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 Betreff des Beitrags: Lebendig begraben...
BeitragVerfasst: 03.09.2008, 12:57 
Frauen lebendig begraben, weil sie ihre Ehemänner selbst aussuchen wollten:

Fünf Frauen sind in den Stammesgebieten im Südwesten Pakistans nach Berichten von Medien und Menschenrechtlern lebendig ins Grab geworfen worden, weil sie sich ihre Ehemänner selbst aussuchen wollten.

Auf die Frauen, drei davon gar noch minderjährig, soll zunächst geschossen worden sein, dann warf man sie ins Grab und schaufelte Erde über sie, obwohl sie noch atmeten.

"Das sind jahrhundertealte Traditionen, und ich werde sie weiter verteidigen. Nur wer sich der Unmoral hingibt, muss Angst haben. Der Brauch hilft dabei, Obszönitäten zu stoppen." so der Abgeordnete Zehri.

siehe auch: http://www.sueddeutsche.de/panorama/517/308462/text/

Unfassbar, einfach nur unglaublich, und zwar nicht nur im Jahre 2008 sondern auch im Jahre 1008.
Blumingdales


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BeitragVerfasst: 03.09.2008, 17:53 
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Beiträge: 3164
würg...
ich hab gestern abend einen bericht über beschneidung von mädchen in afrika durchgehalten. allerdings zunächst nur heulend und wüste beschimpfungen vor mich hin brabbelnd.
bis zu der stelle, wo sich ein paar der mädels in eine kirche flüchteten, von wo aus sie einen anwalt aufsuchen durften, der dann in ihrem namen die eltern verklagte und es ihnen unter androhung von strafe in der folge verboten wurde, die mädchen gegen ihren willen zu beschneiden!! die kleenen tapferen mädelz, echt. bravo.
noch was anderes ist mir aufgefallen.. die mädels, bei denen es schon passiert war, hatten teilweise sozialarbeiterinnen, die sie neben den beratungen ständig in dem arm genommen haben, die hand gehalten und immer sowas, die ganze zeit. auch in anderen filmabschnitten ist mir dieses ständige, völlig selbstverständliche angefasse aufgefallen und ich dachte, schönes ding. allein das nahm viel von dem eigentlich ernsten drama weg oder milderte es. da würden doch hier gleich wieder doktorarbeiten verfasst werden über die notwendige therapeutische distanz und blabla. ich meine, sind ja auch verfasst worden. immer schön auch noch das verkomplizieren, was eigentlich natürlich wäre!

ausserdem sprachen alle so eine ganz schöne einfache und direkte sprache miteinander. das hatte richtig gute power.
und sie lachten die immer zwischendurch beim sprechen.
irgendwie hat das mein bild vom elend der welt etwas versöhnt. voll beeindruckend.
lg pamina


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BeitragVerfasst: 03.09.2008, 22:05 
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Yapp.

Die Emanzipation steht noch ganz am anfang, Mädelz. Ganz am anfang. Nicht nur im Ausland, sogar hier.

Das funkt aber meines Erachtens auf Dauer nur, wenn wir zusammenhalten. Auch weltweit. Und ich glaube da haben wir noch ganz viel Nachholbedarf, das liegt auch mit an uns. Sind aber weichgespült durch die _scheinbare_ Gleichberechtigung. Die so ganz augenscheinlich nullstens vorhanden ist.

In Deutschland krieg ich auch jedesmal die .............. mannomann. Was da in den oberen Etagen abgeht in Unternehmen. Berufstätige Frauen und Gleichberechtigung. Ja. Gut. ich lache später. Während die Männer über _uns_ lachen. Ja das tun sie, Frauen. Ich weiß wie die reden.

Nichtberufstätige genauso........... gut. Lassen wir das.


Wie war das noch..... eine Frau die lacht, die gackert wie ein Huhn.........
Ein Mann der lacht sei "geistreich".

Mir wird schlecht ey.


zu den Schwellen- und Dritte Welt Ländern:
Wenn irgendwelche Leute die MACHT haben, dagegen was zu unternehmen, dann wir. Wir hier und jetzt und heute.

Aber dafür müssen wir uns schon mit mehreren zusammenschließen, um die Frauen dort zu befreien und uns diesbezüglich zu engagieren.



Mathilde

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BeitragVerfasst: 03.09.2008, 22:19 
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Hab heute keine Nerven für lange Beiträge, aber danke Mädels!!!! Man kann das Thema gar nicht oft genug anschneiden.

