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Pfad zum Thema 'Sexualität'
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Autor:  Summsi [ 11.08.2009, 22:26 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Simone,

ich habe mich deshalb nicht an der Diskussion beteiligt, weil ich exakt bis zu Shocky's erstem Post gelesen und mich darauf erstmal aus diesem Forum verabschiedet habe.
Hatte in gewisser Weise mit einer solchen Reaktion gerechnet "Pfui pfui, das gehört hier nicht hin!"
Gut, dachte ich, hast's versucht, dann eben nicht!

Ich hätte offen gestanden nicht gedacht, dass sich daraus überhaupt noch eine Diskussion ergibt - die gab es, das hab ich aber erst gestern gesehen :-D

Du fragst, was mir konkret an JG's Buch gefallen hat - zuallererst, ja, einiges kommt reichlich übertrieben und -interpretiert daher. Doch es wird darin über Sex gesprochen/geschrieben, weitestgehend sehr angenehm unverklemmt - und darum ging's mir in meiner Anregung.

Das Thema ein wenig mehr einzubeziehen, nochmal nachgedacht vielleicht gar nicht in einem spezifischen Thread, sondern in der Kommunikation zum Thema Liebe und Beziehungen hier generell?

Man könnte auch sagen: "Büschen offener und lebensnäher" :-)

Wie siehst du das?

Liebe Grüße
Summsi

Autor:  Summsi [ 11.08.2009, 22:41 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Paul,

ich kann dein Empfinden zum Thema Stillen in der Öffentlichkeit nachvollziehen. Vielleicht hilft dir ein Beispiel dessen, was ich erlebt habe, ein wenig, meine Seite zu verstehen:

Vor einigen Wochen besuchte uns im Büro eine Arbeitskollegin, die in Mutterschutz ist, mit ihrem Baby.
Großes Hallo, ja wie geht's dir denn, ja was machst du denn, nach und nach sammelten sich mehr und mehr Kollegen im Pulk um die Besucherin und ihr Kleines.
Sie hat dann (um das Bedürfnis ihres ansonsten ausgelieferten Kindes zu stillen) ausgepackt und vor versammelter Mannschaft ge... ähm.. nährt.
Hatte den Eindruck, das berührte diverse Anwesende peinlich, mich sicher eingeschlossen. Da war auch nix mit Tuch vor dem Busen oder dem Baby.

Deine Überlegungen in Ehren, aber sowas ist mir zuwider. Das muss doch echt nicht sein. Man kann sich zumindest in eine Ecke verkrümeln oder die von dir beschriebenen 'Abschirmungs'-Maßnahmen ergreifen.
Der Intimität zuliebe.
Mir macht sowas eher den Eindruck, die Zur-Schau-Stellung ist gewollt.

Und, I'm sorry, ich finde sowas stillos.

Viele Grüße
Summsi

Autor:  Paul [ 12.08.2009, 00:48 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Summsi,

ja das hilft. Ich kann aber trotzdem nicht anders als dahinter eine leider noch viktorianisch geprägte Scham zu vermuten. Ist irgendwie auch okay, damit sind viele halt aufgewachsen. Aber auch schade, find ich nach wie vor. Ich finds das natürlichste von der Welt son kleines Ding keine sekunde länger als nötig warten zu lassen. Und wenn dann mal eine Brust zum Vorschein kommt, sehe ich darin nichts anstößiges, sondern dsa Mittel zum Zweck, für das kleine natürlich ungleich mehr.

Bei uns gabs letztes fast genua die gleiche Situation, allerdings nach der Arbeit inner Kneipe. Mutter dabei die im Mutterschutz ist, ich neben ihr, den kleinen (sehr kleinen) auf dem Arm, da fing er an zu schnappen, noch nichtmal zu schreien. Ich war echt froh, dass die Mutter ihn sofort zur Brust nahm und es hat auch niekmand daran Anstoß genommen. Man sah aber auch nichts, da gibts inzwischen extra Shirts, außerdem Babykopf und Tuch und die Unterhaltung lief ganz normal weiter.

für mich hat das aber nix mit sexualität zu tun, darum sollte ees hier ja wohl irgendwann mal gegangen sein. Damit hätte es zu tun wenn die anderen endweder zu gaffen anfingen oder peinlich berührt die Decke anstarren. Aber das wär dann wohl Sexualität in deren Köpfen.

