die zweite Frage ist grundlegender, und sie lautet: »Was will dein tieferes Selbst?«

Wer die Doppelnatur einer Frau übersieht und nur ihre äußere Erscheinung wahrnimmt, kann sich auf eine große Überraschung gefasst machen, denn irgendwann steht die Wildnatur in ihr auf und bekundet Interessen, Gefühle und Ansichten, die nichts oder nur wenig mit dem früher bekundeten Weltbild zu tun haben.

Um die Beziehung zu vertiefen, stellt die Frau dem Mann dieselben Fragen und zieht auf diese Weise Erkundigungen über die Verfassung beider Seiten ihres männlichen Gegenparts ein. So lernen wir, Informationen von beiden Seiten der Wesensnatur zu beziehen, der unsrigen und der des anderen, was darauf hinausläuft, dass wir ein einigermaßen klares Gesamtbild erhalten, dementsprechend sich beide Partner verhalten können.

Wenn eine Frau ihre eigene Zwillingsnatur konsultiert, dann beschäftigt sie sich mit Informationsmaterial, das außerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins liegt und ihr deshalb oft auf geheimnisvollen Wegen zugetragen wird, inhaltlich höchst erstaunlich ist und in vielen Fällen besonders wertvoll, wenn nicht genial.

Das muss ein Mann, der sich auf eine instinktbegabte Frau einlässt, wissen.

Wenn er die mysteriösen Äußerungen ihrer Wildnatur nicht schätzen und lieben kann, dann unterminiert er sie auf die eine oder andere Weise, soviel steht fest, denn er lässt die Frau auf einem Bein durchs Leben hinken wie ein Krüppel.

Aus diesem Grund sollten Männer wie Frauen ihrer Zwillingsnatur Namen geben und diese den engsten Freunden und Angehörigen mitteilen. Freunde, Geliebte, Eltern und Angehörige, denen es keine Freude macht, unsere Zweiseitigkeit näher kennenzulernen, weil sie kein Interesse haben, sich gemeinsam mit uns über den gegenwärtigen Punkt hinaus zu entwickeln, werden auf der Strecke bleiben.

Der größte Teil des sinnlosen Leidens auf dieser Welt lässt sich auf die standhafte Weigerung von Menschen zurückführen, etwas Neues dazuzulernen, und solche Leute wollen oder können uns nicht in unserer zwillingshaften Gesamtheit kennen lernen.

Der instinktbegabte Wilde Mann betrachtet es als eine der faszinierendsten Aufgaben überhaupt, sich mit dem Zwillingswesen seiner Gefährtin vertraut zu machen, nicht, um Macht über sie zu gewinnen, sondern um die namenlose Ursubstanz zu verstehen, aus der sie und er gewirkt sind, um sich davon fortschwemmen, schockieren, wach rütteln und berauschen zu lassen.

Und er wird daran festhalten und ihre tausend Namen auf tausend verschiedene Weisen singen. Das ist es, was die Augen der Unbezähmbaren aufleuchten lässt und das Glimmen in die Augen des Wilden Mannes bringt.

Es heißt, dass nur Helden die äußersten Extreme der Zwillingsnatur ertragen können, denn ein Gesicht des siamesischen Zwillingspaars trägt den Namen »Blühendes Leben« und das andere den Namen »Tod und Verwesung«.

Aber eines ist gewiss: Der instinktbegabte Mann hält dem Anblick des kahlen Totenschädels stand, wenn er ihn im Gesicht seiner Geliebten erkennt, und die Wilde Frau ist ohnehin schon seit Menschengedenken damit vertraut.

Quelle:
Textausschnitte aus Clarissa Pinkola Estès Die Wolfsfrau
und eigene Gedanken.

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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 13:33 
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....
das Putzelchen... :roll: mano, ich steh auf nem Schlauch.

Sagmal Pami....
Evtl. hat der pillendreher, kein Stich bei einer echten Frau. oder? Darum das Putzelchen. :wink:

lg

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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 13:43 
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lila,

das ist meine geschichte mit dem pillendreher.
wenn du die nicht kennst, kannst du das nicht verstehen. tilde ging darauf ein in ihrem text da oben.
auf seine neue und warum nun die...
ist aber auch nicht wichtig.

exemplarisch ist das jedoch interessant, denn es ist eine geschichte, in der eine frau einen job brauchte, und er einen zu vergeben hatte.
was ja wohl irgendwie falsch ist, wenn ich das da oben richtig verstanden habe.


früher hat sie bei ihm geputzt und jetzt, nach ihrer haftentlassnung tut sie das wieder und erfüllt ihm aber auch noch seine sex.wünsche.
weil er sex mit frauen auf augenhöhe nicht gebacken kriegt.
dafür darf sie bei ihm wohnen und er nennt sie freundin.
und das kind hat einen papa.

ist doch n guter deal soweit.

der typ ist total intelligent, als freund sehr hilfsbereit..... und mit frauen total krank.
wegen der intelligenz und allem anderen merkt man das nicht, und lässt sich sand in die augen streuen.



lg pamina

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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 14:05 
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lila hat geschrieben:
....
das Putzelchen... :roll: mano, ich steh auf nem Schlauch.

Sagmal Pami....
Evtl. hat der pillendreher, kein Stich bei einer echten Frau. oder? Darum das Putzelchen. :wink:

lg



genau so sieht das aus. :wink:

ich hatte ja auch zunächst die klarheit, ihn nur als guten freund ranzulassen.*gg*

dabei hätte ichs mal lassen sollen....

na, nun hab ich ein gutes klavier übrigbehalten.
und auch sonst hatte sich das wenigstens in sachen lebensqualität etwas gelohnt.
ist ja besser, man konzentriert sich auch im nachhinein etwas mehr auf die gewinn- als auf die investitionsseite....

8)

lg pamina

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(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 14:24 
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...ich muss das berichtigen.

er hat schon stich bei frauen, weil er eben ein pillendreher ist, und von daher "was solides", aber dabei eine lockere intelligente und sehr charmante art hat. dazu humor und relativ grosszügig auf den ersten blick.

aber, er weiss, spätestens jetzt seit mir weiss er es erneut, wenn er mit einer frau auf augenhöhe zusammen ist, kommt irgendwann raus, dass er im grunde völlig krank ist, sexuell gesehen und dazu emotional querschnittsgelähmt.

bei der frau kommt das nicht raus. die merkt das gar nicht. und wenn, würde sie denken, sie spinnt odr sie ist ihm nicht mehr gut genug..
sowas braucht der, das kann er dann meisterhaft ausbauen und sie damit quälen.

so, nun iss aber gut mit dem... es war bloss so, wenn man meint, jemand so gut zu kennen und....
dann tut sich plötzlich so ein abgrund auf, das war schon hart.
:pillepalle:


lg pamina

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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 21:29 
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Pami:

Iss bei Horst genauso. Türlich hat der Stich. Alleine wegen Dr. iur und dem immensen Vermögen der Familie und der Starkanzlei, was er alles jetzt übernimmt.

Ist ne sehr imposante, mächtige Führernatur.
Sieht auch ziemlich geil aus (er hat wieder abgenommen).

Aber - sorry, das kann es ja wohl nicht sein, oder?
Aber der hat jetzt ja auch so eine, sagt er selbst "Du Tilde, würdest sagen "Treudoof", ja aber die ist LIEB und NETT und macht keinen STRESS!" (das heißt ihn mal auf seine Störungen aufmerksam zu machen und zu widersprechen).

Ich hab die mal gehört am Telefon. Keine weiteren Fragen. Eine Marionette, total affektiert, gekünstelte Stimme, davon ist NICHTS mehr echt! Er hat sie total im Sog. Als "Annnex" sozusagen, Ich-Verlängerung.

Und das war der Grund, warum ich mich trennte: "Sorry, aber ich kann bei DIR nicht ICH SELBST sein!"
Es war nicht möglich. Es endete in einem Endlos-Machtkampf. Ich kämpfte nur die ganze Zeit um meine Autonomie und dass ich ich SELBST sein kann bei ihm. Aber _loslassen_ wollt er mich auch nicht.

Wie Vaddern. Da hatte ich das Muster her. Genau die Abteilung.
Beziehungen sind wie ein Eisberg Pamina. Du siehst nur die OBERFLÄCHE, aber den psychischen Untergrund unter dem Meeresspiegel, das Unsichtbare, das siehst Du nicht. Aber das ist die MASSE, was zwei Leute zusammentreibt und hält.

Dazu ist Liebe da, das an die Oberfläche zu bringen und SICHTBAR zu machen. Es geht um Bewusstwerdung. Ohne Liebe würde man sich überhaupt nicht mit sonem Firlefanz auseinandersetzen, wozu auch.


Naja. Horst hat jetzt auch seine "Trulla" (so nenn ich sie immer, das passt so schön).

Aber das, Pamina, ist der Schattentyp von Mars und Venus.

Er: Der Brutale, der Schadenfreudige, der Zerstörer.
Sie: Die Nutte (moderne Prostitution halt)


Die passen zusammen.
Perfekt. Aber so wollt ich dann doch nicht enden........

ich habe mich für die andere Seite entschieden.


But so what, Pami?
Ich hatte damals gedacht, ICH (!) ich(!) sei es nicht WERT, dass er mich gut behandelt. Es war ja nur hinter geschlossenen Türen nech. Er war ja sonst der Supertyp. Sein öffentliches Image durfte nie gefährdet werden (übrigens genau wie mein Vater auch wieder).

Später habe ich gemerkt, dass es wieder genau andersrum war. Er hat Angst bekommen. Ich war _zu_ gut.


Was mir dadurch klargeworden ist: Was für ein erschreckendes Selbstwertgefühl ich überhaupt habe.
Naja - dann mal die eigene Family angesehen: Kein Wunder.

Musste ich ran. War meine Aufgabe. Wie sollte ich auch den "Richtigen" treffen, bevor ich dazu BEREIT sein konnte? Ich hätte das ja gar nicht "annehmen" können, soviel Liebe! Wäre gar keine Resonanz gewesen!

Da musste nen Horst dazwischen.

Anyhow - schau zu, was das alles mit DEINER Geschichte zu tun hat. Arbeite an Dir, es ist DEIN Leben. Um den kümmern sich jetzt andere, weißte. Du siehst das schon alles ganz richtig so.

Aber frage Dich, "WAS HABE ICH IN MIR, noch nicht bewusst gemacht, dass ich den GELIEBT habe?"

Es muss was gewesen sein. Und meiner Erfahrung nach bleibt die Anziehung (also dass Du Dich überhaupt noch gedanklich mit dem beschäftigst) solange vorhanden, bis Du es Dir "klar" gemacht hast, was es ist. Dann geht das ganz von alleine weg.

Diese Anziehung (oder Ablehnung, ist das gleiche), ist nur Resonanz. Bis Du es aufgelöst hast. Dann ist die Resonanz weg und - es bleibt NICHTS mehr. Auch keine Liebe.

Du hast da noch zu tun mit.
Deshalb kannst Du ihn nicht vergessen. Lös es in Dir auf!


War bei mir genauso - braucht aber seine Zeit.



Nachting,
Tilde


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BeitragVerfasst: 19.10.2009, 23:20 
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Jahrhundertposter

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hm tilde,

ich hab bei dem echt verhältnismässig wenig echtes herzweh gehabt, muss ich sagen.

es ist mehr so dass ich das so lange geistig checken musste, den als mensch abhaken zu müssen, das war so schrecklich.
ich musste kapieren, dass ich nicht mehr an den glauben kann.
das war schlimmer als das reine herzweh. das war nicht so wild bei dem. ich musste halt meine eigene narzisstische wunde wieder behandeln.
und das menschlich kapieren

er war ja vorher auch mein bester freund.
und während dieser liebesbeziehung gab es schon schwere kämpfe, aber
dann sehe ich am ende diese fratze......
und dieser verrat, dieses umgedrehe der realität...
das ist gruseliger als alles, was ich je erlebt habe.

also nicht schlimmer, vom kummer her, da hatte ich schlimmere, aber stranger, grotesker.
das kapiert man nicht, wenn man so intim verbunden war auf der menschlichen ebene, dass man an jemand geglaubt hat.

obwohl, ich weiss, wie lange ich mich gegen den gesträubt hatte, sogar als freund zunächst.
ich hab einen guten instinkt.
und ich wusste, der typ ist völlig bemackt, als ich ihn noch nicht gut kannte.

bis der anfing, mich zu belabern und einzustricken auf der ecke "ich bin immer für dich da"
da hatte er die krebsfrau am band und ich dachte "nun hab doch nicht so fiese gedanken, er ist doch echt supernett"

aber ICH hatte am anfang den unwiderstehlichen drang, den dauernd blosszustellen, ihn runterzumachen und ihm die maske abzureissen. hab nicht verstanden warum, und mich zu tode geschämt. also, ganz am anfang.

dabei hatte ich das da schon aufgesogen, den hass von dem typen auf frauen. und seine angst. und ich hatte aufgefangen, dass er sich an mir abarbeiten will. weil ich gross und schlank, witzig oder einfach bloss hübsch war und er bei jeder landen muss.
bei jeder, und besonders bei solchen wie mir, die grösser sind und inelligent und hübsch. und ihn abblitzen lassen. das war die herausforderung. sonst kriegt er einen säuerlichen zug um den mund und erfindet irgendwas negatives hassiges über die frau.

und dann hab ich alles vergssen, weil der mir so oft soviel geholfen hat und ich ja auch ziemlich bedürftig war teilweise.
er hat meine schwachstelle gefunden. bingo.
damit hat er mich gekriegt. ich geb dir geborgenheit, ich lieb dich ganz doll, ich werde immer immer für dich da sein, da schau her, ich habe eine neue freundin, aber dein thron wird nie in gefahr geraten..

naja.

selber schuld.
reingefallen auf ersatzpapa oder so.

lg pamina :D

_________________
Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.



(Susette Gontard)


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BeitragVerfasst: 20.10.2009, 11:27 
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Huhu ihr da

was meint ihr...hmmm.?
Der Artikel passt doch...



Warum komme ich immer an den falschen Mann?

Viele Frauen geraten mit traumwandlerischer Sicherheit immer wieder in Beziehungen zu wahren Horrormännern. Ihr Leben ist dadurch geprägt von Verzweiflung, Hilflosigkeit und oft genug auch der Unfähigkeit, sich aus einer solchen Situation zu befreien.

Gibt es ein Entkommen aus diesem Teufelskreis?

Meine Freundin Bibi ist eine Seele von einem Menschen. Hübsch, gescheit und im besten Alter. Sie hat einen guten Job, zwei Katzen und eine liebevoll gepflegte Pflanzenpracht in einer kuscheligen Wohnung. Es gibt nur einen dunklen Punkt in Bibis Leben: ihre Männer. Hans war wirklich toll. Er sah gut aus, war supernett und bei jedem Spaß dabei. Das galt allerdings nicht für die Phasen, in denen er stockbetrunken war. In extremen Fällen zerstörte er das gute Geschirr und in nicht vorhersehbaren Einzelfällen auch Bibis Gesicht. Alle atmeten auf, als Hans nach langen Monaten endlich irgendwie überstanden war. Dann kam Peter - groß, durchtrainiert, blonde Gelfrisur. Sein Sportsgeist war so groß, dass er nur Fruchtsaft trank und außer den Boxsack nichts und niemanden schlug. Das war so beruhigend, dass Bibi einen kleinen Schönheitsfehler lange übersah: seine unbeherrschbare Schwäche für andere Frauen. Diesmal war Bibis Gesicht vom Weinen verschwollen, wenn er sich außerhäuslich vergnügte und dabei nicht einmal besonders diskret vorging. Eines Tages war auch Peter Vergangenheit. Aber nur, weil er die Traumfrau kennen lernte und Bibi verließ. Als Paul in ihr Leben trat, war sie schon vorsichtig und checkte ihn auf möglichen Alkohol- oder Frauenkonsum. Sie wurde nicht fündig und der ganze Freundeskreis atmete auf. Diesmal schien wirklich alles gut zu laufen und es wurden sogar Ehegerüchte laut. Bis zu dem Tag, an dem Paul erklärte, alles sei ihm "zu eng" und eine so fixe Bindung doch nicht seine Sache. Das war's. Bibi musste ärztlich versorgt werden und konnte einfach nicht fassen, dass sie schon wieder so viel Pech hatte. Nicht näher eingehen möchte ich auf frühere Bindungen zu dem Spieler Klaus, Sexualverweigerer Martin und Ehemann Thomas (nicht ihrem!), die in Summe ähnlich katastrophal verliefen.

Die Geschichte von Bibi klingt vielleicht extrem, ist aber absolut kein Einzelfall. Für viele Frauen auf der ganzen Welt ist der Begriff "Liebe" so stark mit Schmerz und Leid verbunden, dass sie denken, es gehöre zum Wesen einer engen Bindung, Taschentücher aus praktischen Gründen nur in Großpackungen zu erwerben. Diese Frauen "lieben zu sehr". Zu sehr lieben bedeutet nicht für jemand anderen tief zu empfinden. Es bedeutet:


◦Sich für einen Menschen bis zur Selbstaufgabe verzehren,
◦diese Besessenheit mit Liebe gleichsetzten,
◦erkennen, dass sich dies auf Psyche und Körper negativ auswirkt und
◦trotzdem nicht loslassen können.
Es bedeutet den Grad der Liebe zu einem anderen Menschen am Grad der damit verbundenen Qualen zu messen. Die Psychotherapeutin Robin Norwood schreibt in ihrem berühmten Bestseller: "Wenn Frauen zu sehr lieben": "Wenn er sich uns gegenüber launisch, gereizt oder gleichgültig verhält oder uns sogar demütigt und wir dieses Verhalten mit seiner unglücklichen Kindheit entschuldigen, dann lieben wir zu sehr. Wenn wir ein Selbsthilfebuch lesen und die Stellen unterstreichen, von denen wir glauben, dass sie i h m helfen können, dann lieben wir zu sehr. Wenn wir viele seiner Charakterzüge Einstellungen und Verhaltensweisen ablehnen, sie aber in dem Glauben hinnehmen, dass er sich uns zuliebe ändern wird, dann lieben wir zu sehr. Wenn die Beziehung zu einem Partner unser seelisches oder körperliches Wohlergehen gefährdet und wir ihn nicht verlassen, dann lieben wir zu sehr".

Katastrophenmänner zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie großen Schaden anrichten, sondern auch durch unsere Unfähigkeit, ihnen rechtzeitig den Abschied zu geben. Warum gehen Frauen, die einen liebevollen Partner suchen scheinbar unvermeidlich immer wieder zerstörerische Beziehungen ein? Warum sind sie unfähig, einen Mann zu verlassen, der lieblos, emotional unzugänglich, terroristisch oder sogar gefährlich ist? Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist es nicht nur Schicksal, immer wieder an Alkoholiker, Schläger, Tyrannen, Spieler, Bindungsängstler oder fremde Ehemänner zu geraten. Wenn Sie zu den Frauen zählen, die sich auf rätselhafte Weise immer wieder in Beziehungen finden, die vorsichtig formuliert unerquicklich sind, liegt die Lösung des Problems nicht bei den Männern, sondern in Ihnen. Melody Beatty schreibt in dem Buch "Die Sucht, gebraucht zu werden" über ihre Gefühle als Frau, die zu sehr liebte: "Irgendwie hörte ich fast auf, ein eigenes Leben zu leben. Ich war so verstrickt in seine Probleme, dass ich keine Zeit und Energie hatte, meine eigenen zu erkennen und gar zu lösen. Ich fühlte mich als Opfer, verlor jegliche Selbstachtung und wusste nicht einmal, wie das geschehen war. Manchmal hatte ich das Gefühl verrückt zu werden. Und ich dachte: Das ist alles nur seine Schuld. Wenn er mich besser behandeln würde, hätte ich keine Probleme." Eine Frau, die "zu sehr liebt" steckt voller Angst. Unabhängig davon, wie sie nach außen wirkt, ist das Selbstvertrauen extrem niedrig . Ein unbewusster Teil ihrer Persönlichkeit glaubt, Glück nicht zu verdienen. Und so zieht sie instinktiv Männer an, die ihre schlechte Meinung über sich selbst bestätigen.