Schlimm genug, daß die Wahrheit nicht selbstverständlich als solche anerkannt wird...

Liebe Grüße trotz allem, Simone


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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 01:06 
Und wieder ein Bericht, der mich sprachlos macht:

Ein saudi-arabisches Gericht hat die Scheidung einer Achtjährigen von ihrem 50 Jahre älteren Ehemann abgelehnt.
Grund: Die Achtjährige sei zu jung, so der Richter. "Sie weiß noch nicht, dass sie verheiratet ist." :shock:
Das Gericht hat erklärt, das Mädchen solle zunächst seine Pubertät abwarten und lehnte einen Scheidungsantrag der Mutter des Mädchens ab.

Die Eltern des Mädchens sind geschieden. Der Vater hatte seine Tochter gegen Zahlung eines Betrages von 5800 Euro mit einem 58jährigen Mann verheiratet.

Wie bitteschön kann ein Mädchen als wirksam verheiratet gelten, das nicht geschieden werden kann, weil es (noch) nicht weiß, dass es verheiratet ist?????
Da fehlen mir fünf Pfennig an ner Mark und die Aggressivität in mir wächst ins unermeßliche. Keine Fragen mehr. Schon gar keine Fragen mehr an die Menschen, die die Existenz solcher Rechts- und Religionssysteme in jedweder Form unterstützen. Und schon gar keine Fragen mehr, welcher der Beteiligten der Kränkste ist...mich schüttelts...

Fassungslos
Blumingdales


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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 01:19 
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Championtipper

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Beiträge: 1775
Blumingdales hat geschrieben:
Schon gar keine Fragen mehr an die Menschen, die die Existenz solcher Rechts- und Religionssysteme in jedweder Form unterstützen. Und schon gar keine Fragen mehr, welcher der Beteiligten der Kränkste ist...mich schüttelts...


Mich machte dieser Tage ein Bericht im Fernsehen fassungslos, der zeigte, wie männliche Ferkel ohne Betäubung !!!!! kastriert werden, weil man(n) bislang der Meinung war, die Ferkel würden keinen Schmerz spüren...

(Und ganz nebenbei bemerkt, würde ein Narkotisieren der Ferkel die Schweinefleischproduktion erheblich verteuern, klar.)

Man muß nicht nach Saudi-Arabien gehen, um mit der Tatsache konfrontiert zu werden, daß nichts auf dieser Welt geschützt wird, was keinen Fürsprecher hat und/oder sich nicht selber wehren kann.

Das ist in der Tat traurig, aber wahr - und man kann es gar nicht oft genug hervorheben. Simone


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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 09:44 
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Zitat:
Wie bitteschön kann ein Mädchen als wirksam verheiratet gelten, das nicht geschieden werden kann, weil es (noch) nicht weiß, dass es verheiratet ist?


Liebe Blumingdales,

da fragt die Juristin, nehme ich an, aber Juristen werden darauf eine formal gültige Antwort haben: die Eltern haben das Kind in die "Ehe" und damit in die "Obhut" ihres "Ehemanns" gegeben und können nun nicht mehr für das Kind sprechen. Ab "Ehe" kann das Kind nur noch für sich sprechen (ist aber zu jung) oder der "Ehemann" spricht für sie (will er hier aber nicht). Also keine Scheidung, rechtlich alles klar.

Die Frage ist hier, in unseren Begriffen: wer schützt Kinder gegen ihre Eltern? Denn mit deren Aktion hat doch das Unglück begonnen.

Und damit können wir wieder bei uns ankommen. Denn zwar haben wir keine Kinderehe, aber die Frage ist hoch aktuell: wer schützt Kinder vor ihren Eltern?

Und gar nicht so selten muss man auch fragen: wer schützt Kinder vor dem Jugendamt? Dazu gab es gerade einen Bericht in der FAZ,

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479 ... ntent.html

schocky


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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 09:56 
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Liebe Blumingdales,

Blumingdales hat geschrieben:
Das Gericht hat erklärt, das Mädchen solle zunächst seine Pubertät abwarten und lehnte einen Scheidungsantrag der Mutter des Mädchens ab.

Die Eltern des Mädchens sind geschieden. Der Vater hatte seine Tochter gegen Zahlung eines Betrages von 5800 Euro mit einem 58jährigen Mann verheiratet.

