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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 14:51 
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Championtipper
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Registriert: 07.02.2008, 12:33
Beiträge: 1656
Hallo Cloe

Das mit dem Tread, für Opferschutz wäre was gutes, vorher den Keil treiben, anstelle des im Nachhineins schreiens.

ich denke, ein erschreckender Bericht, muss es sein. Doch ja, warum erst immer nachher erschrecken?
:roll:

Salopp gesagt, sind die Prostituierten, Opfer der Armut, Täter der Liebe
Freier Opfer des Verlangens, Täter der Armut.

Auch wenn es das nicht gäbe, der Mensch reagiert sich immer iergendwo ab.

So z.B. wie du nanntest wird ein Opfer zum Täter. Muss nicht, aber kann.
Auf jeden fall, sieht sich diejenige Person als Opfer.

Was man tun kann? Wohl liegt es in der Gesellschaft, die würde, den respekt, den Freiraum, die Akzeptanz zu bieten.

Recht hast du, Opfer werden eher gezüchtet, als geboren. Auch Täter.

Nützt nix, egal wie gut unsere Gesetzte sind, wenn man als Lügner abgetan wird, hilft kein Gesetz der Welt gegen Ungerechtigkeit, im Menschlichen.

Mehr Anlaufstellen etc. ja.
Auffangen, zuhören, führen, begleiten, schützen. Ohne Erwartung einer Gegenleistung. Wege zeigen, Sicherheit bieten.
Traurig aber wahr.

das ist in etwa was man als Private Person tun könnte.. und bestimmt noch mehr.

lg

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Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 15:08 
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Olympiareiftipper
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Registriert: 28.04.2006, 11:12
Beiträge: 931
Zitat:
Salopp gesagt, sind die Prostituierten, Opfer der Armut, Täter der Liebe
Freier Opfer des Verlangens, Täter der Armut.


Weiß nicht Lila, Prostituierte sind ja nicht alle arm, ob man das so über einen Kamm scheren kann?
Täter der Liebe ?- wer Liebe als Geschäft betrachtet.
Und Freier als Opfer des Verlangens? Mag sein, das Verlangen nach käuflicher Liebe scheint groß- "Marktwirtschaft"
Sex hat aber auch was mit Macht zu tun. Kohle auf den Tisch und jetzt sagt der Freier der Frau wo es lang geht......

_________________
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Was immer du tun kannst oder träumst,
es zu können,
FANG DAMIT AN!
Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

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Goethe


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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 15:31 
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Championtipper
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Registriert: 07.02.2008, 12:33
Beiträge: 1656
Zitat:
Sex hat aber auch was mit Macht zu tun. Kohle auf den Tisch und jetzt sagt der Freier der Frau wo es lang geht......

:shock: :? :shock:

Ich denke...
dan wird sich dieses Gebiet da nochmehr ausbreiten :?
wer keine Schwachen findet, kauft sich diese. Iergendwie narz...

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Ich bin garantiert nicht auf der Welt, um so zu sein, wie es anderen in den Kram passt.


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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 15:50 
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Olympiareiftipper
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Registriert: 28.04.2006, 11:12
Beiträge: 931
Lila beruhige dich,
Prostitution hat es doch schon immer gegeben. In Zeiten der Not spielt sicher auch die Kohle eine Rolle.
Locker bleiben und Fokus auf angenehme Dinge legen :)

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Was immer du tun kannst oder träumst,

es zu können,

FANG DAMIT AN!

Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.



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BeitragVerfasst: 23.10.2009, 00:26 
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Jahrhundertposter
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Registriert: 21.03.2009, 18:06
Beiträge: 4357
Liebe Cloe, liebe Lila,

habe interessiert die Artikel gelesen, wobei mir nicht unbekannt.
Gut. Ich kenn mich damit ja schon bisschen aus, vielleicht können wir hier mal unser Wissen ergänzen.

Stichwort: Ursachenbekämpfung


Gute Idee, aber fast kaum umsetzbar. Es sei denn, Euch fällt was ein, dann bin ich schon enorm happy.

Gehen wir zurück in die Familie, wo das Kind reingeboren ist. männlich oder weiblich. Fakt ist, dass ein Kind in den ersten Jahren und zunehmend dann immer weniger der Familie ausgeliefert ist.