Wie entsteht solch ein zerstörerisches Muster bei der Partnerwahl? Viele betroffene Frauen sind in Familien aufgewachsen, wo vermittelt wurde: "Was du denkst und fühlst ist unwichtig!": Robin Norwood: " Oft bleiben wir dann auch als Erwachsene in der Rolle, die wir als Kind hatten. Für Frauen, die zu sehr lieben bedeutet das, den Bedürfnissen des anderen zu entsprechen und ihre eigenen zu verleugnen. Vielleicht hat ein Elternteil gefehlt und sie mussten schon früh in der restlichen Familie Verantwortung übernehmen. Es kann auch sein, dass sie in einer aggressiven, lieblosen häuslichen Atmosphäre aufwuchsen, oder dass Alkohol, chronische Krankheiten oder andere Familienbelastungen eine Rolle spielten. Auf jeden Fall wurde ihrer Sehnsucht nach Liebe, Aufmerksamkeit und Geborgenheit nicht entsprochen. So lernten sie, sich mit den Bedürfnissen anderer zu beschäftigen und verdrängten, dass sie selbst große Angst und Schmerz litten." Frauen mit solchen Kindheitsgeschichten "brauchen" Krisen, Stress, Aufruhr und Verzweiflung von außen, damit die tief verborgenen Kindheitstraumen nicht an die Oberfläche kommen. Paradoxerweise versuchen sie mit dem Schmerz, der durch die Katastrophenbeziehung entsteht, den in ihrem Inneren zu betäuben.

Wie können Frauen, die immer wieder an Horrormänner kommen gesund werden?

Schritt 1: Gestehen Sie sich ehrlich ein, dass Sie dieses Problem haben und damit Unglück in ihrem Leben erzeugen. So ein Verhalten geht auf Kindheitsmuster zurück und kann verändert werden. Sagen Sie sich: " Heute bin ich erwachsen und kein abhängiges Kind mehr. Ich habe die Macht mein Leben nach meinen Wünschen zu gestalten und Menschen, die mir schaden, daraus zu entfernen".

Schritt 2: Die Liebe zu sich selbst ist die wichtigste Basis für eine gute Beziehung zu anderen. Diese Selbstliebe aus ihrem jahrelangen Dornröschenschlaf zu wecken sollte jetzt Ihre vordringlichste Aufgabe sein. Wenn Sie sich achten und respektieren werden Sie gewisse Dinge nicht dulden, Grenzen setzen und einen Schlussstrich unter eine seelisch oder körperlich krankmachende Situation ziehen. Sie verdienen es, eine gute Beziehung zu führen. Fehler und Schwächen hat jeder, trotzdem sind Sie wertvoll und wichtig. Egal wie es bisher war – Sie sind kein Opfer von Umständen, sondern können bestimmen, welche Menschen Sie in ihrem Leben haben wollen.

Schritt 3: Überlegen Sie, welche Art von Beziehung Sie wirklich führen wollen. Jede Frau hat andere Wünsche und Vorstellungen. Kennen Sie Ihre oder haben Sie bisher nur nach Regeln anderer gelebt? Natürlich besteht jede Partnerschaft auch aus Kompromissen. Machen Sie alle, die nötig sind, außer in zwei Bereichen: gute Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Reden können und ein gewisser seelischer Gleichklang sind für eine gute Beziehung unverzichtbar. Sie ersparen sich viel Leid, wenn Sie von Anfang an darauf achten und nicht in der ersten Begeisterung übersehen, dass der Göttliche nur monologisiert.

Wenn Sie gerade in einer Beziehung stecken, die man nur als Katastrophe bezeichnen könnte und nicht weiter wissen, suchen Sie Hilfe. Das ist keine Schande. Eine gute Therapeutin, die verständnisvoll den Rücken stärkt und liebevoll durch seelische Tiefen führt, ist Goldes wert.

Eine Frau die von der Sucht nach Katastrophen genesen ist zeigt folgende Verhaltenweisen:

1) Sie schätzt sich selbst in jeder Hinsicht: Persönlichkeit, Aussehen, Leistungen Wertvorstellungen

2) Sie fragt sich: "Ist diese Beziehung gut für mich? Ermöglicht sie es mir weiterzuwachsen und meine Persönlichkeit voll zu entfalten?"

3) Wenn ein Mann ihr schadet, ist sie fähig ihn aufzugeben, ohne durch Depression gänzlich handlungsunfähig zu werden. Sie hat auch Freundschaften gepflegt, die Krisen überstehen helfen.

4) Ihre Gelassenheit schätzt sie mehr als alles Andere. Kämpfe, Dramen und das Chaos der Vergangenheit haben ihren Reiz für sie verloren. Sie schützt Gesundheit und Wohlbefinden.

5) Sie weiß, dass eine erfüllende Beziehung nur zwischen Partnern bestehen kann, von denen jeder zu echter Nähe fähig ist. Sie wird daher bereits in einem frühen Bekanntschaftsstadium auf Verhaltensweisen und Einstellungen von ihm achten, die auf das Gegenteil schließen lassen.

6) Sie ist in der Lage, auch alleine zu leben und nutzt diese Zeit, um sich selbst noch besser kennen zu lernen. So kann sie herauszufinden, welche Lebensform für sie die Richtige ist.

7) SIE WEISS, DASS SIE ES WERT IST, ALLES ZU BEKOMMEN, WAS DAS LEBEN ZU BIETEN HAT

Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Leid, obwohl viele von uns das glauben. Das Maß der Liebe an dem des Leides zu messen ist zerstörerisch und zeigt einen großen Mangel an Selbstliebe. Ein alter Spruch sagt: "Liebe macht die Wangen rot". Erzeugt sie hingegen über weite Strecken Kummerfalten, geschwollene Augen und Dauerfrust, sollten Sie mit einer ehrlichen Innenschau beginnen, um herauszufinden, warum Sie sich das antun. Vielleicht ist es nötig, alte Wunden zu heilen oder verdrängte Kindheitsschmerzen endlich zu bewältigen. Andere Menschen können zweifellos zu unserem Glück beitragen, wirklicher innerer Friede kommt aber nur aus dem eigenen Herzen. Oder wie Melody Beatty sagt: "Es ist nicht leicht, Glück in sich selbst zu finden, aber unmöglich, es anderswo zu finden."



LITERATUR:

Robin Norwood:
"Wenn Frauen zu sehr lieben", Rowohltverlag: ISBN 3 498 04626 8

Melody Beatty:
"Die Sucht gebraucht zu werden", Heyneverlag: ISBN 3-453-08520-5

Steven Carter/ Julia Sokol:
"Nah und doch so fern", Krügerverlag: ISBN 3 8105-0347-9



WO ES HILFE GIBT

Niedergelassene PsychologInnen, PsychotherapeutInnen


lg

_________________
Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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Hallo Lila,

kein schlechter Artikel. Das ist Co-Dependence, war auch mal mein Problem. Das ist nur leider nicht soooooooo einfach, da mit schlauen Tipps ranzugehen, die sind für das erste gut.

Aber das Problem sitzt viel tiefer.

Entweder sie macht eine Therapie, eine sinnvolle, gute (vorher: Konkrete Ziele überlegen, was sie da erreichen will, zum Beispiel dass sie Grenzen setzen kann), oder sie kriegt es so hin.


Das Ur-Problem sind - abgespaltene, zumindest aber verdrängte Gefühle. Ihr emotionaler Apparat hat nen Knacks. Gewissermaßen hält sie es überlange bei solchen Männern überhaupt aus, weil sie nicht so ein breites Spektrum der Emotionen wahrnehmen kann.

Oder wie meine Therapeutin sagte zum Thema Horst: "Sie brauchten eben eine RICHTIG HARTE DOSIS."

Von daher ist jeder dieser schrecklichen Männer in gewisserweise auch heilsam, da liegt die Chance. Wenn sie sich fragt, warum sie es überhaupt solange mit so einem ausgehalten hat.

Diese Frauen sind übrigens auch solche, die bei den netten lieben sagen "Die sind langweilig". Eigentlich sehnen sie sich nach Leidenschaft, sie wollen _fühlen_. Wenn da keiner ist, der eine emotionale Achterbahn bedient, dann fühlen sie wirklich fast nichts. Nicht weil der nette Mann nun irgendwie tatsächlich langweilig wäre sondern weil sie eben emotional so abgestumpft sind, dass sie kein Gefühl, ja auch kein Selbstgefühl mehr haben.


Da braucht es die Extreme.

Das Problem mit dem Selbstgefühl ist aber auch, dass sie deshalb KEIN SELBST-WERT-GEFÜHL mehr haben. Das Selbstgefühl ist die Voraussetzung dafür, überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, was man sich selbst "wert" ist.

Das Selbstwertgefühl wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass sie autonom werden kann, sich "für sich selbst gut sorgen" kann.

Damit ist das Selbstwertgefühl also auch die Voraussetzung für das Abgrenzungsvermögen.

Und das Abgrenzungsvermögen nun auch wieder für die innere Ausgeglichenheit.


Diese Mädelz haben also mehrere Problem:

Sie ist nicht ausgeglichen, weil sie sich nicht abgrenzen kann (deswegen kann sie diese Jungz meistens auch nicht verlassen). Sie kann sich nicht abgrenzen, weil sie nicht autonom ist. Sie kann nicht autonom sein, weil sie kein Selbstwertgefühl hat. Und sie kann kein Selbstwertgefühl haben, weil sie kein Selbst-Gefühl hat. Sie braucht den Mann also in vielfacher Hinsicht:

1. Um ihren Selbstwert gespiegelt zu sehen, da sie es ja nicht fühlen kann ohne ihn.

2. Um überhaupt was zu fühlen, da sie ja kein Selbst-Gefühl hat

3. Aus Abhängigkeit, weil sie nicht autonom sein kann



Das sind die Gründe.

Ob man nun aber ohne längere Arbeit an sich selbst zu einem Gefühl für sich selbst kommt, dass sie sich selbst _spüren_ kann ohne einen Mann an der Seite, das wage ich zu bezweifeln.

Ich empfehle hier jeden, ob mit oder ohne Therapie das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind" von Chopich.



Das kann schon nen paar Jahre dauern. Ich bin ein gutes Fallbeispiel dafür.


Allerdings: Wenn sie es dann wieder "entfaltet" hat, die zusammengedrückten Gefühle, das Emotionsspektrum, dann passiert ihr sowas nicht mehr. Sie hat dann so ein breites Spektrum an Gefühlen, dass sie so was unerträgliches gar nicht mehr aushalten könnte längere Zeit. Sie würde dann gehen, weil sie es nicht mehr aushält. Sie würde gehen, weil sie sich abgrenzen kann. Und sie würde gehen, weil SIE es sich selbst wert ist.


Alles nicht so einfach, jaja......


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Hallo tilde

gut nachvollziehbar was du darüber schreibst.
Krasse Sache ist, es gibt immer mehr :shock: Mädelz, die hervorkommen und so was erlebtes berichten, dann total haltlos durch die Gegend latschen und sich beim kleinsten Mux, in sich zusammen ziehen.

Würden die alle zum doc....ich glaube, dan wären die Praxen überlastet.

Ich sehe da ein Problem, in der Erziehung, die die letzteren Generationen so tätigten. Klar nicht alle, ein paar waren da schon echt Vorbildlich und gute Wesen.
Unteranderem auch was es da schon an Problemen innerhalb der Familie gab.

Mutter zur Tochtersituation; fordern, kalt, distanziert, lieblos, Gefühle verfremden, Mund verbieten bei Problemen, keinen Tiefgang und Null Einfühlung in das Mädchen, Vorbildfunktion für Tochter gegenüber Männern, eifersüchtig auf Tochter, verbal oder tätlich gewaltausübung, Tochter in ihrer Person herabwertend und umformend, Tochter wird verantwortlich gemacht für deren Mutter ihr unglücklich sein, Tochter darf keine eigene Persönlichkeit entwickeln...etc. <---- gibt echt kranke Mütter, da gäbe es sicher noch mehr Scheisse von denen :roll:

Vater zur Tochter:
Herabwertung der weiblichen Seite, gewalt gegenüber Kindern, gewalt gegenüber seiner Frau, ohne Halt, kein Lebensplan, verbale gewalt, das mädchen in ihrer Person entwertend, keine Unterstüzung, keine wärme, Hass gegenüber der Tochter, fern sein der Familie (dessintresse), keine soldie Haltung in Beruf, Kind ummanipulieren, in der Pupertät extreme herabwertung des feminismus, belächeln der Gefühle der Kinder, Tränen etc verbieten, kein Trost bieten, misshandlungen ... physisch, psychisch, sexuell.
...etc <--------- gewisse Männer sollten nicht Väter werden dürfen


Das schlimme ist, diese obengenanten Mischformen, finden sich oftmals als Paar wider, müssen da wohl schon selbst was mitgebracht haben.
Das Kind aber, muss, dass was du oben genannt hast Tilde, zu seinem inneren Kind finden und mit Hilfe (geht oft nicht anders) das kleine Mädchen aufbauen, dies ist zwar harte und lange Arbeit aber lohnt sich alle mal.

Zitat:
Allerdings: Wenn sie es dann wieder "entfaltet" hat, die zusammengedrückten Gefühle, das Emotionsspektrum, dann passiert ihr sowas nicht mehr. Sie hat dann so ein breites Spektrum an Gefühlen, dass sie so was unerträgliches gar nicht mehr aushalten könnte längere Zeit. Sie würde dann gehen, weil sie es nicht mehr aushält. Sie würde gehen, weil sie sich abgrenzen kann. Und sie würde gehen, weil SIE es sich selbst wert ist.


Genau, aber die Warnsignal, die evtl. aus erlebten und Kinheit vorhanden sind, werden nie weggehen. Sie muss lernen, damit zu leben und damit umzugehen. Alarmsignale falsche, können sein, Dinge die Normalos tun und nix böses dabei ist, aber in der Vergangen heit diese tun immer was böses oder schlimmes mitsich brachte ohne Grenzen bis gar ihre Grenzen überschritten wurden. Was bei einem normalen Partner nicht mehr der Fall sein wird. Aber die Signale sind programmiert.

Jaajaaa....jetzt kommt dann sicher wider iergendwo her ein Kommentar, immer sollen die Alten schuld sein oder was?!
Ja in gewisser Form sind sie daran Schuld!
sie schliffen diese Mädchen so und formten sie ohne Rücksicht auf das Wesen, des Kindes.
Die junge Frau ist erwachsen geworden oder auf dem Weg dazu, ja jetzt trägt sie zwar ihre Eigenverantwortung was sie da anlacht, aber kann durch dieses abgeschliffen sein, nicht einordnen, wer ihr schadet und wer ihr gut tut.

lg





oder?
-----------

Dazu was von Antje Schrupp
da es wichtig ist, als Frau, sich auf dem Weg der Genesung, sich das zu verinnerlichen, gerade wenn es unterdrückt wurde.

Was kommt nach der Gleichstellung?

Warum Feminismus und Emanzipation nicht dasselbe ist.






„Frauen machen Gesellschaft“ – das war natürlich schon immer so, aber es ist heute viel offensichtlicher als vor zwanzig Jahren. Frauen in wichtigen Positionen sind keine Seltenheit mehr. Das Bekenntnis zur Gleichstellung ist offizielle Linie des Staates, Mechanismen zu deren Implementierung durch das Gender Mainstreaming sind auf europäischer Ebene vereinbart.



Was kommt also nun, nach der Gleichstellung? Dass Sie mich, also eine Feministin, eingeladen haben, zu diesem Thema zu sprechen, freut mich sehr. Denn gegenwärtig ist das Image des Feminismus ja nicht besonders gut, vor allem nicht in den Medien. Von einer „Emanzipationsfalle“ hat zum Beispiel letztes Jahr die Zeit-Redakteurin Susanne Gaschke geschrieben und dabei die Behauptung aufgestellt, der Feminismus hätte die Frauen „erfolgreich, einsam, kinderlos“ gemacht, so der Untertitel ihres Buches. Noch deutlicher wurde vor einigen Wochen erst die Tagesschau-Moderatorin Eva Herman: „Die Emanzipation – ein Irrtum“ hat sie ihren Artikel überschrieben. Beide greifen explizit die Frauenbewegung an. Mit ihren Emanzipationsbestrebungen hätte sie die Probleme der Frauen eher vergrößert, als verkleinert.



Das ist natürlich Unsinn, denn wenn man sich mal einen Moment zurückerinnert, wie das Leben der Frauen in Deutschland vor der Frauenbewegung war, dann wird es wohl nur sehr wenige Frauen geben, die dahin zurück wollen. Richtig ist aber, dass auch die Emanzipation uns keineswegs das Paradies gebracht hat: Frauen kriegen weniger Kinder, als sie eigentlich möchten, sind hin- und hergerissen zwischen Privatem und Beruflichem. Aber ist der Feminismus daran schuld? Oder anders gefragt: Ist die „Krise der Emanzipation“, wenn ich das Gegrummele im Zeitgeist mal so nennen möchte, wirklich auch gleichzeitig eine Krise des Feminismus? Ich glaube nicht.



Die Gleichstellung der Frauen mit den Männern war für die Frauenbewegung ja nie ein Zweck an sich. Eine Gesellschaft, in der Frauen zwar gleichgestellt und nicht diskriminiert sind, in der aber sonst nicht viel funktioniert, die ist ja nicht erstrebenswert. Leben wir heute in so einer Gesellschaft?



Einiges spricht leider dafür. Frauen haben zwar gleiche Rechte und sind in wichtigen Schlüsselpositionen. Aber gleichzeitig wächst die soziale Ungleichheit, die Schere von arm und reich. Frauen übernehmen immer mehr wichtige Positionen in den Medien, gleichzeitig sind die Medien immer weniger eine kritische Kraft. Allerorten bekennt man sich zu weiblichen Kompetenzen wie Beziehungsfähigkeit, emotionaler Intelligenz, der Wichtigkeit von Kommunikation, gleichzeitig erleben wir Vereinsamung, um sich greifende Skrupellosigkeit in wirtschaftlichen Belangen, wird es immer schwieriger, soziale oder familiäre Bindungen einzugehen. Erhofft hatten wir uns doch eigentlich etwas anderes. Am Beginn der Gleichstellungsbewegung waren viele der Überzeugung, dass allein die Präsenz von Frauen zu Verbesserungen führen würde, zu einer gerechteren, sozialeren Welt für alle. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Woran liegt das? Am Feminismus?



Wenn in den Medien heutzutage Emanzipation und Feminismus einfach gleichgesetzt werden, dann steht das in einem merkwürdigen Widerspruch zu dem, was die Mehrheit der Frauen denkt. Und damit meine ich nicht nur Feministinnen, die betonen, dass es ihnen nicht einfach um Gleichheit mit den Männern geht, sondern um viel mehr. Sondern ich meine auch die vielen Frauen, gerade unter den jüngeren, die ja oft sehr dezidiert sagen, dass sie es zwar gut finden, dass Frauen heute emanzipiert und gleichberechtigt sind. Aber Feministinnen seien sie keine.