Wie bitteschön kann ein Mädchen als wirksam verheiratet gelten, das nicht geschieden werden kann, weil es (noch) nicht weiß, dass es verheiratet ist?????


Shit. Die Kinderehen in oft islamischen und auch hinduistischen Ländern haben einen Grund:

Die Familienehre. Die Mädchen werden frühstmöglich verheiratet, damit sichergestellt ist, dass sie "unberührt" in die Ehe geht.

Im Gegensatz zu Deutschland ist die _Einwilligung_ des Minderjährigen (nicht nur des Mädchens, auch bei Jungen) nicht erforderlich, der Vormund (gibt es ein Wort für: wali ) hat das Recht, zu zwingen.

Von daher eben die dortige Rechtsprechung. Geschieden werden darf man dort schon, aber da ist die Argumentation der dortigen Richter doch schon nicht verkehrt, was die Einsichtsfähigkeit angeht.

Die Alternative - wie in Deutschland - die Ehe zu annullieren, weil das Kind die Einsichtsfähigkeit noch nicht besessen hat im Zeitpunkt der Eheschließung, diese von daher nicht wirksam zustande gekommen ist, ist dort hingegen nicht möglich. Siehe "Zwangsehe" und wali mudschbir ("Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang").


Schau mal hier, da steht viel dazu, warum und wieso:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsheirat

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderheirat

Im klassischen islamischen Recht (Fiqh) ist es einem Vater oder Großvater nach allen Rechtsschulen erlaubt, die Frau auch gegen ihren ausgesprochenen Willen in die erste Ehe mit einem beliebigen heiratsfähigen Muslim zu zwingen. Das arabische Fachwort dafür ist wali mudschbir ("Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang").



Wer sich übrigens gegen Zwangsheiraten vor allem Zwangsheiraten von Mädchen und Kindern engagiert, ist _Terre des Femmes_.

LG,
Mathilde

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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 10:18 
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Lieber Schocky,

zum Jugendamt - mit dem ich sehr oft zu tun habe - äußere ich mich am besten gar nicht erst. Die bringen mich regelmäßig zum Explodieren.

Entweder tun sie nichts, wo sie was tun sollten. Oder sie tun etwas, was schneller gehen muss (für Kinder vergeht die Zeit nunmal langsamer, 1 Jahr ist dort eine Ewigkeit und entwicklungspsychologisch nicht zu unterschätzen), mit Schneckentempo. Oder - und da gebe ich dem Artikel in der FAZ aus eigener Erfahrung recht - sie sind psychologisch überhaupt nicht ausgebildet. Ich kenne selbst einige Fälle wo die Kinder nun drunter leiden, die Mutter so selten zu sehen. Das Mithören ist klassisch am Telefon. Die Kinder antworten nur stockend, wer fühlt sich schon wohl bei sowas.

Bei den Eltern ist es ihnen aber teilweise auch nicht gut gegangen. In diesem Bereich herrscht noch ganz viel Reformbedarf.


LG,
Mathilde

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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 10:45 
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Guten Morgen,

das ist ein sehr sehr weites Thema. Ich hab grad ein ganz spannendes Buch dazu gelesen, Ayse Önal "Warum tötet ihr?" Wenn Männer für die Ehre morden. Sie hat sich die andere Seite angesehen, die Männer.... sie hat sie im Gefängnis besucht, sie befragt und ein Bild gezeichnet, das mich nachdenklich macht.

Es ist ein hin und her, ein geben und nehmen. Die Ehre wird von allen gehalten, von den Frauen ebenso wie von den Männern. Jeden Tag stirbt, nach ihren Recherchen in der Türkei ein Mädchen.... entweder von der Familie getötet, oder aber, weil das straffrei ist, zum Selbstmord gezwungen. Zwischen 2000 und 2005 wurden 1806 junge Frauen und Mädchen (mitunter auch ältere Frauen) getötet und 5375 in den Selbstmord getrieben.

Und das ist noch Europa - über andere Länder ausserhalb mag man nicht nachdenken? Am Ende hat es viel mit Glaubensfragen zu tun, mit unterschiedlichen Einstellungen und Überlieferungen.