Paul

Autor:  Claudia [ 12.08.2009, 07:56 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Paul,

ich kann nicht anders als bei Dir irgendwie eine fehlgeleitete falsche Toleranz zu vermuten, sorry. Du klingst da eher nach: schaut mich an, was bin ich doch modern, ich denke wir dürfen auch an Intimitäten festhalten ohne deswegen altmodisch zu sein.

Ich war früher oft mit meiner Cousine unterwegs, während die gestillt hat, wir haben damals nicht nur alternative Pullis gestrickt, sondern natürlich wurde die Kleine auch in der S-Bahn gestillt wenn nötig.

Aber Du wirst niemanden finden, der deswegen ihre Brust unter der Nase hatte, ich hab sie DA nie gesehen. Daheim im Bad, in der Küche, in der Sauna und beim oben ohne baden kein Thema, aber nicht in der Öffentlichkeit wenn alle anderen bekleidet sind. Und ich find das gut so.

Wie hat sie so schön gesagt: es ist schlimm genug, dass ich alle meine Scham vergessen muss wenn ich mal zum Pflegefall werde, vorher nicht.

Ich hab vor Kurzem, ich gestehe zweimal hingeschaut (war aber ehrlich gesagt keinen zweiten Blick wert), als ein erwachsener Mann bei uns im S-Bahnhof Tiefgeschoss im Berufsverkehr blank gezogen hat und seine Blase geleert hat, er musste wohl dringend :). Müsste ich dann wahrscheinlich genauso verstehen, ist ja ganz natürlich, nein, ich bin trotzdem froh, dass das eher die Seltenheit ist, modern hin oder her :), wenn das altmodisch ist, dann bleib ich das gerne, verklemmt bin ich deswegen sicher nicht :).

Gruß
Claudia

Autor:  Paul [ 12.08.2009, 13:48 ]
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Hallo Claudia,

was ist denn das "irgendwie eine fehlgeleitete falsche Toleranz" ? Kann ich mir nichst drunter vorstellen. entweder ich bin tolerant oder nicht. Falsch üwrde ja heißen, ich bins eigentlich nicht aber tu nur so. Dabei rede ich nicht von toleranz beim Stillen, ich bin da nicht tolerant, ich finds einfach richtig. nicht modern oder sonstwas.

und bitte nicht gleichsetzen mit Menschen die irgendwohin strullen, das bekam ich auch als PN als Beispiel. Das müssen wir gar nicht diskutieren. Fällt mri vielleicht schwer den Unterschied rauszustellen zwischen stillen und den anderen sachen, die hier so genannt werden, für mich ist der ganz klar.

Nur hab ich ja schon zu Summsi geschrieben dass die Scham okay ist und ICH sie halt in dem Punkt schade finde. Ist meine Meinung, ihr habt da eine andere. Und? irgendwie eine fehlgeleitete falsche Toleranz... muss ich mir merken. Und "war keinen zweiten Blick wert" auch. Merkwürdige Coinzidenz von Scham und Beewertung - oder auch nicht.
Paul

Autor:  lila [ 12.08.2009, 14:47 ]
Betreff des Beitrags: 

Weisst du Paul

Die Leute sind sich eben mehr und mehr Flaschen gewohnt....
und Frauen die dumm oder stechend schauen, sind evtl. neidisch. Männer, die einen geniessen dieses Bild von Mutter und Kind ohne hintergedanken, andere widerum gaffen :shock: ...

Wo hat man, wenn ein kleines Bündel nach Milch schreit die Chance in der Öffentlichkeit, in aller Ruhe zu Stillen ohne Blicke? Niergends. mehr Toleranz, ist heute ein Muss.

lg

Autor:  Claudia [ 12.08.2009, 17:49 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Paul,

schade empfinde ich als eine Wertung genau wie leider, Du wolltest oder konntest die Meinungen also nicht nebeneinander gleichberechtigt stehen lassen.

Und Deinen "Hach wie bin ICH doch tolerant Beitrag" den empfand ich eben als falsch, vorgeschoben, wie immer Du es nennen magst, Du siehst ja, die Toleranz hört bei Dir recht schnell auf, auch bei ganz natürlichen Vorgängen. Warum eigentlich? Was ist am - wie hast du es génannt - "Strullen" weniger natürlich als am Stillen? Weniger dringend ist es in mancher Situation sicher auch nicht, oft vielleicht sogar dringender.