Sie sind also ganz offensichtlich der Meinung, dass es Emanzipation ohne Feminismus geben kann. Und damit haben sie Recht. Es gibt in der Tat viele Beispiele für Emanzipation ohne Feminismus, denken wir nur an die so genannten real-sozialistischen Länder, in denen die Gleichstellung der Frauen von oben verordnet war. Oder an die Versuche, westliche Gleichheitsvorstellungen, notfalls auch mit Kriegen, in andere Länder zu exportieren. Ein anderes Beispiel ist die Idee, das Bekenntnis zur Gleichberechtigung sollte ein Kriterium für die Integrationswilligkeit von Migranten und Migrantinnen sein. Das alles ist Emanzipation, die mit Feminismus nichts zu tun hat.



Der Unterschied ist folgender. Der Emanzipation geht es um die Gleichstellung der Frauen mit den Männern: Sie fragt: Haben Frauen dieselben Rechte, sind sie in gleicher Zahl in bestimmten Positionen präsent, haben sie dieselben Chancen und Möglichkeiten? Dem Feminismus hingegen geht es um die weibliche Freiheit in einem viel umfassenderen Sinn. Hier steht nicht der Vergleich mit den Männern im Zentrum, sondern das Begehren der Frauen selbst.



Bei vielen Kämpfen der Frauenbewegung ging natürlich beides Hand in Hand, etwa beim Wahlrecht oder beim Zugang zu gut bezahlten Arbeitsplätzen: Aber dass sich das Begehren der Frauen hier auf Dinge richtete, die Männer hatten und nicht hergeben wollten, das war gewissermaßen Zufall. Das weibliche Begehren kann sich auch auf ganz andere Dinge richten, die es nicht in Konkurrenz zu männlichen Privilegien bringt. Und manchmal kann die Emanzipation der Freiheit der Frauen sogar entgegenstehen, wie wir es derzeit bei der Kopftuchfrage beobachten: Hier wird die weibliche Freiheit im Namen der Emanzipation beschnitten, denn nicht die Frauen selbst sollen entscheiden, wie sie sich kleiden, sondern man macht gesetzliche Vorschriften. Wir müssen uns klar machen, dass Frauen ein Begehren haben können, das dem westlichen Emanzipationsmodell entgegensteht.



Der Grund dafür ist, dass es kein einheitliches Begehren der Frauen gibt. Begehren ist immer individuell, ich begehre, du begehrst. Daraus entstehen logischerweise auch Konflikte. Was machen wir mit solchen Differenzen? Ich finde, wir sollten sie nicht länger als eine Krise, als ein Problem sehen, sondern als einen sichtbaren Ausdruck der weiblichen Freiheit. Schon Rosa Luxemburg hat ja gesagt, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist. Häufig wird das nur als Aufruf zur Toleranz verstanden. Aber es geht hier noch um viel mehr: Die Unterschiedlichkeit ist nämlich nicht nur eine lästige, aber nun mal nicht zu vermeidende Begleiterscheinung der Freiheit, sondern geradezu ihre Quelle. Ich habe das durch die Frauenbewegung gelernt.



Der Frauenbewegung haben wir nämlich die Erkenntnis zu verdanken, dass Frauen frei sind. Das muss man heute ja extra betonen, weil alle Welt sich inzwischen die Freiheit der Frauen auf die Fahnen schreibt, die Aufklärung, die Demokratie, das Christentum. Nein, es war die Frauenbewegung, die diese Idee der weiblichen Freiheit in die Welt setzte.



In der Schule habe ich die Logik der Gleichstellung gelernt. Meine emanzipierten Lehrerinnen sagten mir, dass ich alles erreichen kann, auch als Mädchen. Das fand ich natürlich gut, aber es hörte sich immer ein bisschen so an, als sei mein weibliches Geschlecht irgendwie ein Handicap, eine Behinderung, die aber heutzutage nicht mehr so schlimm ist. Der Feminismus hingegen hat mich gelehrt, dass ich mein Frausein keineswegs überwinden muss, um frei zu werden. Sondern dass ich diese Tatsache akzeptieren kann, indem ich davon ausgehend meine Freiheit lebe. Wenn mein eigenes Begehren der Maßstab ist, dann muss ich mich nämlich nicht länger am Maßstab der Männer orientieren, muss mich weder an sie angleichen noch von ihnen abgrenzen. Und ich muss auch nicht so sein wie die Mehrheit der Frauen. Denn ich, eine Frau, bin frei.



Natürlich hat es auch in der Frauenbewegung Tendenzen zum Konformismus gegeben. Auch wir sind nicht gefeit davor, uns Modelle von der idealen Frau zu machen. So manche feministische Wortführerin hat sich die Frauenbewegung als eine Art Lobbyinstanz für Fraueninteressen vorgestellt und ihre eigene Aufgabe darin gesehen, im Namen „der“ Frauen zu sprechen und Forderungen zu stellen. Auch viele von uns haben gedacht, wir könnten den langwierigen und mühsamen, den gewundenen und Spiralen ziehenden, aber auch lustvollen und entdeckungsreichen Weg der weiblichen Liebe zur Freiheit gewissermaßen abkürzen, indem wir die Frauenbefreiung sozusagen von oben verordnen. Jetzt sehen wir, dass das nicht geht.



Es kann also nicht schaden, manche Selbstverständlichkeiten und eingefahrene Denkmuster der Gleichstellung immer wieder feministisch zu hinterfragen, und das heißt konkret: Sie daraufhin zu befragen, wie sie es denn mit der weiblichen Freiheit halten. Weibliche Freiheit bedeutet nicht die Einführung eines neuen Frauenstereotyps, zum Beispiel der Karrierefrau anstelle des Hausmütterchens, sondern die Abschaffung aller Stereotypen. Wohin das führt, ist offen, da das Begehren der Frauen eine unendliche Fülle beinhaltet. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und wie sie sein soll. Weibliche Freiheit öffnet Räume für das Unvorhergesehene, für das noch nicht Gedachte, sie ist ein nie endendes Experiment.



Genau das unterscheidet sie grundlegend von der Emanzipation, die nämlich keineswegs eine Überraschung war, sondern ganz und gar vorhersehbar. Die Emanzipation ist ja eigentlich eine Erfindung der Männer – denn das männliche Denken war es ja, das die Idee der Gleichheit aller Menschen hervorgebracht hat. Als dieses Prinzip am Ende des 18. Jahrhunderts in Europa politisch wirksam wurde, spätestens mit der französischen Revolution, war die Frauenemanzipation eine logische Konsequenz. Auch wenn die meisten Männer diesen Gedanken damals natürlich noch weit von sich gewiesen hätten. Aber wenn man die Gleichheit aller Menschen erst einmal proklamiert hat, dann ist ja nicht wirklich viel Phantasie nötig, um vorherzusehen, dass früher oder später auch die Frauen dieses Recht für sich einklagen. Die Emanzipation war also nur eine Frage der Zeit, und sie kam kein bisschen überraschend.



Schon deshalb ist es unsinnig zu glauben, die Emanzipation könne weibliche Freiheit sicher stellen, auch wenn das ein verführerischer Gedanke ist. Aber nicht zufällig waren die größten Kritikerinnen des Emanzipationismus schon immer Feministinnen gewesen. Im 19. Jahrhunderts etwa haben die meisten Frauenrechtlerinnen davor gewarnt, einfach männliche Werte zu übernehmen. Ihr Ziel war es, durch die Einbeziehung der Frauen in das politische System eine Veränderung anzustoßen und den Ideen und Positionen von Frauen mehr Einfluss zu verschaffen. Ich erinnere auch an die Matriarchatsforschung, die auf der Suche machte nach Gesellschaftsformen, die von anderen Werten als dem patriarchalen Konkurrenzdenken geprägt sind. Auch in der Frauenbewegung der 1970er Jahre ging es nicht um Gleichstellung, sondern um eine bessere Welt für alle. So spielte die „Kinderfrage“ dabei eine sehr große Rolle, was heute oft in Vergessenheit geraten ist.



Natürlich hat die rechtliche Gleichstellung den Aktionsrahmen für viele Frauen größer gemacht. Einerseits. Andererseits setzte die Emanzipation aber auch neue Normen und kann das Begehren der Frauen auch schwächen. Und zwar deshalb, weil sie zu der irrigen Ansicht verleitet, dass mit der Gleichstellung doch alles erreicht sei und die Frauen mehr nicht zu wollen hätten. Ihr seid doch emanzipiert – wozu braucht ihr dann noch den Feminismus? Diese Frage wird uns doch immer wieder gestellt. Natürlich können wir nun Statistiken hervorziehen, die belegen, dass es hier und dort mit der Emanzipation noch immer hapert, dass die Männer immer noch mehr verdienen und so weiter.



Aber das ist nicht wirklich prickelnd, und es ist mir auch nicht genug. Meine Antwort wäre: Ja, wir sind gleichgestellt, wir haben eine Bundeskanzlerin und so weiter, und trotzdem bin ich noch nicht zufrieden. Ich will nämlich noch mehr als gleichgestellt sein. Und was ich alles noch wollen kann, das weiß ich derzeit selber noch gar nicht. Weil ich nämlich frei bin, eine freie Frau, und weil deshalb die Zukunft offen ist für all das, was ich mir vielleicht noch wünschen kann und wofür ich mich noch engagieren werde.



Die Freiheit der Frauen lässt sich nicht von oben dekretieren. Sondern sie ist abhängig davon, ob Frauen sich selbst und ihresgleichen Autorität geben, ob sie untereinander auf eine Weise in Beziehung treten, die es einzelnen Frauen ermöglicht, auch im Widerstand gegen den Zeitgeist, die so genannten Marktgesetze und natürlich auch gegen patriarchale Überreste, politisch aktiv zu handeln und ihr Leben zu gestalten. Die weibliche Freiheit führt uns, anders als die Emanzipation, in eine Zukunft, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Sie lehnt sich über diese Welt hinaus, wie die Philosophin Luisa Muraro es einmal formulierte, sie macht Unmögliches möglich, sie macht Undenkbares denkbar, und sie spricht Unsagbares aus. Deshalb macht sie uns manchmal auch Angst. Sie stellt nämlich unsere Gewissheiten in Frage. Aber das ist befreiend. Denn es lädt uns ein, uns nicht mit dem Zweitbesten oder dem Machbaren zufrieden zu geben.



Ob weibliche Freiheit da ist, das lässt sich also nicht an der äußeren Gesellschaftsform ablesen, also zum Beispiel am Grad der Gleichberechtigung, sondern nur daran, ob und wie Frauen in einer Gesellschaft aktiv werden. Ob sie den Mut haben, auch abweichende Wege zu gehen – sowohl abweichend im Hinblick auf patriarchale Zumutungen, als auch abweichend im Hinblick auf das, was die Mehrheit der Frauen für richtig hält. Die konkreten Beziehungen unter Frauen, unter zwei Frauen zunächst, zwischen mir und dir, diese konkreten Beziehungen, in denen wir uns über unser Begehren verständigen, uns unterstützen und Rat geben, aber uns auch kritisieren und auf Gefahren aufmerksam machen – sie sind der Schlüssel zu unserer Freiheit. Denn diese konkreten Beziehungen unter Frauen ermöglichen es uns, auf dem Weg des eigenen Begehrens zu bleiben. Als Einzelkämpferinnen werden wir das nicht schaffen, aber auch nicht als Mitglied in irgend einer Frauen-Lobbygruppe, in der wir unsere persönlichen Anliegen der Solidarität unterordnen müssen.



Wenn wir uns die Geschichte anschauen, dann hatten die Pionierinnen der Frauenbewegung, diejenigen also, die neue und unkonventionelle Wege gingen, ja meistens keineswegs die Mehrheit ihrer Zeitgenossinnen hinter sich. Als die Suffragetten für das Wahlrecht kämpften, waren die meisten Frauen der Ansicht, dass Frauen nicht wählen sollten. Als in den 1970er Jahren Frauen für die Straffreiheit der Abtreibung eintraten, war die Mehrheit der Frauen in Deutschland dagegen.



Die ideale feministische Welt, wenn man so will, ist keine, in der Frauen dasselbe machen, wie Männer. Und sie ist auch keine, in der alle Frauen dasselbe machen. Sondern eine, in der Frauen – möglichst viele Frauen – das machen, was sie selbst wollen. Den Weg gehen, wohin ihr eigenes Begehren sie zieht. Eine Welt, in der Frauen miteinander darüber streiten, auch konfliktreich, was gutes Leben ist. Eine Welt, in der weibliche Autorität anwesend ist und geschätzt wird, auch dann, wenn sie andere Maßstäbe setzt, als die männlichen Autoritäten und Machthaber – oder auch Machthaberinnen.



Haben wir heute so eine Welt? Manchmal ja und manchmal nein. Es gibt in der Tat viele Beispiele dafür, dass Frauen heute auf diese freie Weise die Gesellschaft prägen: Frauen, die auf der Spur ihres eigenen Begehrens bleiben, ob es sie nun auf den Chefsessel führt oder in die Schule, an den heimischen Herd oder in die Autowerkstatt oder eben ins Bundeskanzlerinnenamt. Immer dann, wenn Frauen nicht einfach nur die Erwartungen anderer erfüllen wollen, sondern selbst denkend und urteilend in der Welt aktiv werden, machen sie Politik. Manche gehen diesen Weg innerhalb der Institutionen – und werden zum Beispiel Gleichstellungsbeauftragte. Andere gehen diesen Weg außerhalb der Institutionen. Und beides ist gut, solange es vom Begehren der jeweiligen Frau getragen ist.



Viele Frauen gehen den Weg ihres Begehrens aber eben auch nicht – trotz und vielleicht manchmal sogar wegen der Emanzipation. Es gibt Hausfrauen und Sekretärinnen, aber ebenso Politikerinnen und Managerinnen, die einfach nur funktionieren. Wir müssen heute leider beobachten, dass viele Frauen zwischen den Anforderungen der modernen Arbeitswelt und ihren privaten Lebenswelten, zwischen dem Druck der Schönheits- und Medienindustrie und ihrem eigenen Begehren, zwischen Emanzipationsansprüchen und der Sehnsucht nach Geborgenheit zerrissen und erschöpft werden. Der Grund dafür ist nicht ein Zuviel, sondern ein Zuwenig an weiblicher Freiheit. Es ist nämlich ein Zeichen dafür, dass Frauen trotz Emanzipation und Gleichstellung immer noch bestimmten Weiblichkeitsbildern und Stereotypen nacheifern, und manche dieser Stereotypen sind sogar vom Emanzipationismus erst neu geschaffen worden.



Das heißt: Wir haben auch heute nicht zu viel Feminismus, sondern zu wenig. Denn gerade wenn Frauen gleichgestellt und emanzipiert sind, brauchen wir den Feminismus dringender denn je. Wenn Frauen die Möglichkeit haben, einflussreiche Positionen und Ämter zu übernehmen, wenn sie nicht mehr einfach überlieferten Rollenklischees folgen können, sondern wenn jede Frau ihre eigenen Lebensentscheidungen treffen muss, beruflich und privat – Lebensentscheidungen, mit denen sie die Gesellschaft prägt und für die sie selbst auch die Konsequenzen zu tragen hat – in so einer Situation ist es doch wichtiger denn je, dass Frauen sich untereinander darüber verständigen, was sie wollen, was sie richtig finden, was sie tun.



Aber die Frage, was nach der Gleichstellung kommt, betrifft natürlich nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer. Im Zuge der Emanzipationsforderungen haben sie einiges gelernt: Dass Frauen auch Ansprüche stellen, dass eine inklusive Sprache besser ankommt, dass die klassischen männlichen Verhaltensweisen manchmal zerstörerisch sind und vielleicht überdacht werden müssen. Aber das Wichtigste, so beobachte ich immer wieder, haben viele Männer noch nicht gelernt. Sie scheinen zu glauben, die weibliche Differenz wäre etwas, das sie einfach der Welt, so wie sie bisher war, hinzufügen könnten. Etwas mehr emotionale Intelligenz, etwas mehr Kommunikationsfähigkeit, ein paar mehr Gefühle und kooperatives Gesprächsverhalten.



Aber das, was freie Frauen in diese Gesellschaft an Positivem einzubringen haben, lässt sich nicht in einem Handbuch für Gendergerechtigkeit zusammenfassen. Gerade bei solchen Männern, die eigentlich dem Thema gegenüber aufgeschlossen sind, die zum Beispiel dafür eintreten, dass unsere Gesellschaft „weiblicher“ wird, habe ich manchmal den Eindruck, sie glauben, dass diese Weiblichkeit irgendwo herumliegt und sie sie nur aufheben müssten. Dass Feminismus also sozusagen ein Schulfach ist, das sie lernen können. Aber Weiblichkeit ist nicht ohne Frauen aus Fleisch und Blut zu kriegen, weil Weiblichkeit nämlich kein bestimmter Inhalt ist, sondern das, was freie Frauen sagen und tun. Es geht also nicht darum, dass Männer an dieser oder jener Stelle inhaltlich ihr Weltbild ergänzen, sondern darum, dass sie weibliche Autorität anerkennen. Männer können nur vom Feminismus profitieren, wenn sie sich mit dem auseinandersetzen und auf das hören, was Frauen ihnen sagen. Wenn sie erkennen, wo eine Frau mit Autorität spricht, sei es ihre Kollegin, ihre Chefin, ihre Ehefrau, ihre Nachbarin, ihre Mutter. Und was diese Frauen sagen, wird Unterschiedliches sein, denn Feminismus ist kein inhaltlich feststehendes Programm. Was nach der Gleichstellung kommt ist hoffentlich auch das: Dass mehr Männer verstehen, dass sie von Frauen etwas lernen können, dass es sinnvoll ist, wenn sie ihnen zuhören, nachfragen, sich mit ihnen auseinandersetzen. Nicht, weil die Quote es vorschreibt. Sondern weil hier Antworten für gesellschaftliche Probleme zu finden sind, die Männer alleine nicht lösen werden.



Mit anderen Worten: Worum es heute geht, das ist nicht mehr „Frauenpolitik“, sondern die „Politik der Frauen“. Mir hat die Rede von „Frauenpolitik“ noch nie gefallen, also die Vorstellung dass irgendjemand Politik für Frauen macht. Mich hat schon immer viel mehr die Frage interessiert, welche Politik denn Frauen selbst machen – und Frauen handeln ja nicht nur dann politisch, wenn sie irgendwelche Ämter und Funktionen haben, sondern immer, wenn sie das, was sie tun, reflektieren und in einen Zusammenhang mit der Gesamtgesellschaft stellen. Auch dann, wenn dieses Handeln nicht im Parlament, sondern in der Familie, in der Schule, im Büro oder in der Bürgerinitiative stattfindet.



Deshalb habe ich – und damit komme ich zum Schluss – auch einen konkreten Vorschlag für die Frage, was nach der Gleichstellung kommt: Ich bin der Meinung, dass Frauen sich häufiger öffentlich streiten sollten. Oder noch besser: Dass Feministinnen sich häufiger öffentlich streiten sollten. Dass wir uns also ganz konkret und praktisch von der Idee trennen, es gebe eine einheitliche „Frauenmeinung“ oder einheitliche „Fraueninteressen“. Die gibt es nicht. Dass wir vielmehr eine Kultur des Konflikts erfinden, die nicht kriegerisch ist wie die der Männer, und die auch nicht nach höheren Instanzen ruft wie Gott oder dem Verfassungsgericht. Dass wir im Gegenteil in der Unterschiedlichkeit und der Differenz, in der Pluralität der Menschen also, die eben auch eine Pluralität der Frauen ist, weil Frauen das ganze Menschsein repräsentieren und nicht nur einen Teil davon, dass wir also in dieser Differenz nicht eine Gefahr sehen, sondern eine Ressource, die Grundlage des Politischen schlechthin. Das ist übrigens auch keine neue Idee. Hannah Arendt, für mich eine der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, hat es schon vor Jahrzehnten so geschrieben.