Wenn wir über Beschneidung reden müssen wir darüber nachdenken, das es zumeist die Frauen sind, die das tun, die das durchsetzen und die das ihren Töchtern und Töchtertöchtern antun. Zwar reden sie sich damit heraus, kein Mann würde ein unbeschnittenes Mädchen heiraten - aber ist das so? Würden die Männer, wenn die Frauen zueinander stehen würden und das nicht mehr tun - die Dinge selbst in die Hand nehmen? Und was ist mit den europäischen Ärzten die dies hier vor Ort tun? Mit der Aussage, man will die Mädchen, weil man ihnen das eh nicht ersparen kann, wenigstens steril operieren? Ist das so? Oder bekommen sie nicht wenig Geld dafür und haben durch ihre Begründung eine angenehme Entschuldigung? Irgendwie kann ich mich nicht davon frei machen, das es sich um eine Doppelmoral handelt. Was wäre wenn sie die Familien anzeigen würden? Oder den betreffenden Mädchen helfen würden? Sie beraten, Alternativen bieten?

Es gibt solche und solche Jugendämter. Bei den Einsparungen am sozialen Netz dürfen wir nicht vergessen, das die JuA viel zu wenig Mitarbeiter für viel zu viele Fälle haben...... eine sorgfältige Prüfung bzw. Überprüfung können sie oftmals nicht leisten, aus Zeit- und Personalmangel. Es gibt zuwenig qualifizierte Pflegefamilien und zuviel Menschen, die meinen, sie wüssten es sowieso besser.

Nachdenkliche Grüße
Ansa

_________________
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)


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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 10:53 
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Ansa hat geschrieben:
Es gibt solche und solche Jugendämter. Bei den Einsparungen am sozialen Netz dürfen wir nicht vergessen, das die JuA viel zu wenig Mitarbeiter für viel zu viele Fälle haben...... eine sorgfältige Prüfung bzw. Überprüfung können sie oftmals nicht leisten, aus Zeit- und Personalmangel. Es gibt zuwenig qualifizierte Pflegefamilien und zuviel Menschen, die meinen, sie wüssten es sowieso besser.

Nachdenkliche Grüße
Ansa


Klar, es sind viel zu wenige. Da stimme ich Dir absolut zu. Aber das ist zum Beispiel _ein_ Punkt, den ich mit "Reformbedarf" meine. Allerdings auch eine verstärkte Fokussierung auf die angemessene Ausbildung. v-a- im psychologischen Bereich - was diese sensiblen Thematiken nunmal naturgemäß erfordern, da ein Händchen für zu haben - sind die Dinge, die ich kennengelernt habe, erschreckend. Da muss man noch nicht einmal viel Ahnung von Kinderpsychologie haben um zu wissen, dass solche Äußerungen der Damen und Herren gegenüber den Kindern über deren Eltern verhängnisvoll und mindestens erschreckend sind, die Kinder verstören.

Ein gut ausgebildeter und geschulter Mensch kann dieselbe Wahrheit in ganz anderen Worten verpacken, um damit auch kindgerecht und konstruktiv diese den Kindern weiterzugeben. Das ist allerdings - bei den "Spezialfällen" die zum Sorgerechtsentzug (so leicht passiert das ja nicht) führen, oft wirklich nur möglich, _wenn_ man geschult ist.

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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 11:08 
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Na mal ganz offen, was sich die Verantwortlichen mit Einführung der Bachelorstudiengänge gedacht haben, ist folgendes, wir verkürzen das Studium - dann sind die Leute schneller im Arbeitsmarkt. Wir setzen die Studienzulassungen herab - allein an meiner FH waren es pro Semester ca. 240 Studienanfänger im Gegensatz zu heute 60 und haben gar kein Problem mehr mit denen die keinen Job finden. Im Gegenteil, wir können in ein paar Jahren sagen, "ach wir würden ja sooo gern welche einstellen, aber, komisch, es gibt gar keine qualifizierten Fachleute mehr. Politik mal anders gesehen.

Und Verkürzung bedeutet natürlich auch, Einschränkungen in der Qualität, in der Tiefe vor allem. Man hat mal von allem etwas gehört - aber viele, auch wenn ich mich da unbeliebt mache - begreifen gar nicht, wie wichtig die Themen ansich sind.