Gut, dass Du beim Stillen gern zuschaust, auch ok, mag ich jetzt nicht werten, kann jeder so halten wie er will, ich schau dann gerne zu wenn ich eine enge Beziehung zu Mutter und Kind habe und die Mutter das ok findet :), ansonsten berührt es mich nicht weiter, finde das weder toll noch abstoßend.

Trotzdem ist für mich ist ausziehen ausziehen, ob ich nun ein Kind habe oder nicht, kurz ausgedrückt. Ich zieh meine Bluse in der S-Bahn nicht aus und hoffe, dass ich es auch mit Kind nicht täte, ich unterscheide da erstmal nicht und nein, ich bin da auch nicht so tolerant, dass ich das nicht werte und dazu kann ich auch stehen.

Aber das mag auch daran liegen dass meine Einstellung zu öffentlich und privat da eine andere ist als die anderer, wenn ich etwas öffentlich tue, dann will ich entweder gesehen werden, oder ich akzeptier dies zumindest, sonst würde ich ja für Privatsphäre sorgen.

90% der Mütter kriegen es ja durchaus auch hin, ihr Kind so zu stillen, dass sie sich und dem Kind ein bisschen Privatsphäre erhalten, siehe Ansa oder auch meine Cousine und scheinen da mit mir einer Meinung.

Die restlichen 10% müssen halt damit leben, dass man sieht was zu sehen ist und wer will dann auch hinschaut. Dafür sind sie ja in der Öffentlichkeit. Beschwerden völlig nutzlos :), Wertung selbstverständlich, genau wie beim...

Gruß
Claudia

Autor:  Paul [ 12.08.2009, 18:01 ]
Betreff des Beitrags: 

ist mir zu polemisch...

Autor:  Summsi [ 12.08.2009, 20:30 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Paul,

Zitat:
Ich kann aber trotzdem nicht anders als dahinter eine leider noch viktorianisch geprägte Scham zu vermuten.


Ich bin ein großer Fan von Natürlichkeit, daher kann ich die Gedanken aus deinem vorherigen Post auch gut nachvollziehen.
Mit Scham hat meine Haltung hier aber sehr wenig zu tun - es sei denn, man kann die Abneigung gegen die Zurschaustellung eines (in meinen Augen) so intimen Aktes wie dem Stillen als Scham bezeichnen.
Hm. Kann man sicher so interpretieren.

Ich glaube, ich bin weder schamlos noch sonderlich schamhaft. Der Punkt für mich ist wirklich die Intimität. Und Intimität ist für mich nicht gleich Sexualität. Sexualität meint (auch) die Intimität zwischen zwei Partnern, Stillen ist Intimität zwischen Mutter und Kind.

Eine Zurschaustellung von Intimität - warum erfolgt die?

Viele Grüße
Summsi

Autor:  Summsi [ 12.08.2009, 20:33 ]
Betreff des Beitrags: 

Öhm.
Vielleicht sollten wir den Fred hier in "Pfad zum Thema 'Intimität' umbenennen?" :lol:

Autor:  simone [ 12.08.2009, 22:16 ]
Betreff des Beitrags: 

Summsi hat geschrieben:
Das Thema ein wenig mehr einzubeziehen, nochmal nachgedacht vielleicht gar nicht in einem spezifischen Thread, sondern in der Kommunikation zum Thema Liebe und Beziehungen hier generell?

Man könnte auch sagen: "Büschen offener und lebensnäher" :-)

Wie siehst du das?


Liebe Summsi,

danke für Deine Antwort. Ja, ich sehe das genauso wie Du, wußte aber (auch) gleich, daß das hier - zumindest von Seiten der Moderation - auf Ablehnung stoßen würde. NATÜRLICH gehört das Thema Sexualität zwingend dazu zum Thema Beziehung zwischen Mann und Frau.

Für mich ganz persönlich wird es jedoch erst zum Thema, wenn es da Probleme gibt - will heißen, ich würde nicht drüber reden von vorneherein, weil... ja, ganz ehrlich, weil mich das langweilt. (Damit meine ich nicht diesen Thread hier, sondern ich meine das ganz generell.) Also wenn z.B. ein Mars so abends beim Wein plötzlich sagen würde: "Du, wir müssen mal reden...", da würde ich bewußtlos hintenüberkippen. Ich stehe auf dem Standpunkt, Sex hat man, oder man hat ihn nicht. Wenn er gut ist, besteht kein Handlungsbedarf, also weitermachen. :wink: Wenn er schlecht ist, ja, dann ist das ein Problem, das einer Lösung bedarf.