Ich stelle mir vor, dass Gleichstellungsstellen und Frauenreferate Orte sind, die solche öffentlich bedeutsamen Konflikte unter Frauen initiieren und moderieren. Die Räume und Gelegenheiten schaffen, wo wir uns über unterschiedliche Auffassungen auseinandersetzen können, ohne dabei der anderen ihren Feminismus oder gar ihr Frausein abzusprechen, wie es leider so häufig geschieht. „Sie verrät die Sache der Frauen“ oder „sie verhält sich ja wie ein Mann“ – das sind schon immer Totschlagargumente gegen Frauen gewesen, die aus vorgegebenen Rollenmustern ausbrachen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin nicht für Relativismus, also dafür, dass jede ihre Meinung hat und wir alles gleichgültig nebeneinander stehen lassen. Im Gegenteil. Wir müssen uns streiten über das, was wir für richtig und für falsch halten. Aber dieser Streit ist nicht ein Problem für den Feminismus, sondern er ist im Gegenteil gute feministische Praxis, weil wir in diesem Streit unsere eigene Freiheit, die Freiheit der Frauen, sichtbar machen und vergrößern: Denn nur im Austausch mit dem Anderen, mit dem, was mich herausfordert, was mir fremd ist, was mir neu ist, liegt ja die Chance dafür, dass ich meine eigene Meinung überdenken und mich vielleicht verändern kann. Und diese Chance, mich selbst zu verändern, neue Einsichten zu gewinnen, die brauche ich, um auf dem Weg meines Begehrens voran zu kommen. Sie ist ebenso wichtig oder vielleicht sogar noch wichtiger als die Möglichkeit, dass ich andere von meinen Ideen überzeuge.



Dies wäre im übrigen auch ein anderes Verständnis von Politik, eine Politik des nicht kriegerischen Konflikts, eine politische Praxis, die Frauen in Wirklichkeit schon lange pflegen, die aber noch viel zu wenig öffentlich sichtbar wirksam wird. Eine Politik der Frauen, zu der wir aber natürlich auch die Männer einladen. Eine Politik, die von echtem Begehren und Engagement getragen wird und nicht von instrumentellen Absichten und vorgefertigten Positionen und Standpunkten.



Vor allem aber liegt in diesem Konflikt unter Frauen die Chance, dass wir zu Lösungen und Wegen finden, die ein gutes Leben für alle Menschen auf dieser Erde und für die folgenden Generationen ermöglichen. Und dafür lohnt es sich nach wie vor zu kämpfen und zu streiten, zu experimentieren und sich zu engagieren. Nach der Gleichstellung ebenso wie vor ihr.


"Was tun?" - Gewalt und Diskriminierung am Ende des Patriarchats

Das Thema des heutigen Vortrags ist in den letzten Wochen und Monaten aktueller geworden, als mir lieb ist. Hatte ich ursprünglich vorgehabt, vor allem über Gewalt gegen Frauen zu sprechen, so ist es mir inzwischen notwendig erschienen, über Gewalt allgemein nachzudenken.



Ich beginne trotz allem mit einem Zitat von Luisa Muraro, aus ihrem Artikel „Freudensprünge“, in dem sie 1996 das Ende des Patriarchats benannte:



"Wenn irgendein Mann oder irgendeine Frau euch sagt, dies seien schlimme Zeiten, dann achtet zuerst einmal darauf, woher dieser Gedanke kommt. Er könnte von eurer Schwiegermutter kommen, nachdem sie drei Stunden beim Arzt gewartet hat, von einem Intellektuellen, der sich verrannt hat und nicht mehr weiß, wo er sich befindet, von einer Freundin, die sich für ein Flüchtlingslager einsetzt, von einem Jugendlichen, der Schwierigkeiten mit der Schule und dem Leben hat. ... Und dann lasst ihn herein, diesen Gedanken, und widmet ihm die ihm angemessene Aufmerksamkeit. Lasst ihn jedoch nicht den Raum einnehmen, der folgendem Gedanken zusteht: Dies sind die Zeiten, in denen das Patriarchat zu Ende geht, nach viertausend Jahren Geschichte und vielleicht noch einigen der Vorgeschichte. Es ist vorbei! Es ist vorbei! Es ist vorbei!"



Seit Luisa Muraro diesen Text 1996 geschrieben hat, haben viele Frauen diese These, diese Beobachtung, würde ich eher sagen, aufgegriffen und damit gearbeitet, den Gedanken mit Leben erfüllt und weiterentwickelt. Dennoch gibt es Widerspruch dagegen: Eben weil es immer noch Gewalt und Diskriminierung, prügelnde Ehemänner, fiese Chefs, Leute, die Kinder missbrauchen und jugendliche Schlägertypen gibt. Und hat der 11. September und der Krieg in Afghanistan nicht das Gegenteil bewiesen? Ist es nicht der Beweis, dass das Patriarchat fest im Sattel sitzt?



Vor allem Frauen, die sich mit dem Problem der Gewalt gegen Frauen beschäftigen, die mit Opfern von sexueller Gewalt arbeiten oder selbst welche sind, haben häufig Schwierigkeiten damit. Denn die Beobachtung, das Patriarchat gehe zu Ende, scheint ja allem, was sie erleben, zu widersprechen.



Ich möchte zu Beginn einmal kurz rekapitulieren, wie der Umgang der Frauenbewegung mit dem Thema Gewalt war, bis wir dort ankamen, wo wir heute stehen: Zuerst ging es darum, die akzeptierten Formen von Männergewalt zu skandalisieren und überhaupt darüber zu sprechen, dass Männer Frauen Gewalt antun, und dass das nicht die fremden bösen Männer sind, sondern meist die aus der eigenen Familie. Im zweiten Schritt stellte man fest, dass es nicht nur um ein Problem zwischen einem Mann und einer Frau geht, sondern dass strukturelle Gewalt im Spiel ist, also Verhältnisse, die die sexuelle Gewalt stützen. Daraus entstand jedoch ein starkes Opferbild von Frauen, bis dann die von Christina Thürmer-Rohr vorgebrachte These von der Mittäterschaft aufkam, die besagt, dass Frauen nicht nur Opfer dieser Strukturen sind, sondern sie auch mit stabilisieren. Als nächster Schritt kam dann die Erkenntnis, dass auch der weiße Feminismus Teil einer Dominanzkultur ist, und dass sexuelle Gewalt in einem Zusammenhang mit anderen Formen von Gewalt, etwa der rassistischen, gesehen werden muss.



Ich nehme an, ihnen sind diese vier Schritte vertraut, Sie werden sie aus ihrer eigenen Arbeit und Geschichte kennen. Was bedeutet es nun, vor diesem Hintergrund vom Ende des Patriarchats zu sprechen? Und nicht nur dieses festzustellen. Luisa Muraro geht jedoch sogar noch ein Stück weiter. Nicht nur, dass trotz weiter bestehender Gewalt das Ende des Patriarchats konstatiert wird, nein, das zu tun, behauptet sie, sei gleichzeitig auch das einzige, was uns vor Gewalt schützt. Sie schreibt:



"Wenn ihr diesem Gedanken, dass das Patriarchat zu Ende geht, einen Platz einräumt, anstatt den tausend Aussagen über unsere Zeiten noch eine weitere hinzuzufügen, werdet ihr etwas für den symbolischen Schutz des weiblichen Körpers getan haben. Ich befürchte, dass nur dieser symbolische Schutz Übergriffe und Grenzverletzungen verhindern kann"[1]



Was bedeutet das – ein symbolischer Schutz vor Übergriffen gegen den weiblichen Körper? Wie kann man sich symbolisch vor Gewalt schützen? Ist Gewalt nicht immer konkret und materiell, also alles andere als symbolisch? Hat Schutz vor Gewalt nicht immer etwas mit konkreten Taten, Selbstverteidigung, Gefängnissen usw. zu tun? Dieser Gedanke an einen symbolischen Schutz vor Gewalt ist uns fast so ungewohnt wie der Gedanke an das Ende des Patriarchats.



Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie mich zu diesem Vortrag eingeladen haben, weil es mir Anlass gegeben hat, mich mit diesem wichtigen Thema einmal genauer zu beschäftigen. ich muss Ihnen jedoch gleichzeitig gestehen, dass ich mich hier auf sehr unsicherem Terrain fühle: Ich bin selbst kein Opfer von Gewalt geworden – jedenfalls nicht von materieller, körperlicher Gewalt, von subtiler Gewalt natürlich schon, und, was das schlimmste ist, auch von symbolischer Gewalt. Aber ich bin keine Expertin in "Gewalt- und Diskriminierungsfragen". Ich bin privilegiert aufgewachsen, weder als Kind noch als Jugendliche sexuell missbraucht worden, wurde von meinen Eltern, vor allem meiner Mutter, in beruflicher Hinsicht ermutigt und gefördert. Ich habe auch noch nie einen Krieg am eigenen Leib erlebt. Ich bin daher eigentlich keine Expertin für das Thema, über das wir heute sprechen wollen, nämlich den Umgang mit Gewalt und Diskriminierung.



Vielleicht bin ich aber doch ein bisschen eine Expertin, und wenn ich das nicht glauben würde, wäre ich sicherlich heute nicht hergekommen: Ich sagte ja schon, dass ich in einer Hinsicht durchaus auch ein Opfer gewesen bin: Ein Opfer symbolischer Gewalt. Ein Opfer der Tatsache, dass diese Gesellschaft und Kultur, in der ich lebe, von einer patriarchalen symbolischen Ordnung geprägt ist, die mich und mein Frau-Sein ausschließt. In meiner Generation sah das so aus, dass ich die Wahl hatte, Nachteile in Kauf zu nehmen oder mich zu verhalten wie ein Mann. Das Leid, dass durch diese symbolische Unterdrückung des Frau-Seins entsteht, ist das einzige Leid, das ich persönlich erlebt habe. Aber das macht mich noch nicht zur Expertin, denn alle Frauen haben dieses Leid erlebt (auch wenn vielleicht nicht alle es bewusst als Leid empfinden und beschreiben wollen), anders als das Leid sexueller Gewalt. Zur Expertin macht mich, dass ich durch die Philosophie der Italienerinnen vor inzwischen acht Jahren eine Möglichkeit entdeckt habe, aus diesem Leid herauszukommen, die Möglichkeit, mich in eine andere symbolische Ordnung zu stellen, die symbolische Ordnung der Mutter. Der Gedanke an das Ende des Patriarchats ist ein Ergebnis dieser neuen Ordnung.



Ich möchte Ihnen heute einige Gedanken, Ideen und Argumentationslinien vorstellen, die sich aus dem Gedanken an das Ende des Patriarchats und aus der Arbeit an einer neuen, weiblichen symbolischen Ordnung im Hinblick auf den Umgang mit materieller, körperlicher Gewalt ergeben, wobei ich immer wieder auf die Inspiration von Luisa Muraro zurückgegriffen habe, die sich in ihrem wunderbaren neuen Buch "Die Menge im Herzen" an vielen Stellen mit diesem Thema beschäftigt.



Zunächst möchte ich noch einmal etwas näher darauf eingehen, was es bedeutet, dem Gedanken "Das Patriarchat ist zu Ende" Raum zu geben.



Als ersten Schritt empfiehlt Luisa Muraro, "auf das ersparte Leid" zu achten. Es ist wohl unbestreitbar – und wird meines Wissen auch nur noch von sehr wenigen bestritten – dass sich in den letzten 30, 40 Jahren vieles zugunsten der Frauen verändert hat: Wir haben die rechtliche Gleichstellung der Frauen, Frauen haben heute die Wahl zwischen verschiedenen Lebensmöglichkeiten und sind nicht mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter festgelegt, sie sind in allen Bereichen der Gesellschaft präsent. Wir sollten uns klar machen, wie viel Leid uns – nicht abstrakt "den Frauen", sondern mir, dir, meinen Freundinnen, meine Schwester, meine Mutter, meiner Kollegin – erspart geblieben ist, erspart bleibt, im Vergleich zu anderen Frauen, die früher lebten, oder die heute woanders, in anderen Umständen leben.



Diese Veränderungen haben einen benennbaren Grund: Die Liebe der Frauen zur Freiheit hat die Welt verändert – so beginnen wir unsere Flugschrift "Liebe zur Freiheit, Hunger nach Sinn", wo wir einige Thesen darüber aufstellen, was das aus unserer Sicht für die Beurteilung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen bedeutet. Frauen haben dem Patriarchat die Glaubwürdigkeit aufgekündigt, sie glauben nicht mehr an seine Regeln und halten sich nicht mehr daran, sondern sie stellen eigene Maßstäbe und Kriterien auf. Die Pionierinnen unter ihnen experimentieren mit neuen Möglichkeiten, teilweise unter erheblichem Risiko und mit großem persönlichen Einsatz, und erweitern damit die Verhandlungsmöglichkeiten für alle anderen.



Die Frauenbewegung hat die Gesellschaft in einem Maß verändert wie keine andere soziale Bewegung. Die kürzlich verstorbene Feministin Erika Wisselink, eine dieser Pionierinnen, hat immer von der Zeit vor und nach dem Feminismus gesprochen und betont, wie anders die Welt für eine Frau seither geworden ist. Wir Jüngeren sollten diese Mahnung ernst nehmen und dankbar sein. Die Liebe der Frauen zur Freiheit hat die Welt verändert. Wir sollten nicht glauben, dass das unbedeutend sei. Es ist ein Ereignis von historischer Bedeutung, und wir sollten diesem Ereignis auch einen großartigen Namen geben: Das Patriarchat ist zu Ende. Ein Grund, zu Feiern, sagt Luisa Muraro, und sie fordert uns deshalb zu "Freudensprüngen" auf.



Ein Widerspruch gegen diese Sicht kommt häufig und tragischerweise gerade von den Frauen, die sich am meisten für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen engagiert haben. Sie betonen, dass es trotz aller Veränderungen doch immer noch Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen gebe, und dass es eine Herabminderung der Gewalterfahrungen der Opfer sei, angesichts dieser Zustände vom Ende des Patriarchats zu sprechen. Und sie weisen darauf hin, dass das zwar für einige "emanzipierte" Frauen gelten mag (wen meinen sie damit? uns? sich selber?) und dass es doch noch viele Frauen gebe, die diese Veränderung noch nicht vollzogen hätten, die immer noch in den Beschränkungen des Patriarchats verhaftet sind, die ihm noch nicht die Glaubwürdigkeit entzogen haben – wobei sie viele dieser Frauen gerade in ihrer Klientel, etwa unter den Opfern sexueller Gewalt, zu finden meinen - oder aber auch unter den Frauen in anderen Kulturen, Afghanistan zum Beispiel.



Es handelt sich dabei aber nicht um eine Frage der Menge, der Quantität. Es geht auch nicht um die müßige Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist, in dem Sinn, dass die einen einfach eine pessimistische, die anderen eine optimistische Sicht der Dinge hätten.



Es handelt sich vielmehr um eine unterschiedliche Auffassung davon, was genau mit Patriarchat gemeint ist, was das Patriarchat ausmacht. Die Frauen um den Mailänder Frauenbuchladen haben diese zwei Sichtweisen in ihrem Buch "Wie weibliche Freiheit entsteht" folgendermaßen formuliert:



"Die einen betrachten Frauen als eine unterdrückte gesellschaftliche Gruppe, die als solche homogen und schutzbedürftig ist. Die anderen betrachten die Frauen als anderes Geschlecht, dessen Existenz im gegebenen gesellschaftlichen System verleugnet wird"[2].



Die Verbesserungen in den Lebensumständen von Frauen, von denen ich vorhin sprach, kann man im Rahmen beider Definitionen von Patriarchat erklären: In der ersten Interpretation besteht die Verbesserung darin, dass es zahlreiche neue Gesetze zum Schutz und zur Förderung von Frauen gibt, angefangen beim Wahlrecht bis hin zu Frauenfördergesetzen und Gleichstellungsprogrammen, schärferen Gesetzen gegen Gewalt gegen Frauen, bis hin zu den neuen Versuchen von Gender-Mainstreaming und ähnlichem. In der zweiten Interpretation besteht die Verbesserung darin, dass es immer mehr gesellschaftliche Bereiche gibt, in denen Frauen als Frauen sichtbar und aktiv sind: An den Universitäten, an den Arbeitsplätzen, in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Politik.



Nur die erste Interpretation ist auch eine, die eine quantitative, mengenmäßige Bewertung herausfordert: So und soviel Prozent von Frauen hier oder da, je mehr, desto besser. Die zweite Interpretation ist jedoch eine qualitative: Eine Frau ist nur dann im Sinne weiblicher Präsenz anwesend, wenn sie auch als Frau sichtbar ist, nicht als neutrale Menschensperson, die den bestehenden gesellschaftlichen Regeln angepasst ist und nur noch zufällig keinen Penis hat. Wenn die weibliche Differenz in diesem Sinne sichtbar ist, kommt es nicht mehr auf die Menge an: Eine Frau – in einer konkreten Situation – genügt.Daraus erklärt sich auch, was ich eingangs meinte, wenn ich sagte, ich selbst sei Opfer von symbolischer Gewalt und Diskriminierung geworden: In der Schule, in der Universität, in den Werten, die man mir beibrachte, in der politischen Bildung, wurde ich überschwemmt mit männlichen Regeln und Ordnungen. Ich stamme aus einer Generation, in der man mir den Zugang zu all dem nicht verwehrt hat. Da ich gut war in der Schule, vielleicht auch, weil ich keine Brüder hatte, hat man – meine Eltern, meine Lehrer, der Pfarrer – ganz selbstverständlich von mir erwartet, mich in diesem Bereich zu profilieren und "vorwärts zu kommen". Außerdem verfügte ich über einige Fähigkeiten, die dabei nützlich sind, die Fähigkeit zu logischem Denken etwa, so dass ich auch noch erfolgreich war. Es war sogar möglich, mich in diesem Rahmen mit der Situation von Frauen zu beschäftigen: Ich konnte mich etwa engagieren für Frauen, die Opfer wurden, oder ich konnte Frauenforschung betreiben.