Wie sollen auch junge Menschen, ohne viel Lebenserfahrung (und genau die braucht man in der sozialen Arbeit) übersehen, was wann wie wichtig sein könnte? Im Gegenteil, viele kommen aus warmherzigen intakten Elternhäusern und sagen "Ach, ich sag denen einfach was sie tun müssen und dann machen die das schon - darauf warten sie doch." Jau, glaub ich auch...... Meiner Ansicht nach ist grade Sozialarbeit ein Studienfach, zu dem man durch sein Leben erst kommt..... kommen kann und muss.... eines, das erst ab einer bestimmten Altersgrenze (von Ausnahmen abgesehen) frei gegeben werden sollte. Menschenkenntnis kann man nicht beigebracht bekommen, sie benötigt Erfahrung. Und man kann diese im Beruf finden oder aber auch nicht. Eigenreflektion kann man auch nicht beigebracht bekommen, über sich hinaus sehen, ebensowenig.

Aber zurück zu anderen Ländern. Ich denke ein Bewusstmachen über die andere Situation ist wichtig, ein Verstehen wollen und kein "Das lehne ich ab" ohne zu wissen, was dahinter steht. Ich verstehe mehr und mehr, das ich mit meiner freien nordeuropäischen Weltsicht selbst hier an Grenzen komme (jeder will eigenständige und selbstbewusste Kinder - aber keine ErzieherIn oder LehrerIn will Kinder die zu Erwachsenen nein sagen, oder die sie gar kritisieren; wir sind selbst hier noch ganz weit weg von Idealen und Menschenbildern) und es mich schon viele verfestigte Einstellungen (wo ich mich bemühe, mich davon frei zu machen) kostet um zu verstehen.... und nur das Verstehen kann verändern, dauerhaft. Mich hinzustellen und sagen "Nö, so geht das aber gar nicht" ist einfach, aber verstehen, warum das so ist - und ein vorsichtiges hinterfragen lassen, das ist vielleicht der richtige Ansatz.

Nichts desto trotz, mich mach diese Brutalität sprachlos. Mich macht die Gewalt sprachlos und ich erschauere bei solchen Berichten..... die obwohl beinahe alle Länder die UN Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, immer noch Gang und Gäbe ist. Im Übrigen nicht unterschrieben haben die USA und Somalia (weil es dort grad keine unterschriftsfähige Regierung gibt). Na ja....

Nachdenkliche Grüße
Ansa

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BeitragVerfasst: 23.12.2008, 11:54 
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Ansa hat geschrieben:
Jau, glaub ich auch...... Meiner Ansicht nach ist grade Sozialarbeit ein Studienfach, zu dem man durch sein Leben erst kommt..... kommen kann und muss.... eines, das erst ab einer bestimmten Altersgrenze (von Ausnahmen abgesehen) frei gegeben werden sollte. Menschenkenntnis kann man nicht beigebracht bekommen, sie benötigt Erfahrung. Und man kann diese im Beruf finden oder aber auch nicht. Eigenreflektion kann man auch nicht beigebracht bekommen, über sich hinaus sehen, ebensowenig.




Kurz dazu:

Das sehe ich übrigens auch so. Bei Sozialarbeit. Das ist etwas ganz anderes als Ingenieurarbeit. Ich habe eben oft die Damen und Herren vom Amt da bei den Familien......... die sind zum Teil jünger als ich. Sie haben ja noch länger auf Diplom studiert als die heutigen Masterstudiengänge. Und selbst die sitzen da.......mein Gott, wie soll ich es beschreiben - mangelnde Lebenserfahrung ist schon ein gutes Wort - zumindest auf diesem Sektor. Da denkt man dann wirklich "Aha. Junge Dame, Sie sind das erste Mal aus wohlbehüteten Verhältnissen hier vor Ort in das Katastrophengebiet herausgekommen und wissen nicht so ganz, wie Sie damit umgehen sollen. Sie erwarten nicht nur zuviel auf einmal, sondern glauben auch noch, dass Sie _angenommen_ werden von den Kindern oder Eltern."

Wieder andere, meist junge Männer, kommen dann als Betreuer oft für die vaterlosen Jungz an und schlagen denen kumpelhaft auf die Schulter: "Na Alter, was geht?" (Soll Loyalität demonstrieren). Die Kinder durchschauen aber das Spiel - weil es nicht authentisch ist.


Den Höhepunkt - muss ich grad mal erzählen - fand ich mal, als ein 14-jähriger, der zur Therapie beim Kinderpsychologen geschickt wurde, mir mal erzählte: "Ey Mathilde. Mein Psychologe - der ist doch selbst total verrückt. Der legt dann immer die Füße auf den Tisch wenn ich da bin und fängt an von Eheproblemen zu seiner Frau zu erzählen. Weiß nicht was das soll. Und immer so "na Dicker, alles klar oder was?".......... soll halt eben eine "Vertrauensebene" schaffen....... all das.