Mich nervt das auch an Zeitschriften, immer diese Umfragen, wieviel Sex hier und wieviele Stellungen da und so kommen Sie garantiert zum Orgasmus... gähn. Was soll das bringen, frag ich mich da. Am Ende läuft es auf genau EINEN MANN und EINE FRAU hinaus *zumindest mal... also naja... :wink: ... meistens ??? *, oder sagen wir politisch korrekter, auf mehrere einzelne Menschen, die diese Sache nun so gut es geht zusammen in diesem Moment hinkriegen müssen. Da hilft die beste Statistik nicht weiter.

Daß hier in diesem Forum Sex im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Problemen diskutiert wird, ist wiederum eine Frage, bei der es darum geht, ob derjenige solch intime Details nun (auch noch) preisgeben möchte. Ich denke/hoffe, das ist hier jedenfalls möglich und war auch schon der Fall.

Es ist ein sensibles Thema und wie man hier bereits sehen kann, liegen Scham- und Toleranzgrenzen oft weit auseinander. Ich denke, das macht die Diskussion umso schwerer. Von daher müßte ich jetzt die Frage an Dich zurückgeben, wie genau Du Dir eine Diskussion vorgestellt hast oder was Du Dir wünschen würdest - daß das Thema öfter mit einbezogen wird oder daß z.B. ganz allgemein darüber diskutiert wird, und wenn ja, worüber genau? Stellungen, Sextoys?

Fragende Grüße, Simone

Autor:  Paul [ 13.08.2009, 00:35 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Summsi,

ich glaub es wird etwas klarer. Intimität und zur Schau stellung. das kann ich auch nicht gut leiden, egal was zur Schau gestellt wird.

Nun wird man aber trennen müssen zwischen zur Schau stellen und dem Empfinden, was da zur schau gestellt wird. ich habs bislang eben nicht so empfunden (erleb das aber auch nicht alle Tage, eher selten), sondern als natürlich. Bei dir scheinen es entweder wirklich frauen gewesen zu sein, die das so handhaben, es also gern zeigen was sie da machen - oder du empfindest allein die tatsache dass als zur schau stellen.

hier kann man vermutlich gut den bogen zur Sexualität hinkriegen. Wenn zwei sich in der öffentlichkeit küssen, find ich nichts dabei. Wenn dann seine Hand irgendwo rumsucht, kann ich das auch noch verstehen als im Eifer des Gefechts und Gedankenverlorenheit. Gehen die aber richtig zur sache und wirft einer womöglich noch lüsterne Blicke in die umgebung, dann finde ich das auch ein zur Schau stellen und mag das nicht besonders. Aber das bezieht sich wirklich auf das Darstellen und nicht auf die Intimität. Meine kann ich ja wahren wir es mir beliebt, wenn andere das anders handhaben, bitte, ist nicht meine angelegenheit.

Paul

Autor:  Summsi [ 18.08.2009, 21:18 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo simone,

Zitat:
Mich nervt das auch an Zeitschriften, immer diese Umfragen, wieviel Sex hier und wieviele Stellungen da und so kommen Sie garantiert zum Orgasmus... gähn. Was soll das bringen, frag ich mich da. Am Ende läuft es auf genau EINEN MANN und EINE FRAU hinaus *zumindest mal... also naja... ... meistens ??? *, oder sagen wir politisch korrekter, auf mehrere einzelne Menschen, die diese Sache nun so gut es geht zusammen in diesem Moment hinkriegen müssen. Da hilft die beste Statistik nicht weiter.


Da bin ich absolut bei dir. Wie gesagt, mir ging es darum, das Thema ein wenig mehr in die Thematiken einzubeziehen - wo es passt. Das ist für mich nicht nur der Fall, wenn es Probleme gibt - wenn jemand hier postet und über eine Beziehung berichtet, kann es für den Leser hilfreich sein, wenn auch das Thema Sex (wo angebracht) etwas lockerer mit einbezogen wird.
Das kann durchaus in positiver Hinsicht sein, z. B. "Ach, ich komme von diesem Mars nicht los - es hapert in vielen Punkten, aber der Sex ist gigantisch" oder so.

Ok, dann geht es zwar um ein Problem (wie ja in den meisten Fällen hier), aber das liegt nicht im sexuellen Bereich.

Und oh nein nein nein, bitte keine Sextoys oder Stellungsanregungen :roll:

Also: wohl wirklich kein eigener Pfad zu dem Thema, sondern ein offenerer Umgang damit.

Viele Grüße
Summsi

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