Aber irgendwie war das nicht meine Welt, und daran litt ich. Was mir fehlte, war eine weibliche Genealogie, eine weibliche Ordnung, eine, in der ich mich in Freiheit mit anderen darüber verständigen konnte, was Frau-Sein bedeutet. Das Lebensmodell meiner Mutter – Hausfrau zu sein – war keines, das für mich attraktiv war, und der einzige Rat, den mir meine Mutter und meine Tanten gaben, war der, bloß nicht so zu werden wie sie. Ich sollte es nämlich besser haben. Wenn ich einen Rat von Frauen bekam, dann höchstens den, keine Frau zu sein. Meine Verwirrung war so groß – zum Glück aber auch meine Abneigung gegen diese patriarchale Kultur – dass ich fast nicht meine Doktorarbeit zu Ende bekommen hätte: Ich hatte mir nämlich das Thema gewählt, über vier Frauen zu schreiben, die im 19. Jahrhundert in der internationalen Arbeiterbewegung engagiert waren. Und mir fiel nichts anderes ein, als ihre Positionen mit denen zu vergleichen, die damals unter Männern diskutiert wurden, also zum Beispiel zwischen Karl Marx und Michael Bakunin. Und bei diesem Versuch musste ich mir irgendwann eingestehen, dass die Leistungen der Frauen auf diesem Gebiet dürftig waren. Es war eine symbolische Unordnung, in der ich mich befand, und erst die Begegnung mit dem Denken der Italienerinnen wies mir einen Ausweg – sie boten mir nämlich an, mich (und damit auch die Frauen, über die ich schreiben wollte) in eine andere, eine weibliche symbolische Ordnung zu stellen. Und als ich dann die Texte und Positionen dieser Sozialistinnen in ein Gespräch brachte mit dem Denken anderer Frauen – den Mystikerinnen, den Feministinnen von heute, den Frauen aus ihrer Zeit, die in anderen politischen Bewegungen aktiv waren oder die sich aus der Politik raushielten – erst da ergab alles einen Sinn.



Ich verstand, dass die patriarchale Kultur mich nicht so sehr als Mensch bedroht, sondern als Frau, die auf der Suche ist nach einem freien Sinn der weiblichen Differenz. Das Problem am Patriarchat ist, etwas verkürzt gesagt, nicht so sehr, dass es Frauen unterdrückt und diskriminiert, sondern dass es schlicht leugnet, dass es Frauen gibt. Früher war es dabei noch ehrlicher, und deshalb konnten Frauen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit dieses Problem auch noch klarer erkennen: Damals vertraten nämlich bedeutende Theologen die Ansicht, Frauen – diese Wesen auf zwei Beinen, die so grundsätzlich anders sind als sie selbst – seien gar keine Menschen, sondern irgendwie Tiere. Frauen hätten keine Seele. Verschleiert wurde das Problem, als man anfing, von der Gleichheit der Menschen zu reden und zu behaupten, die Frauen seien dabei mitgemeint. Dadurch entstand auf der einen Seite das Bewusstsein der Benachteiligung und der Diskriminierung – weil den Frauen gegenüber der Anspruch der Gleichheit nicht eingelöst wurde – und auf der anderen Seite, der Ausschluss des Weiblichen aus der Sichtbarkeit und der Sagbarkeit. Frauen waren nur noch denkbar im Bezug auf den Mann, den Norm-Menschen: Als das Andere des Mannes, als seine Ergänzung, oder als sein Gleiches.



Dies lenkt davon ab, dass es im Patriarchat um die Frauen eigentlich gar nicht geht: Es geht um männliche Regeln, die Männer untereinander aushandeln, darüber, wie sie die Welt organisieren wollen. Es handelt sich nicht um einen Konflikt zwischen Männern und Frauen – denn das würde voraussetzen, dass Frauen als ernstzunehmende Verhandlungspartnerinnen gesehen würden – sondern nur um die Konflikte zwischen den Männern untereinander. Das Wesen des Patriarchats so zu verstehen, hat weitreichende Folgen, gerade auch dann, wenn wir versuchen, die Bedeutung von sexueller Gewalt gegen Frauen zu verstehen und vor der Frage stehen, wie wir uns ihr gegenüber verhalten, wie wir damit umgehen sollen.



Zum Beispiel Vergewaltigung, diejenige Form von Gewalt, die in der Frauenbewegung lange als die Form von Gewalt von Männern gegen Frauen schlechthin interpretiert wurde. Ich zitiere dazu wiederum Luisa Muraro, die in Anlehnung an Simone Weil scheibt:



"Das Vorhaben des Vergewaltigers richtet sich nicht gegen die Frau, sondern gegen Gott oder irgendetwas an seiner Stelle: Den Vater, den Chef, die bestehende Ordnung, das Über-Ich, das ist beliebig. Dies ist eine Tatsache von großer Wichtigkeit. Der politische Grund für die Vergewaltigung übersetzt sich nicht notwendigerweise in ein Vorhaben des Mannes gegen die Frau. Der Vergewaltiger befindet sich in einer symbolisch eigenständigen Position, die ihm durch sein Geschlecht oder von seinem Gott gegeben ist oder schlicht und einfach dadurch, dass er ein Mann ist. Die Bestätigung dieser Tatsache finden wir in den Vergewaltigungsprozessen, die von vielen Opfern als eine Verlängerung der bereits erfahrenen Gewalt in veränderter Form erlebt wird. Diese Wahrnehmung seitens der Opfer, so behaupte ich, hängt nicht so sehr von der persönlichen Haltung der Justizbeamten ab als vielmehr von der objektiven Tatsache, dass diese Leute und der Vergewaltiger untereinander in einer Beziehung stehen, in der die Frau nichts zu suchen hat, es sei denn als Negativ. Jeder Vergewaltiger drückt seinem Richter gegenüber im Grunde genommen das gemeinsame Privileg aus, nicht als Frau geboren zu sein. In der Bedeutung, die Männer der Vergewaltigung geben, haben Frauen nichts zu suchen. Sie kommen darin zwar vor, aber nur als Körper oder als Metaphern. In den Wünschen oder Interpretationen sind die Frauen nicht als mögliche Gegenspielerinnen präsent. Doch leider können wir daraus nicht schließen, dass ihr Wollen und ihre Gedanken demzufolge geschützt wären. Leider geschieht es sehr häufig, dass im Falle einer Vergewaltigung (oder eines Vergewaltigungsprozesses) mit dem Körper auch das Wollen und die Gedanken einer Frau einer schlimmeren Gewalt ausgesetzt sind als diejenige, die der Körper schon erlitten hat. Geschützt zu sein bedeutet für den Geist, dem Erlebten Bedeutung geben zu können. Aber gibt es eine weibliche Bedeutung der Vergewaltigung? Wenn diese fehlt, ist der Geist sozusagen außer sich und findet sich der Gewalt auf symbolischer Ebene ausgesetzt. Daher empfinden viele Frauen die Vergewaltigung als ein maßloses Drama, und das macht es schwer, dem Opfer wirklich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen"[3].



Darin liegt eine große Herausforderung für die Frauen, wenn es darum geht, eine politische Strategie für den Umgang mit Vergewaltigungen zu finden. Der Originaltitel des ersten ins deutsche übersetzten Buches der Mailänderinnen, "Wie weibliche Freiheit entsteht", heißt: "Nicht glauben, Rechte zu haben". Es ist sehr schade, dass dieser Titel in der deutschen Version geändert wurde, aber es ist vielleicht daraus verständlich, dass man – und auch die Frauen, von der patriarchalen symbolischen Ordnung geprägt – in Deutschland besonders viel Wert auf den Rechtsstaat gelegt hat. Auch diejenigen, die Frauen im Patriarchat als schutzbedürftige Gruppe verstehen, stehen in der Versuchung, durch Gesetzesinitiativen diesen Schutz juristisch zu verankern – das Gesetz über Vergewaltigung in der Ehe ist da ein gutes Beispiel, aber auch die Gesetze gegen Kindesmissbrauch oder die Abtreibungsgesetze.



Der durchaus gutgemeinte Versuch, Frauen durch härtere Gesetze gegen Gewalt zu schützen oder wenigstens die Täter zu bestrafen, missversteht die Bedeutung, die eine Gewalttat hat – dass es sich hier um einen Konflikt unter Männern handelt. Die Regelung dieses Konfliktes folgt ihren Regeln, und daran ändert sich auch nichts, wenn die Gesetzgeberinnen und die Richterinnen Frauen sind, denn sie können dies nur sein, wenn sie sich nach den Regeln der Männer verhalten. Sie werden sogar gewissermaßen zu Komplizinnen der patriarchalen symbolischen Unordnung.



Ein Indiz dafür ist auch, dass sie sich schnell zu Repräsentantinnen der Frauen machen, beanspruchen, im Namen der Frauen zu sprechen. Konkret sieht das dann so aus, dass sie versuchen, Vergewaltigungsopfer zu überreden, Anzeige zu erstatten, juristisch gegen die Täter vorzugehen. Zuweilen wird sogar der Vorschlag gemacht, mit Mitteln der Justiz gegen den expliziten Willen der betroffenen Frau vorzugehen, etwa wenn gefordert wird, Vergewaltigungen grundsätzlich von der Staatsanwaltschaft zu verfolgen, auch gegen den ausdrücklichen Willen des Opfers. Die Abneigung der Opfer dagegen wird meist als Schwäche interpretiert, es wird angenommen, sie wollten sich nicht gegen das Patriarchat wehren, die Psychologie wird bemüht (Angst oder Scham).



Es ist in Beratungsstellen für Gewaltopfer inzwischen zwar so, dass Frauen nicht zu einer Anzeige gedrängt werden, denn man hat gemerkt, dass die Frauen dann nicht kommen. Aber warum drängt man sie nicht? Weil man Verständnis hat für ihre Ängste, die Hemmschwelle niedrig halten will? Auch dann wird die Fremdheit der Frauen gegenüber den gesellschaftlichen Regeln des Patriarchats ignoriert. Was aber, wenn diese Opfer instinktiv oder aus Erfahrung oder aufgrund der Ratschläge älterer Frauen wüssten, dass sie diesem ganzen System misstrauen müssen? Wenn es darum geht, an einer weiblichen symbolischen Ordnung zu arbeiten, dann müssen wir gerade auf diese Frauen hören, darauf hören, welche Bedeutung sie dem erlebten geben.



Die Ehre einer Frau kann nicht hergestellt werden durch ein Urteil eines Systems, das darauf gründet, Frauen unsichtbar zu machen. Was wäre aber die Alternative?



Im Vergleich zu der symbolischen Gewalt, die Frauen erleiden, ist die materielle, körperliche Gewalt, weniger wichtig, behaupte ich. Manchmal sind, gerade unter Feministinnen, hier die Relationen völlig verschoben. "Ich hatte keine Angst davor, umgebracht zu werden. Ich hatte Angst, vergewaltigt zu werden" – so überschrieb zum Beispiel die feministisch-religiöse Zeitung Schlangenbrut in ihrer Februarausgabe zum Thema Gewalt einen Artikel[4]. Das Zitat stammt von einer kosovarischen Frau, die 1999 während der kriegerischen Eskalation ins Kosova vergewaltigt worden ist. Was soll dieses Zitat in der Überschrift? Offensichtlich wollte die Redakteurin damit die Radikalität ihrer Position zum Ausdruck bringen und sagen, wie schrecklich es ist, dass Frauen vergewaltigt werden. Was sie in Wirklichkeit getan hat, war, die symbolische Ordnung des Patriarchats zu stärken.



Denn diese Aussage macht nur Sinn, wenn man symbolisch in der Ordnung des Patriarchats steht. Im 19. Jahrhundert zum Beispiel, als es noch gängige Meinung unter Männern wie Frauen war, dass es wichtiger sei, die Ehre einer Frau zu schützen, als ihr Leben. Vergewaltigung ist schlimmer als tot, denn als Besitz des Mannes ist eine Frau tot wertvoller als entehrt. Ein krasseres Beispiel für patriarchale symbolische Unordnung lässt sich wohl kaum finden. Wie kommt es, dass heute sogar Feministinnen diese Auffassung teilen, wenn auch aus anderen Gründen? Ich habe darüber schon früher, als ich noch nichts von symbolischer Ordnung usw. wusste, vehement mit anderen Frauen darüber diskutiert. Für mich selber war immer schon klar klar: Ich würde hundertmal lieber vergewaltigt werden als getötet, und ich glaube, ich würde auch lieber vergewaltigt, als den kleinen Finger abgehackt zu bekommen. Ja, ich glaube, ich würde sogar lieber vergewaltigt, als drei Tage nichts zu trinken zu bekommen, wobei sich dies durch die Gefahr der Ansteckung mit Aids leider wieder relativiert. Und ich würde auch lieber von einem Bekannten bei ihm zuhause im Wohnzimmer vergewaltigt werden, als von einem Fremden irgendwo im Park.



Wie auch immer: Ich bin diejenige, die zu entscheiden hat, wie schlimm eine Gewalttat gegen mich ist und wie ich sie verarbeiten will, welche Bedeutung ich ihr gebe und wie ich danach weiterleben will. Ich kann das nur für mich entscheiden, und jede andere Frau muss das für sich entscheiden. Dass für mich die Prioritäten so liegen, hängt natürlich damit zusammen, dass ich in einer Kultur lebe – in der symbolischen Ordnung der Mutter nämlich – wonach es mich keineswegs entehrt, wenn ein Mann mich vergewaltigt. Keine meiner Freundinnen, keiner der Menschen, die mir wichtig sind, würde mich deshalb verurteilen. Ich würde mich nicht schämen, ich würde mich nur ärgern. Was bleibt, ist der Schmerz, und den wäge ich ab gegen andere mögliche Schmerzen. Und weil ich dankbar bin für die Frauen, die an dieser symbolischen Ordnung gearbeitet haben und mir daher die Möglichkeit gaben, einem Gewalterlebnis eine freie Bedeutung zu geben, arbeite ich selber daran, diese Möglichkeiten für andere Frauen zu erweitern. Zum Beispiel, indem ich immer dann, wenn ich etwas davon höre, wie schrecklich schlimm doch eine Vergewaltigung ist, sage, wieso, ich kann mir viel schlimmeres vorstellen - dabei geht es mir nicht darum, meine Interpretation von Vergewaltigung nun absolut zu setzen, sondern darum, den Frauen, die hier zuhören, eine alternative mögliche Meinung einer Frau zu diesem Thema anzubieten, so dass sie merken: Sie können wählen und vielleicht noch eine ganz eigene Bedeutung für sich erfinden.



Jetzt könnten Sie sagen, die hat leicht reden, die wurde ja noch nie vergewaltigt. Das stimmt. Aber eine meiner Freundinnen, die als Jugendliche tatsächlich vergewaltigt wurde, hat sich mir gegenüber einmal ganz ähnlich geäußert. Was mich damals erschreckte, war die Tatsache, dass sie sich lange Zeit nicht getraut hat, mit mir darüber zu sprechen – nicht aus Scham, wie das kleine Mädchen aus der Geschichte oben, sondern aus Angst, ich, eine ausgewiesene Feministin, würde sie nach einem solchen Eingeständnis zur Polizei schleifen und dazu drängen, eine Aussage zu machen. So, wie ich damals drauf war (bis vor 10 Jahren war ich auch eine Gleichheitsfeministin, einfach weil ich noch keine Alternativen kannte) war die Gefahr durchaus berechtigt.



Aber das Patriarchat ist zu Ende, und deshalb hat sich vieles verändert. Statt weiterhin die außergewöhnliche Schwere von Sexualverbrechen zu betonen, sollten wir versuchen, die Folgen solcher Gewalthandlungen zu begrenzen: Durch die Arbeit an einer weiblichen symbolischen Ordnung, die diese Gewalt auf das Faktische begrenzt und sie von der symbolischen Aufladung der patriarchalen Ordnung befreit. Wir müssen Ansprechpartnerinnen für die Opfer der Gewalt sein, eine Kultur schaffen, in dem diese Gewalt den ihr angemessenen Raum hat – nicht mehr und nicht weniger.



Luisa Muraro hat dafür noch ein weiteres Beispiel: Vor einiger Zeit gab es in Italien einen Skandal, weil herauskam, dass Prominente aus dem Fernsehgeschäft einen Handel mit jungen Mädchen betrieben, denen sie Jobs versprachen gegen sexuelle Dienstleistungen. Viele Mädchen gingen auf diesen Deal ein, ganz normale Mädchen, nicht die verruchten, teilweise sogar mit Billigung ihrer Familien, die von dem bunten Fernsehversprechen auf schnelle Berühmtheit fasziniert waren. Soweit nichts Neues. Nicht neu war auch, dass die Herren ihre Seite des Deals nicht einhielten – natürlich wurden die Mädchen nicht berühmt. Das Neue war jedoch, dass die Mädchen, als sie den Betrug merkten, keineswegs verschämt schwiegen, wie sie das noch vor einigen Jahren gemacht hätten, sondern damit an die Öffentlichkeit gingen. Die verdutzten Herren, sahen sich plötzlich einer Flut von Anklagen gegenüber. Sie hatten eben nicht bemerkt, dass sich die Zeiten geändert haben.



Auch in Deutschland sind solche Veränderungen spürbar. Gutaussehende Frauen verkaufen ihre Schönheit in der Fernsehkultur ohne jeden inhaltlichen Anspruch, Verona Feldbusch, Jenny Elvers, Naddel und wie sie alle heißen. Sie haben gemerkt, sie können Geld, viel Geld, damit verdienen, dass sie sich halbnackt in Talkshows setzen und etwas Smalltalk betreiben. Das ist vielleicht naiv keine großartige Leistung zur weiblichen Freiheit, aber es hat auch nichts mit Patriarchat zu tun. Früher wurden Frauen gezwungen, ihren Körper den Männern zur Lustbefriedigung zur Verfügung zu stellen. Die Frauen die dies heute tun, sind nicht mehr bereit, sich betrügen zu lassen. Sie bestehen darauf, dass der Vertrag eingehalten wird, dass es sich rentiert. Sie schämen sich nicht dafür, sondern sie sind stolz darauf. Das ist ein entscheidender Unterschied. Sie haben die symbolische Bedeutung geändert, und damit ändern sich auch die Tatsachen.



Wenn es also vor allem die symbolische Gewalt ist, nicht die körperliche, die uns zu schaffen macht – dann ergibt sich noch ein anderer, sehr interessanter Aspekt dieses Themas, der Umgang mit den Simulantinnen nämlich. Den Frauen und Kindern, die sich in eine Gewalterfahrung hineinphantasieren, die Männer anklagen und beschuldigen, sie vergewaltigt zu haben, ohne dass dies einer juristischen Untersuchung standhalten würde.



Diese Simulantinnen sind logischerweise die Feindinnen derjenigen, die schärfere Gesetze gegen Gewalt fordern. Denn sie unterminieren diese Strategie – es macht ein schlechtes Bild, wenn das herauskommt. Daher konzentrieren sich derzeit viele Kräfte darauf, in solchen Fällen das zu betreiben, was sie für "Wahrheitsfindung" halten. Manche Feministinnen gehen sogar so weit, zu bestreiten, dass es überhaupt Simulantinnen gibt – traurigste Auswüchse davon waren die Angriffe gegen Katharina Rutschky, die seit ihrem Buch "Missbrauch des Missbrauchs" als Feindin der Frauenbewegung gilt. Dabei ist sie eine sehr kluge Denkerin, die viel zur Sichtbarmachung der weiblichen Differenz beiträgt, und sie hat mit ihren Analysen vollkommen recht, vor allem mit ihrer Kritik am Gleichheitsfeminismus, auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu polemisch ist. Was ich ihr vorwerfe ist höchstens eine gewisse Arroganz und Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass längst auch viele Feministinnen in Deutschland die Schwäche des Gleichheitsfeminismus erkannt haben.



Aber zurück zu den Simulantinnen: Wenn man ihre Aussagen über angebliche Vergewaltigungen und Missbräuche nicht gerichtsrelevant verwertet, wenn es dabei also nicht in erster Linie darauf ankommt, irgendwelche Täter zu überführen und ins Gefängnis zu werden, sondern wenn man ihre Aussagen hört als Bericht über erlittene symbolische Gewalt, dann sind sie in der Tat keine Lügnerinnen. Vielleicht ist es nur so, dass sie für die symbolische Gewalt, die sie erleiden, keine Sprache haben und sich nicht anders auszudrücken wissen, als so? Haben sie vielleicht verstanden, dass sie durch eine solche Aussage aus der Bedeutungslosigkeit in den Mittelpunkt rücken? Hat sie nicht das Recht, auf diese Weise symbolisch etwas auszudrücken, das ihr tatsächlich widerfahren ist, eine symbolische, wenn auch keine körperliche Vergewaltigung?