Aber sie übertreiben es - die Kinder fühlen sich nicht _ernstgenommen_!

Aber es wäre ja möglich das zu staffeln. Bezahlte Assistenzstellen nach dem Bachelor, Erfahrungen sammeln, nicht gleich "oben anfangen", sondern hübsch unten. Und dann den anderen über die Schulter schauen. Wäre auch ne Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln.

Im Amerika ist das schon so üblich. Nach dem Bachelor haben zwar die meisten Jobs, aber nichts besonderes. Dann arbeiten sie sich hoch ("Karriere" hat da drüben wirklich noch einen Sinn). Der Jobeinstieg ist dadurch übrigens leichter.

Vieles lernt man nunmal durch praktische Erfahrung - nicht durch Theorien.

-----------------------------------

EDIT/NACHTRAG:

Ich kenn es von mir selber, wieviel es da dazuzulernen gibt andauernd, aber genau das macht es für mich so reizvoll, sonst würde ich mich zu Tode langweilen, wenn ich einen Routinejob hätte.

Aber ich kenne auch die Fehler, die man macht, aus mangelnder Erfahrung. Der härteste Fall - vom psychologischen Moment her - den ich habe ist eine MPS-Klientin, also die multiple Persönlichkeitsstörung, "Dis" nennt man die. Diese Menschen sind viele in einem und legen auch Wert darauf, mit "Ihr" und im Plural angesprochen zu werden.

Das kommt natürlich wegen ritualisiertem Missbrauch in frühester Kindheit.

Die Triggergefahr bei persönlichen Gesprächen ist derart hoch, dass ich _ganz_ ganz_ ganz_ vorsichtig sein muss wenn ich was frage, ob ich was frage, wie ich was frage oder artikuliere. Das ist eine riesen Herausforderung, aber die Verantwortung die damit einhergeht, damit es nicht zu episodischen Rückfällen und Traumaauslöser kommt, ist unglaublich hoch. Und manchmal bin ich auch ganz einfach wütend, wenn ich wieder was falsch gemacht habe, aber gar nicht wissen konnte, was.


Ebenso das Einfühlungsvermögen, was enorm gefordert ist, da stoße ich sogar oft an meine Grenzen. Diese Menschen haben viele "Innies" mit denen sie sämtliche Entscheidungen erstmal absprechen und diskutieren müssen - vergleichbar vielleicht mit einer Familienkonferenz die man vor einer Entscheidung durchführen muss. Manchmal kommen Personen hervor, mit denen ich nicht so gut kann, die auch aggressiv gegenüber mir sind, dann wieder die "Stammperson", mit der ich mich fast freundschaftlich verstehe.

Wenn wir über e-mail oder Skype kommunizieren, was sehr oft ist, dann muss ich immer erst fragen: "mit wem spreche ich denn gerade?"


Aber eines stimmt - sowas lernt man alles nur durch Erfahrung, und ich muss noch superviel lernen.

aber ich weiß es wenigstens und bin bereit dazu.

Gruß,
Mathilde

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BeitragVerfasst: 20.03.2009, 00:23 
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Beiträge: 19
@ Tante_Mathilde

ist ja ein klasse Motto unter Deinen Beiträgen. Der steht ja in krassem Gegensatz zu den hier getätigten Äußerungen. Schau mal folgenden link an:


http://www.stern.de/lifestyle/leute/:Ve ... 19556.html


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BeitragVerfasst: 02.04.2009, 20:34 
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Beiträge: 4357
Noch ein populärer Fall zum Thema.


02.04.2009


FALL GÜLSÜM S.
Gedemütigt, gewürgt, totgeprügelt


Von Barbara Hans

Sie war in der Schule beliebt, hatte viele Freunde, wollte selbstbestimmt leben - das missfiel der Familie: Die 20-jährige Gülsüm S. wurde von ihrem Bruder ermordet, als der herausfand, dass die Deutsch-Kurdin keine Jungfrau mehr war. Protokoll eines Verbrechens.


Hamburg - Einen Monat nach der Ermordung der 20-jährigen Gülsüm S. steht fest, was die Ermittler schon unmittelbar nach der Tat befürchteten: Die Deutsch-Kurdin wurde von Mitgliedern ihrer Familie getötet, weil ihnen der westliche Lebensstil der jungen Frau missfiel.