Und genau da liegt das Problem, ich versuche das mal "juristisch" anhand der ja "Wertvorstellungen", die der Gesellschaft, der Verfassung zugrunde liegen, zu begründen.

Die Eltern des Kindes haben selber nen Hau, jedenfalls fast immer. Ein Kind wird geboren, ist da.

Nun gibt und GAB es bereits den Ansatz, "Hilfe von außen" zukommen zu lassen. Da genau liegt eben diese Abgrenzungsschwierigkeit, mit der ich mich immer wieder rumschlage.

Ihr erinnert Euch noch alle an den Wohlfahrtsstaat, früher, da gab es diese "Zugehdamen" (mir ist der Begriff im Moment entfallen), die "nach dem Rechten schauten".

Sie kamen vorbei und, ja, griffen in die Privatsphäre der Familie ein.


In kritischen, gewaltgeprägten Familien ist das sogar recht wünschenswert. Allerdings liegt genau dort die Gefahr: Man weiß es ja nicht. Und Ihr erinnert Euch an das Dritte Reich, wo alles unter "staatlicher Kontrolle" lag. Null Privatsphäre. Oder eben auch in der DDR.

Da simma bei der Diktatur, wo der Staat also die Herrschaft über alles an sich reißt - und genau das hat immer, immer meiner historischen Beobachtung nach zu erheblichem Machtmissbrauch geführt. Von staatlicher Seite in direkter Art, von Hintermächten in indirekter Art.

Das ist also keine Lösung. Das kann nicht gutgehen.


Nun meine Frage an Euch:
Was denn sonst tun? Wir haben hierzulande eine "leichte" staatliche Kontrolle. Das Jugendamt. Die Schulen. Inzwischen auch Kitas. Dennoch wird es immer unzulänglich umgesetzt (damit habe ich meine Erfahrungen), das heißt:

-> Kinder, die eigentlich dringend den Eltern oder einem Elternteil vorübergehend weggenommen und in Obhut gebracht werden sollen,
--> da passiert nichts beim Jugendamt! Oder wenn: Viel zu spät. Für ein Kind können 3 Jahre unendlich lang sein, fast ist es danach zu spät. Aber solange dauern die Verfahren.


andererseits sehe und erlebe ich sehr oft:
-> Kinder, die eigentlich doch in guten Händen bei den leiblichen Eltern sind, denen wird sämtlicher Kontakt abgeschnitten.
-> belastet diese Kinder natürlich auch, klar



Es ist ein ganz, ganz schwieriges Feld für das es keine einfachen Lösungen gibt.

Wie alt sind heute Menschen, die Kinder bekommen? Viele sind gerade mal 20 Jahre alt. Es gibt Menschen, die in diesem Alter die Reife haben, ein Kind zu erziehen, und die Reife, den richtigen Partner dafür auszuwählen.

Doch wie sieht die Realität aus?
Es sind junge Mädchen, schwierige Verhältnisse, falscher Kerl, Schwangerschaft, Abtreibung abgelehnt, Kind zur Welt gebracht. Trennung, Hartz IV, neuer Mann, schlägt, demütigt die Frau...... voila willkommen im Teufelskreis.


Ich hab mir schon den Kopf wundgedacht dabei, was man tun kann, und im Moment ist alles was ich in einem Einzelfall tun kann........ tja - das beste für das Kind draus zu machen. Das geht bis dahin, dass ich eben, wenn die Mutter unbedingt möchte, dass ich es ihr wiederverschaffe und die Behörden bearbeite ganz klar aus innerer Überzeugung - ablehne. Was mir schwerfällt, aber ich lerne es immer besser.

Einerseits fällt es mir schwer, weil ich damit Geld verdiene(n muss).
Darüberhinaus fällt es mir schwer, weil ich auch Mitgefühl mit den Frauen habe, die ja auch irgendwo ihre Verletzungen in sich haben und natürlich ihre Kinder lieben (ich glaube das tun sie fast alle :) ).

Doch wenn da auch "unterstützende Maßnahmen" vom Jugendamt nicht angenommen werden wollen, dann bin ich der falsche Vertreter.