So zu tun als ob, etwas fingieren, träumen, phantasieren, das sind traditionelle Wege des weiblichen Geistes, sich inmitten einer patriarchalen symbolischen Ordnung einen Schutzraum zu bauen. Statt unsere Energie darauf zu verschwenden, Simulantinnen und "echte" Opfer auseinander zu halten, sollten wir sehen, dass beide unsere Hilfe brauchen – nicht durch eine Strafverfolgung der tatsächlichen oder vermeintlichen Täter, sondern durch das Angebot einer anderen als der patriarchalen Ordnung. Einer Ordnung, die freien weiblichen Austausch über die Welt ermöglicht.



Durch die Tatsache, dass Vergewaltigung heute meist strafrechtlich verfolgt wird, ist dies jedoch erschwert worden, und auch dadurch dass die sogenannte "Öffentlichkeit" für das Thema über die Maßen sensibilisiert wurde. Medien, die immer wegführen von der konkreten, persönlichen Erfahrung, die immer gleich eine symbolische Bedeutung mitliefern - dies ist die Aufgabe der Medien - sind nicht geeignet, diese symbolische Arbeit im Namen weiblicher Freiheit zu leisten. Die „Sensibilisierung“ der Öffentlichkeit ist daher nicht unbedingt ein Erfolg für weibliche Freiheit. Denn die Gefahr, dass sich die Medien sensationsgierig auf diese Fälle stürzen könnten und dadurch eine Flut von Spekulationen und Anschuldigungen auslösen, die gefährlich sind – man könnte in manchen Fällen fast schon von Hexenverfolgung sprechen, und es gab tatsächlich schon Selbstmorde unter Angeschuldigten – ist die Möglichkeit erschwert worden, hier vernünftig vorzugehen.



Eine neue, weibliche symbolische Ordnung richtet sich an die Welt, es geht nicht darum, die Interessen von Frauen zu vertreten (allein schon deshalb, weil es keine gemeinsamen Interessen von Frauen gibt). Es ergibt sich hieraus auch die Frage, welches Urteil wir für die Männer, die gewalttätig sind, finden. Welche Bedeutung wollen ihnen beimessen? Sind sie die großen Götter, von deren Verhalten unser aller Wohl und Wehe abhängt? Oder sind sie einfach Ereignisse, die uns zustoßen können, so wie ein Autounfall? Oder sind sie armselige, handlungsunfähige Wesen, die wir bedauern könnten, wenn sie nicht so gefährlich wären? Oder zeigt sich in ihrer Gewalttätigkeit auch eine Anklage an die Welt, ist auch sie ein hilfloser Hinweis auf eine symbolische Unordnung? Auch hier liegt das Urteil wieder bei der jeweiligen Frau selbst - zu ihrer Freiheit, dem Erlebten eine Bedeutung zu geben, gehört auch die Entscheidung der Frage, welche Beziehung sie zukünftig mit dem Täter haben will und welche Bedeutung sie seinem Verhalten gibt. Ich kann dazu durchaus eine andere Meinung haben und darüber können wir uns dann streiten und auseinandersetzen. Und in dieser Auseinandersetzung erarbeiten wir eine weibliche symbolisch Ordnung.



Es geht nicht um die Psychologie, darum, die Männer zu verstehen und zu rechtfertigen, sondern darum, die Gründe, die symbolischen Gründe für ihre Gewalt zu verstehen und darum, unsere Beziehung zu ihnen zu gestalten. Luisa Muraro schildert den Fall einer afrikanischen Prostituierten, die in Italien arbeitete, und von einem Freier, einem noch sehr jungen Mann, umgebracht wurde. Er hatte sie offenbar nach ihrem Urteil über seine sexuellen Leistungen gefragt und eine wahrheitsgemäße Antwort erhalten, die für ihn wenig schmeichelhaft war. Jede von uns, in einer westlichen Kultur aufgewachsen, fragt sich wohl: Wie konnte sie nur, warum hat sie nicht gelogen? Vielleicht ist es aber so, dass in der afrikanischen Kultur, aus der die Frau kommt, der Wert der Männlichkeit weniger vom weiblichen Urteil abhängt, als im Westen? Oder es liegt vielleicht daran, dass dort die Verpflichtungen einer Prostituierten klarer auf die rein körperliche Dienstleistung beschränkt sind? War dies alles möglicherweise nur ein tragisches kulturelles Missverständnis mit schrecklichem Ausgang? Nicht immer sind die Überlebenden die Starken, manchmal sind auch die Getöteten die wirklich Starken.



Wenn ich Zeitungsberichte lese über Männer, die gewalttätig sind, dann ist Wut und Ärger nur eines der Gefühle. Und ich verstehe, wenn Luisa Muraro schreibt, diese Männer haben auch unser Mitleid und unseren Respekt verdient. Wenn der symbolische Schutz gewährt ist, wenn ich fähig bin, diesen Männern Mitleid und Respekt in ihrer bedauernswerten Lage entgegen zu bringen - Mitleid etwa deshalb, weil sie nie in der Lage sein werden, eine gute Beziehung zu mir, zu anderen intelligenten Frauen, zu den Menschen, die sie lieben, aufzubauen und Respekt, weil sie versuchen, sich trotz allem so etwas wie Ehre und Würde zu ertrotzen, wenn auch mit dürftigen und abscheulichen Mitteln - wenn mein Geist geschützt ist und sie meine Würde als Frau nicht treffen können,

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Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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BeitragVerfasst: 21.10.2009, 09:42 
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dann kann ich sie als Menschen ernst nehmen und muss sie nicht verteufeln.



Faktisch muss ich mich vor ihnen schützen, körperlich, durch Vermeidung von Kontakt, manchmal auch, in dem ich darauf verzichte, sie mit der unangenehmen Wahrheit ihrer Bedeutungslosigkeit zu konfrontieren.



Die Frage, die sich uns also am Ende des Patriarchats im Zusammenhang mit Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen stellt, ist folgende: Gibt es eine unabhängige weibliche Bedeutung für Vergewaltigung, für Missbrauch, für Gewalt? Eine Antwort, so Luisa Muraro, lautet - sie ist ein Unglück. Jeder Frau kann es passieren, dass sie sexuelle Gewalt erleidet, einfach aufgrund der Tatsache, dass ihr Körper ist, wie er ist, mit einer Scheide ausgestattet und meist mit weniger Muskeln als der Männerkörper. Kein Ende des Patriarchats und keine feministische Revolution und kein Gesetz der Welt kann an dieser menschlichen Bedingtheit einer Frau etwas ändern. Ändern können wir jedoch etwas an der symbolischen Bedeutung, die dieser Tatsache beigemessen wird. Und wir ändern schon etwas daran. Dies schützt nicht nur den Geist, sondern auch den Körper, weil wir mit der Gefahr, souveräner, realistischer und daher effektiver vorgehen.



Ich zitiere noch einmal Luisa Muraro: "Eine Vergewaltigung ist ein schmerzliches Ereignis, das Zeichen hinterlässt, aber nichts Außergewöhnliches hat: Es gehört zur allgemeinen weiblichen conditio humana. Es ist vielen bereits passiert und wird noch vielen passieren. Das heißt aber nicht, dass die Antwort darauf einheitlich sein wird oder die gleiche für alle, im Gegenteil. Gerade aufgrund der gemeinsamen Erfahrung eines nicht ungewöhnlichen Vorfalls, der die Frau nicht erniedrigt, wird die Einzelne ihre Antwort ausarbeiten können. Und mit dieser Antwort bringt sie das zum Ausdruck was sie aufgrund des erlebten Unglücks ist oder werden will. Sie wird darüber lachen oder meditieren, eine Erzählung schreiben oder eine Trennung vornehmen. Sie wird den Tatsachen das richtige Maß geben, sie wird niemandem den Vorwand liefern, sich für Gott zu halten. Es versteht sich, dass das nicht das Werk einer einzelnen Frau, sondern nur das einer weiblichen Kultur sein kann."[5]



Was Luisa Muraro hier für Vergewaltigung sagt, das stimmt auch für andere Konflikte. Wie wollen wir mit den Menschen dieser Welt leben? Mit den Menschen, unter denen es immer Gewalttäter, Vergewaltiger, Kinderschänder geben wird? Ich lebe mit ihnen, seit ich mich in eine neue, symbolische Ordnung der Frauen gestellt habe und mein Geist daher geschützt und weniger angreifbar ist, so:



Ich versuche, den Ereignissen eine eigene Bedeutung zu geben: Ausgehend von mir selbst, von dem, was ich erlebe, von dem ich anderen berichte, mir ein Urteil bilde und mit dem Urteil anderer Frauen, die ebenfalls von sich selbst ausgehen, anvertraue.



Wenn mir Diskriminierung und Ungerechtigkeit begegnet, kann mich das zwar körperlich und materiell verletzen, aber nicht mehr symbolisch. Politisch heißt das, ich erhebe keine Forderungen, erwarte eine bessere Welt nicht von der falschen Ordnung des Patriarchats, sondern von der Liebe der Frauen zur Freiheit. Mein politisches Handeln richtet sich nicht mehr mit Forderungen an die Männer, sondern direkt an die Welt, ich handle politisch im Interesse der Welt, nicht im Interesse der Frauen (anders, als die Schauspielerin, von der ich neulich im Radio war, die eine Rolle als Jungfrau spielen sollte, und aber zu Beginn der Dreharbeiten schwanger war, d.h. sie hätte mit dickem Bauch drehen müssen, worauf der Regisseur eine andere Schauspielerin castete. Die Schwangere klagte darauf vor Gericht, sie würde als Frau diskriminiert.)



Ich begreife die Differenz der Frauen, ihre Unterschiedlichkeit, als Stärke. Daher spreche ich nicht von einem Wir der Frauen, oder von Frauensolidarität. Ich spreche nicht für die Frauen, sondern als Frau. Das schließt den Konflikt unter Frauen natürlich ein.



Hausfrauen und Karrierefrauen

(Ideensammlung)





„Beide waren vielbeschäftigte Frauen, die allen Grund hatten, stolz darauf zu sein, wie sie ihr Leben organisierten. Ihre Augen glänzten, ihre Hände gestikulierten aufgeregt, während die Menge an Hausarbeit, die Melissa vor dem Frühstück erledigte, sich jubilierend mit Menge von Einkäufen maß, die Mrs. Butler in ihre Mittagspause zu quetschen wusste; die Anzahl von Aktennotizen, die Mrs. Butler beim Abendessen schreiben konnte, um einen Platz mit der Menge von Wäsche rang, die Melissa bei den Mittagsnachrichten wegbügelte. (Celia Fremlin 1994: Sieben magere Jahre, S. 74)



Die Gegenüberstellung von Haus- und Karrierefrauen ist mit eine der wirkmächtigsten und schädlichen Trennungen unter Frauen. Das Zitat gefällt mir gut, weil es kein Unterschied ist, auf welchem Gebiet Frauen „gute“ Frauen sind. Eine schöne Ironie von Celia Fremlin.



Allerdings ist dieses Szenario heute anachronistisch. Die Kontroverse, wer die bessere und tüchtigere Frau ist, ist beantwortet in dem Sinne, dass Frauen berufstätig sein sollen. Wenn sie es nebenbei noch schaffen, auch Hausfrau zu sein, okay. Aber wenn sie nur Zeit für eines finden, dann muss das der Beruf sein. Keine Zeit mehr für Ironie, es scheint wieder so zu sein, wie in den Fünfzigern, dass wir ganz genau wissen, was eine gute Frau zu tun hat. Früher: Frauen dürfen nicht arbeiten, weil das ist schlecht für Kinder, Mann und Familie. Heute: Frauen dürfen nicht Hausfrauen sein, das ist schlecht für die Wirtschaft. Es geht in der Diskussion um die Nützlichkeit der Frauen für die Allgemeinheit, nicht um das weibliche Begehren selbst.



Ich habe tatsächlich mal eine Präsentation gesehen, worin zwei US-Amerikanische Ökonomen nachweisen, wie Hausfrauen sozusagen mutwillig der Wirtschaft Bruttosozialprodukt entziehen. Und dass es daher kein Wunder ist, dass die Wirtschaftsleistung nicht so schnell wächst, wie sie könnte. Statt nun diese merkwürdige Berechnung in Frage zu stellen, eignen sich sogar Feministinnen diese Argumentation an.



Es ist für den Feminismus eine theoretische Herausforderung: Feministische Forderungen (Nach Krippenplätzen, Erwerbsarbeit für Frauen usw.) dienen als Argumente zur Durchsetzung des Neoliberalismus. Faktische Gesetzesänderungen haben unter dem Argument der Gleichheit eine Geldumverteilung von Armen zu Reichen (Elterngeld) und von Frauen zu Männern (Unterhaltsrecht) zur Folge. Es ist wichtig, eine eigene Analyse zu haben Wo ist der Übergang von einem strategischen Bündnis (mit der Wirtschaft) bis hin dazu, selbst das Begehren und die Freiheit der Frauen als eigentliches Zentrum aus den Augen zu verlieren? Ich zucke immer zusammen, wenn etwa das Argument kommt, Frauen im Management würden doch die Konzernbilanzen verbessern.



Das (bewusste) Kodieren einer Problemstellung als kulturelle Frage ermögliche politische Allianzen, die es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten so nicht geben würde. Dadurch können politische Maßnahmen mit den Stimmen derer durchgeführt werden, die eigentlich davon benachteiligt werden (zum Beispiel Abbau von Unterhalt für Ehefrauen).



In der angeblichen Konkurrenz zwischen Hausfrauen und Karrierefrauen spiegelt sich in Wahrheit ein allgemein gesellschaftlich ungelöstes Problem – nämlich die Frage nach dem Verhältnis von kapitalistischer Produktion (die von den Bedürfnissen der Menschen absieht und nur nach dem Profit strebt) und der Sorge um die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen, auch wenn sie sich nicht rechnen. oder platter: Wer putzt den Dreck weg und wechselt die Windeln, wenn wir keine Hausfrauen mehr haben?



Derzeit nur schlechte Lösungen: Versprochen wird, dass wir es unter Frauen und Männern aufteilen – aber das scheint in der Praxis nicht zu funktionieren. Faktisch: Frauen machen es doppelt oder ehrenamtlich als Großmütter oder Nachbarinnen. Dritte Möglichkeit: Es bleibt ungetan. Vierte: Wir holen Migrantinnen und bezahlen sie schlecht. Ironie: Der Ausbau der Krippenplätze scheitert am Mangel an Erzieherinnen – gleichzeitig erzählen wir den Mädchen beim Girls Day, sie sollen ja nicht Erzieherinnen werden wollen.



Prätorius: Die Welt – ein Haushalt. Feministische Ökonominnen haben dazu Regalweise Analysen verfasst. Haus- und Erwerbsarbeit ist schon seit der 1970er Jahren ein Thema der Frauenbewegung. Grundlegend anderes Denken von Ökonomie, beides nicht als Gegensatz – nicht nur nicht bei individuellen Frauen, sondern generell.



Warum spielen die in der gegenwärtigen Debatte um die Finanzkrise keine Rolle? Es fehlt an der Anerkennung weiblicher Autorität. Fast als wäre es ein Tabu, zu sagen, dass diese Krise etwas mit männlicher Dominanz zu tun hat. Aber es ist eine „Testosteronkrise“, wie es die Finanzexpertin Loretta Napoleoni genannt hat. Grobe Fehleinschätzungen, die daraus folgen, dass man die Welt als Markt versteht, der dem Haushalt entgegen gesetzt ist.



Frauen haben schon immer beides gewollt von Anfang an in der Frauenbewegung wollten sie sowohl die Beteiligung von Frauen an der Erwerbsarbeit als auch die (kollektive) Neuorganisation der Haus- und Familienarbeit. Zum Beispiel Lohn für Hausarbeit.



Allerdings ist durch den weiteren Verlauf in den letzten 30 Jahren faktisch das Gegenteil eingetreten. Ein gesellschaftliches Problem, dass Frauen thematisiert und in den ökonomischen Diskurs geholt haben, wurde interpretiert als „Frauenproblem“ und diskutiert mit der Frage nach dem rechten Lebensstil einer Frau. Eine gesellschaftlich ungelöste Aufgabe – nämlich die Nichtvereinbarkeit von Beruf und Familie – wird so zu einem „Vereinbarkeitsproblem“ der Frauen und weniger Männer.



Symbolisch bedeutet das: Der ökonomisch und sozial sinnvolle Wunsch der Frauen und ihre Hartnäckigkeit, mit der sie darauf bestehen, dass im Leben Zeit für Beruf und Familie sein muss, für effizienzgeleitetes Streben nach Produktivität und Gewinnakkumulation und für die Sorge um Bedürftige, für Kultur und gutes Leben jenseits des Materiellen, wird nicht als Ressource, als Weisheit, als Autorität gesehen. Vielmehr wird so getan, als gehe es darum, dass die Gesellschaft den Frauen dabei „hilft“ – durch Maßnahmen wie Krippenplätze – dieses Problem privat und persönlich zu lösen.



Es ist sogar noch schlimmer: Feministische Argumente werden geradezu herangezogen, um die wirtschaftliche Schlechterstellung von Carearbeit durchzusetzen – dass die materielle Absicherung von Menschen, die Kinder erziehen, Kranke pflegen, Essen kochen und so weiter nicht gelingt, und zwar egal ob bezahlt oder unbezahlt, ist ja kein Problem mehr, wenn wir so tun, als wären davon ja Frauen und Männer gleichermaßen betroffen. Warum eigentlich nicht? Eine Welt, in der wichtige Arbeiten nicht erledigt werden oder wenn, dann schlecht bezahlt, während andere für unsinniges Zeug Millionen bekommen ist einfach nichts gutes, auch dann nicht, wenn Frauen auf beiden Seiten mit 50 Prozent vertreten sind. Equal Pay im Bezug auf die Geschlechter zu diskutieren, halte ich daher in Zeiten wie diesen, in denen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht und zwar auch unabhängig vom Geschlecht, für ziemlich gefährlich.



Frage neu stellen: Warum sollen Frauen überhaupt erwerbstätig sein? Warum soll der Staat sie dazu zwingen, indem er alle anderen Einkommensmöglichkeiten abschafft, etwa Unterhaltsansprüche usw.? Ich meine, warum die CDU das macht ist klar, die Wirtschaft will die Frauen als Arbeitskräfte haben. Aber was wäre ein feministisches Argument?



Weil Frauen nur, wenn sie erwerbstätig sind, als freie Menschen die Welt gestalten, so die Antwort von Beauvoir. Frage heute: Ist das denn so? Wie viel Einfluss haben berufstätige Frauen auf die Gestaltung der Welt? Oder müssen sie da nicht auch nur funktionieren?



Ich beobachte einen Rückzug der Frauen: Junge Frauen wollen Familie und viele Kinder haben, zur Verzweiflung ihrer Lehrerinnen. Auch die 40-Jährigen ziehen sich zurück – wollen sich nicht auf Stellen bewerben. Es gibt ja einen Unterschied zwischen berufstätig und wirtschaftlich unabhängig sein, und „Karriere“ machen. Erwerbstätig sein, Geld verdienen, müssen heute die meisten Frauen, ob sie wollen oder nicht. Aber ob ihnen das die Möglichkeit gibt, die Welt zu gestalten, ist noch die Frage. Viele meinen offenbar, nein. Der Reiz des Neuen ist weg. Es hat sich gezeigt, dass der Preis sehr hoch ist. Großer Druck, sich innerhalb einer männlichen Ordnung anzupassen. Sehnsucht nach Sicherheit. Auch bei vielen Männern. Unterordnung des Weiblichen unter das Männliche nach wie vor.