Die Polizei in Krefeld teilte mit, dass gegen Gülsüms Drillingsbruder und ihren Vater Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes aus niederen Beweggründen ergangen sei. Der 20-Jährige hat gestanden, seine Schwester am 2. März in einem Waldstück in der Nähe von Rees bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und schließlich erschlagen zu haben. Der 48-jährige Vater bestreitet bislang eine Beteiligung an der Ermordung seiner Tochter.

Die aus der Türkei stammende Familie lebt nach Informationen der Ermittler seit rund 13 Jahren in Deutschland - in der fremden Gesellschaft angekommen ist sie offenbar nie. Der Vater heiratete nach dem Tod seiner ersten Ehefrau ein weiteres Mal, Gülsüm stammt aus der ersten Ehe. Gülsüm S. hatte zahlreiche Voll- und Halbgeschwister, die in ganz Deutschland verstreut leben. Wieviele Mitglieder die Familie genau umfasst, dazu machte die Polizei am heutigen Donnerstag keine Angabe.



Das Leben der 20-Jährigen war schon in den vergangenen Jahren von Repressalien und Gewalt gekennzeichnet: Sie wurde immer wieder geschlagen, wenn sie sich den konservativen Vorstellungen des Vaters widersetzte. Die "körperlichen Züchtigungen", wie die Verletzungen im Beamtendeutsch heißen, mussten sogar ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Doch Gülsüm selbst erinnerte die Ärzte an ihre Schweigepflicht und verhinderte so, dass die Mediziner Anzeige erstatteten. Auch gegenüber der Polizei mauerte die junge Frau: Sie wollte nicht, dass ihre Angehörigen für die Gewalt zur Rechenschaft gezogen würden - es war wohl eine Mischung aus Scham und Angst vor weiteren Gewaltausbrüchen, die sie schweigen ließ.

Ihre Geschichte wird immer tragischer: Als die Demütigungen unerträglich werden, verlässt Gülsüm im vergangenen Jahr die elterliche Wohnung in Rees. Die Eltern verheiraten die junge Frau in die Türkei - eine Ehe, die zwar rechtlich, nicht aber faktisch besteht. Mit Hilfe von Freunden und Lehrern ihrer Schule wird sie an einem geheimen Ort in Sicherheit gebracht.

Doch der Bruch mit der Familie währt nicht lange. Gülsüm sucht wieder den Kontakt, telefoniert mit ihren Eltern und Geschwistern, Ende 2008 zieht sie wieder zurück in die Kleinstadt, teilt sich eine Wohnung mit ihrer Drillingsschwester.

Die Eltern versuchen erneut, die junge Frau zu verheiraten, mit einem Verwandten aus Hannover. Doch Gülsüm wehrt sich. Sie will nach ihren Vorstellungen leben, nicht nach denen ihrer Eltern. Doch deren Zwänge herrschen sogar in Gülsüms eigenen vier Wänden. Sie und ihre Schwester dürfen nach Einbruch der Dunkelheit ihre Wohnung nicht mehr verlassen.

Gülsüm ist in der Schule beliebt, hat viele Freunde, will selbstbestimmt leben. Die Eltern versuchen, die Tochter dafür mit archaischer Gewalt zu züchtigen.

Gülsüm wird schwanger - und lässt das Kind abtreiben

Gülsüm hatte auch einen Freund, zu seiner Staatsangehörigkeit wollen die Ermittler zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen, er sei jedoch weder Deutscher noch Türke. Die Beziehung wird von Gülsüms Familie nicht akzeptiert.

Anfang des Jahres wird die 20-Jährige von ihrem Freund schwanger. Sie lässt das Kind abtreiben, den Abbruch hält sie vor ihrer Familie geheim. Am 2. März, einem Montag, erfährt Gülsüms Drillingsbruder davon - und beschließt, seine Schwester umzubringen.

Zwei Tage später findet ein Landwirt die mit Zweigen und Laub bedeckte Leiche der jungen Frau auf einem Waldweg, etwa einen Kilometer vom Stadtrand von Rees entfernt.

Für die Polizei gestaltet sich die Suche nach dem Täter zunächst schwierig: "Es gab keine individualisierbaren Spuren", sagt Wolfgang Lindner von der Polizei Krefeld SPIEGEL ONLINE. Der Täter trug Handschuhe - DNA-Spuren suchen die Ermittler am Tatort vergeblich. Dafür finden sie ein anderes Indiz, "wie in einem schlechten alten 'Tatort'", sagt Lindner: einen mit Blut verschmierten Knopf.