Ganz, ganz, ganz heikles Thema. *uff*


Ich gebe Cloe recht, der juristische Opferschutz ist in den letzten Jahren vorangeschritten wie noch nie zuvor, das neue Bewusstsein für die Problematik ist da.

Es wird auch gegenwärtig immer noch von der EU in Milliardenhöhe Geld zur Verfügung gestellt, um diesem Themenkomplex Lösungen zu präsentieren.


Doch wie auch immer:
Ich bleibe dabei: Eine Familie,die "gestört" ist, da kann meiner Erfahrung nach nur von außen jemand in dieses System, wo die Kinder drunterleiden, eingreifen.

Und genau da liegt das Problem: Das ist, unter Abwägung aller Umstände (ich erinnere nochmal an das Dritte Reich, genau deshalb hat man das nicht mehr!), nicht möglich voll und ganz.


Insofern meine Frage:
Was kann man da tun?


Ich glaube inzwischen, man kann nicht viel tun. Ich habe das Gefühl, wir werden damit leben müssen, dass die Welt "nicht perfekt" ist und dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Dass sich die Störungen immer weiter "vererben" (meine ich jetzt eher im sozialen, pädagogischen Sinne nicht unbedingt genetisch). Ansonsten bin ich für Vorschläge, die wir diskutieren können, sehr dankbar.



LG,
Tilde


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BeitragVerfasst: 23.10.2009, 01:16 
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Jahrhundertposter
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Registriert: 21.03.2009, 18:06
Beiträge: 4357
Einen Ansatz habe ich noch, den ich ziemlich faszinierend finde.

Cloe, Du hattest Dich oben - wahrscheinlich - schätze ich, auf das Projekt der "Charite" in Berlin bezogen, wo eben pädophilen _potentiellen_ (!) Tätern eine Therapie ermöglicht wird.

Ich persönlich finde dieses Projekt gut, oder besser: Den Ansatz den es verfolgt. Mir ist die Problematik da durchaus bekannt, dass auch pädophile Menschen vollkommen nette Leute sein können, und eben diese Prägung haben, die leider nicht heilbar ist.

Ebensowenig, wie man Schwule dazu "therapieren" kann, heterosexuell zu werden. Und so weiter.

Nur ist das leider nicht dasselbe.
Von daher finde ich das bewusste Üben mit dieser Veranlagung, die diese Leute haben, gut. Keine Täter zu werden.


Für alle (das war dieses Projekt "Lieben Sie Kinder zu sehr?").......
Geld ist aber ausgegangen vor einigen Jahren schon.

Das war kein schlechter Ansatz für so ein Pilotprojekt.
--------
Dennoch glaube ich, dass wir ganz, ganz stark umdenken müssen, was für eine SPRACHE (!) wir benutzen.

Ich selbst habe früher oft den Begriff "Kinderp*rnographie" verwendet und tue es heute bewusst nicht mehr. Und zwar, weil "Pornos", ja findet eigentlich jeder ziemlich "geil", im wahrsten Sinne des Wortes. Ist eigentlich nichts schlimmes.

Aber das ist etwas ganz anderes als "Porno".
Das ist sexuelle Gewalt, das ist ein VERBRECHEN.


Insofern verwende ich, und ich denke das bringt schon ganz viel in der Gesellschaft, so ganz nebenbei, großer Effekt, den Begriff:

"Medienkonsum gefilmter Gewaltverbrechen sexueller Art an Kindern".


Da wird richtig klar, was da überhaupt los ist. Und mit Erschrecken nehme ich wahr, dass in den Medien immer wieder dieser Begriff "Kinderpornographie" vorkommt.

Es würde sicher schon viel bewegen, wenn man da die Sprache ändert, und zwar durchaus mit Effekt.
Um auf den Punkt zu bringen, worum es geht.