Historie: Ökonomie = Haushalt. Der Oikos in Griechenland war nicht der Kleinhaushalt, sondern umfasste alles Soziale und Wirtschaftliche. Auch im Wirtschaftslehrbuch auf Seite 1 steht, dass es um die Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse gehe, aber dann nur noch um Zahlen und Bilanzen.



„Wirtschaft“ war über Jahrtausende „Haushalt“ plus Handel als Austausch unter Haushalten. Frauen standen also schon immer im Zentrum der Wirtschaft (daher halte ich die Argumentation, wir müssten Frauen „in die Wirtschaft“ bringen oder dort fördern, für fatal, sie sitzt einem völlig vermännlichten Bild von Wirtschaft auf).

Erst mit der Industrialisierung Trennung von Haus- und Erwerbsarbeit. Nicht klar nach Geschlechtern organisiert. Produktion in Handwerksbetrieben ging ebenso wie Familienarbeit quer, Männer stellten her, Frauen verkauften auf dem Markt, Kinder wurden „nebenher“ betreut. Frauen gingen im 18./19. Jahrhundert als erste in die Textilfabriken, während die Männer noch Handwerker blieben. Proletarische Frauen arbeiteten schon immer, die Frage, unter welchen Bedingungen. Fabrikarbeit besser bezahlt, als Näharbeit zu hause, das war die Arbeit bürgerlicher Frauen. Schichtzugehörigkeit wurde am Tätigkeitsgebiet der Frau festgemacht – Frauenbewegung hat eine enge bürgerliche Perspektive, wenn sie „Zugang zu Erwerbsarbeit“ forderte, was gemeint war, war die Möglichkeit „bürgerlicher“ Frauen, zu arbeiten und dabei „bürgerlich“, also „respektabel“ zu bleiben.



Verbürgerlichung der Arbeiter-Bewegung: Über die „nicht arbeitende“ Ehefrau wollten Arbeiter sich dem sozialen Status der Bürgerlichen angleichen. Diskussion in der Arbeiterbewegung über die „gesundheitsschädlichen“ Folgen weiblicher Fabrikarbeit: Hier wurde die argumentatorische Grundfigur der „der Familie schadenden“ Frau, die arbeitet, erfunden. Forderung nach Verbot der Frauenerwerbsarbeit. Entstehung des „Ernährerlohnes“ – jedem nach seinen Bedürfnissen.



Eine Tradition, die angesichts der heutigen Ungerechtigkeiten im „Leistungsprinzip“ vielleicht hilfreich sein kann. Kollektives Wirtschaften jenseits von Marktwirtschaft, Hausfrauen als Hort einer proletarischen Kultur, die der Logik des Marktes und des Kapitalismus entzogen ist (US-Ökonomen noch mal).



Frauenerwerbsarbeit führt zu sozialer Ungleichheit – Nancy Folbre zeigt, dass die Frauenerwerbsarbeit zu Verstärkung sozialer Ungleichheit führt, weil an die Stelle des Arbeitswertes einer Hausfrau (das in allen Schichten ungefähr gleich ist) das Erwerbseinkommen einer Frau tritt (und reiche Männer heiraten reiche Frauen, d.h. die Einkommensunterschiede pro Familie werden größer (219f) (Folbre, S. 219)



Dies führte zu falschen Dualismen: Frauen argumentierten defensiv: Fabrikarbeit schadet der Familie nicht, Frauen sind billiger, Mutterschutz als Maßnahme derer, die Frauen aus der Erwerbsarbeit raushalten wollten. Feminismus im Ruf, der Arbeiterbewegung zu schaden. Dass also Feminismus und Wirtschaftliberalismus zusammengehen ist kein neues Phänomen von heute, sondern reicht zurück in das 19. Jahrhundert.



Frauen stehen in der Argumentation vor falschen Alternativen: Schutzgesetze fordern oder nicht? Bedingungen der Fabrikarbeit kritisieren oder nicht? Streit zwischen bürgerlichen und proletarischen Frauen. Unterschiedliche Interessen von Frauen je nach Branche. Bis heute – Diskussionen um die französische Justizministerin Rachida Dati, die fünf Tage nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten ging – und den Mutterschutz in Frage stellte. Schutzmaßnahmen für Frauen schadeten der weiblichen „Konkurrenzfähigkeit“



Nochmal: Warum sollen Frauen arbeiten? Wie steht es um die Gestaltungsmöglichkeiten? Das ist die entscheidende Frage. Wir bringen wir weibliche Ideen zum Thema „hausfrauliches Karrieremachen als Prinzip der Wirtschaft“ ins Zirkulieren?



Arbeit und Einkommen trennen – Grundeinkommen – da sind Frauen Expertinnen. Doppelte Erwerbsarbeit macht Familien vom Markt abhängig: Diese Diskussionen wurden auch schon im 19. Jahrhundert geführt – Mischung antifeministischer und freiheitlicher Argumente. Bewahrung einer nicht-marktförmigen Arbeiterkultur.



Hausarbeit und Subsistenzarbeit: Hausarbeit macht die Familie vom Kapitalismus unabhängig. Bennholdt-Thomsen. Nicht alle Lebensqualität wird über den Markt bezogen. Konsumptionsarbeit. Nicht so viel Geld brauchen. Artikel: Bankmanager in New York können von 500.000 kaum leben. Wohlstand bemisst sich in Lebensqualität, nicht im Geldeinkommen. Vielfalt der „Ökonomien“



Wir dürfen es nicht länger so diskutieren, dass Frauen „rein“ kommen müssen in die Wirtschaft, sondern darüber nachdenken, warum die ökonomisch-haushälterischen Prinzipien, denen Frauen in ihrem Leben (mehr als Männer) folgen nicht maßgeblich sind und feministische Ökonomiekritik nicht gehört wird, selbst in Zeiten wie diesen, in denen das Scheitern der „Testosteronwirtschaft“ so offensichtlich ist.



Beauvoir ist ganz vergessen. Nur noch „Erwerbsarbeit“ : Wir sprechen gar nicht mehr von Beruf (wo „Berufung“ mitschwingt), sondern von Erwerbsarbeit, da geht es nur ums Geld. Wenn wir nur wegen des Geldes arbeiten, bringt es nicht. Auch die Frauenbewegung redet mittlerweile nur noch von den Geldchancen und ökonomischer Unabhängigkeit der Frauen, nicht von der Verwirklichung eigener Anliegen im Beruf. Vielleicht, weil dann herauskommen würde, dass Hausfrauen das viel besser können. Vielleicht macht manche nicht erwerbstätige Frau eher „Karriere“ als eine Berufstätige. Etwas bewegen/erreichen im Leben. in der „Erwerbsarbeit“ ist das nicht unbedingt mehr der Sinn. Wie kommt der Sinn in die Arbeit und in die Wirtschaft wieder rein? jedenfalls nicht über das Motto: „Hauptsache Arbeit“



Nicht alle Frauen müssen dasselbe machen. Problem der „Individualisierung“ der „Vereinbarkeitsfrage“ liegt auch darin, dass diese Lösung nur funktioniert, wenn man ein bestimmtes Frauenleben zur Norm macht: Derzeit die vollerwerbstätige Frau ohne oder mit wenigen Kindern. Aber natürlich ist die kinderlose Frau „konkurrenzfähiger“. Warum müssen alle Frauen gleich leben? Ist es nicht gut, wenn manche ohne Kinder leben und Pionierinnen in ihren Berufen sind, andere dafür fünf oder sechs Kinder haben, wenn sie wollen? Die Vereinheitlichung weiblicher Lebensmodelle enthebt uns der Aufgabe, grundsätzliche Lösungen für die Organisation der Care-Arbeit zu suchen.



Entscheidend ist Care, egal ob bezahlt oder unbezahlt. Die Unterscheidung läuft nicht zwischen Erwerbstätigen und Nicht-erwerbstätigen Frauen (und auch nicht zwischen Frauen und Männern), sondern zwischen denen, die Carearbeit machen (egal ob bezahlt oder unbezahlt) und denen, die für Profit arbeiten. Hier steckt das Potenzial zu einer grundlegenden Ökonomiekritik, von Feministinnen (Care-Ökonomie) längst angestoßen, aber in der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen.



Care-Arbeit „rechnet“ sich nicht – Auseinanderfallen von Produktion und Reproduktion. Insofern sind Beruf und Familie nämlich faktisch unvereinbar. Wir brauchen eine neue Weise, beides zusammenzudenken, und diese lässt sich nicht im individuellen familiären Bereich lösen, egal wie viele „Hilfen“ wir den betroffenen Frauen zur Verfügung stellen. Und das Unbehagen der Frauen an der männlichen Arbeitswelt hat nicht nur mit der Vereinbarkeit zu tun – das ist eine Illusion der jungen Frauen. Aber diese Unbehagen, das gegenseitig ist, betrifft auch kinderlose Frauen und ältere Frauen, die das Kinder-Vereinbarkeits-Problem schon gelöst haben.



Erwerbsarbeitende Frauen bleiben an die Praxis der Reproduktion angebunden: Frauen studieren und wollen arbeiten, bleiben aber dennoch symbolisch an die Praktiken der Reproduktion der menschlichen Existenz gebunden. Die Gegenwart der Frauen in der Arbeit bietet einen zusätzlichen Hebel. Sie verändert die Arbeit von ihren viele Abstraktionen, die sie entmenschtlicht haben. Und sie zeigt, dass eine Frau „alles auf den Markt bringt“, auch die Qualität der Beziehungen auf der Arbeit und in der Fürsorgearbeit – sie ist nicht der Meinung, dass Frauen bei der Arbeit alles “Ökonomisieren”. (Cigarini 2008, S. 14f)



- Im Beruf wie im „Haushalt“ denken. Beide Ebenen vermischen sich in der Realität. Diese Vermischung muss politisch gedacht und gelöst werden, nicht in der persönlichen Anstrengung einzelner Frauen. Aber die Tatsache, dass mehr Frauen als Männer sich konkret und theoretisch in dieser Hinsicht in der Vergangenheit „angestrengt“ haben bedeutet, dass sie Erfahrungen damit haben und Expertinnen auf diesem Gebiet sind, die gefragt werden müssen.



Weibliche Subjektivität nicht „Tüchtigkeit“ ist gefragt. Weder als Mutter noch als Berufstätige. Sondern es geht darum, dass Frauen die Welt gestalten, das eigene Begehren in die Wirtschaft integrieren, hinterfragen, dass gegen Geld Arbeiten das einzig Sinnvolle ist. Das Ideal der Autonomie und Unabhängigkeit in Frage stellen.



Markt und Haushalt sind keine Gegensätze, sondern sie funktionieren nur gemeinsam. Die Trennung ist nicht nur eine künstliche, insofern Hausfrauen und Karrierefrauen gegeneinander ausgespielt wurden. Sie ist auch künstlich, was die Trennung in unterschiedliche Prinzipien des Wirtschaftens betrifft: Die Welt ist ein Haushalt, und sie ist gleichzeitig ein Markt, jedoch einer, in den alles eingebracht wird, nicht nur Waren und Geld, sondern auch der Wunsch nach Wohlbehagen, der Anspruch auf Mitgestaltung, sowie das eigene Begehren, das aber vielleicht gerade das Wertvollste ist.

Von wegen Mars und Venus

Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören – Theorien über die angeblich natürlichen Unterschiede der Geschlechter sind wieder schwer in Mode. Doch während früher die Frauen als minderwertig galten, kriegen heute meist die Männer den schwarzen Peter zugeschoben. Das ist auf den ersten Blick verführerisch. Aber trotzdem falsch, und gefährlich obendrein.

Dem Mann im Supermarkt steht die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben: Er findet offenbar nicht, was er sucht. Schon zum dritten Mal geht er jetzt die Regalreihe ab, prüft die Aufschriften auf den Packungen, rauft sich die Haare. Entnervt fährt eine Frau mit Einkaufswagen um die Ecke: „Wo bleibst du denn? Hast du’s etwa immer noch nicht gefunden?“ Kurz prüft sie das Angebot, greift zielsicher eine Packung heraus und schiebt energisch Richtung Kasse davon. „Typisch Männer mit ihrem Tunnelblick“ seufzt sie kopfschüttelnd in meine Richtung, „was nicht direkt vor ihrer Nase liegt, das sehen sie nicht.“

Ich grinse zurück, ein bisschen schuldbewusst, weil ich ihrer komplizenhaften Anrede nicht widerspreche. Denn eigentlich kenne ich das selbst nur zu gut: vor dem unübersichtlichen Regal zu stehen und nichts zu finden. Schon als Kind habe ich keine Ostereier gefunden. Ich bringe es sogar fertig, den Stift, mit dem ich gerade noch geschrieben habe, auf meinem Schreibtisch zu verlegen, obwohl ich mich gar nicht von dort weg bewegt habe. Ich dachte immer, das sei meine persönliche Dusseligkeit. Jetzt heißt das also „Tunnelblick“.


Das Merkwürdige ist nur: Ich bin eine Frau. Deshalb dürfte ich eigentlich gar keinen Tunnelblick haben. Der soll nämlich in den männlichen Genen verankert sein und noch aus der Steinzeit stammen, als die wilden Jäger immer fest ihr Opfer im Visier hatten. Frauen dagegen haben den Panoramablick: Sie mussten die Brut beschützen und rundum alles im Blick behalten, damit sie jegliche Gefahr möglichst früh wittern. Ganz klar, es liegt an den Genen, an der Evolution, und plötzlich sind alle einer Meinung: Frauen und Männer sind einfach von Natur aus verschieden.



Es ist schick, Frauen für das bessere Geschlecht zu halten



Was aussieht wie ein Griff ganz tief in die Mottenkiste des Patriarchats, kommt heutzutage allerdings in pseudo-feministischem Gewand daher. „Die Männer“ geben einen guten Sündenbock ab. Sie sind es, die Kriege führen, ihre Socken überall herumliegen lassen, politisches Chaos veranstalten. Beziehungsfähig sind sie sowieso nicht, schließlich fehlt ihnen die emotionale Intelligenz. Wie ein Elefant im Porzellanladen tappen sie neuerdings auch durch die Hollywoodfilme, und Jack Nicholson ist ihr bester Darsteller: In seinem jüngsten Film „Was das Herz begehrt“ muss er erst einen Herzinfarkt kriegen, bevor er merkt, dass das Leben mehr ist als Parties feiern und mit jungen Frauen ins Bett gehen – und selbst das gelingt ihm nur mit ganz viel weiblicher Nachhilfe.



Es ist schick geworden, die Frauen für das bessere Geschlecht zu halten. Sie retten nicht nur alte Patriarchen vor der Sinnlosigkeit ihres Lebens, sondern auch die CDU vor der Korruption und die Fernsehshows vor sinkenden Einschaltquoten. Sie bringen es sogar fertig, dem angestaubten Fußball wieder neuen Glanz zu verleihen. Und sie führen die Männer an der Nase herum. Ein aktueller Werbespot zeigt drei Mädels, deren Wohnung dringend renoviert werden muss, der Strom funktioniert nicht, die Tapete fällt runter. Kein Problem: Sie schicken einfach ein paar sexy Bildchen über’s Handy, und schon traben die Jungs an und kriegen kurzerhand Schraubenzieher und Spachtel in die Hand gedrückt. Still fügen sie sich in ihr Schicksal. Wie der Mann im Supermarkt. Warum eigentlich? Warum widerspricht hier keiner mal laut?



Nicht die Männer haben versagt, sondern das männliche Prinzip



Vielleicht deshalb, weil die Männer das gar nicht wirklich nötig haben. Sicher, es mag ein wenig an ihrer Ehre kratzen, dass sie derzeit bei Partygesprächen so schlecht wegkommen. Aber faktisch hat sich für sie ja gar nicht so viel geändert. Sie verdienen, statistisch gesehen, immer noch mehr Geld als Frauen, haben immer noch die Mehrheit im Parlament (und in den viel wichtigeren Aufsichtsräten sowieso). Sie haben auch immer noch mehr Sendezeit. Wozu also die Aufregung? Wenn es die Frauen zufriedener macht, sich ein wenig in ihrer angeblichen Überlegenheit zu sonnen – sollen sie doch! Man könnte auch sagen: Männer nehmen Frauen immer noch nicht ernst.



Aber dann gibt es da auch noch die Netten. Die Männer, die sich von den alten Macho-Rollen befreien wollen. Sie glauben meist, den Frauen irgendwie recht geben zu müssen. Denn wer wollte leugnen, dass sich allzu viele Männer immer noch wie ihr eigenes Klischee benehmen? Der fehlende männliche Widerspruch gegen den neuen Biologismus zeugt deshalb in der Tat auch von Ratlosigkeit. Aber nicht, weil Männer ratloser wären als Frauen, das sind sie nicht. Die Ratlosigkeit betrifft vielmehr die Männlichkeit als solche. Was wir derzeit in Politik und Wirtschaft beobachten können, ist nicht das Versagen der Männer, sondern das Versagen des männlichen Prinzips: Dass man die Dinge auseinander nehmen und zerstören muss, um sie verstehen zu können. Dass sich die Welt mit Hilfe immer größerer Waffen besiegen und beherrschen lässt. Dass es im Leben vor allem darum geht, viel Geld zu verdienen, und dass Erfolg heißt, möglichst höher zu stehen als die anderen. Auch viele Frauen haben inzwischen dieses männliche Prinzip akzeptiert und folgen seiner Logik – nicht so zahlreich wie die Männer, das ist wahr, aber es sind auch längst keine Einzelfälle mehr.



Vielen Männern ist ihre Männlichkeit nicht mehr wichtig



Die Frauenbewegung hat erreicht, dass es heute ganz unterschiedliche Weisen gibt, als Frau in der Welt zu sein – als Hausfrau oder als Kriegsministerin, als Mathematikerin oder als Ayurveda-Köchin, als Krankenschwester oder als Fußballerin. Aber es ist schwer, als Mann in der Welt zu sein. Es fehlt an positiven Bildern von Männlichkeit, an Vielfalt. Wer nicht ins Klischee vom „Macho“ oder vom „Softie“ passt, hat schlechte Karten. „Welche Bedeutung hat es für dich, ein Mann zu sein?“ fragte ich bei der Vorbereitung dieses Heftes einige meiner Freunde. Keiner wusste darauf so recht eine Antwort. Sie verstanden die Frage nicht. Das waren keine ratlosen Männer. Aber sie waren ratlos, was ihre Geschlechtszugehörigkeit betraf.



Ich glaube, vielen Männern ist ihre Männlichkeit heute nicht mehr wichtig. Sie halten sie für unbedeutend. Das ist der Grund, weshalb sie nicht widersprechen, wenn Frauen sich über „die Männer“ lustig machen oder ihnen die Schuld an den Problemen der Welt aufladen. Wie sein Geschlecht als Ganzes wegkommt, ist dem einzelnen Mann ziemlich egal. Hauptsache er persönlich kommt durch. Eine solche Haltung ist verständlich, doch sie tut der Welt nicht gut. Denn unterschwellig zirkulieren weiterhin die alten Männlichkeitsbilder, sie wirken, auch wenn ihr Versagen längst offensichtlich geworden ist. Und es ist auch gefährlich: „Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist“, warnte schon Simone de Beauvoir. Deshalb wäre es gut, wenn mehr Männer wieder zu ihrer eigenen Männlichkeit stehen könnten. Und zwar gerade die, die weder Macho noch Softie sein wollen, sondern auf der Suche sind, nach neuen Wegen, neuen Lösungen, neuen Ideen. Männer, die mit ihrem Mann-Sein experimentieren. Frauen sollten sie dabei ermutigen, anstatt sich über „die Männer“ zu mokieren – nur um ihnen am Ende doch wieder um den Hals zu fallen.