Über die Befragungen im Umfeld Gülsüms stoßen die Ermittler recht früh auf den Drillingsbruder der Toten. Der will zum Tatzeitpunkt mit einem Freund, einem 32 Jahre alten Russen, in einer Spielhalle in Rees gewesen sein. Doch sein Alibi stimmt nicht.

Die Polizei überprüft den 32-Jährigen - und findet eine Jacke mit seltenen Knöpfen von derselben Art, wie ihn die Beamten auch am Tatort gefunden haben. Der Mann wird am 26. März von der Polizei festgenommen, gegen ihn ergeht Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes. Er soll in die Pläne von Gülsüms Drillingsbruders eingeweiht gewesen sein und diesem geholfen haben.

Die Polizei rekonstruiert das Geschehen vom 2. März wie folgt: Kurz vor 20 Uhr ruft der Vater Gülsüms Drillingsschwester in der gemeinsamen Wohnung an und bittet sie, kurz vor Ladenschluss eine Glühbirne zu kaufen - und dass, obwohl es um diese Uhrzeit draußen längst dunkel ist. Die junge Frau macht sich mit ihrem Rad auf den Weg und gerät in eine Polizeikontrolle, weil sie ohne Licht fährt - die Beamten können ihre spätere Aussage so verifizieren.

Nachdem sie die Schwester aus dem Haus gelockt haben, geht der Bruder zu Gülsüm in die Wohnung. Er bittet sie, mit ihm zu kommen - angeblich, um ein Auto abzuholen. Nachdem die Frau in den BMW des Bruders gestiegen ist, fahren sie gemeinsam zum Asylbewerberheim, holen den 32-jährigen Freund und Komplizen ab. Der Bruder hatte den Russen gebeten, Handschuhe und eine Wäscheleine für den Mord zu besorgen.

Dann fahren die drei gemeinsam in Richtung des kleinen Waldstücks. Die Männer erzählen Gülsüm, jemand habe ihr Rad, das ihr vor einiger Zeit abhanden gekommen war, dort gesehen. Die 20-Jährige ahnt nicht, was die beiden Männer tatsächlich vorhaben.

Der Bruder tötet Gülsüm - weil sie "keine Jungfrau" mehr war

Nachdem sie angekommen sind, übergibt der Freund Wäscheleine und Handschuhe an Gülsüms Bruder. Während sie mit einer Taschenlampe nach ihrem Rad sucht, tritt ihr Drillingsbruder von hinten an sie heran, würgt sie mit der Schnur bis zur Bewusstlosigkeit. Dann schlägt er wie von Sinnen mit Ästen und Knüppeln auf das Gesicht seiner Schwester ein, bis sie tot ist. Das Gesicht der Frau ist nach der Tat völlig entstellt.

Der 20-Jährige nimmt seiner Schwester das Portemonnaie aus der Tasche - die Tat soll wirken wie ein Raub - und bedeckt ihre Leiche mit Laub. Die Kleidung und das Auto säubern die beiden Männer von den Spuren der Tat.

Am gestrigen Mittwoch werden Vater und Sohn von Beamten der Mordkommission festgenommen. Der Sohn hat die Tat zunächst bestritten, im Laufe der mehrstündigen Vernehmung aber gestanden.

Auch zu seinem Motiv hat er sich geäußert: Er habe seine Schwester nicht wegen der Abtreibung, sondern wegen der verlorenen Jungfräulichkeit und ihrer Ehrlosigkeit umgebracht. "Das hat er so gesagt", so Polizeisprecher Lindner.

Den Ermittlern habe ein Ethnologe erklärt, das zertrümmerte Gesicht Gülsüms sei ein Indiz dafür, dass der Bruder versucht habe, durch den Mord die Schande aufzuheben, die seine Schwester durch ihr Verhalten angeblich über die Familie gebracht habe. Indem er Gülsüms Gesicht zerstörte, so der Experte, habe der Täter versucht, das Gesicht der Familie zu wahren.

Ob die Theorie stimmt, kann derzeit niemand sagen. Fest steht: Der Bruder drosch immer noch auf seine Schwester ein, als diese schon tot war.


Der Vater bestreitet jede Beteiligung an der Tat. "Aber wir haben Indizien", sagt Lindner.



http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 05,00.html


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