Wir hatten neulich eine ähnliche Debatte unter "Sonstiges" was den Begriff Atomenergie und Kernenergie angeht. Schocky verwies auf den moralischen Kontext, ich sagte da aber: Sorry - in DEM Fall ist das komplett egal, weil darum geht es gar nicht. Es geht um die Endlagerung der Abfälle - und wenn es Bananenenergie wäre, dann wäre ich ebenso dagegen, weil es unverantwortlich ist. Auch solche Begriffe sollten unter Strafe gestellt werden, die Medien sollten schreiben müssen:

"Unabbaubare Energieabfälle", darum geht es.
Und dass dann ganz klar, da stimme ich Dir zu, deutlich wird, dass eben die Leute die sagen, ihnen ist es lieber, sich die Taschen jetzt hier mit Geld vollzustopfen als Verantwortung für den Planeten zu übernehmen da auch knallhart mit konfrontiert werden, wes Geistes Kind sie sind. Da wird es sichtbar, die Wertvorstellungen ohne jegliches Verstecken hinter Pseudo-Gutmenschen-Tum-Gelaber hohler Phrasen, die eigentlich nur noch die Rentner und Sonderschüler glauben (jedenfalls meiner Erfahrung nach).


Aber wenn man eben mit Sprache auch sinnvoll umgeht, ja, also den Kontext mal einbezieht, wo es wirklich Sinn macht, was zu ändern, dann fällt mir hier ein:

Das Wort Kinderpornographie sollte unter Strafe gestellt werden.
Stattdessen sollten die Medien schreiben "Darstellungen von Gewaltverbrechen sexueller Art an Kindern". Das bringt die Sache auf den Punkt, worum es geht.

Also Sprache ist schon wichtig, vorausgesetzt, es besteht ein Sinnzusammenhang (den ich oben nicht erkennen konnte).

Ich denke, wir haben alle Rhetorik-Unterricht in der Schule in Deutsch gehabt, also auch politische Reden oder Medien, jedenfalls war das bei mir so, ist ja normal in der Schule, und wie Leute dadurch manipuliert werden (weshalb ja Pflichtfach in der Schule, zumindest in HH, damit es eben gar nicht erst ernst genommen wird).


Da müssten die Leute viel mehr drauf achten, was ihnen da für Begriffe um die Ohren gehauen werden, um sie zu manipulieren. Täglich. Früher war es BILD, heute ist es Spiegel Online, vom Niveau her dasselbe.


Und wenn Du da mal drauf achtest, was da für Begriffe verwendet werden, was diese Problematik angeht, dann kann man schon von gezielter Verharmlosung reden. (Ich rede von Begriffen, nicht von den Inhalten).


Und nein, ich glaube nicht, dass das Zufall ist. Dafür blick ich langsam zu sehr durch.


-------

Zur Pädophilie im Allgemeinen:
Hat es immer gegeben, wird es immer geben, genau wie Homosexualität. Als Beispiel reicht Griechenland, damals schon.

Und es war Platon, der - und das war enorm revolutionär damals, weil es ja allgemein akzeptiert war - damals darauf hinwies "Ob man nicht doch zumindest die KINDER aus der "Liebe" ausnehmen sollte."

(Homosexualität wurde damals sowieso öffentlich überall abgehalten, das war sogar "schick", und gehörte dazu).


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BeitragVerfasst: 23.10.2009, 07:38 
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Gelegenheitsposter

Registriert: 20.03.2009, 11:23
Beiträge: 167
Tilde,

ich stimme dir zu, dass die Verwendung von Sprache nicht gleichgültig ist. Wenn wir uns auch in der Beurteilung der Kernenergie nicht einig sind und dann nicht weiter über Begriffe reden brauchen, so sind wir es gewiss bei Kindesmissbrauch.

Vor einiger Zeit ist der Begriff des Bekennerschreibens bei terroristischen Angriffen nahezu verschwunden, statt dessen sprechen die Nachrichten zumeist von Selbstbezichtigungsschreiben. Ich habe das jedenfalls als ein Ergebnis des Nachdenkens über die Wirkung von Sprache verstanden.

Mich stört immer heftig der Gebrauch des Begriffs der "Kinderschändung": als täte da jemand einem Kind Schande an und das müsse sich nun dessen schämen!

Der von dir vorgeschlagene alternative Begriff ist allerdings zu sperrig, um ihn in flüssiger Sprache zu verwenden. Inhaltlich trifft er die Sache genau. schocky


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