Neue Männer haben weibliche Nachhilfe nicht nötig



So wie Diane Keaton (um noch einmal auf die Hollywoodversion des Themas zurück zu kommen), die sich schließlich aus unerfindlichen Gründen für Jack Nicholson entscheidet, den alten, wenn auch ein bisschen zugänglicher gewordenen Patriarchen. Ich an ihrer Stelle wäre bei Keanu Reeves geblieben. Dem anderen Mann, der auch ohne meine weibliche Besserwisserei bereits offen ist, klug, interessiert an einer Beziehung. Nicht, weil er seine „weiblichen Seiten“ entdeckt hätte, sondern weil er die männliche Differenz lebt. Er ist eindeutig ein Mann, nur eben ein anderer. Die „neuen Männer“, die die Sängerin Ina Deter in den Achtzigern forderte, die gibt es bereits. Ich kenne jedenfalls welche. Sie haben es verdient, mehr zu sein, als nur eine Nebenfigur der Geschichte.



aus: Frauen unterwegs, Mai/Juni 2004



Warum Frauen gut einparken und Männer gut zuhören können

Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind derzeit wieder schwer in Mode. Unzählige Bücher und Theorien klären uns darüber auf, dass die Geschlechter sich einfach nicht verstehen können. Die einen sind eben vom Mars und die anderen von der Venus. Das war schon in der Steinzeit so. Oder etwa nicht?



Sie wissen schon: Der Jäger mit dem Tunnelblick, immer fest das Ziel im Visier. Die Hüterin der Brut mit dem Panoramablick, die jede Gefahr wittert. Auch die Gene sind natürlich Schuld, man denke nur an das kleine verkümmerte Ypsilon. Und dann erst die verschiedenen Funktionsweisen weiblicher und männlicher Gehirne! Kurz und gut: Frauen und Männer sind grundlegend verschieden, das ist weltgeschichtlich, biologisch und evolutionsmäßig erwiesen.



Offenbar macht es gar nichts, dass all diese so genannten Beweise in Wahrheit alte Hüte sind. Herausgekramt aus der Mottenkiste des Patriarchats, wo man sie in den siebziger Jahren ganz tief unten verstaut hatte. Sie erinnern sich: Damals wurde alles aus der Sozialisation erklärt. Männer und Frauen sind eigentlich gleich, hieß es, sie werden nur durch Erziehung und Druck in ihre unterschiedlichen Rollen hineingepresst. Ideal, so glaubte man, sei eine Gesellschaft, in der es keine Frauen und Männer mehr gibt, sondern nur noch Neutren, die alles dürfen und alles können und alles machen.



Wenn heute dagegen die alten Grusligkeiten des Biologismus wieder fröhliche Urständ feiern, dann auch deshalb, weil dieses Gleichheitsmodell grandios versagt hat. Alle Gleichstellungs- und Erziehungsmaßnahmen haben schließlich nichts daran geändert, dass Frauen und Männer im wirklichen Leben nach wie vor unterschiedlich sind. Nur eines hat sich geändert: Die Frauen lassen nicht mehr zu, in der Hierarchie ganz unten eingestuft zu werden. Sie wollen mitreden, und sie reden mit. Deshalb kommen die aktuellen Unterschieds-Ratgeber auch in pseudo-feministischem Gewand daher: Natürlich sollen die biologischen Unterschiede der Geschlechter keine Hierarchien und Herrschaftsverhältnisse mehr begründen, sondern den Kontakt von Frauen und Männern „auf gleicher Augenhöhe“ ermöglichen. Yin und Yang in Einklang bringen, sodass sie sich gegenseitig ergänzen. Idealerweise erkennen die Frauen auch ein paar ihrer „männlichen“ Eigenschaften und die Männer auch ein paar ihrer „weiblichen“. Hört sich schön an. Ist aber trotzdem falsch.



Denn eines lassen beide Modelle vollkommen außer Acht: Dass letztlich wir selbst es sind, die entscheiden, was wir tun. Männer können zuhören. Aber manchmal tun sie es nicht. Frauen können mit Computern umgehen. Aber oft haben sie keine Lust, stundenlang vor dem Bildschirm zu hocken. Männer können auch Windeln wechseln. Aber viele drücken sich. Frauen können Politikerinnen werden. Aber nur wenige wollen das. Und das liegt weder an der Steinzeit oder an rechten und linken Gehirnhälften, noch ausschließlich an der Erziehung und Sozialisation. Sondern es ist vor allem die jeweilige Entscheidung der betreffenden Person. Sie könnte sich auch anders entscheiden. Wir sind nämlich weder vom Mars, noch von der Venus, sondern wir leben auf der Erde. Gemeinsam.



Der Unterschied der Geschlechter ist eine Tatsache. Wie dieser Unterschied aber konkret aussieht, das ist nicht festgelegt – ein Blick auf die verschiedenen Erdenkulturen und Zeitalter zeigt das. Männer und Frauen gibt es überall und gab es immer. Aber welche Rollen sie haben, das kann ganz schön variieren. Denn nicht die Steinzeit und auch nicht die Gene legen fest, was männlich und was weiblich ist, sondern wir selber sind das. Indem wir – als Frauen und als Männer – sind, wie wir sind: Heute so und morgen vielleicht schon ganz anders.





Mit Powerpoint und schickem Kostüm?

Wie junge Frauen heute ihr Leben entwerfen



Welche Lebensentwürfe haben junge Frauen heute, welche Sehnsüchte, Wünsche, Vorhaben und Ideen für die Welt? Diese Frage lässt sich nicht wirklich beantworten, denn Frauen wollen natürlich das, was alle Menschen wollen: jede etwas anderes. Wozu sich aber durchaus etwas sagen lässt, das sind die Rahmenbedingungen, unter denen junge Frauen heute aufwachsen und in der Welt tätig werden – und diese unterscheiden sich durchaus von denen früherer Frauengenerationen und auch von denen der Männer.



Die Tatsache, dass eine junge Frau eine Frau ist, ist jedenfalls auch im Zeitalter der Emanzipation keineswegs bedeutungslos. „Du bist ein Mädchen“ sagt alle Welt von klein auf zu ihr, das ist heute nicht anders als ehedem. Allerdings hat sich die Bedeutung dieser Information sehr gewandelt, und zwar in Richtung auf mehr Uneindeutigkeit. War sich die Welt der Erwachsenen noch vor wenigen Jahrzehnten ziemlich einig darüber, was aus dieser Feststellung „Du bist ein Mädchen“ konkret zu folgen hätte, so ist eine junge Frau heute mit einer Vielzahl von teilweise widerstrebenden Erwartungen, Befürchtungen, Zuschreibungen konfrontiert.



Wahrscheinlich ist auch sie, wie Generationen vor ihr, mit Puppen beschenkt und zu Fürsorglichkeit erzogen worden. Will sie dann aber beim „Girls Day“ einen Schnuppertag im Kindergarten machen, gibt es vermutlich eine Lehrerin, die ihr stattdessen die Autowerkstatt schmackhaft machen will. Die Schülerin lernt also, dass ihre spontanen Wünsche nicht einfach ihre Wünsche sind, sondern Teil einer sehr komplizierten Angelegenheit: Zum Beispiel haben die Erwachsenen die Welt so organisiert, dass eine Erzieherin weniger verdient als ein Automechaniker. Außerdem stellt sich die Frage, ob ihr Wunsch echt oder anerzogen ist. Aus solchen Dilemmata gibt es keinen Ausweg. Das individuelle Begehren junger Frauen ist belastet mit einer Geschichte der Geschlechterhierarchien, deren Auswirkungen noch immer zu spüren sind.



Allerdings sind diese realen Unterschiede heute nicht mehr eingebettet in eine Propaganda der weiblichen Unterordnung, sondern in das Versprechen der Gleichheit. Die Generation der heute jungen Frauen ist die erste, die in Zeiten vollkommener Gleichberechtigung aufgewachsen ist. Nicht nur gab es zu ihren Lebzeiten keine Gesetze mehr, die ihnen aufgrund ihres Frauseins irgendetwas vorschreiben oder verbieten wollten. Sie haben – und das unterscheidet sie von meiner eigenen Generation der heute um die Vierzigjährigen – auch ganz überwiegend Eltern, Lehrerinnen und andere Erwachsene erlebt, die ihrerseits die Gleichberechtigung der Geschlechter ebenfalls schon für selbstverständlich hielten. Das gilt im Übrigen auch für die meisten jungen Frauen aus Migrationsfamilien – dass es allerdings für viele von ihnen auch nicht gilt, ist ein eigenes Thema, das nicht zufällig in der öffentlichen Debatte hohe Wogen schlägt.



Es ist also kein Wunder, dass das Ideal der Gleichheit einen sehr hohen Stellenwert in den Lebensentwürfen junger Frauen hat: Sie wünschen sich Berufe, in denen die Arbeit von Kooperationen und nicht von Hierarchien geprägt ist. Sie wollen, dass nicht nur erwachsene Paare, sondern auch Eltern und Kinder partnerschaftlich miteinander umgehen. Es scheint fast, als wollten sie aus der Erfolgsgeschichte der Frauenbewegung, die ja die Gleichheit von Frauen und Männern gesellschaftlich verankert hat, gewissermaßen das Modell schlechthin für alle Lebenslagen machen.



Und sie machen damit auch durchaus gute Erfahrungen. Noch nie war zum Beispiel eine Generation von Jugendlichen so glücklich mit ihren Eltern. „Unsere Eltern sind nett. Sie sind mehr als nett, sie sind uns richtig sympathisch“ schrieb kürzlich eine junge Autorin in der „taz“.[1] Die junge Frau von heute hat also in der Regel kein großes Bedürfnis, sich von überkommenen Frauenrollen abzugrenzen, ihre Mutter war ja selbst schon eine emanzipierte Frau. Das Modell „Hausmütterchen“ kennt sie nur noch vage, es ist Teil der alten Geschichte, so weit weg wie die Zeiten, in denen Frauen aus unerfindlichen Gründen nicht wählen durften.



Nicht das Apfelkuchenbacken macht die junge Frau skeptisch, eher fürchtet sie den Stress, den sie bei ihrer Mutter vermutlich beobachtet hat. Die stand damals, in den Achtzigern, ja noch unter dem Druck, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und häuslichen Pflichten unter Beweis stellen zu müssen. Ihre Tochter kann das kaum noch nachvollziehen, bekommt sie doch etwas völlig anderes erzählt: Nämlich dass es ganz toll ist, wenn Frauen arbeiten gehen, weil nämlich die deutsche Wirtschaft ins globalisierte Hintertreffen geraten wird, wenn sie nicht die Kreativität und Leistungsfähigkeit der qualifizierten jungen Frauen für sich nutzt!



Bleibt natürlich die Frage, was man dann mit den Kindern macht und wie viel der dabei anfallenden Arbeiten sich am besten outsourcen lassen. Was ja, wie inzwischen allgemeiner ökonomischer Konsens zu sein scheint, immer kostengünstiger und effektiver ist. Die junge Frau lernt jedenfalls sehr früh, dass es nicht einfach normal ist, Kinder zu bekommen, sondern eine komplizierte Angelegenheit, die gut organisiert sein will. Und sie wird auch darüber informiert, dass Frauen (also sie selbst!) davon besonders betroffen sind. Das Thema quillt förmlich aus allen Talkshows und Frauenzeitschriften. Manchmal wirken dann auch etwas altbacken wirkende Damen und Herren mit, die Dinge sagen wie „Mütter sollten mehr Zeit für ihre Kinder haben“ oder „zu viel Fremdbetreuung schadet“. Aber diese Sorte, so viel ist klar, befindet sich auf dem absteigenden Ast.



Vielleicht versteht die junge Frau an dieser Stelle nicht, warum es überhaupt so schlimm sein soll, sich Zeit für Kinder zu nehmen, ein paar Jahre Teilzeit zu arbeiten oder auch mal ganz aus dem Beruf auszusteigen. Ist das Leben nicht lang genug, um auch später noch zu arbeiten? Wenn man denn erst mal eine Arbeit hätte. Also eine, die nicht nur ein befristetes Praktikum oder ein schlecht bezahlter Honorarauftrag ist. Sie ist noch nicht lange in dem Geschäft, aber sie hat natürlich längst gemerkt, dass die Arbeitswelt für Menschen ohne Kinder konzipiert ist.



Skeptisch hört sie die Versprechungen, dass es bald genug Kinderkrippen gibt, die Männer die Hälfte der Hausarbeit übernehmen und die Unternehmen familienfreundlich werden. Die junge Frau weiß natürlich, dass sie all das im Ernstfall nicht einklagen kann, und dass sie also einen Plan B braucht, falls der Vater es sich im Lauf der neun Monate doch noch anders überlegt oder die Firma sie plötzlich als Beraterin in Mailand einsetzen will. Also schiebt sie das Projekt erstmal auf, ist ja noch Zeit.



Sowieso muss sie sich erstmal um ihren Beruf kümmern. Sie hat wahrscheinlich ziemlich gute Abschlüsse in Ausbildung und Studium, aber irgendwie läuft es nicht rund. Ihr gefällt es nicht, dass man immer schneller, immer eloquenter, immer powerpointiger werden muss, um voran zu kommen – sie findet das angeberisch. Aber sie bemerkt, dass die Jungens, die in der Schule doch immer so träge und so unkommunikativ waren, jetzt plötzlich zu Höchstform auflaufen. Sie ist sich noch unschlüssig: Soll sie powerpointmäßig aufrüsten, sich ins Kostümchen schmeißen und mitmischen? Können würde sie das wahrscheinlich, es gibt ja schon genügend Frauen, die es vormachen. Aber will sie wirklich den ganzen Tag von solchen Leuten umgeben sein?



Es gefällt ihr auch nicht, dass es im Berufsleben oft so wenig um die Sache und um Qualität und so viel um Geld und um Status geht. Was natürlich niemand zugibt, alle loben sie ständig für ihre Sachorientiertheit und ihre Kollegialität und ihre Teamfähigkeit. Sie vermutet, dass ihr Chef sich heimlich ins Fäustchen lacht, weil sie immer noch nicht nach einer Gehaltserhöhung gefragt hat (auch wenn die Frauenbeauftragte sie kürzlich in einem Rundschreiben explizit dazu ermutigt hat!) Aber irgendwie findet sie, dass sie eigentlich genug verdient – wenn man bedenkt, dass anderswo Mindestlöhne von sieben Euro fünfzig gefordert (und offenbar nicht gezahlt) werden. Sie fühlt sich auch ein bisschen schlecht, weil sie ja mitwirkt an solchen Statistiken wie der, dass Männer 30 Prozent mehr verdienen als Frauen. Aber soll sie deshalb Sachen machen, die sie falsch findet?



Überhaupt ist sie unschlüssig, was sie von all den Statistiken halten soll, die so hartnäckig Unterschiede zwischen Frauen und Männern zutage fördern. Sie persönlich empfindet sich ja eigentlich gar nicht als Frau, sondern als ganz normaler Mensch. Okay, der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft dümpelt bei unter zehn Prozent, und ähnlich mickrig ist der Anteil der Männer bei der Haus- und Fürsorgearbeit. Liegt es etwa doch an den Hirnströmen oder an den Genen, wie die Anhänger des Biologismus so hartnäckig behaupten? Oder an den alten Männerbünden und patriarchalen Strukturen, über die berufsmäßige Feministinnen ständig klagen?



Solche Debatten gehen der jungen Frau auf die Nerven. Und zwar mit gutem Grund: Schließlich will sie sich weder von Biologen noch von Soziologinnen sagen lassen, dass ihre Lebensentscheidungen letztlich doch nur konditioniert sind. „Wenn ich mich entscheide, wegen meiner Kinder auf Teilzeit zu gehen, dann tue ich das doch nicht, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich Ich bin“, sagte kürzlich eine empört bei einer Diskussionsveranstaltung. Ähnlich genervt reagierten junge Amerikanerinnen im Vorwahlkampf: Wenn eine Clinton unterstützt hat, warfen die Männer ihr vor, sie tue das, weil Clinton eine Frau ist. Wenn sie für Obama war, meckerten die älteren Feministinnen, sie hätte aus Frauensolidarität für Clinton stimmen müssen.[2] Kann nicht mal jemand akzeptieren, dass die eigene Meinung ganz einfach die eigene Meinung ist?



Vielleicht ist das die große Herausforderung: Den offensichtlichen Unterschieden zwischen den Geschlechtern eine Bedeutung zu geben, ohne damit die Freiheit der einzelnen Frau zu untergraben, etwas anderes zu tun als die Mehrheit ihrer Geschlechtsgenossinnen. Statt von den Frauen als Gruppe zu sprechen (oder auch von den Männern), könnten wir zum Beispiel Relationen hervorheben: Mehr Frauen als Männer wünschen sich Kinder, mehr Männer als Frauen streben berufliche Führungspositionen an und so weiter. Dass es für all das immer auch Gegenbeispiele gibt, und möglicherweise sogar viele, versteht sich also von selbst.



Außerdem müsste das Ideal der Gleichheit noch einmal kritisch befragt werden. Die Emanzipation garantiert zwar die persönliche Gleichheit junger Frauen, aber an der Unterordnung des Weiblichen unter das Männliche hat sie nicht gerüttelt. Wenn eine junge Frau Kompromisse eingeht, bei der Kinderbetreuung, beim Geld, bei der Karriere, muss sie sich heute sagen lassen, dass das doch ihre individuelle, freie Entscheidung ist. Sie ist doch schließlich gleichberechtigt. Also muss sie auch mit den Konsequenzen ihres Handelns leben.



Aber die ambivalente Haltung, die viele junge Frauen (und zwar mehr junge Frauen als junge Männer) der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ordnung entgegenbringen, ist nicht deren Privatangelegenheit. Sondern sie ist eine Folge unserer reichlich verkorksten Historie von Geschlechterhierarchien, die die Emanzipation keineswegs gelöst und aufgehoben, sondern an manchen Punkten einfach nur verschleiert hat. Daher geht dieses Unbehagen uns alle an, Frauen und Männer gleichermaßen, und zwar auf der politischen und auf der privaten Ebene.



Nur dass eben die alten Instrumente, die dieses weibliche Unbehagen nach Kategorien von Diskriminierung und Benachteiligung interpretieren, nicht mehr funktionieren. Die junge Frau von heute ist kein Opfer, sie ist Akteurin. Was sie will, das lässt sich letzten Endes nur auf einem Weg herausfinden: Man muss sie selbst fragen – die Kollegin, die Tochter, die Lebensgefährtin. Vielleicht wäre das ja ein gutes Vorhaben: Die Frauen zu fragen, was sie wollen, und zwar mit echtem (und deshalb durchaus auch kritischem) Interesse. Anstatt darüber zu spekulieren, was sie wollen sollten oder was gut für sie wäre.



In: Männerforum. Zeitschrift der Männerarbeit der Ev. Kirche in Deutschland, Nr. 29/2008.



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nachdenkliche Grüsse

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Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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